Rachel Cusk Outline

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Inhaltsangabe zu „Outline“ von Rachel Cusk

Eine Schriftstellerin reist im Hochsommer nach Athen, um dort einen Schreibkurs zu geben. Während ihre eigenen Verhältnisse vorerst im Dunkeln bleiben, wird sie zur Zuhörerin einer Reihe von Lebensgeschichten und -beichten. Beginnend mit dem Sitznachbarn auf dem Hinflug, seinen Schilderungen von schnellen Booten und gescheiterten Ehen, erzählen ihre Bekanntschaften von Ängsten, Begierden, Versäumnissen und Lieblingstheorien. In der erstickenden Hitze und dem Lärm der Stadt schaffen diese verschiedenen Stimmen ein komplexes Tableau menschlichen Lebens. Und dabei wird, zunächst in Umrissen, zugleich das Bild einer Frau – der Schriftstellerin – kenntlich, die zu lernen beginnt, einem einschneidenden Verlust zu begegnen. Outline ist ein so wagemutiger wie eleganter Roman über Liebe, Verlust, Erinnerung und den elementaren Drang, den anderen und sich selbst Geschichten zu erzählen.

Saugute Beobachtung und Leser erfährt nichts von der Erzählerin. Abfolge von Belanglosigkeiten.

— BertSieverding
BertSieverding

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    Outline
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Eine Frau auf dem Flug nach Athen. Sie ist unterwegs zu einem Kurs in Kreativem Schreiben, den sie unterrichten soll, vielleicht ein klein wenig auch auf der Flucht, man meint es herauszuhören, aus einem nicht ganz einfachen Leben in London. Neben ihr sitzt ein älterer Grieche, man kommt ins Gespräch. Es ist das erste einer langen Reihe von Gesprächen, die Faye, die Autorin, im Laufe dieser Woche in Athen führt und die wir als Leser mitverfolgen. Diesem eigentlichen Beginn des Romans ist noch eine kurze Szene vorangestellt, deren Bedeutung sich zunächst kaum erschließt. Die Erzählerin trifft sich vor ihrem Abflug mit einem „Milliardär“, um mit ihm über eine in Planung befindliche Literaturzeitschrift zu sprechen. Dazu kommt es nicht, der Mann plaudert stattdessen über sich, „Der Milliardär erzählte mir bereitwillig aus seinem Leben.“ „The billionaire had been keen to give me the outline of his life story“ heißt es im Original und es ist ein bisschen schade, dass bei der Übersetzung das Leitmotiv zusammen mit dem Schlüsselwort des Romans, das ja auch titelgebend ist, verschwindet.„Outline“, zu Deutsch Kurzfassung, Überblick, Umriss oder Profil – das ist es, was Faye nicht nur von diesem Mann erhält, sondern von vielen Personen, die sie in Athen trifft. Es sind alte Freunde, Studenten, Kollegen und neue Bekanntschaften, die ihr von sich erzählen und sich dabei oft überraschend weit öffnen. Das mag an der zurückgenommenen Art der Erzählerin liegen. Sie kann gut zuhören, ist wohl sogar ganz froh, nicht über sich selbst reden zu müssen, passiv bleiben zu können. In ihrer Begegnung mit den alten Freund Panaiotis deutet sich an, dass ihre Ehe, von deren Scheitern sie ansonsten relativ abgeklärt und kurz berichtet, wohl doch nicht ganz so problemlos endete wie vorgegeben. Ein Foto, das Panaiotis ihr überreicht, spielt eine Rolle, was es damit auf sich hat, bleibt ungeklärt. So wie wir überhaupt relativ wenig über Faye erfahren, obwohl sie im gesamten Roman im Zentrum steht. Nur über die feinen biografischen Risse, die sich in den Erzählungen der anderen auftun und in ihrem Skeptizismus, ihren zurückhaltenden Nachfragen, den klugen Bemerkungen und dem leisen Humor, den gelegentlichen satirischen Spitzen gewinnt auch sie selbst so etwas wie eine Kontur. Dann ahnt man, dass die Dinge, die ihre Gesprächspartner umtreiben, auch ihr nicht fremd sind.Es geht oft um menschliche Beziehungen in den Gesprächen, vorzugsweise um solche zwischen Mann und Frau, überwiegend scheiternde. Es geht um (geplatzte) Träume, um (falsch) getroffene Entscheidungen, erlittene Verluste und immer wieder um Selbstbilder. Die Menschen sind regelrecht süchtig danach, ihr Leben zu erzählen. Vielleicht um sich dadurch ihrer selbst zu vergewissern und wieder die Kontrolle über etwas zu erlangen, das ihnen zunehmend zu entgleiten scheint. Oft sind es Menschen in ihrer zweiten Lebenshälfte, oft nach einer gescheiterten Beziehung, am Ende eines einst gewählten Lebensmodells. Und man darf vermuten, dass auch die Erzählerin zu ihnen gehört. Besonders deutlich wird ihre Skepsis, die wohl auch die der Autorin sein mag, hier:„Ich hielt die ganze Vorstellung eines „eigentlichen“ Selbst für eine Illusion: zwar konnte man den Eindruck bekommen, man verfüge über einen autonomen Kern namens Selbst, aber dieses selbst existiere vielleicht gar nicht.“Mit dem „Nachbarn“ aus dem Flugzeug trifft sich Faye dreimal in Athen. Jedes Mal ändert sich ihre Wahrnehmung von ihm ein wenig durch die Dinge, die er von sich erzählt. Bild – Selbstbild. Darstellung – Sein. Außen – Innen. Auch das sind Fragestellungen, die der Roman auf ganz dezente, indirekte Art und Weise aufwirft. Vordergründig geht es, wie gesagt, nur um die Wiedergabe von geführten Gesprächen, in direkter, indirekter oder auch erlebter Rede. Manch eine der gehörten Geschichten klingen zudem nicht ganz glaubwürdig, wirken überspitzt. Die Erzählerin lässt sie weitgehend unkommentiert. Beobachtungen, eigene Gedanken oder Beschreibungen rücken dagegen in den Hintergrund. Und auf einen Plot muss der Leser fast gänzlich verzichten. Cafébesuche, einige Unterrichtsstunden, ein paar Ausflüge mit dem Boot zum Schwimmen, mehr an „Action“ bietet Rachel Cusk nicht. Dafür ein völlig ungewöhnliches, überraschendes und bereicherndes Buch. Das schönste daran ist, dass es der erste Teil einer Trilogie ist. Mit „Transit“ steht der nächste Band schon bereit.

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    Joachim_Tiele

    Joachim_Tiele

    06. May 2017 um 07:52
    Buecherschmaus schreibt „Ich hielt die ganze Vorstellung eines „eigentlichen“ Selbst für eine Illusion: zwar konnte man den Eindruck bekommen, man verfüge über einen autonomen Kern namens Selbst, aber dieses selbst ...

    Das ist zwar kein ganz neuer, aber ziemlich in Vergessenheit geratenener Gedanke, der mir vor einiger Zeit ("von selbst") auch mal gekommen war. Ziemlich verstörend und führte mich (als Erstleser ...

  • Vom Beobachten und Verstehen

    Outline
    serendipity3012

    serendipity3012

    Vom Beobachten und VerstehenEine Schriftstellerin reist nach Athen. Sie wird dort einen Schreibkurs leiten, reist allein. Es ist Hochsommer. Sie übernachtet in der Wohnung einer anderen Dozentin, doch schon bevor sie ankommt, hat sie eine erste Begegnung und ein längeres Gespräch mit ihrem Sitznachbarn im Flugzeug. Er erzählt ihr aus seinem Leben, vor allem von seinen gescheiterten Ehen, und er spricht mehr als sie. In „Outline“, dem neuen Roman von Rachel Cusk, setzt sich dieses Muster fort. Die Schriftstellerin, die auch diejenige ist, die in der Ich-Perspektive die Geschichte erzählt, ist bei allen Gesprächen, die sie im Laufe des Romans führen wird, der passivere Teil. Stets erfährt der Leser mehr über ihren Gesprächspartner bzw. ihre Gesprächspartnerin als über sie, der Leser erfährt nicht einmal ihren Namen. Gesprochen wird viel, vor allem über Beziehungen, über Männer und Frauen, aber auch über Beobachtungen, kleinere und größere. Vor allem erfahren wir immer wieder von den Unterschieden zwischen dem, was wir wahrnehmen, und dem, was wirklich passiert – falls man das so sagen kann: Vielleicht ist es einfach der Unterschied zwischen der eigenen und der fremden Wahrnehmung.Erst im Laufe des eher kurzen Romans wird die eigentliche Hauptfigur ein wenig deutlicher greifbar. War sie lange diejenige, die die Geschichten und die Fragen der Gesprächspartner aufnahm, die die anderen spiegelte, mit ihnen über sie und weniger über sich selbst diskutierte, erfahren wir nur in kleinen Dosen mehr über sie. Trotzdem hat man als Leser früh eine Vorstellung von ihr, nur geht das Erfahren ihrer Figur über die anderen Figuren. Sie trifft Freunde und Bekannte in Athen, und sie unterhält sich mit ihren Schülern im Schreibkurs, denen sie Aufgaben zu bestimmten Themen stellt. Ihre Beobachtungsgabe anderen gegenüber ist scharf und klug, aber es ist bekanntermaßen immer schwieriger, sich selbst gegenüber genauso scharfsinnig zu sein.Rachel Cusks Roman ist, so verrät es der Buchumschlag, der Auftakt zu einer Trilogie „einer weiblichen Odyssee im 20. Jahrhundert“. Man darf gespannt sein, was die Autorin noch für uns bereithält. Rachel Cusk ist mit „Outline“ ein lesenswerter Roman gelungen.

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