Rabindranath Tagore Das zerstörte Nest

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Inhaltsangabe zu „Das zerstörte Nest“ von Rabindranath Tagore

Ein Frauenschicksal im modernen Indien

«Ihr Ausbruch von Verzweiflung setzte Bhupoti noch mehr in Erstaunen als zuvor die scheinbare Gleichgültigkeit seiner Frau. Wie falsch er sie doch eingeschätzt hatte, dachte er…»

Sie ist jung, ihr Leben verläuft sorglos, und doch … Als Schwager Omol in ihr Haus zieht, muss Caru erkennen, dass ihre komfortable Ehe mit dem vielbeschäftigten Zeitungsverleger Bhupoti sie nicht glücklich zu machen vermag. Erst der Student schenkt ihr Aufmerksamkeit und ruft bislang ungeahnte Fähigkeiten in ihr wach. Aber auch das neue Glück ist unvollkommen und stellt Caru vor die Frage nach der Zukunft. In seinem feinfühligen Kurzroman stellt der indische Nobelpreisträger Rabindranath Tagores (1861–1941) die zeitlose Frage nach dem Wesen einer glücklichen Partnerschaft.

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  • Rezension zu "Das zerstörte Nest" von Rabindranath Tagore

    Das zerstörte Nest

    Gruenente

    15. February 2013 um 18:25

    Ein Traditionelles, wohlhabendes Ehepaar lebt in Bengalen um 1900. Caru kümmert sich um den Haushalt, Bhupoti gibt eine Zeitung heraus womit er sehr beschäftigt ist. Damit seine Frau nicht zu einsam ist, nimmt er seinen jüngeren Bruder, Omol, bei sich auf. Er versteht sich mit Caru sehr gut. Ihre gemeinsame Liebe ist die Literatur. Sie führen viele Gespräche, machen Pläne und er unterrichtet sie. Dann kommt noch eine weitere Frau, Mondakini (die Frau des engsten Zeitungsmitarbeiters) ins Haus. Anfangs verstehen sich alle ganz gut, dann zieht die Eifersucht ein. Dadurch, dass niemand offen miteinander spricht und viele Zeichen falsch gedeutet werden, herrscht im Haus plötzlich eine starke Rivalität. Der Stil ist etwas märchenhaft, natürlich auch leicht antiquiert (das Buch wurde 1910) geschrieben. Der Inhalt ist aber seltsam aktuell und greift die Stellung der Frau in einem wohlhabenden Haus durchaus auch auf die heutige, westliche Gesellschaft übertragbar auf. Der Mann geht voll in seiner Arbeit auf. Verlangt volle Rückendeckung von seiner Frau, auch wenn er ihr von seinen Problemen nichts erzählt. Sie hat keine Aufgabe, langweilt sich und stürzt sich deshalb voll auf den Mann, der ihr viel Aufmerksamkeit entgegenbringt. Auch die Rivalität zu Monda ist ein typisches Szenario. Beide buhlen um einen Mann, alles läuft zwar vollkommen platonisch ab, trotzdem wird erbittert mit sehr viel Gefühl gekämpft. Dadurch das niemand offen die Probleme anspricht kommt es zu Missverständnissen und zum Bruch zwischen allen Beteiligten, die sich nachher wohl alle fragen, was denn nun wirklich passiert ist.

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