Der Mann, der Luft zum Frühstück aß

von Radek Knapp 
4,3 Sterne bei59 Bewertungen
Der Mann, der Luft zum Frühstück aß
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Crazy-Girl6789s avatar

Die Suche nach dem Zuhause sehr humorvoll erzählt. Das Buch hat mir gut gefallen.

leserins avatar

Humorvoll wie alle Radek Bücher

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Inhaltsangabe zu "Der Mann, der Luft zum Frühstück aß"

In seinem einzigartigen Stil erzählt Radek Knapp von der unfreiwilligen Emigration des zwölfjährigen Walerian von Polen nach Wien. Seine Schulkarriere ist kurz und endet mit seinem Hinauswurf. Als ihn seine Mutter ebenfalls auf die Straße setzt, kostet er in seiner neuen Bleibe das Gefühl der Freiheit aus – und die Bekanntschaft mit Schimmelpilz. Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und dringt in immer tiefere Schichten des Wiener Lebens vor. Dort stößt er auf wenig Sympathie für Menschen von jenseits der Grenze und lernt einiges über die Grenzen des guten Geschmacks und der Legalität. Irgendwann versteht er, dass „zuhause“ überall sein kann – wenn es ihm gelingt, seinen eigenen Weg zu finden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783552063440
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:128 Seiten
Verlag:Deuticke Verlag
Erscheinungsdatum:20.02.2017

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Rezensionen und Bewertungen

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    Bavaria123s avatar
    Bavaria123vor einem Jahr
    Und was ist nun ein Schragel?

    Walerian, der nach einem Beruhigungsmittel benannt wurde und somit nicht Jan heißt, hat sein erstes Lebensjahrzehnt bei seinen Großeltern im ländlichen Polen verbracht, da seine Mutter gern selbst noch etwas von ihrer Jugend haben wollte. 
    Dann nimmt sie den Jungen aber mit nach Wien, wo er auf sich selbst gestellt ist. Allein in einem fremden Land, mit einer für ihn unverständlichen Sprache und einer fremden Mentalität. 

    Das Cover des Buches ist auf eine Art schlicht, auf der anderen aber durch diese Schlichtheit auch wieder interessant und auffällig. 

    Den Schreibstil des mir bis dahin unbekannten Autors empfinde ich als gelungen. Das Buch kann man flüssig lesen und ist von der Ironie gepaart mit einer Tiefgründigkeit doch beeindruckt. 
    Allein schon der Name des Protagonisten und der Grund warum er in trägt, ist durchaus humorvoll. 
    Aber hinter den Kulissen ist da eben auch der Blick auf die Heimatsuche, auf die Suche nach sich selbst in der Gesellschaft und auf die Suche nach einer emotionalen Bindung. 
    Das erscheint zunächst manchmal erst oberflächlich. Man muss das Geschriebene immer mal wieder auf sich wirken lassen, dann verschwindet das Lustige und kommt das Nachdenkliche mehr zum Vorschein. 

    Der Autor scheint ein Kapitel seines Lebens mit diesem Buch zu beschreiben und nach zu erleben. Für mich ist dabei die große Portion Optimismus doch erstaunlich. 

    Der Schluss hat mir nicht ganz so gefallen. Zumal das Buch mit seinen gut 120 Seiten doch recht kurz ist und man ein etwas ausgefeilteres Ende dann erwartet hätte. 

    Alles in allem aber ein empfehlenswertes Werk, für das aber 16,00 € schon ein stolzer Preis ist.


    Unter meinem Namen Bavaria123 auch auf anderen Seiten veröffentlicht.

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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor einem Jahr
    Kurzmeinung: was für eine skurrile Geschichte
    Was ist denn nun ein "Schragl"?

    Radek Knapp ist Walerian ist Radek Knapp.
    Mit 12 Jahren wird der junge Pole Walerian von seiner unberechenbaren Mutter, die ihn bei den Großeltern aufwachsen ließ, nach Wien „entführt“.
    Mit ziemlich ironischen Untertönen schildert Knapp das Heranwachsen seines Protagonisten Walerians, fernab der Heimat, zunächst ohne Sprachkenntnisse und ohne besondere Perspektive.
    Eines ist Walerian bald klar, er gehört nicht in die schnöselige Handelsakademie am Karlsplatz (die übrigens auch meine Mutter einige Jahre vor Knapp besuchte), lieber steht er auf eigenen Füßen, auch wenn dies Schimmelpilz in der Wohnung und Gelegenheitsjobs vom Zeitungsbündeln über Würstelstandbetreiber bis zum Heizungsableser bedeutet. Er trifft sie alle, die Gemeindebaubewohner, die neureichen Kapitalisten, andere zugereiste Gastarbeiter und sogar Leonard Bernstein vor dem Musikverein. Seine seltsame Erkrankung der Augenstarre – ein Emigrantenschicksal? – heilt er selbst, indem er beginnt alles zu notieren. Sein Jugendschwarm verhilft ihm zu geglückten Reparaturversuchen und anderen Höhepunkten. Auch ein verk(n)appter Selbstmörder, trägt seins dazu bei, dass Walerian sein „Boot zum Laufen bringt“.
    Eigentlich kein Wunder, dass Knapp diese Buch vor seiner Mutter geheim hält. Wenn’s wahr ist.
    Und was ein „Schragl“ ist, wissen nicht einmal die Wiener.

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    coala_bookss avatar
    coala_booksvor einem Jahr
    Amüsant und nachdenklich zugleich


    Der kleine Walerin wird von seiner Mutter nach der Geburt bei den Großeltern zurück gelassen,  nur um im Anschluss wieder aus der polnischen Provinz in die österreichische Großstadt Wien geholt zu werden. Anpassungs- und Sprachprobleme sind da natürlich vorherzusehen, aber Walerian kann auch damit umgehen. Das Buch berichtet über die Schul- und Lehrzeit und generell die Vorbereitung auf das Leben des cleveren Polen.


    Radek Knapp ist ein sehr interessanter Roman gelungen, in dem man sich allerdings erst einmal rein finden muss. Erscheint das Buch zunächst vor allen amüsant, kommt schnell der doch recht nachdenkliche Aspekt zum Vorschein. Schwächen der Integration kommen vor allen während der Schulzeit zum Tragen. Jedoch ist der Roman in einem lockeren Plauderton gehalten, welcher der Geschichte die gewisse Leichtigkeit gibt. Einen roten Faden konnte man erkennen, jedoch wurde die grundsätzliche Aussage nicht wirklich deutlich.


    Ein amüsantes kleiner Buch mit schwächen. Man muss schon etwas tiefer schauen, um die Aussage zu finden. 

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    F
    ferrucciovor einem Jahr
    Können gestutzte Flügel wieder nachwachsen?

    Tatsächlich ist der Erzählstil auffallend kreativ. Die mitunter spezielle Wortwahl, die bildhaften Vergleiche und nicht vorhersagbaren Wendungen verleihen der Handlung Schwung, der durchweg anhält. Auf verschlungenen Wegen voran. Doch wohin eigentlich? Unser junger Held hat es nicht leicht und bleibt doch vorerst beneidenswert frei und vorurteilslos im Geiste, ist neugierig auf das Leben und die Menschen, die ihm begegnen. Doch so wird es nicht bleiben. So mancher fühlt sich berufen, ihn zu modellieren, obwohl er an sich genau richtig ist, wie er nun mal ist. Dies kommt einem Stutzen seiner Flügel gleich. Der Absturz ist lange nicht in Sicht, aber unvermeidlich. Jeder hat Pläne mit dem 14jährigen Walerian, vor allem seine Mutter. Doch er selbst versteht den Sinn nicht. Das zarte Flüggewerden wird so zu einer Art Stoß aus dem Nest. Wie wird er auf dem Boden des Lebens und der Tatsachen ankommen? Landesgrenzen überschreiten ist das eine, doch kommt man damit auch bei den dort lebenden Menschen an? Ist ein vermeintlich besseres Leben dort auch wirklich besser für einen selbst? Das Gehen wird zu einer Art Getriebenheit. Er selbst merkt erst sehr spät, dass er dabei auf der Strecke bleibt. Seine Welt wird dabei nicht größer, er selbst nicht freier. Grenzen überall, die erneut eigene Grenzen innehaben. Nicht jede sind allerdings zum Überschreiten da.

    Tragische Elemente wechseln sich mit komischen Situationen ab. So wird auch dem Leser gekonnt verschleiert, dass es in Wahrheit doch alles andere als gut ist, was andere mit gut gemeint so alles anrichten können, wenn es nicht das Eigene ist und nicht von einem selbst kommt. Walerian hat ein dickes Fell, doch was nützt dies, wenn es um ihn herum im übertragenen Sinne immer kälter wird? Die einzig beständige Komponente für sich ist er selbst. Doch er ist sich fremd geworden in der Fremde. Die Diskrepanz zwischen dem eigenen Wollen, den eigenen Lebensvorstellungen und der Tatsache, wie es eigentlich „läuft“, wie die anderen es zulassen, wird zusehends größer. Der eine schwimmt, um voran zu kommen, Walerian allerdings paddelt lange Zeit nur, um nicht unterzugehen.

    Vom Gehen in fremden Schuhen, dem Abwerfen und dem barfuß weitergehen, davon handelt diese diese Geschichte. Und sie hinterlässt Spuren beim Leser. Lehrstunden des Lebens. 

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    S
    Sodomvor einem Jahr
    Der Lebenskünstler

    Walerian, der nach einem Beruhigungsmittel benannt wurde, wird von seiner Mutter als Einjähriger allein gelassen. Diese taucht erst 10 Jahre später wieder auf, um kurz darauf mit ihm von Polen nach Österreich, genauer nach Wien, auszuwandern. Dort schlägt sich Walerian durch, muss jedoch erfahren, dass es für Immigranten nicht immer leicht ist.

    Angesichts der Kürze des Buches verbietet sich jeder nähere Einstieg in den Plot, um nicht die Geschichte vorwegzunehmen. Nur so viel: Knapp stellt in seinem Buch den Humor in den Vordergrund. Tiefe Brüche im Leben des Hauptcharakters werden nicht näher ausgearbeitet, vielmehr schafft es der Protagonist, mit Humor und Bauernschläue über die Gräben des Lebens hinüberzusteigen. Der Erzählstil von Knapp ist sehr gelungen und fesselt den Leser, ohne dass man sagen kann, woran dies liegt. Gerade darin besteht aber die große Kunst (und vielleicht auch die Stärke).

    Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch, das aufgrund seiner Kürze schnell verschlungen werden kann und dazu auch einlädt. Knapp ist hier ein **spitzen**“ Buch gelungen.

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    L
    little_devilvor einem Jahr
    Wann lässt du dein Boot fahren?

    Das kleine, aber feine Büchlein von Radek Knapp hat mir sehr gut gefallen. Auf den ca. 130 Seiten wird die Geschichte von Walerian erzählt, der als Kind von seiner Mutter von Polen nach Wien mitgenommen wird.

    Es wird geschildert, mit welchen Problemen Walerian fernab seiner Heimat zu tun hat und wie er mit diesen umgeht. Er ist ein Stehaufmännchen und tut sich auch ohne richtige Schulausbildung überall so durch - über allem steht jedoch immer das eine wichtige Thema: was ist eigentlich Heimat.

    Auch wenn der Schreibstil eher humorvoll und locker wirkt, so ist dieses Buch doch intelligent und klug geschrieben und konnte mich vollkommen überzeugen! Radek Knapp hat mich mit diesem Buch auch sehr neugierig auf seine anderen Werke gemacht.

    Wann lässt du dein Boot fahren? Das ist für mich die wichtigste Message dieses Buches - sein Leben in die Hand nehmen, entscheiden, was für einen selbst das Beste ist, auch wenn man damit nicht unbedingt die Erwartungen Anderer erfüllt. Walerian ist hier das Paradebeispiel für ein unerschütterliches Stehaufmännchen, denn er weiß aus jeder Situation das Beste für ihn zu machen.

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    Zabou1964s avatar
    Zabou1964vor 2 Jahren
    Erzählung mit viel Sprachwitz

    Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch eine Leseprobe bei Vorablesen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich ein Exemplar zum Rezensieren bekommen habe. Schon der Titel „Der Mann, der Luft zum Frühstück aß“ hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Wie isst man Luft? Und warum macht man das? Diese Frage wird in der Erzählung übrigens beantwortet.

     

    Walerian wächst bis zu seinem zwölften Lebensjahr in Polen auf. Seine Mutter hat ihn nach einem Beruhigungsmittel benannt und kurz nach der Geburt bei ihren Eltern abgegeben, um ihre eigene Jugend genießen zu können. Als sie zurückkehrt, wandert sie mit ihm nach Wien aus. Der Junge spricht weder die Sprache noch fühlt er sich willkommen in seiner neuen Umgebung. Er wird auf eine Schule geschickt, die eher einer Verwahranstalt gleicht. Seine berufliche Laufbahn ist dann auch eher dürftig. Hinter allem steht immer wieder die Frage: Wo ist meine Heimat?

     

    Obwohl das Schicksal Walerians eher traurig ist, hat Radek Knapp seine Erzählung in einer humorvollen Sprache verfasst. Sein Sprachwitz ist mir schon in der Leseprobe sehr angenehm aufgefallen. Der Autor hat eine besondere Gabe, seine Umgebung und seine Mitmenschen mit sehr viel Ironie zu beschreiben. Den Ernst der Lage verliert er dabei dennoch nicht aus den Augen. Immer wieder wird seine Hauptfigur nachdenklich und fragt sich, wo er zuhause ist. Am Ende findet er auf sehr ungewöhnliche Art und Weise eine Antwort auf diese Frage.

     

    Bisher hatte ich noch nichts von Radek Knapp gelesen. Sein Schreibstil gefällt mir aber so gut, dass ich mit Sicherheit nach weiteren Erzählungen von ihm Ausschau halten werde.

     

    Fazit:

    Eine Erzählung mit viel Sprachwitz, die trotzdem zum Nachdenken anregt.

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    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Was es heißt, fremd zu sein in einem neuen Land



    Er weiß aus eigener schmerzvoller Erfahrung genau, was es heißt, fremd zu sein in einem neuen Land, fern von seinen Wurzeln und seiner Heimat. Der 1964 in Warschau geborene Schriftsteller Radek Knapp ist selbst, wie sein Alter Ego in dem vorliegenden Roman, mit elf Jahren aus Polen nach Wien gekommen.

    Sein Protagonist in seinem neuen Buch erzählt mit einem für Knapp aus seinen früheren Büchern bekannten Stil davon, was es bedeutet, alles, was er als Kind gekannt und geliebt hat, zu verlieren. Die ersten elf Jahre seines Lebens hat Walerian( benannt nach einem Beruhigungsmittel!) bei seinen Großeltern in Polen gelebt, als ihn  seine ziemlich verrückte Mutter quasi nach Wien entführt.
    Dort ist er weitgehend auf sich allein gestellt, versucht die Sprache zu lernen, was in der Sonderschule, die er besucht, ganz gut funktioniert, da seine Mitschüler auch nicht so schnell reden. Später besucht Walerian, wie Radek Knapp auch, die Handelsakademie, übt sich im Schuleschwänzen und nimmt alles, was er erlebt, mit neugierigem Staunen auf. Obwohl seine Perspektiven nicht gerade gut zu nennen sind, sieht er seiner Zukunft mit fröhlicher Hoffnung  entgegen. In allem, was ihm begegnet, sieht er das Positive und ist dankbar für jede kleine Verbesserung seines Schicksals.

    Mit Gelegenheitsjobs schlägt er sich durch und wird wie ein Sozialarchäologe bald zu einem genauen Kenner  der tieferen Schichten der Wiener Gesellschaft, in die er unfreiwillig von seiner Mutter hineingesetzt wurde.

    Es ist dieser positive Blick auf die Welt und die unerschrockene Weise, wie da ein junger Mensch sein Schicksal in die eigene Hand nimmt, das mich an diesem kleinen Roman wirklich begeistert hat. Da findet einer durch alle Probleme und Fremdheiten hindurch im neuen Land seine eigene Identität und Lebenszufriedenheit.




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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Heimat und ich, oder der Mann der repariert wurde

    Der Mann der Luft zum Frühstück aß 

    Nie war ein Buch aktueller in der Thematik als dieser nette Kurzroman. 
    Es ist mein erster Roman von Radek Knapp und die bisher erschienenen Kritiken zu diesem Buch sind keinesfalls überzogen. 

    Hr.Knapp entführt uns in seinem Roman von Polen nach Wien, eine genaue Zeitangabe gibt es nicht aber man kann daraus schließen dass das Handy noch kein Statussymbol war und daher der Roman in den späten 80er oder frühen 90er angesiedelt ist eventuell auch früher. Unser Protagonist der unglücklich nach einem polnischen Schmerzmittel auf den Namen Walerian hört, wird von seiner Mutter aus dem ländlichen polnischen Bilderbuch Idyll gezerrt und ins "betonwüstenreiche" Wien versetzt. Hier fristet er der Sprache und den Gewohnheiten nicht mächtig, anfangs ein "Schulschwänzerdasein". Aber schon nach kurzer Zeit verwandelt sich sein Leben nach seinen nicht all zu hochgesteckten Vorstellungen in ein normales kleinbürgerliches Leben. Natürlich muss er bis dahin viele Widrigkeiten und Hindernisse überwinden und den ein oder anderen merkwürdigen Job ausüben. Am Ende aber wird er "repariert". 

    Ich gestehe angesprochen hat mich der Roman durch den ungewöhnlichen Titel und genauso ungewöhnlich liest sich auch dann dieses wunderbare schonungslos ehrliche Buch, das zum Teil tief in die gemütliche Wiener Seele einblicken lässt. Als gebürtige Österreicherin sind mir natürlich auch dies ganzen Schauplätze bekannt und da der Roman stellen weise sehr witzig geschrieben ist bleibt es oft nicht aus, dass man sich oft beim Schmunzeln erwischt. 

    Der Hauptkarakter wächst einen sofort ans Herz, nicht auch deshalb weil wir ihn von frühester Kindheit an begleiten dürfen. Beeindruckt die Figur anfangs durch seinen Ehrgeiz und Arbeitsfleiß, ist es gegen Ende des Romans dann sein Charme und seine Intelligenz. 

    Das Thema das dieser Roman anspricht ist gerade in heutigen Zeiten überall so Präsent und dass der Autor dann auch noch mit allseits bekannten Klischees sehr humorvoll umgeht beeindruckte mich beim Lesen zu tiefst. Vielleicht wäre es gut diesen Roman in Schulen aufzunehmen und in den fixen Literatur Stoff einzubinden könnte er doch ohne weiteres dazu beitragen dass Fremdenhass damit untergraben wird. Denn es ist so wichtig sich die Geschichte eines jeden einzelnen Menschen anzuhören, denn so wie unser Walerian sind doch sicher einige nicht ganz freiwillig aus ihrem Heimatland geflüchtet oder weggezogen. 

    Fazit ein sehr humorvoller ,wunderbarer Roman mit viel Charme der anregt über das Leben und die Menschen nach zudenken. Pflichtlektüre!

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    borgis avatar
    borgivor 2 Jahren
    Geschichte mit sonderbarem Titel

    Ich muss zugeben, dass mir dieses Buch bis weit über die Hälfte nicht so gut gefallen hat. Der Protagonist Walerian ist mir nicht sympathisch. Die Geschichte handelt von diesem polnischen Jungen, der von seiner recht verantwortungslosen Mutter nach Wien verbracht wird. Das gesamte Buch beschreibt Episoden aus dem Leben Walerians in Wien mit den Problemen, die der Heranwachsende mit der Integration in einem fremden Land hat. Ein einzigartiger und von vielen als humorvoll beschriebener Schreibstil ist bei mir nicht angekommen. Humorvolle Bücher sind wohl Geschmackssache. Es gibt für mich keinen Anreiz, andere Werke von Radek Knapp zu lesen.

    Ganz zum Schluss ändert sich für mich dieses Nichtgefallen der Geschichte. Es folgen leisere und klügere Geschehnisse und Gedanken von Walerian., die meine Meinung zu diesem Buch doch noch leicht positiv korrigiert haben.

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