Rachel Qitsualik-Tinsley

 4,3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor*in von Skrälinge.

Lebenslauf

Rachel Qitsualik-Tinsley stammt von den Inuit ab und wurde in den 1950er Jahren in die traditionelle Kultur der Iglu und der Hundeschlitten hineingeboren. Später wurde sie Übersetzerin, Autorin und Aktivistin. Sie ist Spezialistin für Weltreligionen und gilt als Autorität auf dem Gebiet der Sprache und Mythologie der Inuit sowie ihrer Religion vor der Besiedlung der Arktis und Grönlands. Sie hat hunderte von Artikeln, etliche Nacherzählungen alter Mythen sowie viele eigene erzählerische Werke veröffentlicht. Derzeit konzentriert sie sich auf die Frage, wie Literatur für die Diskussion der einzigartigen mystischen und philosophischen Konzepte der Inuit, die aus einer alten Kosmologie noch vor dem Kontakt der Inuit mit der Außenwelt stammen, nutzbar gemacht werden kann. Sie möchte ihren Lesern das komplexe Denken zeigen, das sich hinter der Inuit-Kosmologie verbirgt. Rachel schreibt für ganz verschiedene Altersstufen und ihr Werk hat auch schon an Universitäten als Unterrichtsmaterial gedient. 2012 erhielt sie für ihre schriftlichen Beiträge zur kanadischen Kultur den Queen Elizabeth II Diamond Jubilee Award.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Rachel Qitsualik-Tinsley

Cover des Buches Skrälinge (ISBN: 9783941485747)

Skrälinge

(3)
Erschienen am 20.12.2019

Neue Rezensionen zu Rachel Qitsualik-Tinsley

Cover des Buches Skrälinge (ISBN: 9783941485747)
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Rezension zu "Skrälinge" von Rachel Qitsualik-Tinsley

yellowdog
Roman mit starker Atmosphäre

Bei diesem ungewöhnlichen und starken Buch wird mir mal wieder klar, dass ich die Bücher des Traumfänger-Verlags sehr mag, auch wegen der Buchgestaltung. Das Cover zeigt die Kälte und die Dramatik, die den Rahmen für die Handlung geben. Hinzu kommen eine ganze Reihe von großartigen Illustrationen, die im Buch verteilt sind.


Skräling ist ein Roman eines Inuitstämmigen Schriftstellerpaares, der von der Begegnung eines Inuit in der Arktis mit anderen Völkern beschreibt. Kannujag ist der Inuitjäger, der alleine unterwegs ist und dann einen Blick in die Welt eines anderen Volkes, den Tuniit und deren beständiges Leben werfen kann und auch von Wikingern. Die Wikinger bedrohen eine Siedlung der Tuniit.


Kannujags Reflektionen der Situation lösen auch beim Leser Überlegungen aus. Etwas irritierenden empfand ich die gelegentlichen Einschübe der Autoren mit Kommentaren, die den Leser direkt ansprechen. Das kannte ich bisher nur aus Kinder/Jugendliteratur. Gestört hat es mich aber letztlich nicht und letztlich funktioniert diese zusätzliche Erzählebene sogar.


Die Qualitäten des Buches liegen darin, eine fremde Welt zu zeigen und dabei viel Atmosphäre zu erzeugen.

Cover des Buches Skrälinge (ISBN: 9783941485747)
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Rezension zu "Skrälinge" von Rachel Qitsualik-Tinsley

KleinerVampir
Skrälinge

Buchinhalt:


Der Inuit-Jäger Kannujaq trifft auf einem seiner Streifzüge mit dem Hundeschlitten auf den Stamm der Tuniit, einem Indianervolk, so anders als seine eignen Leute. Dort wird er Zeuge eines grausamen Überfalls: bärtige Fremde haben das Tuniit-Dorf überfallen, Männer, die mit einem riesigen hölzernen Boot übers Meer kamen und Waffen aus einem silbernen, unbekannten Material tragen. Allen voran deren furchterregender Anführer, der die Tuniit schon mehrfach heimsuchte. Kannujaq hilft den Tuniit, ihr Dorf gegen die Feinde zu verteidigen – und muß lernen, dass sich die beiden Völker in ihrem Innern vielleicht ähnlicher sind, als zunächst gedacht….


 


Persönlicher Eindruck:


Hinter dem als Jugendbuch konzipierten Roman verbirgt sich eine Geschichte, die Jung und Alt gleichermaßen in den Bann zieht und durch ihre Spannung und Bildhaftigkeit an die Seiten fesselt.


Schauplatz ist die Arktis, das Land des Ewigen Eises, der Hundeschlitten und der Inuit. Ein weiteres Volk würde man als Leser dort allerdings gar nicht vermuten – zumindest nicht in einer Indianergeschichte: die Wikinger. Als ich den Klappentext zu „Skrälinge“ las, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie das zusammenpasst: Indianer und Wikinger zusammen in einer Geschichte? Doch tatsächlich – diese Geschichte beweist das hervorragend.


Die Anzahl der handelnden Personen ist recht überschaubar, passt jedoch prima zu den Weiten des Schauplatzes. Die Kultur der Inuit und die damalige Lebensweise der beiden beschriebenen Indianervölker werden lebendig und nachvollziehbar geschildert, ein Glossar mit den verwendeten Begriffen und deren Aussprache und Bedeutung ist ein weiteres Schmankerl dieses außergewöhnlichen Jugendromans.


Beim Cover hätte ich mir hingegen ein bisschen mehr Indianer gewünscht – so wirklich überzeugt mich das Titelbild leider nicht. Die Geschichte selbst ist illustriert, was mich dann aber wieder darüber hinweg tröstet.


Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Wendung, die die Geschichte am Schluss nimmt und an der alle noch offenen Fäden zusammenlaufen. Ohne hier zu viel verraten zu wollen macht sie deutlich: zwei verfeindete Gruppen haben trotz allem gemeinsame Punkte, die einen Ansatz zum Verstehen des Gegenübers bieten.


Ein wirklich gelungener Roman mit Abenteuer aber auch viel Stoff zum Nachdenken – und trotz in sich stimmiger Handlung einer Möglichkeit zu einer eventuellen Fortsetzung. Zu wünschen wäre es – nach etwas mehr als 100 Seiten ist leider schon Schluss.


Absolute Leseempfehlung!

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