Rachida Lamrabet Über die Liebe und den Hass

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Inhaltsangabe zu „Über die Liebe und den Hass“ von Rachida Lamrabet

Auf der Suche nach dem richtigen Leben Ein Marokkaner und eine Belgierin haben sich ineinander verliebt und wollen heiraten. Die Eltern sind zwar nicht davon begeistert, hätten es lieber gesehen, wenn die Kinder sich Partner »in ihren Kreisen« gesucht hätten, aber das junge Paar ist voller Optimismus und Zuversicht – bis der jüngere Bruder der Braut von seinen Freunden angestachelt wird, seine in Computerkriegsspielen bewährte Schlagkraft doch mal in der Realität zu beweisen … Rachida Lamrabets intensive und eindrucksvolle Erzählungen beleuchten den Alltag unserer von verschiedenen Kulturen geprägten modernen Gesellschaft und zeigen, was alles passieren kann, wenn Afghanen, Türken, Roma oder Nordafrikaner versuchen, in Westeuropa ihre Träume zu leben.

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    Über die Liebe und den Hass
    Knigaljub

    Knigaljub

    30. November 2016 um 09:04

    Rachida Lamrabet, selbst marrokanischer Abstammung, lässt den Leser eintauchen in das Leben unterschiedlichster Charaktere, die alle eines gemeinsam haben: sie sind in ihrem Land (Belgien) irgendwie fremd. Das bekommen sie immer mal wieder zu spüren. Da gibt es den farbigen Jungen, der keine Arbeit findet, die Frau mit Kopftuch, die einfach übersehen wird, oder die kleinen Kinder der Sinti/Roma, die regelmäßig die Schule und den Wohnort wechseln müssen. Obwohl es schon eine Weile her ist, dass ich das Buch gelesen habe, und die Geschichten kurz sind, erinnere ich mich noch an viele der Protagonisten. Das liegt zum einen an den teilweise überraschenden oder zutiefst nachdenklich stimmenden Geschehnissen, zum anderen aber auch am einfühlsamen Schreibstil der Autorin. Sie zeichnet individuelle Porträts, fernab von Stereotypen. Im Fokus steht der Mensch an sich und was es mit ihm macht, aufgrund irgendwelcher Äußerlichkeiten nicht als der angenommen zu werden, der er ist. Schön ist, dass Rachida Lamrabet dabei nicht nur aus Sicht der Betroffenen schreibt, sondern auch die Perspektiven wechselt, und damit den Leser zur Selbstreflexion anregt.Ich habe während der Lektüre zwar immer wieder eine Pause gemacht, um die Geschichten wirken zu lassen, fühlte mich aber wie in einem Sog, manchmal hoffnungsvoll und manchmal begleitet von der Frage, ob es das, was da passiert, auch wirklich gibt, auch bei uns. Da diese Frage in Zeiten brennender Wohnunterkünfte und Angst vor Überfremdung wohl leider mit Ja beantwortet werden muss, ist das Buch hochaktuell. Und es hält, was der Titel verspricht: Wir lesen zwar viel über den Hass, aber auch etwas über die Liebe, von der man sich jedoch noch viel mehr wünschen kann...Fazit:Das Buch ist unbedingt lesenswert. Es enthält spannende und manchmal erschreckende oder traurige Geschichten über das Leben von Menschen mit Migrationshintergrund. Es lädt nach jeder Geschichte zum Innehalten ein und hinterlässt Spuren im Gedächtnis. 

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  • Über die Liebe und den Hass von Rachida Lamrabet.

    Über die Liebe und den Hass
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 04:12

    In verschiedenen Geschichten schreibt Rachida Lamrabet über das Phänomen der Fremdenfeindlichkeit, bzw. des Fremdseins im eigenen oder angenommenen Land, ob nun aus Sicht einer Universitätsprofessorin, die sich weigert einer Frau mit Kopftuch eine Stelle anzubieten oder der eines jungen Migrantensohns, der sich einen Platz an der Sonne erkämpfen möchte, notfalls mit Gewalt oder dem Gastarbeiter, der Frau und Kind in Nordafrika zurück lassen musste, um nun in Nordeuropa seiner Hautfarbe wegen gegängelt zu werden. Mehr Hass als Liebe schreibt Lamrabet dem Leser entgegen in dieser kraftvollen, manchmal erschreckenden, dabei aber überaus scharfsinnigen Sammlung von Erzählungen, die sich allesamt mit Migration beschäftigen, mit Fremden in einem fremden Land, mit Diskriminierung, Ab- und Ausgrenzung, aber auch dem Wunsch nach Heimat, nach Zugehörigkeit und dem Versuch Brücken zwischen zwei scheinbar unvereinbaren Kulturen zu bauen, wobei das natürlich nicht in jedem Fall gelingen kann. Ungeschönt portraitiert Lamrabet dabei die Vorurteile der Benelux Bevölkerung gegen vorwiegend muslimische Einwanderer, die man aber so auch auf andere nordeuropäische Einwanderungsländer übertragen kann, und erschafft somit ein Fenster mit Blick auf eine Welt der Kontraste, der gegenseitigen Vorurteile, die nur allzu oft den Dialog zwischen den Kulturen erschweren, vielleicht sogar verhindern. Ein wichtiges Buch also, nicht nur für Freunde anspruchsvoll geschriebener Kurzprosa, sondern auch für den politisch interessierten Leser, der sich für die Länge dieses Buchs, vielleicht sogar für immer, der Scheuklappen entledigen will, die es ihm unmöglich machen die Fremdenfeindlichkeit, die in Europa herrscht, wahr zu nehmen. Rachida Lamrabet hält dem Leser den Spiegel vor, wenn sie zum Beispiel über das Verhältnis der “emanzipierten” Frau zur verschleierten Muslima schreibt. Geht dabei aber auch mit den Einwanderern und ihren Kindern und Kindeskindern hart ins Gericht, wenn sie zum Beispiel davon schreibt, dass eine junge Frau daran zerbricht, dass sie sich gegen ihre Liebe zu einem Belgier entscheiden muss. Oder von der jungen Mutter, die aus gerade diesem Grund von der Familie verstoßen wurde, nach der sie sich mit jeder Faser ihres Herzens sehnt. So ergreift Lamrabet zu keinem Zeitpunkt Partei für eine der beiden Seiten oder einfach die Gesellschaft, die noch nicht bereit scheint für eine Verbrüderung beider, sondern beobachtet, beschreibt lediglich, was um uns herum geschieht, und überlässt es dem Leser seine Schlüsse daraus zu ziehen. Eine Verantwortung derer wir uns nicht entziehen sollten… Ein wichtiges und dabei aufrüttelndes Buch voll raffiniert konstruierter Kurzprosa, literarisch ansprechend und politisch brisant.

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