Rabih Alameddine

 4.1 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Eine überflüssige Frau, The Angel of History und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Der Engel der Geschichte

Neu erschienen am 25.09.2018 als Hardcover bei Albino Verlag, Salzgeber Buchverlage GmbH.

Alle Bücher von Rabih Alameddine

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Eine überflüssige Frau

Eine überflüssige Frau

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Erschienen am 24.02.2016
Der Engel der Geschichte

Der Engel der Geschichte

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Erschienen am 25.09.2018
I, the Divine

I, the Divine

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Erschienen am 01.10.2002
The Angel of History

The Angel of History

 (1)
Erschienen am 04.10.2016
The Hakawati

The Hakawati

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Erschienen am 02.06.2009
El contador de historias / The Hakawati

El contador de historias / The Hakawati

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Erschienen am 01.05.2010
Koolaids

Koolaids

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Erschienen am 05.08.1999
An Unnecessary Woman

An Unnecessary Woman

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Erschienen am 13.01.2015

Neue Rezensionen zu Rabih Alameddine

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abas avatar

Rezension zu "Eine überflüssige Frau" von Rabih Alameddine

Rezension zu "Eine überflüssige Frau" von Rabih Alameddine
abavor 2 Jahren

Keinesfalls überflüssig

Der libanesische Schriftsteller Rabih Alameddine hat mit "Eine überflüssige Frau" eine Geschichte über eine Frau geschrieben, die sich für ein Leben innerhalb ihrer vier Wände entschieden hat und die Erfüllung in einer ungewöhnlichen Tätigkeit findet: Sie übersetzt Bücher ins Arabische, Manuskripte, die keiner liest, weil sie ihre Werke vor der Öffentlichkeit versteckt. Aus ihrer Sicht ist das eine überflüssige Beschäftigung, wie alles andere, was mit ihr selber zu tun hat.
Aaliya ist bereits über 70 und lebt in Beirut. Sie hat schon viel erlebt und darüber berichtet sie, während sie sich an die Vergangenheit erinnert, an ein Leben, das ihr nichts Aufregendes oder Zufriedenstellendes anzubieten hatte, aber für den Leser eine interessante Informationsquelle über die neueste Geschichte Beiruts ist. Für den Buchliebhaber hat Aaliya auch viel zu sagen. Sie verfügt über ein immenses Literaturwissen und ein hervorragendes Gedächtnis. Für jede Situation, für jedes Ereignis findet sie das entsprechende Zitat oder einen Vergleich zu einem Thema in einem von ihr gelesenen Buch oder zu einem Lebenslauf eines Dichters. Allein deswegen müsste sich Aaliya nicht ganz so minderwertig fühlen. Ihre Fähigkeiten stempelt sie als Macken ab und ihre Gelehrtheit und Begabung als unnötiges Wissen. Sie arbeitet trotzdem fleißig weiter und sucht Inspiration in ihrer eigenen Vita.

"Eine überflüssige Frau" habe ich sehr gerne gelesen, auch wenn ich oft traurig wurde und Aaliyas Einsamkeit deutlich spüren konnte. Über das Leben in Beirut, vor, nach und während des Krieges zu lesen, fand ich spannend und lehrreich, sogar auch dann, wenn diese Einblicke in diese aufregende Stadt nur aus Aaliyas Fenster stammten.
Alameddines Sprache fand ich wunderbar. Ich würde diese als "poetisch-nüchtern" bezeichnen. Für mich, die normalerweise keine metaphernreichen und blumigen Texte mag, ist dieser Schreibstil genau richtig. Niemals fand ich seine Beschreibungen ermüdend, pompös oder kitschig, er besitzt die Fähigkeit, den Leser Aaliyas Alltag durch seine Art vom Erzählen als Abenteuer empfinden zu lassen. Dabei braucht Aaliya nicht mal ihre Wohnung zu verlassen. Wenn sie sich eine Tasse Tee zubereitet, folgt man gespannt jeder ihrer Bewegungen. Das fand ich großartig.

"Eine überflüssige Frau" ist das erste Buch Alameddines, das in Deutschland erscheint. Seine Bücher wurden bereits in viele Sprachen übersetzt und er wurde mehrmals mit bedeutenden internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet.

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schokoloko29s avatar

Rezension zu "Eine überflüssige Frau" von Rabih Alameddine

Aliya
schokoloko29vor 2 Jahren

Aliya ist eine alte Buchhändlerin, die in Beirut/ Libanon lebt. Ihr Mann hat sie anfang zwanzig verlassen und sie lebt alleine in einer Wohnung in Beirut. Dies ist nicht selbstverständlich für eine Frau in Beirut. Ihre Familie wollte sie rausekeln, damit ihr Bruder mit seiner Frau und seinen Kindern da leben können. Doch sie bleibt standhaft, fast stur. Ihr einziges "Hobby" ist es Bücher vom englischen/ französischen ins arabische zu übersetzen.

Mir fiel es sehr leicht in dieses Buch hineinzukommen. Es ist teilweise lustig und hat einen guten Humor. Doch ich hatte irgendwie Schwierigkeiten mit diesem Buch "warm" zu werden. Ich musste mich immer wieder überreden dieses Buch zu lesen. Auch waren für mich viele Dingen, die den Libanon betreffen (Bürgerkrieg, Bombenanschläge der Isrealis etc.) sehr unwissend. Ich konnte mich also leider nicht so richtig mit diesem Buch anfreunden. Jedoch werde ich bestimmt noch ein Buch von diesem Autor lesen.

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Eine überflüssige Frau" von Rabih Alameddine

Rabih Alameddine - Eine überflüssige Frau
miss_mesmerizedvor 2 Jahren

Ein einziger Tag, ein ganzes Leben. Mit einem Unglück startet Aaliya in diesen Morgen: ihre Haare sind blau, viel blauer als sie sein sollten. Aber warum sich aufregen, mit 72 Jahren spielt das auch keine Rolle mehr. Noch dazu lebt sie allein in ihrer kleinen Beiruter Wohnung; zu den anderen Bewohnern des Hauses hatte sie nie viel Kontakt, man kennt sich, weiß das Nötigste und fertig. Lieber hat sich Aaliya mit Büchern umgeben, in der Buchhandlung, in der sie viele Jahrzehnte gearbeitet hat, oder zu Hause, wo sie in den letzten 50 Jahren jährlich ein Werk der Weltliteratur übersetzt hat. Das neue Jahr steht an, eine Entscheidung für ein neues Buch muss getroffen werden. Wie viel Zeit bleibt ihr noch, kann sie sich an einen dicken Wälzer wagen? Immer wieder wird diese Überlegung unterbrochen, durch ein Klopfen an ihrer Tür, durch eine Erinnerung an die Vergangenheit, an die Geschichte ihrer geliebten Heimat und an Hannah, ihre einzige Freundin. Die blauen Haare waren nur der Anfang, das Schicksal hat noch mehr große Erschütterungen für Aaliya an diesem Tag vorgesehen.

Rabih Alameddine entführt seine Leser einmal mehr in den von ihm so sehr geliebten Nahen Osten, in den Libanon, seine Heimat. Das Schicksal dieser Stadt, das ihn offenbar schwer getroffen und beeindruckt hat, findet sich auch in diesem Roman wieder. Aaliyas Leben ist eng verbunden mit den Geschehnissen der Metropole zwischen Mittelmeer und Gebirge, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von zahlreichen Kriegen gezeichnet, immer wieder zerstört und wieder aufgebaut wurde und es schafft, unterschiedlichste Konfessionen und Lebensweisen zu beheimaten.

Das Leben Aaliyas verläuft nicht nach Plan, jung verheiratet wird sie doch nie zur echten Ehefrau und Mutter, als Geschiedene lehnt sie eine weitere Hochzeit ab und bleibt so allein, wenn auch nicht einsam, denn die Literatur begleitet sie. Für jede Lebenslage findet sie Trost bei einem Dichter, alles lässt sich erklären, denn es wurde bereits niedergeschrieben; auch die Philosophen und Maler, ebenso die klassischen Musiker haben es ihr angetan und ihr ferne Länder eröffnet. Aaliya macht einen zufriedenen Eindruck und scheint mit sich und der Welt im Reinen zu sein, nach all den Jahren, in denen sie auf sich allein gestellt war und auch schon einmal mit der Kalaschnikow im Bett schlafen musste. Und dennoch tut sich ein Riss auf. Dies wird an einer Stelle besonders offenkundig:

   Henri Matisse hat einst gesagt: „Es hat mich mein ganzes Leben lang beschäftigt, dass ich nicht male wie jeder andere.“ Ich liebe dieses Zitat, liebe die Tatsache, dass der strahlendste Maler des 20. Jahrhunderts so gedacht hat.

Nein, sie ist keine typische Frau ihrer Zeit. Sie ist eigensinnig und durchsetzungsstark, beweist Rückgrat und Bildung. Als Autodidaktin wurde sie zur Übersetzerin, eine Arbeit für ein nicht vorhandenes Publikum. Aber sie sagt selbst, dass nicht das Ergebnis zählt, sondern der Weg dahin. Vielleicht ist das das Geheimnis ihres Lebens: nicht was sie am Ende erreicht hat, sondern die Zufriedenheit und Freude auf dem Weg dahin ist das, was wirklich zählt.

Rabih Alameddine zeichnet eine Figur, die nicht auffällt und doch heraussticht. Eine starke Frauengestalt, die sich in einer patriarchalischen Gesellschaft ihren Weg bahnt und eigene Maßstäbe zu setzen weiß. Dabei wirkt sich ein wenig schrullig, aber immer liebenswert. Und wer große Literatur liebt, muss unweigerlich auch Aaliya lieben.

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