Rachel Cusk Die Bradshaw-Variationen

(25)

Lovelybooks Bewertung

  • 17 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 19 Rezensionen
(3)
(5)
(6)
(9)
(2)

Inhaltsangabe zu „Die Bradshaw-Variationen“ von Rachel Cusk

Ein Jahr im Leben der Familie Bradshaw – drei Generationen, Brüder, Ehepaare mit Kindern. Und unter ihnen eine junge Frau, die mit ihrem Mann die Rollen tauscht, bis dramatische Verwicklungen sie einholen. «Rachel Cusk ist eine erstklassige Autorin mit beißender Intelligenz und durchtrieben genauer Beobachtungsgabe.» THE NEW YORK TIMES «Ihre Innenansichten wispern und schauern, als ob Virginia Woolf da hindurchgehuscht wäre.» THE GUARDIAN

Ganz ok - aber mir persönlich stand die Musik viel zu wenig im Vordergrund. Für meinen Geschmack läuft die nur nebenbei ... da hätte ich mir aufgrund von Titel, Klappentext etc. deutlich mehr versprochen :(. Aber abgesehen davon ein schönes Buch!

— Cellissima
Cellissima

Wirklich ein tolles Buch!

— aba
aba

Stöbern in Romane

Zeit der Schwalben

Einer toller, berührender Roman ... ein Ereignis, das man keinem Mädchen wünscht!

engineerwife

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Aufgrund des Schreibstil und der komplexen Geschichten Angolas nicht mein Buch.

Hortensia13

Damals

Jahrzehntelanges Über-die-Schulter-Schauen. Trotz des gekonnten Stils empfand ich dieses Buch als überaus anstrengend.

TochterAlice

Töte mich

Ein leichtes und doch doppelbödiges Kabinettstück, unterhaltsam und grazil-heftig.

Trishen77

Drei Tage und ein Leben

Mitreisend und grausam

dartmaus

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Ein Roman wie eine Ratatouille

Schwaetzchen

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

    Mehr
    • 37
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Einen Einblick in das Leben einer Familie-der Familie Bradshaw-gibt dieser Roman. Doch damit nicht genug. Der Leser verfolgt den Lauf der Zeit zusammen mit verschiedenen Charakteren verschiedener Generationen. Der Klappentext verrät kaum etwas über den wahren Inhalt des Buches und wer in die brilliant erschaffene Erzählwelt der Autorin eintaucht, wird bald merken, wie viel es dort zu entdecken, aber auch wiederzufinden, gibt. ~~~~ "... Sie gehen mit Flossie den Feldweg entlang und entdecken in einem Graben voller Schilf und Dornengebüsch ein Rehkitz, tot. .... Als sie aufblickt, sieht sie...die Ricke reglos am schattigen Feldweg vor ihnen stehen. ... > Sie löst die Leine von Flossies Halsband." ~~~~ Dieser Roman ist in der Tat etwas sehr Besonderes. Er ist ausgefüllt mit Harmonien, randvoll mit Disharmonien, mit Klängen, die sich ergänzen, oder auch abstoßen. Die Autorin schafft es, den Leser mit ihrer Schreibkunst zu fesseln, mit Intelligenz, Feingefühl, Menschenkenntnis und Erfahrung. Das Buch ist voller zwischenmenschlicher Beziehungen, voller Erinnerungen, Erkenntnissen, voller Gefühl, Beobachtungsgabe und ganz besonders einem: Leben. ~~~~ Mich hat an diesem Roman die Art fasziniert, wie Menschen einander ansehen, einschätzen, beurteilen. Wie sie miteinander umgehen, zusammen leben, versuchen, ihr Leben zu gestalten und auszufüllen, zu meistern, und dabei nicht unglücklich zu sein. Es war bemerkenswert, wie viel philosophische Gedanken ich in diesem Roman entdeckt zu haben glaube und über wie viel ich scheinbar von mir selbst gestolpert bin. ~~~~ Ein glänzendes, rührendes, menschliches Werk, das mich sicher noch eine Zeit lang begleiten wird.

    Mehr
    • 4
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. October 2011 um 18:53
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    glasperlenraum

    glasperlenraum

    Wie bereits dem Titel dieses Buches zu entnehmen ist, bietet „Die Bradshaw-Variationen“ von Rachel Cusk vielfältige Einblicke in das Familienleben der Bradshaws. Dies geschieht dadurch, dass die Leser verschiedene Familienmitglieder für die Zeitspanne eines Jahres aus deren Leben begleiten dürfen. Man erfährt Informationen bezüglich des biografischen Hintergrundes und der aktuellen Lage der jeweiligen Familienmitglieder und Rachel Cusk bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich in deren Gedanken- und Gefühlswelt zu bewegen und die Individuen besser kennenzulernen. Das, was mir beim Lesen zuerst auffiel, war der gehobene Schreibstil der Autorin. Auch gelingt es ihr, alltägliche Eindrücke in den Vordergrund zu rücken und diese in gewisser, durchaus greifbarer Einfachheit zu schildern. Alles andere als simpel wirkt jedoch das sprachliche Geschick von Rachel Cusk. Ihre Worte erscheinen eindrucksvoll und erschaffen eine Atmosphäre, in die es sich leicht eintauchen lässt. Metaphern verwendet sie überaus gekonnt. Die Besonderheit an diesem Buch lässt sich darin finden, dass es sich um eine Geschichte handelt, die abschnittsweise und aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Auf den ersten Blick folgt sie keiner starren Handlungsverlaufsbahn. Das große Ganze wird eben durch die – im Titel bereits angepriesenen – Variationen enthüllt. Ich empfinde „Die Bradshaw-Variationen“ als gelungene Darstellung eines Komplexes, der sich Familie nennt. In dieser Darstellung wird auf die einzelnen Individuen innerhalb des Komplexes eingegangen und aufgezeigt, wie deren Lebensweisen, Entscheidungen, Gedanken und Gefühle den gesamten Komplex beeinflussen. Am Anfang mag die Aufteilung in die einzelnen Variationen als gewöhnungsbedürftig erscheinen, doch meiner Meinung nach sollte man sich darauf einlassen. „Die Bradshaw-Variationen“ erfordern jedoch auch eine gewisse Aufmerksamkeit des Lesers. Bei diesem Buch handelt es sich in meinen Augen eher um ein kleines Kunstwerk, als um „einfache Unterhaltungslektüre“. Man sollte den Stil der Autorin wertschätzen können und bereit sein, sich auf neue Sichtweisen einzulassen, wenn man Freude am Buch finden möchte. Unterstrichen wird die Besonderheit des Buches im Übrigen von der Weise, in der es vorliegt. Es handelt sich bei dem von mir rezensierten Exemplar um ein Hardcover, das von einem Umschlag geziert wird, auf dessen Cover Kekse in zwar gleicher Form doch unterschiedlichen Zuständen abgebildet sind. Einige davon sind in einem vollkommenen, heilen Zustand, während andere in verschiedenen Stadien bereits zerfallen sind. Das Bild erinnert an die einzelnen Familienmitglieder und auch an den Stil der Autorin. Es ist in gewisser Weise schlicht, doch nicht simpel. Es zeigt Variationen - Gemeinsamkeiten und Unterschiede und die Vielfältigkeit des Lebens.

    Mehr
    • 2
    aba

    aba

    24. October 2011 um 17:13
  • Leserunde zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Daniliesing

    Daniliesing

    "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk ist ein ganz besonderer Roman im Rowohlt Verlag, für den wir 25 Testleser suchen. Es ist ein Buch, das selbst ein wenig wie ein Musikstück ist, mal ruhig und angenehm, mal dramatisch und laut - vor allem aber mit viel Gefühl. Rachel Cusk hat einen emotionalen Roman aus dem Leben eines Musikers geschrieben, der zwar völlig in der Musik lebt, sich dafür aber schwer mit dem Alltäglichen tut: Seitdem Thomas Bradshaw aus dem Arbeitsleben ausgestiegen ist, um sich um seine achtjährige Tochter zu kümmern, lernt er Klavierspielen, was ihm in den schwierigen mittleren Jahren über die Runden hilft. Seine Frau Tonie hat indessen eine überaus fordernde Vollzeitstelle an der Universität angenommen – ein Rollentausch, der, vom Rest der Familie misstrauisch beäugt, bald zu komischen und auch zu tragischen Verwicklungen führt. Denn Thomas besorgt zwar regelmäßig frische Blumen fürs «Musikzimmer», teure italienische Schuhe für die Tochter, vertieft sich in die Goldberg-Variationen. Aber in Fragen der Haushaltsführung ist er eher Ach als Bach. Tonie hat dagegen mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen: mit einem Vorgesetzten, der sie auf sehr subtile Weise klein hält, mit den Annäherungsversuchen eines jüngeren Kollegen – und, nicht zuletzt, den missbilligenden Blicken der ultrakonservativen Eltern. Wenn ihr Lust aufs Versinken in dieser kleinen Musikwelt rund um die Familie Bradshaw in Buchform habt, bewerbt euch jetzt als Testleser unter "Bewerbung & Bekanntgabe" der Gewinner. Die 25 Testleser und jeder, der noch Lust hat, können sich dann später hier intensiv über das Buch austauschen und eine Rezension schreiben. Ihr könnt euch bis einschließlich 31. Juli 2011 als Testleser bewerben und mit etwas Glück das Buch gewinnen. Erzählt uns hierfür, welche Leidenschaft ihr habt - ist es vielleicht wie bei Thomas Bradshaw im Buch die Musik oder etwas ganz anderes? Wir sind gespannt! Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier: http://www.rowohlt.de/fm/131/Cusk_Bradshaw.pdf

    Mehr
    • 279
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Bri

    Bri

    Variationen von Lebensentwürfen beinhalten häufig auch Ungewöhnliches, so zum Beispiel einen Rollentausch. Bei den Bradshaws geschieht dieser innerhalb des Familienzweiges Bradshaw / Swann, Soll heißen, Tonie Swann nimmt die ihr angebotene Stelle der Institutsleitung an einer Universität an und Thomas Bradshaw geht in ein Sabbatical. Die Aufgabe, sich um Haushalt und die gemeinsame Tochter zu kümmern wird um die Möglichkeit der Selbstverwirklichung durch musizieren bereichert. Um diese Kernfamilie herum gibt es noch andere Bradshaws, die versuchen, ihre Lebensentwürfe unter eine Hut zu bekommen. Alle mit eher wenig Erfolg. Manche bemühen sich, aufeinander einzugehen, andere wiederum sind traumatisiert von den Erlebnissen ihrer Kindheit und versuchen einfach nur alles anders zu machen, als ihre Eltern damals. In der Beschreibung des Verhältnisses zwischen den Großeltern kulminiert alles: Rachel Cusk hat mit den Bradshaw Variationen ein Buch geschrieben, das nicht leicht zu verdauen ist. Zeigt es doch die Vereinzelung der Menschen selbst in vermeintlich glücklichen Ehen und normalen Familien in aller Härte. Hier findet keine Kommunikation statt. Zumindest nicht erfolgreich. Die Protagonisten zeichnet sie auf den ersten Blick eher oberflächlich, doch lassen sie den Leser nicht los. Sie fräsen sich in die Gedanken des Lesenden und sind doch schwer greifbar. Splitter eines Mosaiks zeigen viele verschiedenen Situationen und Begegnungen der Familienmitglieder über ein Jahr hinweg, hinterlassen aber auch einige kahle Stellen, so dass den Leser eher flüchtige Einblicke, denn ein rundes Bild erwarten . Das Jahr endet - zumindest für Thomas und Tonie - mit einem Paukenschlag und einer erneuten Variation der Lebenssituation. Sprachlich durchaus flüssig und der Vereinzelung der Protagonisten angepasst, lässt sich das Buch, wenn man sich nicht durch die allzu wahr dargestellte Alltagswelt abschrecken lässt, gut lesen. Allerdings musste ich immer weider Pausen einlegen, um der eher negative Gedankenwelt ab und zu zu entfliehen. Einen Punkt Abzug allerdings von mir wegen der mir fehlenden eigentlichen Auseinandersetzung mit dem Rollentausch und den damit verbundenen Außenwirkungen und die nicht thematisierte Überschreitung persönlicher Grenzen, die schon übergriffig zu nennen ist.. Fazit: ein nicht ganz einfaches aber sehr komplexes und real geschildertes Gesellschafts- und Familienbild.

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    textworker

    textworker

    Ernüchterung und fatale Folgen Die Bradshaw-Variationen von Rachel Cusk Aus 32 Variationen über ein Thema besteht der Roman „Die Bradshaw-Variationen“ von Rachel Cusk. Darin stellt sich die Autorin der Herausforderung, ihr Anliegen dem Leser in Variationen näher zu bringen. Es geht um Lebensformen, die zerfallen und sich neu formieren. Im Zentrum steht die Frage, ob Kunst mit dem herkömmlichen Familienleben und den gewohnten Strukturen im bürgerlichen Leben in Einklang zu bringen ist. Zunächst plätschern die Variationen recht munter vor sich hin. Schon drängt sich die Frage auf, ob man von 32 Variationen über ein Thema kontinuierlich Großartiges erwarten darf. Nachdem alle Bradshaw-Familien-Mitglieder (Brüder, Eltern, Schwägerinnen, Nichten und Neffen) und sogar die polnische Untermieterin Olga als Außenstehende von Rachel Cusk vorgestellt worden sind, denkt man als Leser: jetzt könnte mal etwas passieren. Es tut sich was, natürlich, in der Liebe zur Musik, im Verhältnis zur Liebe, auch verändern sich die Dinge, die Identitäten, auch die Zuneigungen, das Selbstverständnis, es werden laufend neue Töne angeschlagen. Die wirklich starken Aussagen liegen tief eingebettet im Text. Es ist, wie es ist: Das Leben selbst verändert sich. Vor allem in den Beschreibungen der Innenwelt von Tonie und Thomas kommt dieser Wandel zum Ausdruck. Doch eine dramatische Entwicklung – sofern man sie denn erhofft - lässt noch auf sich warten. Im Vordergrund stehen Thomas und Tonie mit ihrer Tochter Alexa. Sie haben ihr System Familie auf den Kopf gestellt, anders geordnet, die Rollen neu verteilt. Geht ihr Lebensmodell auf? Werden die Regeln des familiären Zusammenlebens missachtet? Schon bald stellen sich Reibungen ein, zeigen sich erste Verfallserscheinungen in der Beziehung zwischen Thomas und Tonie. Kunst und bürgerliches Leben vertragen sich eben nicht. Könnte man meinen. Doch so einfach ist es auch wieder nicht. Die Abwandlungen des Themas sind überaus vielfältig, sie schlagen im Kopf des Lesers Wurzeln und treiben noch im Nachhinein neue Blüten, sofern man sich als Leser auf die Merkwürdigkeiten der Charaktere einlässt. In welcher Form gelingt ein Leben? Und wie bringe ich Familie, Beruf und Kunst unter einen Hut? Was passiert beim Rollentausch? Welche Erwartungen haben andere? Und warum beherrschen falsche Vorstellungen das Gefühlsleben? Im Laufe der Zeit verändern sich nicht nur die Verhältnisse. Die Lebensmodelle der handelnden Personen werden auf eine harte Probe gestellt, sie machen einen Prozess der Wandlung durch. Wie auch das Klavierspiel von Thomas. Vor allem sind es aber die feinen Beobachtungen und distanzierten Betrachtungen, die den Lesegenus ausmachen. Ein Ehemann wird betrogen. Ein krankes Kind wird erst vernachlässigt, dann gerettet. Ein Hund stirbt. Und rettet eine Familie vor dem Kollaps. Doch in jedem Fall öffnet sich ein Weg zur Neuordnung. Das ist gut so. Und mit dem Abschluss der letzten Variation wird die Komposition für den Leser insgesamt stimmig. Das, was bislang für sich stand, die vielen kleinen Episoden, die Beziehungen, die Momentaufnahmen aus Kunst und bürgerlicher Gesellschaft, fügen sich jetzt zu einem grandiosen Gesellschaftsbild zwischen falschen Erwartungen, vagen Hoffnungen und riskanten Ansprüchen. Offen bleibt, wie immer im Leben, welche Lebensform für wen ein Gewinn, welche ein Verlust ist. Vielleicht wird manch eine/einer enttäuscht sein, keine zusammenhängende Geschichte, keine fortlaufenden Ereignisse vorzufinden. Allein der Titel „Variationen“ gibt die Richtung schon vor. Und gerade das macht wiederum den Reiz des Buches aus. Es ist ein lesenswertes Buch, es erfordert allerdings Wachsamkeit. Schon allein vom Sprachstil der Autorin her ist es beeindruckend. In ihrem Tonfall herrscht eine unaufgeregte Erzählweise, die sich nicht aufdrängt, aber doch durch die Kraft der Bilder Eindrucksvolles bietet. Das, was meist typisch ist für einen Roman, findet sich in den Bradshaw-Variationen nicht. Anstrengend? Vielleicht. Aber in jedem Fall gewinnbringend. Zum Schluss ist alles offen. Wie im wirklich wahren Leben. Doch jede Figur hat im Rhythmus der Variationen eine Lösung für sich entwickelt. Und Kunst lässt sich für Thomas auch im „Trillern eines Vogels“ entdecken. Fazit: „Die Bradshaw-Variationen“ von Rachel Cusk sind ein kleiner und denkwürdiger Höhepunkt im Lesesommer 2011.

    Mehr
    • 3
    aba

    aba

    03. October 2011 um 21:06
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    aba

    aba

    03. October 2011 um 21:00

    Variationen über ein Thema Antonia Swann und Thomas Bradshaw haben Rollen getauscht: Antonia (von allen Tonie genannt) arbeitet als Institutleiterin an ihrer Universität, Thomas bleibt zu Hause und versorgt die gemeinsame Tochter Alexa. Also sind sie keine gewöhnliche Familie. Um diesen kleinen Kern dreht sich der Roman „Die Bradshaw-Variationen“ von der preisgekrönten kanadisch-britischen Autorin Rachel Cusk. Aber da gibt es auch die „Variationen“: Das ist der Rest der Familie, und Olga, Tonies und Thomas polnische Untermieterin. So ungewöhnlich wie eine Familie, bei der der Vater zu Hause bleibt, so ist auch der Roman „Die Bradshaw-Variationen“. Man braucht etwas Durchhaltevermögen, um die Puzzel-Teilchen, die die ganze Geschichte bilden, zusammenzufügen. Aber es lohnt sich. Diese Teilchen werden durch die Psyche der Figuren, also der Bradshaws, verkörpert. Denn die Autorin beschreibt in aller Deutlichkeit den Seelenzustand ihrer Charaktere, macht für uns Leser ein Profil ihrer Gefühle, einen Umriss ihrer Gedanken und Geheimnissen. Wir erfahren, was sie nicht in der Lage sind, auszusprechen. Wir sehen das Leben der Familie aus ihrer inneren Perspektive, während Olga, die Untermieterin, die Familienfremde, Außenseiterin, das Bild vervollständigt. Dafür braucht man nur über ihren Ausflug in dem Haus zu lesen, in dem sie lebt, aber in dem sie auch nur eine Fremde ist. Traurige Szenen wechseln sich mit tragikomischen Situationen von Loriotschen Dimensionen ab. Und alles ist Alltag. Alles den Anschein nach nur „normal“. Nie traut sich jemand, die Wahrheit auszusprechen, seine eigene Wahrheit. „Die Bradshaw-Variationen“ ist ein Buch, das einen tiefen Anblick in die Psyche der Mitglieder einer Familie gewährt, ein Buch, das einen bittersüßen Nachgeschmack hinterlässt, ein Buch, das man nicht so schnell vergisst, obwohl man sich vielleicht genau das wünscht. Denn…. beim Lesen geht man das Risiko ein, sich in einen der Bradshaws wieder zu erkennen. Ich würde jedem, der mutig genug ist, auf eine intelligente literarisch-psychologische Reise zu gehen, dieses Buch empfehlen, denn, wie ich schon erwähnt habe, lohnt es sich.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    mecedora

    mecedora

    "Die Bradshaw-Variationen" sind ein wirklich besonderes Buch. Sicher ein Buch, an dem sich die Geister scheiden - ich fand es grandios. Rachel Cusk erzählt über ein Jahr hinweg von den Bradshaws, drei Brüdern mit ihren Familien und ihren Eltern. Wie eine moderne Sinfonie fügen sich die aus verschiedenen Perspektiven erzählten Teile zu einem Ganzen zusammen, ergeben sich Missklänge, wohltönende Harmonien, Dissonanzen, beklemmende Pausen, fulminante Einsätze und überraschende Motive. Die einzelnen Figuren und Handlungen greifen nicht immer bündig ineinander - erzählt werden Miniaturen und Szenen aus dem Alltag, einem in seiner Alltäglichkeit oft geradezu beklemmenden Alltag. Die Figuren sind nicht wirklich sympathisch, aber unheimlich menschlich. Subtil und nuanciert beobachtet die Autorin und beobachten die Figuren selbst ihr Handeln, Fühlen und Denken - in einer Langsamkeit, die manchem Leser als langweilig erscheinen mag. Ich hingegen war von der Detailfreude, der Tiefe der Einsichten, der Scharfsinnigkeit und der Eindringlichkeit dieser Beobachtungen und ihrer Beschreibungen fasziniert. Rachel Cusk erzählt keine Geschichte, sie erzählt Gegenwart, Normalität, Alltag, Menschlichkeit nicht nur in ihrem positiven Sinn. Einfühlsam, sprachlich ausgesprochen präzise, bisweilen poetisch (ein Kompliment an dieser Stelle an die Übersetzung!) hält sie dem Leser, der sich auf diesen besonderen, ein wenig eigentümlichen und so beeindruckenden Text einzulassen vermag, einen Spiegel vor und lässt ihn beinah schmerzhaft sich selbst wiedererkennen. Wie das Leben selbst verweben sich die einzelnen Handlungsstränge und Figuren zu einem Ganzen und bilden Variationen über ein einziges Thema: die Bradshaws, eine in all ihren oft unausgesprochenen Eigentümlichkeiten so normale Familie. In meinem Bücherregal wird das Buch einen dauerhaften Platz einnehmen und sicher wiedergelesen werden. Von mir fünf Sterne für dieses Buch, das einem durch seine Innenansichten einen Einblick in das seltsame Wesen Mensch ermöglicht.

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Buchina

    Buchina

    04. September 2011 um 18:45

    Ich glaube dieser Roman spaltet die Geschmäcker, entweder man mag ihn oder findet ihn schrecklich. Ich fand ihn schrecklich. Um was geht es? Ich würde sagen, es geht um eine Familie und deren Beziehung zu ihren einzelnen Partnern und Kindern. Im Mittelpunkt stehen Tonie und Thomas mit ihrer Tochter Alexa. Für sie beginnt sozusagen ein neues Leben, da Tonie wieder voll arbeitet und ihr Mann Thomas sich von nun an um Tochter und Haushalt kümmert. Das klang für mich nach einem interessanten spannungsfeld, das selbst in unserer Generation immer noch kritisch gesehen wird. Wie vorhergesehen gibt es einige kritische Stimmen im Familienumfeld, aber leider passiert nichts was spannung erzeugen könnte. Rachel Cusk schafft es sogar jede spannende Szene, die passiert, nicht näher daruaf einzugehen, um zum nächsten Charakter überzuwechseln, um auch nicht wieder darauf zurück zu kommen. Mit was ich aber das größte Problem bei diesem Roman hatte, war das das ganze von einer negativen Stimmung umrahmt war. Kein einziger der Charaktere war glücklich. Sie leben ihr Leben ohne Glück, ohne zu wissen warum. Zwei Sterne gibt es eigentlich nur für die sehr schöne Sprache des Roman. Das macht wirklich Spass zu lesen. Leider ging der Rest daneben. Eine Handlung fehlte fast völlig. Man könnte das Buch an jeder Stelle aufschlagen und lesen. und das immer wieder, ohne das man verwirrtee wäre, wenn man es in einem Ruck liest. Ein Roman, der mich mit einem schlechten Gefühl hinterlassen hat und den ich wirklich nicht weiter empfehlen kann.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. September 2011 um 11:33

    Also, das Buch handelt von verschiedenen Mitgliedern der Familie Bradshaw, die alle so ihre kleinen Probleme und Schwierigkeiten haben, wobei das Leben des Ehepaares Thomas und Tonie klar im Mittelpunkt steht. Es erzählt nicht so wirklich eine Geschichte, hat keinen erkennbaren roten Faden, eher beschreibt es jeden Charakter einzeln und beschreibt seine innersten Gedanken und Gefühle. Es geht offenbar nicht darum, die Figuren ein Abenteuer erleben zu lassen, sondern darzustellen, wie sie leben, wie sie fühlen, wie sie mit ihren Freunden und ihrer Familie interagieren und welche Fehler sie machen. Ich persönlich habe mir von dem Buch mehr erhofft. Laut Inhaltsangabe geht es um Tonie und Thomas, die einen Rollentausch vollziehen (sie die Ernährerin, er der Hausmann) und sich damit gegen ihre Familien durchsetzen und mit den Problemen, die Thomas' Desinteresse an der Hausarbeit mitbringen. In Wirklichkeit geht es sowohl um Tonie und Thomas als auch um deren Eltern und Geschwister. An sich ist das ja nicht schlecht, nur hat das Buch kaum Handlung. Und jedes Mal, wenn sich so etwas wie eine Geschichte oder ein wenig Spannung aufzubauen scheint, wird das Kapitel abrupt beendet und mit der Gefühlswelt einer anderen Person weitergemacht. Die Figuren sind mir durchweg unsympathisch, sie alle sind nur auf sich bezogen, sie alle denken nur daran, wie sie am besten ihre Wünsche erfüllen können und dabei ist ihnen selbst das Wohl ihrer Familienmitglieder wurscht. Jeder lebt in seiner eigenen kleinen Gedankenwelt und wenn sie sich doch mal mit jemandem unterhalten, reden sie aneinander vorbei. Hinzu kommt, dass sich keiner der Charaktere merklich weitereintwickelt. Sie alle stehen am Ende des Buches genauso da, wie am Anfang. Keiner hatte eine nennenswerte Erleuchtung, die sein Verhalten und seine Einstellung gegenüber seinen Mitmenschen grundlegend verändert. Niemandem passiert etwas aufregendes, abgesehen von ein paar Krankheiten, deren Verlauf jedoch nicht näher erläutert wird: Sie werden krank, alle sind erschüttert und ein Kapitel später sind sie wieder gesund. Langweilig. Bestünde dieses Buch nur aus der nichtvorhandenen Geschichte, hätte ich es vermutlich spätestens nach dem dritten KApitel weggelegt. Aber hier kommt das ganz dicke Plus des Buches: Die Sprache. Die Autorin hat es geschafft, diese langweilige, ereignislose Story allein durch ihren Schreibstil lesenswert zu machen. Die Art, wie sie schreibt, wie sie sich und den Leser in die Gefühlswelt der Charaktere hineinversetzt, hat mich dazu verleitet, das Buch von vorne bis hinten durchzulesen. Man schafft es, mit den Personen zu fühlen und auch einige Ähnlichkeiten mit sich selbst in ihnen wiederzuentdecken. Zwar sind die Figuren durchweg egoistisch und unsympathisch, doch gleichzeitig sind sie wirklich realistisch und ich zumindest habe in jeder von ihnen wenigstens einen Teil gefunden, mit dem ich mich selbst identifizieren kann. Fazit: Ich kann das Buch jedem empfehlen, den es nicht stört, wenn die Essenz eines Buches die Sprache ist. Für alle, die es kaufen wollen, weil die Inhaltsangabe so interessant klingt: Lasst euch davon nicht täuschen, die Geschichte ist langweiliger, als es den Anschein hat. Der Schreibstil ist allerdings sehr ansprechend und mitreißend.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Chris1985

    Chris1985

    01. September 2011 um 15:04

    Wie lässt sich dieses Buch beschreiben? Weder Roman noch Biographie noch Geschichte, eher eine Charakterstudie. Eine Charakterstudie von Menschen der Familie Bradshaw, entwickelt über viele Generationen hinweg. Eltern, drei Brüder, deren Frauen und Kinder. Jeder wird einzeln beschrieben, zusammen werden sie jedoch nie ein stimmungsvolles Bild einer Familie ergeben, dafür sind sie zu distanziert, negativ eingestellt, ja beinahe depressiv. Nach den ersten Seiten wurde mir klar, ich darf keinen Roman erwarten. Ich schraubte meine Erwartungen daher runter, falsch, ich stellte sie um. Leider fehlte tatsächlich die komplette Handlung im Buch. Mir kam es eher vor wie die Verknüpfung vieler kleiner Situationen aus dem Alltag. Diese kleinen Episoden sind wunderbar beschrieben, das muss ich der Autorin lassen. Ihre Sprache ist toll, bildreich, ausdrucksstark, ihre Ideen innovativ. Von der Kreutzersonate bis hin zur Synthese von Mann und Frau ist jedes Thema im Buch abgehandelt. Aber möchte ich als Leser so einen allumfassende Geschichte überhaupt hören? Meine Antwort ist leider nein. Zu viel Informationen in diesem Buch, zu wenig zwischenmenschliches. Zu viele Depressionen, zu wenig Glück in der Familie Bradshaw. Zwei Sterne gibt es von mir. Einen für die Sprache, einen für das Gefühl der Autorin für die Sorgen des Alltags und die Fähigkeit, diese in Worte zu fassen. Im Ganzen ist mir das Buch zu depressiv, zu übertrieben irgendwie. Schwere Kost!

    Mehr
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. August 2011 um 19:47

    Fazit: Nach den ersten Seiten hab ich mir gedacht.. na ob des wos g´scheit´s wird. Als ich dann aber das dritte Kapitel "überstanden" habe, wurde das Buch langsam interessanter. Nach einiger Zeit hat man sich mit den Personen "arrangiert". Der Schreibstil der Autorin ist gewöhnungsbedürftig, sie verwendet viel Komma, schmückt den Text sehr stark aus und schreibt überhaupt sehr ausführlich. Als ich den Klappentext gelesen habe, habe ich eigentlich damit gerechnet, dass das Buch wie ein Roman aufgebaut bzw. geschrieben ist, doch dem ist nicht so. Das Buch ist eher eine Beschreibung der einzelnen Charaktere ohne wirkliche Handlung. Die Protagonisten hat die Autorin sehr tiefgründig beschrieben, fast könnte man meinen Frau Cusk wäre Psychologin. Was mir auch aufgefallen ist, dass die Personen nur negativ dargestellt sind, mir ist im ganzen Buch kein einziger positiver Gedanke aufgefallen. 3 von 5 Sternen von mir für dieses Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Siiri

    Siiri

    23. August 2011 um 18:46

    Inhalt: Damit seine Frau Tonie eine Vollzeitstelle in einer Universität annehmen kann, bleibt Thomas Bradshaw als Hausmann bei seiner 8-jährigen Tochter Alexa zuhause und widmet sich seiner neuen Leidenschaft, dem Klavierspiel. Während Tonie ihre neue Rolle als arbeitende Mutter als Akt der Rebellion bezeichnet, fällt es Thomas schwer, sich an sein neues Leben ohne die Arbeit zu gewöhnen. Thomas hat zwei Brüder: Howard und Leo. Beide sind verheiratete Familienväter und beide haben – genau wie Thomas – mit ihren ganz speziellen familiären Problemen zu kämpfen… Auch die Untermieterin von Thomas und Tonie, die aus Polen stammende Olga, hat es alles andere als einfach, fühlt sich oft einsam – und doch wird ihr durch ihre Vermieter klar, dass auch eine Familie kein Garant für Glück sein kann… Meine Meinung: Ich hatte aufgrund des Titels und aufgrund der Inhaltsangabe ein Buch über Musik erwartet – doch diese Erwartung wurde enttäuscht. Vielmehr spielt die Musik lediglich eine Nebenrolle, während Thomas‘ neue Rolle als Hausmann sowie Tonies Eingewöhnungsphase in ihren Vollzeitjob den meisten Raum einnehmen. Der Roman beleuchtet die Familienverhältnisse von Thomas, Howard und Leo Bradshaw aus der Sicht der drei Brüder sowie deren Ehefrauen und der Eltern. Auch die Perspektive der Untermieterin Olga und mancher der Kinder wird eingenommen, so dass wir Einblicke in die Gedankenwelt und die Einstellungen und Werte vieler verschiedener Romanfiguren erhalten. Der Schreibstil ist kunstvoll und komplex, zeichnet sich durch Bilder, Metaphern und lange Sätze aus. Deshalb dauerte es bei mir auch ein paar Seiten, bis ich mit dem Stil der Autorin warm wurde. Einmal daran gewöhnt, fiel mir das Lesen jedoch recht leicht und ich wusste die geschliffene Sprache von Rachel Cusk mehr und mehr zu schätzen. Viel Handlung darf man bei diesem Buch nicht erwarten. Vielmehr lebt es vor allem davon, dass die Gefühle und Gedanken der Charaktere durchleuchtet und beschrieben werden – zum größten Teil sind diese eher düster und nachdenklich, was auch die Atmosphäre des Romans über weite Strecken drückend und trostlos erscheinen lässt. Die Autorin schildert unterschiedliche Arten von Familienproblemen, thematisiert die Sehnsucht junger Mütter, als Individuum wahrgenommen zu werden und Zeit für sich selbst zu finden und die Einsamkeit, die der Mensch auch dann empfinden kann, wenn er familiär gebunden ist. Ich persönlich mag charakterbasierte und nachdenklich stimmende Literatur, doch war es mir hier manchmal zu viel des Guten. Die melancholische Stimmung und die Verzweiflung und Einsamkeit der Charaktere zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch, was bei längerer Lektüre auch schon mal auf das Gemüt schlagen kann. Die Abwesenheit von Handlung führte zudem dazu, dass der Roman für mich einige Längen aufwies. Der Roman wirkte auf mich wie eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten und Episoden aus dem Leben der Bradshaws, geschrieben aus der Perspektive verschiedener Familienmitglieder. Zum Schluss wird es dann doch noch ein wenig dramatisch, jedoch wurde die Situation meiner Meinung nach dann nicht zufriedenstellend aufgelöst und die Aussage des Buches bleibt mir im Wesentlichen verborgen. Fazit: „Die Bradshaw-Variationen“ ist ein nachdenklicher, melancholischer Roman über eine scheinbar ganz gewöhnliche Familie, die aber mit diversen Ehe- und Familienproblemen zu kämpfen hat. Wer ein ruhiges, nachdenkliches und kunstvoll geschriebenes Buch über die Schattenseiten des Familienlebens lesen möchte, der kann getrost zu diesem Roman greifen. Wer jedoch einen Familienroman erwartet, in dem Musik eine große Rolle spielt, dem würde ich dieses Buch eher nicht empfehlen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    mehrsonntag

    mehrsonntag

    21. August 2011 um 22:47

    Eine Familie, ein Jahr, viele Worte, wenig Inhalt. Rachel Cusk hat es geschafft, in ihren Variationen eine nachdrücklich und leider durchgehend negative Stimmung in verschiedenen Variationen, sprich, durch die Schilderung des Alltags der verschiedenen Familienmitglieder, zu vermitteln. Je weiter man liest und je weiter man mit der Familie Bradshaw vertraut wird, desto mehr fragt man sich, worin der Sinn des Ganzen zu sehen ist. Leider kann ich nicht viel Gutes über das Werk sagen. Das letzte Buch, dem ich enttäuschende 2 Sterne vergeben habe, war "Ein Sommer aus Stahl" - dort hat mich die Sprache und die für mich lieblose Darstellung der Handlungspersonen gestört und ich fragte mich, was das Buch sagen will - hier tu ich es wieder. Leider ohne Antwort.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Bradshaw-Variationen" von Rachel Cusk

    Die Bradshaw-Variationen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. August 2011 um 17:37

    Ich habe lange, wirklich lange kein Buch mehr gelesen dass so dermaßen ohne Inhalt war. Die Grundgeschichte ist wirklich ganz nett: Eine Jahr im Leben einer Familie. Allerdings muss man dazu sagen, dass dieses Jahr auf jede Weise ohne Zeitangaben geschieht, wann passiert eigentlich was? - war mehr als einmal die Frage die ich mir gestellt habe, und die einzelnen Kapitel eher in Kurzgeschichten getaucht sind, als in eine wirklich durch und durch gestrickte Geschichte. Es gibt zwischen den Kapiteln nur wenige bis gar keine Zusammenhänge, alles ist negativ, alles ist doof, selbst das lachen ist falsch und das merkt man deutlich. Ein Buch das durch und durch zugekleistert ist mit negativer Stimmung, dass sich (für die zwei Sterne) zwar absolut einfach lesen lässt, aber eben nichts aufweist, was einem wirklich sagt: Ohh ich kann heute nicht aufhören zu lesen, ich MUSS wissen wie es weitergeht. Pustekuchen. Die Bradshaw-Variationen haben einen netten Klappentext, einen leeren netten Klappentext der eindeutig nicht das wiedergibt was man von diesem Buch erwartet. Während der ersten Kapitel kann man sich eigentlich ganz gut damit anfreunden, dass es mehr als Charaktervorstellung dient, aber irgendwann gehen einem die negativen Protagonisten so auf den Keks, dass man selbst schon negative Gedanken bekommt. Ich bin froh dass ich das Buch gewonnen habe, den Kauf hätte ich sicher bereut.

    Mehr
  • weitere