Buchinhalt:
Der Inuit-Jäger Kannujaq trifft auf einem seiner Streifzüge mit dem Hundeschlitten auf den Stamm der Tuniit, einem Indianervolk, so anders als seine eignen Leute. Dort wird er Zeuge eines grausamen Überfalls: bärtige Fremde haben das Tuniit-Dorf überfallen, Männer, die mit einem riesigen hölzernen Boot übers Meer kamen und Waffen aus einem silbernen, unbekannten Material tragen. Allen voran deren furchterregender Anführer, der die Tuniit schon mehrfach heimsuchte. Kannujaq hilft den Tuniit, ihr Dorf gegen die Feinde zu verteidigen – und muß lernen, dass sich die beiden Völker in ihrem Innern vielleicht ähnlicher sind, als zunächst gedacht….
Persönlicher Eindruck:
Hinter dem als Jugendbuch konzipierten Roman verbirgt sich eine Geschichte, die Jung und Alt gleichermaßen in den Bann zieht und durch ihre Spannung und Bildhaftigkeit an die Seiten fesselt.
Schauplatz ist die Arktis, das Land des Ewigen Eises, der Hundeschlitten und der Inuit. Ein weiteres Volk würde man als Leser dort allerdings gar nicht vermuten – zumindest nicht in einer Indianergeschichte: die Wikinger. Als ich den Klappentext zu „Skrälinge“ las, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie das zusammenpasst: Indianer und Wikinger zusammen in einer Geschichte? Doch tatsächlich – diese Geschichte beweist das hervorragend.
Die Anzahl der handelnden Personen ist recht überschaubar, passt jedoch prima zu den Weiten des Schauplatzes. Die Kultur der Inuit und die damalige Lebensweise der beiden beschriebenen Indianervölker werden lebendig und nachvollziehbar geschildert, ein Glossar mit den verwendeten Begriffen und deren Aussprache und Bedeutung ist ein weiteres Schmankerl dieses außergewöhnlichen Jugendromans.
Beim Cover hätte ich mir hingegen ein bisschen mehr Indianer gewünscht – so wirklich überzeugt mich das Titelbild leider nicht. Die Geschichte selbst ist illustriert, was mich dann aber wieder darüber hinweg tröstet.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Wendung, die die Geschichte am Schluss nimmt und an der alle noch offenen Fäden zusammenlaufen. Ohne hier zu viel verraten zu wollen macht sie deutlich: zwei verfeindete Gruppen haben trotz allem gemeinsame Punkte, die einen Ansatz zum Verstehen des Gegenübers bieten.
Ein wirklich gelungener Roman mit Abenteuer aber auch viel Stoff zum Nachdenken – und trotz in sich stimmiger Handlung einer Möglichkeit zu einer eventuellen Fortsetzung. Zu wünschen wäre es – nach etwas mehr als 100 Seiten ist leider schon Schluss.
Absolute Leseempfehlung!