Rachel Joyce Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

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Inhaltsangabe zu „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ von Rachel Joyce

Zwei Sekunden können das ganze Leben verändern Niemand hat das Mädchen mit dem roten Fahrrad gesehen. Nur der elfjährige Byron, der mit seiner Mutter im Wagen sitzt, als der Unfall im dichten Nebel geschieht. Byron weiß sofort: Er darf keinem etwas davon erzählen. Doch in nur zwei Sekunden ist die ganze Welt aus den Fugen geraten – und es wird mehr als ein halbes Leben dauern, bis sie wieder in den Takt kommt. Mit ihrer zarten, glasklaren Sprache zieht uns Rachel Joyce ins Herz der Zeit und erzählt von einem ewigen Sommer, vierzig kurzen Jahren und zwei lebenslangen Sekunden.

Eine wunderschöne, wenn auch tragische Geschichte mit authentischen Figuren, spannend aufgebaut.

— Moonie
Moonie

"Perfect" - ein Buch, das perfekt abgerundet ist und viele Themen aufgreift! Schönes Leseerlebnis!

— RozaBooks
RozaBooks

Ein Buch über Leute die alle einen Knacks haben und es wird nur schlimmer und schlimmer. Zieht einen runter und langweilt zeitgleich.

— Cadiya
Cadiya

Hörenswerte Melancholie für Liebhaber der schwereren literarischen Kost mit wunderbarer Vertonung

— literaturELLE
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  • Tragische, wunderschöne Geschichte

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
    Moonie

    Moonie

    05. May 2017 um 17:14

    Mich hat zuerst der Titel angelockt, ich wusste zwar nicht, was ich mir darunter vorstellen sollte, aber er hat neugierig gemacht. Das Hörbuch ist sehr schön gelesen von Wanja Mues und schon bald konnte man richtig in die Geschichte eintauchen. Das Buch spielt um 1972, als die Uhren zwei Sekunden zurück gestellt werden sollten. Bryon, ein Junge aus gutem Hause ist ganz geschockt und muss ständig daran denken, was es heißt, dass es auf einmal zwei Sekunden mehr gibt, die es ja eigentlich gar nicht geben darf. Was da alles passieren kann! Und natürlich passiert auch etwas. Man weiß zu dem Zeitpunkt schon sehr gut, wie die Familie tickt. Die Mutter, die nicht recht zu den anderen Frauen der Nachbarschaft passt (weil sie sich von ihrem Ehemann aus anders kleiden muss und weil sie vom Wesen viel moderner und nicht so engstirnig ist wie die anderen), die beiden Kinder (Bryon und seine kleine Schwester Lucy) und der strenge Vater, der nur am Wochenende von seiner Arbeit in London nach Hause kommt. Es gibt vieles, was die Kinder und ihre Mutter nicht dürfen und vieles, was sie beachten sollen. Zum Beispiel dürfen sie nicht in die Digby Road fahren (eine ärmere Straße mit Sozialwohnungen), doch an diesem Morgen sind sie sehr spät dran und sie fahren durch die verbotene Straße. Es gibt einen Unfall, bei dem der Jaguar von der Straße abkommt, aber nur Byron hat mitbekommen, was wirklich passiert ist: seine Mutter hat ein kleines Mädchen auf einem roten Fahrrad angefahren. Sie begeht Fahrerflucht, hat den Unfall aber nicht bemerkt. Es gibt eine zweite Erzählebene, die abwechselnd zu Byrons Geschichte erzählt wird, und zwar die von Jim, der etwa in seinen Fünfzigern ist und in dem Café eines Supermarkts arbeitet. Jim war jahrelang in einer Nervenklinik und vieles macht ihm Angst, er muss sich Sicherheiten schaffen, ist im Umgang mit Menschen ungeübt und unsicher. Doch eine Person fasziniert ihn von Anfang an: die derb fluchende Köchin und so gibt es in dem Buch auch noch eine kleine Liebesgeschichte. Die beiden Erzählstränge von Byron und Jim werden parallel erzählt, und man erfährt erst ziemlich zum Schluss, wie die beiden Geschichten zusammenhängen. Mich hat es überrascht, ich hatte einen anderen Verdacht. Der Stil hat mir sehr gut gefallen, es gibt viele treffende und ungewöhnliche Bilder, es ist trotzdem leicht zu lesen. Die Figuren werden richtig lebendig und sind mit authentischen Details ausgestattet. Die Themen sind teilweise traurig, es geht auch um Verlust, um Ängste, Sorgen, ums anders sein, aber auch um das Glück in den kleinen Dingen. Insgesamt fand ich die Geschichte eher positiv, wenn man sie bis zum Ende verfolgt. Und durchweg wirklich schön, mich hat sie von Anfang an verzaubert. Fazit: eine teilweise tragische, aber trotzdem wunderschöne Geschichte mit authentischen Figuren und einer spannenden Handlung und natürlich dem Rätsel: wie hängen die beiden Erzählstränge um Byron und Jim letztendlich zusammen.

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  • Perfect

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
    RozaBooks

    RozaBooks

    12. May 2016 um 17:28

    Perfect, weil der englische Titel "Perfect" ist. Das Buch musste ich im Englischunterricht lesen, doch ich war stets freiwillig am Lesen - wie man an der Bewertung sieht, gefällt mir das Buch sehr!Das Buch ist in zwei Geschichten aufgeteilt. Die eine erzählt von dem 11-jährigen Byron, der denkt, er und seine Mutter haben einen Unfall gemacht. Die andere zeigt uns das Leben des etwa 50-jährigen Jim, der eine psychische Störung hat (Zwänge). Die beiden Geschichten spielen in verschiedenen Zeiten und bald wird einem klar, dass Jim jemand ist, der in der Byron Story vorkommt, aber halt etwa 40 Jahre später. Ich werde aber nicht sagen, wer es ist!Der Schreibstil von Rachel Joyce ist sehr angenehm zu lesen, selbst für mich als nicht-native-Englischsprecherin. Man wird in die Geschichte hereingezogen und es gibt gewisse Stellen, die epischer sind als andere. Dadurch, dass immer ein Kapitel von Byron und dann eines von Jim kommt, wird die Spannung immer aufrechterhalten, da man entweder mit Byron oder mit Jim oder gar beiden mitfiebert. Gegen den Schluss bekommt das Buch ein sehr hohes Spannungslevel und ich musste mich zusammenreissen, nicht mehr zu lesen, als im Unterricht gefragt war. Das Buch greift viele verschiedene Themen auf und zeigt in der Byron-Story das Leben einer Familie in der oberen Klasse in Grossbritannien (1972). Byrons Mutter, Diana, ist sozusagen in die hohe Klasse aufgestiegen. Diana ist sehr wichtig in dem Buch, und wir als Leser erfahren immer häppchenweise mehr über ihr Leben und ihren Charakter - so viel halt, wie Byron und Rachel Joyce uns sagen wollen. Rachel aber spielt gerne mit uns und leitet uns in etliche Richtungen.In der Jim-Story suchen wir erst mal nach Anzeichen, wer Jim gewesen ist (also welcher Charakter aus der Byron-Story). Ich habs von Anfang an erraten, ha! Naja, aber dennoch war das als Leser spannend, da Rachel uns diese Information natürlich vorenthielt. Dann mit der Zeit ging es mehr und mehr darum, wie Jim sich im Leben integrieren kann und auch wenn es vielleicht für euch langweilig tönt - gegen Ende kollidieren die beiden Geschichten und das Buch explodiert sozusagen! Dabei denke ich halt an das englische Cover... Gewisse Charakteren mag ich überhaupt nicht, andere liebe ich und nochmals andere... hach, da hab ich mich am Schluss verliebt! Ich sage nur... Wiedervereinigung. Für diejenigen, die das Buch kennen... Obwohl ich ein Fantasy-Liebhaber bin, liebe ich Perfect von Rachel Joyce und kann das allen anraten, die gerne lesen. Völlig egal, welches Genre ihr mögt. Und nach etwa 4-5 Jahren englisch könnt ihr es problemlos auf der Originalsprache lesen.

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  • Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
    Crazy

    Crazy

    25. January 2015 um 17:18

    Anfangs wurde ich mit dem Buch nicht recht warm, aber nach und nach hat es sich in mein Herz geschlichen. Ich konnte einfach mit diesem seltsamen Titel gar nichts anfangen, wurde aber durch eine positive Reportage im Radio auf das Buch aufmerksam. Also habe ich es einfach mal versucht. Byron ist mit seiner Schwester und seiner Mutter auf dem Weg zur Schule als es passiert: Diana fährt ein kleines Mädchen an. Der einzige, der den Unfall gesehen hat, war Byron. Und genau dieser Unfall ist der rote Faden, der durch das ganze Buch führt. Alles, was passiert führt unweigerlich immer wieder dorthin zurück. Dabei ist es in keinster Weise langweilig oder gar nervig. Das Ende hat mich zwar nicht total überrascht, aber das ganze Drumherum hat mir zu gut gefallen, so dass mich das gar nicht gestört hat. Wir lernen Byron und seinen Freund James kennen. Ihre Geschichte spielt Anfang der 70er Jahre und deckt in etwa ein Jahr ab, nämlich den Zeitpunkt des Unfalls und die Monate, die darauf folgen. Dann lernen wir noch Jim kennen. Jim lebt in der heutigen Zeit und ihm ist irgend etwas widerfahren, was so schlimm war, dass er sich selber in die Psychiatrie eingewiesen hat. Unter dieser Erfahrung leidet Jim immer noch. Was das ist, erfährt der Leser im Laufe des Buches, daher verrate ich es natürlich nicht. Die Kapitel sind immer abwechselnd aus Byrons und aus Jims Sicht geschrieben. Die Autorin hat es dabei verstanden sowohl die kindliche Denkweise als auch die Denkweise eines psychisch Kranken so rüber zu bringen, dass ich nach einer kurzen Eingewöhnung Jims Handeln gar nicht mehr so seltsam fand. Das Buch ist zu keiner Sekunde langweilig, ob wohl es kein Thriller ist. Die Nebenfiguren waren ebenfalls sehr glaubhaft dargestellt. Bisher habe ich noch nie bewusst ein Hörbuch, das von Wanja Mues eingesprochen wurde, gehört. Dieses hier hat mich aber restlos überzeugt. Der Sprecher ist in der Lage, die einzelnen Charaktere so umzusetzen, wie die Autorin sie höchstwahrscheinlich darstellen wollte. Ich kann das Hörbuch bedingungslos empfehlen und werde mit Sicherheit noch weitere Bücher der Autorin hören oder lesen. 

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  • Hörenswerte Melancholie

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
    literaturELLE

    literaturELLE

    03. October 2014 um 13:08

    Niemand hat das Mädchen mit dem roten Fahrrad gesehen. Nur der elfjährige Byron, der mit seiner Mutter im Wagen sitzt, als der Unfall im dichten Nebel geschieht. Byron weiß sofort: Er darf keinem etwas davon erzählen. Doch in nur zwei Sekunden ist die ganze Welt aus den Fugen geraten – und es wird mehr als ein halbes Leben dauern, bis sie wieder in den Takt kommt. Mit ihrer zarten, glasklaren Sprache zieht uns Rachel Joyce ins Herz der Zeit und erzählt von einem ewigen Sommer, vierzig kurzen Jahren und zwei lebenslangen Sekunden. Dieser Roman wird getragen von einer großen Traurigkeit & Schwermut. Er ist von Anfang bis zum Ende Moll. Das sollte man vielleicht vorher wissen und sich darauf auch einlassen wollen.Diesen Text selbst zu lesen und zu verarbeiten, so wie er mir jetzt im Hörbuch präsentiert wurde, vermag ich mir kaum vorzustellen. Ganz sicher bin ich mir, dass der Roman erst für mich zu dem werden konnte, was er wurde, durch die wunderbare Interpretation und Stimme des Schauspielers und Hörbuchsprechers Wanja Mues. Er machte diesen Roman von Rachel Joyce erhör- und fühlbar; den stotternden, von Zwangsstörungen gequälten Jim, die toughe und doch verwundbare Eileen, den junge Byron und seinen besten Freund James Lowe, die zarte, zerbrechliche Diana aus Cranham House, die schräge Beverley aus der Digby Road und den unnahbaren Seymour, ja sogar die verschiedenen Mütter – wie Andrea Lowe, Deirdre Watkins – alle mit nur einer Stimme! Ich kenne Wanja Mues bereits aus der Hörbuchproduktion „Weil ich Layken liebe“ von Colleen Hoover. Ein Buch, das mich zutiefst berühren konnte, zum Lachen und Weinen brachte, was nicht unerheblich dem Interpreten geschuldet ist. Dieser Mann kann allein durch die Klangfarben seiner Stimme jedem Charakter die Einzigartigkeit verleihen, die ihm gebührt.Auch bei dem nun gehörten Roman hat es Wanja Mues geschafft, mich an das Hörbuch zu fesseln – eindeutiges Suchtpotential vorhanden! Ich wollte, musste erfahren, wie es weiter geht, wann immer es möglich war, ob beim Joggen, im Auto oder nebenbei im Büro.Doch ich brauchte tatsächlich fast bis zum letzten Roman-Atemzug, um zu verstehen und zu erkennen, wer sich hinter dem Protagonisten Jim verbirgt, wie sich die beiden zeitlich versetzten, jedoch parallel beschriebenen, Handlungsstränge miteinander verweben. Dass es einen Zusammenhang gibt, ja geben muss, ist von Beginn an offensichtlich und an keiner Stelle zweifelhaft, jedoch erschließt er sich aus meiner Sicht viel, viel, viel, viel zu spät – am Ende wirkt der Roman fast gehetzt. Gut, mit einer früheren „Aufklärung“ würde man der Story sicherlich die Spannung nehmen. Und diese Spannung ist von einer sehr bedrückenden Natur.Wer schwere literarische Kost mag, wem es jetzt in der bevorstehenden dunkleren Jahreszeit lieb ist, dass ihm unheimlich detailgetreue Bilder vor seinem geistigen Auge mit Worten gemalt werden, wer starke Charaktere und Personen, relativ wenig Handlung, sehr wenige Schauplätze und nur die Perspektiven eines jungen und eines älteren Mannes schätzt, dem sei das Buch ans Herz gelegt. Ganz ehrlich. Es ist zurecht ein Bestseller, der lange in mir nachwirkt. Hörbuchliebhaber kommen hier ganz sicher auf ihre Kosten. Liebhaber der etwas schwereren Prosa greifen zum geschriebenen Werk. Eine große Portion Geduld und Ausdauer müssen Leser & Hörer jedoch schon mitbringen.4 von 5 Sternen für dieses Werk für seine zarte, bildhafte, melancholische Sprache und die Wahl des Sprechers. Einen Stern für die in meinen Augen etwas zu zähe Handlung.

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  • Zwei Sekunden für ein anderes Leben

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
    Antek

    Antek

    11. April 2014 um 13:37

    Zwei Sekunden können das ganze Leben verändern. Schwer vorstellbar, aber genau das wird in dieser Geschichte auf beeindruckende Art und Weise dargestellt. Es gibt zwei Erzählstränge. Der eine handelt vom zehnjährigen Byron. Im Jahr 1972 sollen der Zeit zwei Sekunden zufügt werden. Bryon ist schon sehr gespannt darauf, wann und wie das passieren soll. Genau in dem Moment, in dem er meint, dass sein Sekundenzeiger zurück springt, beobachtet er einen Unfall, den außer ihm im Nebel scheinbar niemand mitbekommt. Seine Mutter Diana hat ein Mädchen von einem roten Fahrrad gefahren, das genau in diesen Sekunden aufgetaucht ist. Er ringt lange mit sich, ob er seiner Mutter davon erzählen kann. Aber sein schlechtes Gewissen lässt ihn nicht los, und damit beginnt eine schwere Zeit für Bryon und seine Mutter. Das Mädchen gibt es wirklich und dessen Mutter nimmt Diana immer mehr für sich ein. Der andere Erzählstrang handelt im Jetzt. Er erzählt von Jill, der unter Zwangshandlungen leidet und sein Leben mehr schlecht wie recht meistern kann. Er wohnt sehr zurückgezogen alleine in einem Wohnmobil. Erst langsam muss er lernen, dass es Menschen gibt, die sich um ihn sorgen. Mir hat das Hörbuch gut gefallen, auch wenn ich anfangs nicht so genau verstand wohin die Geschichte mit mir will und wie alles zusammenhängt. Sehr gut werden die Gedanken und Gefühle von Beyron dargestellt, wie sehr er leidet, welche Fragen er sich stellt oder wie er bei Freund James nach Hilfe sucht. Man konnte sich als Hörer sehr gut in den Jungen hineinversetzen. Umso mehr hat mich getroffen, dass man mit verfolgen muss, wie sich seine Mutter, die so gern perfekt wäre, immer mehr einnehmen lässt und dabei eigentlich verkümmert.  Auch die Geschichte um Jill, die viel von dessen Psyche darstellt, packt den Hörer und man muss einfach Mitleid mit ihm haben um sich dann über minimale Fortschritte freuen zu können. Wanja Mues trägt die Geschichte mit einer angenehme Stimme gekonnt vor.

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  • Zwei Schicksale werden überraschend zusammen gewoben

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
    Gruenente

    Gruenente

    30. March 2014 um 08:27

    Byron lebt mit Mutter und Schwester in einem großen Herrenhaus in der Heide. Der strenge Vater kommt nur am Wochenende "zu Besuch". Eines Tages fährt die Mutter ein Kind an. nachdem sie von Byron abgelenkt wurde. Sie bemerkt es gar nicht, aber Byron kann mit dieser Schuld nicht Leben. Seinbester (und einziger)  Freund James versucht ihm zu helfen. Jim ist ein debiler Mann um die 50. Er hat einen großen Teil seines Lebens in einer Art Irrenanstalt verbracht und verbringt jetzt ein einsames Leben voller Zwänge und irrer Rituale. Lest selbst was Byron und Jim verbindet. Es ist ein eher melancholisches, aber kurzweiliges (Hör-) Buch.

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  • Das Glück spielt sich in Sekunden ab

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
    Gurke

    Gurke

    02. January 2014 um 20:46

    „Glück spielt sich in Sekunden ab.“ (Bernd Eichinger) ..in Byron Hemmings Fall leider auch das Unglück. Es sollte ein ganz besonderer Sommer für die Freunde James und Byron werden - mit einem kleinen Ereignis, das es so vorher noch nicht gab und alles unwiderruflich verändert. Im Jahre 1972 wurde beschlossen, dass zum Ausgleich des Schaltjahres zwei Sekunden in der Zeit hinzugefügt werden müssen. Der genaue Zeitpunkt war allerdings noch ungewiss und so warteten die beiden Jungs ein wenig ängstlich, aber auch neugierig auf den Zeiteinschub. Byron war sich vollkommen sicher, dass in zwei Sekunden eine Menge passieren kann, doch seine Mutter beruhigte ihn, denn das sei doch fast gar nichts.. Als die Hemmings in eben jener Spanne allerdings einen Unfall mit einem kleinen Mädchen verursachen, kann niemand den Wirkungsradius erahnen, der sich aus zwei kleinen Sekunden ergibt. Schließlich kann die Zeit nicht aufgehalten und manche Entscheidungen nur schwer rückgängig gemacht werden und so wird aus einem kleinen unbedachten Funken ein wütendes Lauffeuer mit ungeahnter Verwüstungskraft. Rachel Joyce hat in ihrem zweiten Roman sehr eindrucksvoll beschrieben, wie die frühkindlichen Erfahrungen gepaart mit fehlender Fürsorge ein Kind in Psychosen und Zwangsneurosen werfen können, die es selbst mit professioneller Hilfe im Erwachsenenalter nicht in den Griff bekommt. Aus den anfänglichen Ritualen, welche die Erkrankten selbst entwickelt haben, um sich eine Art Sicherheit zu erbauen, wird schnell eine Schutzmauer, die kaum noch zu überwinden ist und die Betroffenen in die Einsamkeit verdammen – wie es bei Jim, dem Mann aus den Kapiteln der Gegenwart der Fall ist. Die Kapitel aus der Vergangenheit der 70er Jahre haben mir zu Beginn mehr gefallen, weil ich sie schon aus der Hörprobe kannte und es mir leichter fiel mit dem sensiblen Byron Mitleid zu haben, der sich einerseits wie ein sinkender Anker an seiner Mutter und dem klugen James festklammert und andererseits schon die Verantwortung für eben jene übernimmt, als er ihren schlechter werdenden Gemütszustand erkennt. Im Laufe der Handlung hat sich auch der stotternde Jim mehr geöffnet und den Zuhörern in langsamen Schritten seine Verbindung zu Byron offenbart. Das Hörbuch habe ich sehr genossen, wobei der Sprecher Wanja Mues einen großen Anteil daran hatte, indem er die Tiefgründigkeit des Gesagten mit seiner ruhigen Art unterstrich und die Poetik der Autorin hervorhob. Der Wahl-Berliner konnte die Emotionen des Protagonisten wunderbar einfangen und Trauer, Schmerz und Lichtmomente von Anfang bis Ende an die Zuhörer weitergeben. Rachel Joyces Erfolg kann man nicht aufhalten und die Entscheidung für das Buch oder Hörbuch wird vermutlich niemand der an guter Literatur Freude hat, bereuen.

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  • Wundervoll!

    Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
    monerl

    monerl

    15. December 2013 um 20:32

    Der Autorin ist eine wundervolle Geschichte gelungen! Es ist mein erstes Buch von ihr und wird nicht mein Letztes sein. In der Zeit des Hörens fühlte ich mich in das Buch hineingezogen und auch für mich geriet die Zeit durcheinander.  Die im Jahr 1972 hinzugefügten zwei Sekunden, wegen denen die Welt einiger Menschen aus den Fugen geraten war, machten mich neugierig. In zwei Handlungssträngen wird der Leser durch das Buch geführt. Der eine spielt in der Gegenwart von und mit Jim und der andere handelt von Byron und seiner Familie, seinem Leben und dem Schicksal, das ihm im Jahr 1972 widerfahren ist. Was hat die Gegenwart mit der Vergangenheit zu tun? Wo sind die Verbindungen? Wer ist Jim?  Diese und noch mehr Fragen stellten sich mir und ich wollte sie beantwortet haben. Ich fühlte mich wie gelähmt zuschauen/zuhören zu müssen, wie die Handlung sich steigerte, etwas Schrecklichem entgegen schritt, von dem es scheinbar kein entrinnen gab. Durch feine und einfühlsame Sprache, mit ruhiger Melodie, gelingt es Rachel Joyce diese Geschichte zu erzählen. Ich litt mit Byron und empfand Mitleid mit Jim, ärgerte mich über Beverly und hatte keine Worte für den Vater.  Für mich ist dies ein Roman zum Nachdenken. Über das Verhalten der Gesellschaft im globalen Sinne aber auch im engeren. Jeder Einzelne von uns sollte sich seines Handels bewusst werden. Worte können verletzen und auch zerstören, weiche Seelen können brechen. Was können Menschen ertragen, was müssen sie ertragen, ohne dass andere einen Funken davon wahrnehmen.  Ich vergebe 4 von 5 Sternen, da ich in den ersten 2-3 Stunden über einige Längen hinwegkommen musste und mich erst danach die Geschichte packen konnte. Und da ich hier das Hörbuch bewerte, möchte ich auch noch den Sprecher, Wanja Mues, erwähnen. Er hat durchaus eine tolle Stimme, mit der er auch fähig ist zu spielen. Für mein Hör-Gefühl aber hätte ich mir einen anderen Sprecher gewünscht. Einen, der den weiblichen Stimmen ein besseres Timbre hätte geben können. Dennoch: absolut hörenswert!

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