R.F. Kuang

 4.2 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf von R.F. Kuang

Rebecca F. Kuang wanderte im Jahr 2000 aus Guangzhou, China, in die USA aus. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in International History von Georgetown, wo sie sich auf chinesische Militärstrategien, kollektive Traumata und Kriegsdenkmäler konzentrierte. Im Jahr 2018 erhielt sie ein Stipendium und studiert seitdem an der University of Cambridge Sinologie. Rebecca F. Kuang liebt Corgis, trinkt gerne guten Wein und guckt immer wieder die Fernsehserie »Das Büro«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von R.F. Kuang

Cover des Buches Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin (ISBN:9783734162220)

Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin

 (17)
Erschienen am 20.01.2020

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Rezension zu "Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin" von R.F. Kuang

Intensiv, grausam, fantastisch
heyannivor einer Stunde

Der Auftakt von R. F. Kuangs Reihe ist atemberaubend und - schmerzhaft. Ich kann dieses Buch einfach nicht schön nennen, denn tatsächlich tut es weh, zuzusehen, wie Nikan im Krieg gegen die Förderation blutet - und wie Rin sich im Verlauf verändert. Dies ist, wie die Autorin selbst sagt, in allererster Linie eine Geschichte über Krieg: So grausam und brutal, wie Kriege eben sind. Völkermord, Rachedurst, Drogenmissbrauch - all das findet Platz in diesem Werk und so gibt es zahlreiche Momente, in denen ich eigentlich nicht weiterlesen wollte, weil die Bilder in meinem Kopf zu viel wurden.
Die Welt, die von R. F. Kuang geschaffen wird, ist fantastisch, gefährlich, brutal und in einem Sinne "episch", als dass es nicht nur ein Buch ist, dass ich so noch nie gelesen habe, sondern es eben auch von einem Reich, das zerbricht, erzählt, dunkel und atemberaubend.
Warum ich sage, dass es schmerzhaft ist? Neben der beschriebenen Grausamkeiten eines furchtbaren, entmenschlichten Krieges, sieht der Leser Rin dabei zu, wie sie Pfaden folgt, die falsch wirken: Falsch, solange man sich auf dem Sofa eingekuschelt hat und in Sicherheit ist, vielleicht aber gar nicht so falsch, wenn man sich in einem ausweglosen Krieg befindet. Das Buch spielt mit der Auslegung von Moral, von Gut und Böse, Richtig und Falsch, es stellt Fragen, die man sich nie stellen musste, und findet Antworten, bei denen einem das Herz schmerzt.
Meine Reaktion auf das Ende des Buches ist mehr als ambivalent: Am liebsten möchte ich keinen Gedanken mehr an die Geschichte verschwenden und auch das zweite Buch nicht in die Hand nehmen (aus Angst vor dem Schmerz und der Grausamkeit), auf der anderen Seite bin ich voll Bewunderung für die Kraft dieser Geschichte und die geschaffene Welt.

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Rezension zu "Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin" von R.F. Kuang

Die Bedeutung von Streben nach Macht
dasgeisleinvor 3 Stunden

Das Cover hat mich umgehauen und total angesprochen. So asiatisch angehauchte Bücher finde ich immer besonders spannend, weil man so wenig von ihnen sieht. Auch der Titel spricht mich sehr an und ich wollte wissen, was sich dahinter verbirgt. 

Wir begleiten die junge Rin, welche eine Waise ist und auf dem Land lebt, bei ihrem Weg, eine Kriegerin zu werden. Dafür muss sie an der Schule in Sinegard angenommen werden. An der Schule angekommen stellt sie fest, dass es für sie schwerer sein wird, sich Anerkennung zu verdienen, da sie nur ein armes Bauernmädchen ist und keine langjährige Kampfausbildung bereits hinter sich hat. Außerdem kommt sie mit dem Schamanismus in Kontakt und sie lernt schnell, dass in ihr mehr schlummert, als jeder zu denken vermag. 

Rin ist ein unfassbar ehrgeiziges, kluges und nach Macht strebendes Mädchen. Sie versucht immer die Beste zu sein und die anderen in den Schatten zu stellen, nicht zuletzt, weil niemand in ihr etwas Großes sieht. Im Laufe des Buches merkt man, dass ihr die Sehnsucht nach Macht etwas über den Kopf steigt und sie viele Entscheidungen unüberlegt trifft und unüberlegt handelt. 

Der Schreibstil dieses Buches ist einzigartig. Er beschreibt die neu erschaffene Welt detailreich und an manchen Stellen auch etwas genauer, als man es als Leser eigentlich wissen möchte. Die Sprachgewalt in diesem Buch ist unglaublich und war für mich, neben der Welt selbst, der größte Grund, das Buch weiterzulesen. Zwar gibt es hier und da Stellen, die alles etwas in die Länge ziehen, aber trotzdem lässt der Schreibstil es nie langweilig werden. 

Das Buch selbst ist in drei Teile aufgegliedert und lassen sich in etwa so zusammenfassen: Rins Ausbildung, Rins Begegnung mit den Göttern und der Krieg gegen Mugen. Jeder dieser Teile bringt Rin charakterlich weit nach vorn und formt sie. Insgesamt vergehen in dem Buch um die drei Jahre, der/die Leser*in reift also mit Rin gemeinsam und hat einen guten Einblick in ihre Charakterentwicklung und versteht, warum manche Entscheidungen gefällt wurden, wie sie eben gefällt wurden. 

Dieses Buch ist nicht wie die meisten anderen. Es gibt keine Liebesgeschichte und allgemein ist alles darauf ausgerichtet, Rin bei ihrem Weg zu begleiten und mit ihr zu wachsten beziehungsweise ihre Entscheidungen auch irgendwann anzuzweifeln, weil es mit den Kapiteln deutlich wird, dass ihr die Macht, die sie besitzt zu Kopf steigt. 

Mir persönlich war es ein wenig zu distanziert und ausgerichtet auf den Krieg. Es fühlte sich an, als würde man einen Geschichtsartikel über den verlauf eines Krieges lesen und dabei Rin begleiten. Dennoch ist es ein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte, weil es zeigt, was Macht mit einem macht und wie sich dies auf den Charakter auswirkt.

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B

Rezension zu "Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin" von R.F. Kuang

Die Entscheidungen der Autorin bleiben ein Rätsel
Balanourvor 10 Stunden

Hey, meine Freunde, kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch die Mühe für eine Kritik macht, aber nur dann, wenn es entweder sehr gut oder sehr schlecht war. Ich denke, nachdem ihr meine Sterne und meine Kurzmeinung gelesen habt, wisst ihr schon, was auf mich zutrifft. Das Buch ist in drei Teile untergliedert, ich gehe sie einmal systematisch durch.

(ACHTUNG SPOILER!)

Teil 1: Das mit Abstand beste, was das Buch zu bieten hatte. Hätte es dieses Niveau behalten, hätte ich sogar gesagt, es gehöre zur besseren Hälfte der Fantasy-Bücher, die ich bisher gelesen habe. Ein unterhaltsamer Anfang, wo die Drogenkurierin und Kriegswaise Rin alles unternimmt, um in keine schlechte Ehe zwangsverheiratet zu werden. Das geht so weit, dass sie bis auf die renommierteste Akademie des Landes gelangt.  Dort muss sie sich mit vielen reichen Leuten herumschlagen, den Lehrstoff pauken und einem Möchtegern-Elodin nachstellen, weil er das besondere Fach unterrichtet. Es wirkt wie ein zweites Name des Windes, ohne je die Brillanz dieses Buches zu erreichen. Auch das zweite und dritte Lehrjahr gehen schnell voran, die Nebenfiguren bleiben blass, sogar Rin kriegt wenig Tiefe. ABER ...

... es ist gut lesbar. Die Handlung bleibt überschaubar und trotzdem spannend, das Buch schmilzt dahin, man möchte weiterlesen. Die Frage, wie das Buch weitergeht, lässt einen nicht los.


Teil 2: Der Mittelteil, welcher fürs schlechte Finale vorheizt. Mugen (jeder weiß das es Japan ist) greift Nikara (China) an. Rin muss in der Schlacht um Sinegard kämpfen, es wird blutig, dreckig und spannend. Hier denkt niemand, er halte gerade ein Kinderbuch in Händen. Doch damit waren die guten Passagen größtenteils abgedeckt. Rin wird zu den sagenumwobenen Cike versetzt, wo Altan - die Legende der Schule - als Kommandant arbeitet. Anders wie ihr bisheriger Lehrmeister, will er ihre Kräfte stärken und sie darin ausbilden. Alle Ansätze der Autorin bleiben jedoch auf der Strecke. Der Krieg in Kurdalain kommt nie richtig in Schwung, die Gespräche nerven, Rin wird immer unsympathischer. Der Rivale aus der Schule kommt her, sie freundet sich mit ihm an, obwohl sie ihn immer schlecht behandelt. Er stirbt, keine Trauer. Die japanischen Soldaten werden zu Unmenschen gemacht, keiner von ihnen besitzt ein Herz. Unter Friedensfahne werden Bomben gelegt, die Bevölkerung vergiftet, während die Chinesen stets die Gutmenschen sind. Sie wollen um alles diesen Krieg verhindern, Japaner begehen nur Völkermorde, Vergewaltigungen und menschenverachtende Experimente. Irgendeine Szene mit einem Fabelwesen hat es auch noch hereingeschafft, die so unpassend ist, wie der ständige Opiumkonsum. Na ja, vielleicht hat die Autorin ja selbst ihre Lieblingsdroge einmal ausprobiert.


Teil 3: Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll, ohne hundert Seiten zu schreiben. Die Cike haben vom Plan der Japaner erfahren, eine andere Stadt einzunehmen. Was dort vorgefallen ist, lässt den Leser schockiert zurück. Ich meine nicht, dass die grausamen Schilderungen mich schockierten, sondern der offensichtliche Rassismus. Japaner verkommen zu gesichtslosen Monstern, eigene Gedanken oder Mitgefühl hat keiner von ihnen mehr. Sie befolgen willenlos Befehle, nur wenns ums Morden geht, lassen sie alle ihre Lust heraus. Rins und Altans Hass auf die Japaner werden unglaublich, die Kaiserin verrät sie aber, so dass sie in Gefangenschaft geraten. Die Ziele der Kaiserin sind völlig undurchsichtig, der Hass auf die Japaner macht Sinn, aber nur, weil die Autorin diesem Volk jede Menschlichkeit nimmt. Danach werden sie von Japanern gefoltert, können entkommen und Rin kehrt auf die Insel zurück, wo bereits ein Völkermord der Japaner stattfand. Was dort passierte, kann ich noch immer nicht glauben. Sie spricht mit einem Gott, während die Frau, die damals den Mord an der Insel zuließ, sie immer wieder zu warnen versucht. Rin bleibt aber steinhart, bittet den Gott, er möge Japan vernichten. Und der ...

... lässt sich nicht zweimal bitten. Als sie von den Cike gerettet wird, sieht sie das ganze japanische Volk vernichtet. Rin verspürt kaum Reue, haltet es für ein notwendiges Opfer. Später erfährt sie, dass sie Cike einfach einen zweiten Massenmord in China begingen. Alle japanischen Soldaten wurden mit einem großen Teil der Bevölkerung ersäuft; dort wird aber über die Chinesen getrauert. Die schlimmste Szene von allen ist wohl, als einer ihrer Freunde sagt, man müsse sich nur einreden, man hätte das richtige getan. Wie verblendet die Autorin sein kann, so etwas nur ansatzweise für richtig zu halten, bleibt mir ein Schleier. Wie das Buch überhaupt in den öffentlichen Verkauf gelangen konnte, anstatt von jedem Verlag zerrissen worden zu sein, bleibt mir auch ein Schleier. Nur eines weiß ich gewiss, von den Fortsetzungen lass ich sicher die Finger, denn die rassistischen Massenmorde der Autorin interessieren mich in etwa so viel, wie das Wetter in Australien.

Die Bewertung des Buches hier bleibt mir ein Rätsel. In der Danksagung, wo die Autorin erwähnt, durch die Hilfe des Lektorats habe sie viele Fehler entfernen können, bleibt mir auch ein Rätsel. Denn wenn so viele Menschen darüber schauten, muss doch einem aufgefallen sein, wie verachtend das Buch gegen das japanische Volk ist. Und wie es am Ende den Schneid hat, eine großartige Kultur sterben zu lassen, lässt mich mit offenen Mund und tränenden Augen zurück. So etwas kann als Propaganda in Kriegsjahren existieren, aber bei Gott, doch nicht in der heutigen, aufgeklärten Zeit.. 


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