Rachel Hanan

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Lebenslauf

Rachel Hanan, geboren 1929, überlebte als Teenager vier Konzentrationslager, das Bombardement ihres Gefangenentransports, den Todesmarsch, bevor sie nach einem Jahr Martyrium am 9. Mai 1945 von der Roten Armee befreit wurde. 1947 wanderte Rachel nach Israel, das damals noch Palästina hieß, aus, heiratete zwei Jahre später und bekam zwei Söhne. Über 30 Jahre arbeitete sie als Sozialarbeiterin an sozialen Brennpunkten in ihrer Heimatstadt Haifa, später leitete sie dort einen großen Wohlfahrtsverband.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Rachel Hanan

Cover des Buches »Ich habe Wut und Hass besiegt« (ISBN: 9783453218413)

»Ich habe Wut und Hass besiegt«

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Erschienen am 18.01.2023

Neue Rezensionen zu Rachel Hanan

Cover des Buches »Ich habe Wut und Hass besiegt« (ISBN: 9783453218413)
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Rezension zu "»Ich habe Wut und Hass besiegt«" von Rachel Hanan

strickleserl
Hass darf nicht das letzte Wort haben

An ihrem fünfzehnten Geburtstag steigt Rachel Hanan zusammen mit ihrer großen Familie aus einem Viehwaggon aus. Ausschwitz. An diesem Tag sieht sie ihre Eltern und zwei jüngsten Brüder zum letzten Mal.

 

Rachel wird 1929 in Rumänien geboren. Zusammen mit ihren vielen Geschwistern, verlebt sie eine glückliche Kindheit. Als 1940 Nordrumänien teil von Ungarn wird, verändert sich langsam die Stimmung in dem beschaulichen Dorf ihrer Kindheit. Schleichend setzt die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein.

 

Rachel bekommt nicht viel von den großen Sorgen ihrer Eltern mit; ihr Vater ist geistlicher Vater der anderen Juden der Umgebung, und die Verantwortung für all diese Menschen lastet schwer auf ihm. April 1944 müssen alle jüdischen Bewohner ihre Heimat verlassen. Eine endlos lange Zugfahrt bringt sie nach Ausschwitz. Am Eingang wird selektiert, Rachel und ihre Schwestern dürfen leben, ihre Eltern und Brüder nicht.

 

Nach einem Jahr in vier verschiedenen Anstalten erfolgt die Befreiung. Doch von der äußerlichen Freiheit zur inneren Freiheit ist es ein weiter Weg. Die Schrecken dieses einen Jahres lassen Rachel nie mehr los. Bis ins Alter leidet sie unter Albträumen und Ängsten. Doch ihr wird bewusst, von Hass darf sie sich nicht beherrschen lassen. „Ich hasse nicht, weil ich verstanden habe, dass Rache und Hass niemals satt machen. Hass ist wie ein gefräßiges Ungeheuer, er hat immer Hunger, das macht ihn so gefährlich und omnipräsent in der Welt.“

 

Dieses wichtige Buch ist sehr gut geschrieben. Es ist stellenweise erschütternd, dann wieder berührend, und immer regen Rachels weise Worte zum Nachdenken an.

 

In der ersten Hälfte des Buchs geht es zunächst um Rachels Kindheit und Jugend, danach beschreibt sie das Unbeschreibliche. Gleichzeitig reflektiert sie das Erlebte. Was geschieht beispielsweise mit dem Geruchssinn im Elend des KZs? Warum kann sie nicht sagen, dass sie bei der Befreiung glücklich war? Wie kann man nach einem schweren Schicksalsschlag wieder glücklich und zufrieden leben?

 

In der zweiten Hälfte erzählt Rachel von ihrem Neuanfang in Israel und ihrer langjährigen Arbeit als Sozialarbeiterin. Dabei gibt sie auf gute Weise Einblick in die Situation der Überlebenden, die sich in Israel eine neue Heimat aufgebaut haben.

 

Fazit: Dieses beeindruckende Buch schildet die Gefühle und Gedanken einer Frau, das als junges Mädchen aus ihrer Jugend herausgerissen und in ein Vernichtungslager gesteckt wird. Sehr empfehlenswert und eine wichtige Lektüre!

Cover des Buches »Ich habe Wut und Hass besiegt« (ISBN: 9783453218413)
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Rezension zu "»Ich habe Wut und Hass besiegt«" von Rachel Hanan

Luisabella
Bewegender, sehr gut geschriebener und informativer Zeitzeuginnen-Bericht & Autobiografie

Warst Du bei der Befreiung glücklich? — »Ich kann verstehen, dass die Menschen das wissen möchten, aber sie müssen dann auch mit der Antwort leben können, die ich ihnen gegeben habe und die, die meisten schockiert hat. Zum Glücklichsein war einfach zu wenig von mir übrig geblieben.« (S.148) 

Rachel Hanan ist 1929 in Rumänien geboren und mit ihren Eltern und 8 Geschwistern aufgewachsen. Als sie mit 15 Jahren in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wird, hat sie keine Gelegenheit mehr, sich von ihren Eltern Ethel und Fivish und ihren beiden jüngsten Brüdern Zvi und Yehuda zu verabschieden. Wie durch ein Wunder überleben sie und ihre drei Schwestern gemeinsam das Konzentrationslager, das Bombardement ihres Gefangenentransports und den Todesmarsch. 1947 emigriert sie ins heutige Israel (damalige Palästina) und baut sich eine neue Existenz auf. Über das Überleben der Shoah sowie ihren Lebensweg berichtet die heute 93-Jährige in ihrer Autobiografie »Ich habe Wut und Hass besiegt —  Was mich Auschwitz über den Wert der Liebe gelehrt hat« (2023) mit dem Journalisten Thilo Komma-Pöllath. 

In ihrem Buch schreibt sie u.a. über das Refeeding-Syndrom, die Zeit nach der Befreiung, die Auswanderung, ihre familiären Verhältnisse - gerade auch nach dem gemeinsamen Überleben der 4 Schwestern -, ihre Arbeit als Sozialarbeiterin in Haifa und Managerin einer Wohlfahrtsorganisation sowie das Leben in Israel. 

Auch dieser Zeitzeuginnenbericht hat mich sehr bewegt und ich kann JEDER PERSON nur sehr empfehlen sich damit auseinander zu setzen und solche wichtige Berichte, Erinnerungen und Biografien zu lesen. 

»Der mit Abstand wichtigste Glaube, das habe ich in Auschwitz gelernt, ist der Glaube an sich selbst, komme was mag. Wer diesen Glauben nicht aufbringen kann, der sollte an sich arbeiten, der muss ihn lernen, denn ohne ihn geht es nie. Ohne ihn lassen sich die Hürden des Lebens nun mal nicht nehmen.« (S.241) 🕊️🤍


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