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LillianMcCarthy

vor 4 Wochen

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Meine Meinung: Als ich auf der Frankfurter Buchmesse erfahren habe, dass Rachel McIntyres neustes Buch sehr starke Tendenzen in die feministische Richtung haben soll, war mein Interesse geweckt, obwohl mich der Klappentext nicht besonders angezogen hat. Ich war gespannt, wie sich die Geschichte und insbesondere die Protagonistin entwickeln würden und startete voller Begeisterung.

Leider wurde ich recht schnell enttäuscht. Mir sagte der Schreibstil erst einmal gar nicht zu und erst später gewöhnte ich mich an ihn. Er war mir schlichtweg zu albern und zu kindisch. Die Scherze waren ab und an zwar lustig, insgesamt doch zu überzogen und ich bin immer der Meinung, extrem lustig muss man wirklich talentiert schreiben können, ohne dass es albern wirkt und der Autorin ist es hier nicht ganz so gut gelungen. Nach einiger Zeit gewöhnte ich mich jedoch daran und es war, obwohl es sicher keine Meisterleistung ist, ganz in Ordnung.

Der Klappentext informiert meiner Meinung nach sehr gut über das Buch und dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Daisy steckt in einer wirklich blöden Situation, denn sie hat sich mehr oder weniger unfreiwillig von ihrem Freund getrennt und wechselt unglücklich über die Situation die Schule, um komplett neu anzufangen. Dort lernt sie Toby kennen und verliebt sich in ihn und ihr Glück ist perfekt, als er ihre Verliebtheit erwidert. Doch Toby ist nicht immer der, der er scheint und ab und an zweifelt Daisy an ihrer Entscheidung.

Ich konnte Daisy eigentlich in vielen Situationen sehr gut verstehen. Sie ist ein junges Mädchen und die machen ihre Fehler. Besonders was Jungs angeht. Aber je länger ich über Daisy nachdenke, umso unsympathischer wird sie mir. Sie macht die gleichen Fehler, die sie bei ihren Freundinnen verabscheut, urteilt zu schnell über andere und ist selbst völlig blind und oberflächlich, was andere Charaktere angeht. Sie zitiert immer wieder die Liste, die sie und ihre Freundinnen erstellt haben und tut selbst genau das Gegenteil. Das ganze wäre nicht so schlimm gewesen, wenn ihr Charakter sich im Laufe des Buches weiterentwickelt und verändert hätte. Ihre Laune selbst wechselt zwar immer wieder von der einen auf die andere Sekunde, eine tatsächliche Entwicklung setzte jedoch erst auf den letzten Seiten ein und war für mich leider wenig nachvollziehbar. Auch der Feminismus fehlte mir über weite Teile des Buches und war am Ende leider sehr klischeehaft eingebracht worden.

Ein kleiner Lichtblick in der Handlung waren für mich Daisys Freunde, die wirklich allesamt liebenswürdig und glaubwürdig waren. Daisy lässt sich das eine oder andere Mal über sie aus, was mich bezüglich ihres Charakters schon gar nicht mehr gewundert hat, aber dennoch vermögen sie es, Daisy immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Auch viele andere Charaktere, wie Daisys Familie oder ihr Exfreund sind liebevoll gezeichnet und haben mir sehr gut gefallen.

Fazit: Leider konnte mich Überlieben in 10 Schritten nicht überzeugen. Mit fehlte eine gewisse Ernsthaftigkeit und die vielen lustigen Passagen wirkten oftmals übertrieben. Besonders gestört hat mich allerdings die Protagonistin Daisy, die mir durch ihre Eigenschaften schlichtweg unsympathisch war und auch im Buch keine bzw. keine glaubhafte Entwicklung durchmachte. Der einzige Lichtblick waren Daisys Freunde und Familie. Diese Figuren waren wundervoll beschrieben und holten Daisy manchmal zumindest wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Vielen lieben Dank an den Magellan Verlag für die Bereitstellung des *Rezensionsexemplars.

Autor: Rachel McIntyre
Buch: Überlieben in 10 Schritten
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