Rafael Horzon Das weisse Buch

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Inhaltsangabe zu „Das weisse Buch“ von Rafael Horzon

Von den Feuilletons gefeiert. Von seinen Lesern kontrovers diskutiert. Rafael Horzons »Das weisse Buch« war die literarische Sensation des vergangenen Jahres. Dabei hat der Mann einfach nur sein Leben aufgeschrieben – oder etwa doch nicht? Rafael Horzon – Möbelmagnat, Originalgenie und Apfelkuchentycoon. Als Student und Paketfahrer gescheitert, baute er über Jahre hinweg das modocom-Imperium auf: Modelabel, Partnertrennungsagentur, Nachtklub, Fachgeschäft für Apfelkuchenhandel – eine bahnbrechende Idee jagte die nächste, und jedes Projekt sorgte für enormes Aufsehen: Mit einem Föhn begeisterte er die Kunstwelt, mit der Kopfkrawatte revolutionierte er die Welt der Mode und schaffte es, mit der Erfindung des perfekten Buchregals einen schwedischen Möbeldiscounter vollständig vom Markt zu verdrängen. Auf dem Höhepunkt seines an Ereignissen nicht armen Lebens hält er inne und blickt zurück. Und siehe da: Horzon erweist sich auch noch als überaus charmanter und intelligenter Erzähler seiner selbst.

Ein bisschen wie Vollidiot nur mit etwas mehr gewollter Haut Couture. Ich fand es unterhaltsam.

— CoCo_79
CoCo_79

Dieses Buch hat mich immer wieder wütend gemacht ...

— Steff12
Steff12

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    Das weisse Buch
    Steff12

    Steff12

    28. December 2014 um 17:34

    Ich denke, dieses Buch ist relativ gut zu lesen, d.h. man kann es zwischendurch lesen, wenn mal gerade nichts zu tun ist und muss nichtsich nicht ununterbrochen stark konzentrieren. Trotzdem hat es mich immer wieder wütend und aggressiv gemacht, weil ich keinen Sinn in dem Buch sehe. Ich dachte mich immer wieder " ja, ist klar, natürlich ist das alles so passiert ". Außerdem haben mich auch die ständigen Wiederholungen genervt. An einigen Stellen meine ich, Gesellschaftskritik zu erkennen, z.B. mit seiner Abkürzung RDD = DDR?...oder, dass er alle Fassaden von Berlin komplett gleich gestalten will! Diese wird dann aber immer wieder von seiner unglaublichen Überheblichkeit im Keim erstickt...Eine Sache, die sich mir absolut nicht erschließt , ist die Tatsache , dass es einmal Madame Glowny und einmal Madame Glawny heißt... Sind es jetzt zwei verschiedene Personen oder das soll das Ganze? Und warum ist sie später nicht mehr in ihrer Wohnung anzutreffen bzw hat nie dort gewohnt?Außerdem habe ich auch nicht verstanden, warum niemand den Tanz von Horzon gesehen hat....sind seine ganzen Ausführungen nur Träumereien?!Dadurch, dass - für mich - so viele Dinge unklar geblieben sind, hat das Lesen nicht allzu viel Freude bereitet.

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    MelladeLuxe

    MelladeLuxe

    15. August 2012 um 11:38

    Was für ein Lebenslauf: immer wieder obenauf, ein Luftikus und Allekönner. Arrogant, snobistisch, fällt immer wieder, wie eine Katze auf die Pfoten, auch wenn er von hoch aben abstürzt. Am Ende wurde mir es ein bissl zu viel Münchhausentum, aber sehr unterhaltsam.

  • Leserunde zu "Kassettendeck: Soundtrack einer Generation" von Jan Drees

    Kassettendeck
    jandrees

    jandrees

    WIR VERLOSEN 25 EXEMPLARE DES BUCHS: "Kassettendeck - Soundtrack einer Generation": Fast drei Jahrzehnte prägte die Musikkassette die Herzensbildung unterschiedlichster Jugendkulturen: bunt, günstig, unbegrenzt bespielbar und als untrügliches Symbol für den persönlichen Geschmack. Jetzt feiert ein opulent gestalteter Text- und Interviewband ihre schönsten Momente. Wer glaubt, das Herauspicken einzelner Songs, die persönliche Zusammenstellung von Liedern zu besonderen Themen und Anlässen ist eine Erfindung des digitalen Zeitalters, hat den analogen Vorläufer vergessen, der nicht erst seit Lena ein Comeback erlebt: die Kassette. Egal ob C60, C90 oder C120, ob grün, rot, gelb oder klassisch schwarz, das kleine kompakte Tonband öffnete eine Tür zur Welt, in der man alles sein durfte: ein Fan, der in der Hitparade International auf das eine Lied wartete, das einem die Woche rettete, sein eigener DJ, der die besten Songs aus verschiedenen Alben unvergleichlich mixte, der gute Freund, der anologe Musikbriefe an seine heimliche Liebe verschenkte. Dieses Buch ist eine vielseitige Hommage an ein Echo aus der Vergangenheit, das derzeit ein unvermutetes Comeback erlebt. Die anologe Liebe schillert wieder, als Beatles-Archiv, Theater-Inspiration, Design-Objekt, als Mix-, Kunst- und Literaturthema. Kassettendeck schreibt mit Prosastrecken, Interviewsets und Pop-Essays eine neue Geschichte der MC. Mit: Benjamin von Stuckrad-Barre, Smudo, Eric Pfeil, Westbam, Andreas Bernard, Bret Easton Ellis, Grand Hotel van Cleef, Hans Nieswandt, Peter Glaser, Audiolith, Gregor Hildebrandt u. a. Interviewpartner u. a.: Benjamin von Stuckrad-Barre (Soloalbum), Westbam (Mix, Cuts & Scratches), Andreas Bernard (Vorn), Grand Hotel van Cleef (Tränengas im High-End-Leben), Hans Nieswandt (»DJ Dionysos«), Peter Glaser (Schönheit in Waffen), Audiolith (Mindestens in 1000 Jahren) und Gregor Hildebrandt (The sound is deep in the dark). Hier geht es zum Blog: http://kassettendeck.info/ **************************** Wer mitlesen, mitdiskutieren und eine Rezension schreiben möchte, kann sich bis zum Donnerstag, 5. Mai 2011 für eines von 25 kostenlosen "Kassettendeck"-Leseexemplar bewerben. Was müsst Ihr dafür tun? Schreibt unter diesen Beitrag drei Sätze, wie für Euch ein perfektes Mixtape aussieht. Die besten 25 Antworten werden mit einem kostenlosen "Kassettendeck"-Exemplar "honoriert".

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    djclap

    djclap

    03. December 2010 um 00:41

    Sehr lustig und gerade durch die absurden Ausflüge passendes Zeitbild der Berliner Gesellschaft der letzten 15 Jahre.

  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    Kajaaa

    Kajaaa

    22. October 2010 um 18:51

    Inhalt: Nach erfolglosem und unbefriedigendem Studium wendet sich Rafael Horzon von der Universität ab und widmet sich dem „richtigen“ Leben. In Berlin, Mitte der 90er Jahre, wird er zunächst Paketfahrer, baut zahlreiche Unfälle und verfällt einer Paketkundin. Gleichzeitig bewegt er sich in der Berliner Künstlerszene. Bestreitet jedoch die ganze Zeit selbst Künstler zu sein. Als auch die Paketbotenkarriere scheitert, fängt Horzon an Firmen zu gründen, von der Modefirma „Gelee Royal“ bis zum Möbelhaus. Er erfindet „Rededeutsch“, eine Vereinfachung der deutschen Sprache und gründet die Wissenschaftsakademie. Eine Hochschule an der jeder an einem Tag in den abstrusesten Fächern ein Diplom ablegen kann. Meinung: Einige Bücher polarisieren besonders stark und „Das weisse Buch“ scheint eines von diesen zu sein. Entweder gefällt es dem Leser oder er kann mit diesem rein gar nichts anfangen. Ich gehöre zur letzteren Gruppe. Für mich ist Horzons Werk weder besonders spannend noch inhaltlich toll geschrieben. Zwar liest es sich recht flüssig, wenn ich mich dann doch mal aufraffen konnte und weiter gelesen habe, das allein reicht allerdings bei weitem nicht. Die Feuilletons zahlreicher Zeitungen und Wochenblättern feiern ihn als neuen Münchhausen oder großen Schelmenroman. In meinen Augen wird der Leser jedoch nur von vorne bis hinten hinters Licht geführt und „veräppelt“. Eine Differenzierung zwischen fiktivem und erlebtem ist größtenteils nicht möglich und mit Zunahme der Seitenzahl sank mein Interesse an diesen lustigen, charmanten Erlebnissen. Verstärkt wurde das durch die mangelnde Sympathie, die ich für Herrn Horzon aufbringen konnte, sein Handeln und Denken konnte und wollte ich erst recht nicht nachvollziehen. William Somerset Maugham hat hierzu perfekt passenden Satz geschrieben, den ich sofort unterschreiben würde: „Wenn man instinktiv das Gefühl hat, daß das Handeln der Figuren nicht dem gesunden Menschenverstand entspricht, ist der Bann gebrochen, und der Autor nimmt den Leser nicht mehr gefangen.“ Das einzig positive ist meiner Meinung nach das Design des Covers, weiß und schlicht mit ausgestanzten Kreisen als Buchstaben. Aber der Schein trügt und das Versprechen auf ein außergewöhnliches Lesevergnügen kann nicht gehalten werden. Fazit: Horzon konnte mich von der ersten Seite an nicht begeistern, da konnte auch die tolle Ausstattung des Buches nicht mehr helfen. Für mich ein Flop. 1 Stern.

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    damentennis

    damentennis

    18. October 2010 um 16:29

    weil ich auf eigene worte hier verzichten will, steige ich mit dem schönsten aller horzon.-sätze ein: "unfassbare wut stieg in mir auf". das tat es wirklich, als ich sah, dass es schon elftausend rezensionen zum weißen buch gab, dabei hatte ich vor, die erste, beste und endgültigste rezension zu verfassen. das ist natürlich hinfällig. aus trotz und enttäuschung habe ich mich stattdessen entschieden, eine rezension völlig ohne eigenen text zu verfassen. dazu habe ich mich einfach mit copy und paste aus den elftausend hier vorhandenen user-rezensionen bedient und eine "best-of"-rezension verfasst. das ist enorm schlau, bündelt diese doch die nicht immer ganz perfekte einzelmeinungen zu einer umfassenden, aller kritik standhaltenden gesamtmeinung, die schon bald deutschlandweit für furore sorgen wird. besser kann eine rezension jedenfalls nicht sein: "Horzon steht mitten im Leben und macht es dem Leser nicht gerade leicht, seine Gedankensprünge nachzuvollziehen. Die Ideen, die präsentiert werden, fand ich teilweise inkonsequent. wobei selbstverständlich klar ist, dass das Buch eine sinnlose Sammlung sinnloser Gedanken ist. Mehr als einmal habe ich mich während des Lesens gefragt: Oder ist es gar eine Mischung aus allen? Lange hat mich kein Buch dermaßen wütend gemacht, Wahrscheinlich wäre das der schönste Erfolg. Ich hab das "weisse Buch" jetzt gelb geraucht, Kunstkritik hin oder her. Haptisch ein Erlebnis, fehlte mir der rote Faden. Ich persönlich bekamm irgendwann Kopfschmerzen, Vielleicht hat der Autor das aber auch so gewollt. Gleich im ersten Kapitel wird klar, weshalb ich letztendlich doch nicht zu den zuerst angepeilten vier Sternen greifen möchte. Von den tiefen Nöten, Ängsten, der Wut, dem Leben und den Träumen Horzons, die wie mit einem akkuraten Locher ausgestanzten Löcher wirken, in die Irre zu führen. Leider wirkt das Buch zusammengestückelt - Warum machst Du das? Das Scheitern hat der Horzon wohl gelernt, in Paris, München und Berlin, wo er schließlich wegen eines Angriffs auf den Uni-Präsidenten exmatrikuliert wird. Selbst mit tagelangem Abstand hätte es auch ruhig kürzer sein dürfen. Abschließend würde ich sagen, ohne zu hinterfragen, Menschen sind leicht zu manipulieren."

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    Krimimimi

    Krimimimi

    17. October 2010 um 17:00

    Horzon steht mitten im Leben, hat aber schon so viel erlebt, daß es für eine Biografie reicht. Obwohl er zeitlich chronologisch erzählt, ist dies keine klassische Biografie, sondern eher ein Blitzlichtgewitter seines besonderen Lebenswegs. Als Student lebt er in Paris, München und Berlin. Er wird Paketfahrer und läßt das wieder sein. Er startet eine Geschäftsidee nach der anderen - die Wissenschaftsakademie, eine Galerie, schließlich der Möbelladen, mit dem er all die anderen Ideen finanziert. Und seine Kreativität findet kein Ende. Jede Idee ist noch fantastischer als die vorige, jede Eröffnung noch bombastischer. Fast könnte man denken, der Autor fantasiere, aber die Bilderstrecken im Buch dokumentieren seinen Weg. Horzon versteht es perfekt, sich in Szene zu setzen. Immer an der Grenze zur Unglaubwürdigkeit kommt er daher wie ein moderner Münchhausen. Oder ein kreatives Genie. Die erste Hälfte des Buches empfand ich als amüsant und so mancher seiner Husarenstreiche nötigte mir nicht nur Kopfschütteln, sondern auch Respekt vor seiner Chuzpe ab. Aber dann folgte eine Unternehmensgründung nach der nächsten, Horzon hetzt auch im Buch von einem Projekt zum anderen und fast hab ich mich dabei gelangweilt. Daher vergebe ich insgesamt knappe 3 Sterne. Dabei hat die äußere Aufmachung 5 Sterne verdient. Klares weiß, im Schutzumschlag gestanzter Text - kreativ, klassisch schön und haptisch ein Erlebnis.

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    Paci

    Paci

    11. October 2010 um 17:52

    Das wirklich vollkommen weiße Buch erzählt vom bisherigen Leben und Wirken des Autors Raphael Horzon. Der erste Eindruck macht gleich mal Lust auf mehr. Das Cover ist sehr außergewöhnlich und verspricht Spannendes. Im ersten Kapitel wird klar, dass der Autor literarisch gesehen sicher nicht in die erste Riege gehört. Dafür lässt sich das Buch leicht lesen. Und es wird auch schnell klar, dass der Autor mit Fiktion und Wirklichkeit spielt. Leider springt er dabei rasend schnell von Einem ins Andere und macht es dem Leser nicht gerade leicht, seine Gedankensprünge nachzuvollziehen. Ich persönlich bekam irgendwann Kopfschmerzen und möchte den Namen Signora Sarasate bitte nicht mehr höre. Leider bleiben die Beschreibungen zumeist oberflächlich, so dass man von den tiefen Nöten, Ängsten, der Wut, dem Leben und den Träumen Horzons nur wenig erfährt. Schade, denn das Potential wäre durchaus da. Es gibt wunderschöne Naturbeschreibungen im Buch, es gibt zum Brüllen komische Stellen und immer wieder keimt Interesse auf, das allerdings nicht befriedigt wird, da der Autor in schnellem Tempo voran schreitet und so keine Zeit bleibt, Themen wirklich auszuarbeiten. Vielmehr fängt schön langsam alles an, sich zu wiederholen. Geschäftsideen, die größten Partys, die coolsten Freunde, und immer wieder wird von Pleite gesprochen. Einer der vielen störenden Punkte an dem Buch. Denn obwohl er so häufig davon spricht, dass er kein Geld mehr hat, kann er noch monatelang weiterleben ohne sich Sorgen zu machen etc. Spannend wird das Buch immer dann, wenn es in einen Diskurs über Kunst abdriftet. Denn der Autor möchte sich selbst keinesfalls als Künstler verstanden wissen, obwohl das, was er tut für manche einfach Kunst ist. Es geht dann um den Unterschied zwischen Wahrheit und Fiktion, man denkt an Duchamp, der mit seiner "Fontaine" beweisen wollte, dass sobald man von etwas behauptet, es sei Kunst, sei es das auch. Auf diese Seite stellt sich auch Horzon, obwohl er in seinem im Buch beschriebenen Handeln näher an Beuys steht, der mit seiner Aussage "Jeder Mensch ist ein Künstler" gerade Suchende und sich selbst Probierende wie Horzon meinte. Leider wird der Kunstbegriff nur selten ausführlich diskutiert. Aber das Buch kann als Grundlage zur Diskussion durchaus gute Dienste leisten. Darüber kann man dann auch die kleinen Fehler übersehen, die häufig in diesem Buch vorkommen, man kann über das Name-Dropping hinwegsehen und über die moralisch verwerflichen Taten des Protagonisten. Ich persönlich halte das Buch für ein sehr ehrgeiziges Projekt, das leider stark hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt. Herr Horzon scheint ein Getriebener zu sein und ich hätte gehofft, mehr zu erfahren, tiefer in die Beweggründe abzutauchen und dadurch auch mehr verstehen zu können. Kunstinteressierte können aus dem Buch gute Diskussionsgrundlagen ziehen. Für andere sei es nur dann empfohlen, wenn man sich oberflächlich unterhalten will und auf abgedrehte Geschichten steht.

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    Queenelyza

    Queenelyza

    06. October 2010 um 15:11

    Liebes weisses Buch, da liegst Du nun vor mir auf meinem Couchtisch, unschuldig, fast harmlos anmutend, aber doch mit brisantem Inhalt. Wir reden und diskutieren uns über Dich die Köpfe heiß, äh heiss, und letztendlich hinterlässt Du bei vielen eines: Ratlosigkeit. Warum machst Du das? Zuerst möchte ich, wie manch anderer Rezensent vor mir, Deine Gestaltung loben. Ganz in weiß kommst Du daher, eben frisch, unschuldig, beschriftet mit Buchstaben, die wie mit einem akkuraten Locher ausgestanzten Löchern wirken. Schön, sehr schön. Wie man mit Dir umgeht, hängt davon ab, was man von Dir erwartet hat. Jeder Leser geht anders an ein Buch heran, der eine läßt sich überraschen, der andere informiert sich vorher. Jede Herangehensweise hat ihre Vor- und Nachteile, und jeder wird sicher am besten wissen, wie er an eine Sache herangehen mag. Aber ich schweife ab. Ich gehöre eher zum Schlag der Vorabinformierer, und so dachte ich mir schon, dass Dein Besitz, liebes weisses Buch, eine humoreske Veranstaltung werden würde. Und bereits auf den ersten Seiten merkte ich, wie recht ich mit dieser Vorstellung hatte. Die Biografie, die Du uns präsentierst, soll tatsächlich so passiert sein, in Grundzügen jedenfalls. Dein Schöpfer, Herr Horzon, präsentiert uns ein unterhaltsames, skurriles Schelmenstück, nämllich reichlich Erzählungen aus seinem Leben, über seine Geschäftsideen, über seine Träume und das Schalten und Walten in der Berliner Kunstszene, zu der man doch eigentlich gar nicht gehören will. Denn Künstler, das ist in Berlin ja jeder (so wie in LA alle Schauspieler sind). Die Ideen, die präsentiert werden, unter anderem der Möbelladen mit nur einer Sorte Regal und dann auch noch vernagelten Fenstern, die Galerie mit erfundenen Künstlern, die Hähnchenbraterei ließen mich lachen und staunen. Besonders angetan hatte es mir auch die Kneipe mit den Kleiderbügeln an der Wand, die man von außen nur über einen Stuhl erreichen kann, weil die Tür zugemauert wurde. Herrlich. Dein Erzählstil erinnert mich des öfteren an die abstrusen und skurrilen Geschichten von Helge Schneider, was in meinen Ohren durchaus ein Kompliment ist, aber auch dieser Künstler (wenn er denn einer ist oder sein möchte) polarisiert. Eigentlich finde ich, dass man über Dich gar nicht recht diskutieren kann, denn ich finde, der Sinn für Humor spielt bei Deiner Betrachtung eine große Rolle. Das soll jetzt nicht heißen, dass jemand, der Dich nicht mag, keinen Humor hat. Allerdings sollte man schon mit einer sehr speziellen Art Humor zurechtkommen können, um an Dir seinen Spaß zu haben. Letzendlich zeigst Du uns (oder mir, ich spreche ja schließlich nicht für alle), wenn man Dich auf die Grundpfeiler entkernt, einen jungen Mann mit Visionen, der sich immer wieder neue Geschäftsideen ausdenkt, mal erfolgreich ist, mal scheitert. Also eine eigentlich ganz alltägliche Geschichte, wie sie in dieser Welt bereits millionenfach geschehen ist. Das ganze dann allerdings so verpackt, mit so viel absurden Einfällen und skurrilen Erzählungen gespickt, Geschichten, die geradewegs aus dem Leben von Münchhausen und Eulenspiegel zu stammen scheinen, das ist KUNST! Also eigentlich genau das, was Du, liebes weisses Buch, gar nicht sein willst... Ob Dein Erschaffer jetzt nun eine wahre Figur des öffentlichen Lebens ist oder auch diese Gestalt zur Abrundung des ganzen Kunstprojektes erschaffen wurde, darüber sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden. Fest steht für mich, dass ich es nicht bereue, Deine Bekanntschaft gemacht zu haben, denn ich brachte vergnügliche Stunden mit Dir zu. Aber das liegt vielleicht daran, dass ich Dich von Anfang an nicht als ernsthafte Lektüre angesehen habe. Genau so kann ich aber auch Menschen verstehen, die enttäuscht sind, weil sie etwas anderes erwartet haben. Aber im Leben wie auch in der Kunst gefällt einem eben nicht immer alles. Von mir gibt es für Dich drei Sterne mit leichter Tendenz nach oben. Allerdings nahmen für mich im letzten Teil das ständige "ich kenne diesen und jenen" und das Skurrile doch ein wenig überhand, weshalb ich letztendlich doch nicht zu den zuerst angepeilten vier Sternen greifen möchte. Also, liebes weisses Buch, mach es gut, behalte Deinen Humor und paß auf Dich auf - wir sehen uns bestimmt mal wieder!

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    Ellen07

    Ellen07

    05. October 2010 um 09:02

    Wer bei diesem Buch wie ich eine ernsthafte Biographie erwartet hat, hat weit gefehlt. Und dürfte mehr oder minder enttäuscht sein. In welche Kategorie das Buch eingeordnet werden sollte, weiß ich nicht genau. Vielleicht hat der Autor das aber auch so gewollt, ein Buch, welches nicht einfach in ein bestimmtes Schema paßt? Ich weiß wirklich nicht, ob es sich um einen Reisebericht, Roman oder vielleicht um eine Aneinandereihung von Kurzgeschichten/Erlebnissen handeln soll. Oder ist es gar eine Mischung aus allen? Der Autor selbst betrachtet es als Sachbuch. Auf jeden Fall ist das Buch meiner Ansicht nach für Leser, die skurilles mögen. Mehr als einmal habe ich mich während des Lesens gefragt, ob ich es hier nicht gar mit einem Bruder von Pinocchio zu tun hätte? Die Geschichten, die Rafael Horzon zum besten gibt, sind teilweise so unglaubwürdig, dass sie andererseits wieder wahr sein könnten. Manche Geschichten bringen einen zum Lachen, eben weil sie so schräg sind. Sprachlich fand ich das Buch durchaus überzeugend. Aber auch wenn mich die Erzählweise in den ersten Kapiteln noch fesselte, mußte ich mich irgendwann jedoch zwingen weiter zu lesen. Diese vielen Ideen/Projekte Horzons, die während des Lesens über mich "hereinbrachen" und deren meist abrupt abgebrochene Umsetzung fand ich teilweise inkonsequent. Es wirkte auf mich so als wenn das nötige Durchhaltevermögen nicht vorhanden war. Auch beim Buch selbst, fehlte mir der rote Faden. Zur Aufmachung des Buches sei noch soviel gesagt: Das Buch heißt nicht nur "Das weisse Buch" sondern ist auch in der Tat blütenweiß gehalten. Der Titel ist in ausgestanzter Lochschrift.

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. October 2010 um 01:46

    Ich hab das "weisse Buch" jetzt gelb geraucht. So sieht es noch schöner aus. Rafael Horzon scheint auch viel und vieles zu rauchen, zumindest sieht er so aus, auf dem Foto, das mit den zwei Zigaretten. Aber der Horzon raucht nicht nur sehr viel und vieles, anscheinend macht er auch eine Menge. Eilt von einer Geschäftsidee zur nächsten, von einer neuen Denke getrieben, in etliche Desaster und Eskapaden, alles erstunken, erlogen und ausgedacht. Und dann doch gemacht. Eine Akademie gegründet und nie Derridas Lieblingsschüler gewesen. Wahrscheinlich mit Kracht tatsächlich befreundet, aber die Geschichte niemals erlebt. Wahrscheinlich wirklich ein Möbelgeschäft aufgemacht, wahrscheinlich wirklich die Kunst an vielen Stellen gehasst. So ist das, mit dem Horzon. Schreibt ein Buch, ein sehr schönes wohlgemerkt, haptisch ein Traum, gelb geraucht noch viel schöner. Und wird dann doch wieder von all jenen durch den Fleischwolf gedreht, die sich jetzt fragen, was hier noch stimmt und warum man nichts lernt. Ob sie hier nur einer optischen Täuschung erlagen? Wahrscheinlich wäre das der schönste Erfolg. All jene mal einmal über die Schönheit an sich herangezogen zu haben, die einen umgehend wieder verstoßen. Und die immer noch fordern, dass Literatur dazu da ist, einem die Welt ein Stück einfacher zu gestalten. Das Scheitern hat der Horzon wohl gelernt. Und es anscheinend als Erfolg begriffen. Daher kann ein Buch zu lesen und daran zu scheitern, gar nicht verkeht sein. Sei mal all jenen mit dem berühmten Horzon-Augenzwinkern gesagt, die immer noch auf den Verhaltenscode warten.

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    mezzomix

    mezzomix

    04. October 2010 um 13:17

    Ein großes Lob an Suhrkamp für die Gestaltung des Buches - der ungewöhnliche Einband ist ein haptischer Genuß. Das Buch beschreibt (Auto)biographisch den Werdegang von Rafael Horzon - (Un)Künstler, Student, Unternehmer, Visionär, Clubgründer und Lebemann und sein wirken. Sehr schön sind die im Buch eingestreuten "Beweisphotos" zu den verschiedenen Episoden und der Diskurs "was ist Kunst". Leider wirkt das Buch zusammengestückelt - einzelne Passagen wirken wie Fremdkörper die nicht recht passen. Trotz allem habe ich es gerne gelesen und mich amüsiert

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    wortakzente

    wortakzente

    02. October 2010 um 07:15

    Der Icherzähler studiert in Paris, München und Berlin, wo er schließlich wegen eines Angriffs auf den Uni-Präsidenten exmatrikuliert wird. Ohne Studienabschluss steht er nun zunächst mittellos da und muss sich mit Jobs, beispielsweise als Paketfahrer, über Wasser halten. Zum Glück gibt es aber noch eine wohlhabende Tante in Frankreich, die ihn immer wieder mit größeren Beträgen unterstützt. Er muss sich überlegen, wie er in Zukunft für seinen Lebensunterhalt sorgen will. Zu diesem Zweck lässt er sich ein Projekt nach dem anderen einfallen, eröffnet ein Unternehmen nach dem anderen. Meist sind diese relativ minimalistisch, oft künstlerisch, obwohl es genau das ist, was er nach eigenem Bekunden auf keinen Fall sein möchte: ein Künstler. Für viele dieser Projekte schreibt er Briefe mit der Bitte um Unterstützung an staatliche Stellen, wenn er überhaupt eine Antwort darauf erhält, dann ist sie negativ. Eines seiner ersten Projekte ist die Eröffnung der Wissenschaftsakademie Berlin, wo man nach einer Sitzung einen Schein erhält. Wirtschaftlich erfolgreich ist auch das Möbelhaus Horzon, in dem es nur ein einziges Produkt gibt, ein Regal. Er strebt Minimalismus an, wo es um Möbel oder Sprache geht, nicht allerdings bei den Eröffnungsveranstaltungen, die er für jedes Unternehmen veranstaltet und die immer bombastischer werden. Schaue ich mir diese Darstellung an, hätte das eigentlich ein interessantes, spannendes, lustiges Buch sein können. Warum ist es dem Autor dennoch nicht gelungen, mich mit seiner Schilderung zu fesseln und zu überzeugen? Im Fall einer Autobiografie ist der Autor üblicherweise mit dem Icherzähler gleichzusetzen, wobei selbstverständlich klar ist, dass der Leser immer nur des Autors begrenzte und subjektive Sicht auf die Welt erfährt. Obwohl es nun schon Tage her ist, dass ich dieses Buch beendet habe, bin ich mir immer noch im Unklaren darüber, wie ich es einordnen soll, wie viel Glauben ich den geschilderten Ereignissen schenken soll. Ein Teil davon ist belegbar und kann überprüft werden, von daher wäre es sicherlich falsch, die Darstellung als Fiktion einzuordnen. Viele Erlebnisse haben einen surrealen Charakter, der Leser zweifelt ständig, ob sich alles wirklich so ereignet hat. Obwohl viele Projekte anhand von Internetseiten nachvollziehbar sind, blieb zumindest bei mir immer das Gefühl, dass das ganze Buch ein einziges Fake ist. Das Buch hat teilweise einen surrealen Charakter. Der Icherzähler wurde mir mit dem Fortgang des Berichts zunehmend unsympathischer, seine Handlungen immer weniger nachvollziehbar. Er machte auf mich den Eindruck, in einer Traumwelt zu leben (oder einer Rauschwelt). Seine Ablehnung der Kunstszene Berlins war für mich nicht nachvollziehbar, denn vieles von dem, was er macht, ist in meinen Augen eindeutig Kunst. Das Buch ist meines Erachtens Teil seines großen Projektes, dem alle anderen Projekte untergeordnet sind: ein ICH-Projekt. Hervorzuheben ist die Ausstattung des Buches. Ganz schlicht, komplett weiß, die Buchstaben eingestanzt, was auch die Haptik anspricht: wunderschön. Leider konnte der Inhalt einfach nicht mithalten.

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    JessSoul

    JessSoul

    01. October 2010 um 16:19

    Tja, das war also das groß angekündigte und hochgelobte "weisse Buch" von Rafael Horzon. Es gibt genau einen Stern von mir, und den gibt es für die im Buch aufgeworfene Frage "Was ist Kunst und was nicht und wie weit kann man gehen?" Über den Rest des Buches kann ich nur sagen: Lange hat mich kein Buch dermaßen wütend gemacht, zerstreut, gequält und ungläubig den Kopf schütteln lassen. Ich weiß nicht woran es liegt, aber ich kann rein gar nichts mit diesem Buch anfangen, ich verstehe weder den Sinn bestimmter Episoden, z.B. die Erwähnung von Nueva Germania, ursprünglich gegründet mit antisemitischem Hintergrund, noch den Sinn des Schreibstils oder der definitiv erfundenen oder unvorstellbar übertriebenen Ereignisse. Es kann mir auch niemand erzählen, dass gebildete Menschen mit Abitur und Studium, ob abgeschlossen oder nicht, nicht mal den Aufbau eines klassischen Theaterstücks in seinen Grundzügen kennen und sei es nur die Gliederung in Akt und Szene. Die Abwesenheit des Autors in unserer "vom Autor begleiteten Testleserunde" bestätigt die unsympathischen Züge des im Buch dargestellten Charakters, scheinbar ist ihm einfach alles mehr oder weniger egal. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Berlinerin bin und eine angebliche Realität wie die im Buch nicht kenne oder es liegt einfach daran, dass das Buch eine sinnlose Sammlung sinnloser Gedanken ist. Kunstkritik hin oder her, aber dieses Buch macht genauso viel her und ist genauso unbeschreiblich unfassbar, wie eine weiße Leinwand mit unifarbenem Quadrat in der Mitte, das für mehrere hunderttausend Euro versteigert wird. Vielleicht war ja auch genau das der Sinn des Buches, aber dann hätte es auch ruhig kürzer sein dürfen, denn für mich war es definitiv schade um die Zeit, die ich durch den schwerleserlichen Schreibstil verloren habe.

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  • Rezension zu "Das weisse Buch" von Rafael Horzon

    Das weisse Buch
    Mirka

    Mirka

    30. September 2010 um 19:16

    Meistens weiß ich schon auf den ersten Seiten, ob mir ein Buch gefällt, ob es ein "Das muss ich allen die ich kenne empfehlen!"-Buch ist oder ein "Hätte ich meine Zeit doch mit etwas anderem verbracht..."-Buch. Bei Rafael Horzons Biographie "Das weisse Buch" bin ich, selbst mit tagelangem Abstand, nicht wirklich sicher. Ich bin nicht sicher, was er mit diesem Buch bezwecken will, wie viel Selbstinszenierung ist und wie viel echt, was die Lehre ist, die man aus diesem Buch ziehen könnte. Ob es überhaupt eine gibt oder ob das ganze Buch nicht einfach nur dazu da ist, uns in die Irre zu führen. Horzon ist mir nicht sympathisch. Vermutlich, weil ich mit Menschen, die ständig ihre Zelte abbrechen und von einem Projekt zum nächsten, von einer Idee zur anderen, springen, sehr fremd und fern sind. Er leidet an chronischer Selbstüberschätzung, einer immens kurzen Aufmerksamkeitsspanne, ist oft trotzig wie ein Kind (wenn die Politik seine seltsam dämlichen Projekte nicht finanziell unterstützen wollen, wirft er sich regelmäßig aufs Bett und heult, ohne zu hinterfragen, warum wohl die Politik kein Interesse an seinem Schwachsinn hat...). Was mich aber am meisten geärgert hat: Die Gleichförmigkeit Horzons Scheitern, die fast schon unter dem Motto stand "Wir scheitern immer schöner". Seine Niederlagen wurden immer gewaltiger, aber man konnte bei ihm keinen Erkenntnisprozess ausmachen. Im Gegenteil, es lief immer nach dem gleichen Schema ab: Wahnwitzige Idee, Bekannte als Unterstützer, immer größere Eröffnungs-/Vorstellungsgala, danach das absehbare Scheitern, Horzon kauft ein Ticket nach sonstwo, suhlt sich im Selbstmitleid und sammelt dann sofort neue, zum scheitern verurteilte Ideen. Anscheinend kann man es so aber immerhin zu einer eigenen Biographie bringen. Beim Lesen schwankte ich oft zwischen "Komm zum Punkt!!!" und "Die Drogen hätte ich besser vor dem Lesen auch mal genommen..." - jedenfalls erschien mir Horzon zunehmend bekiffter, je weiter das Buch voranschritt, es war oft schwer auszumachen, was Realität und was halluzinierte Traumwelt war. Aber nicht alles an Horzons Werk ist schlecht: Der Schreibstil ist ordentlich und mir hat es gefallen, wie er sich mit der Frage, was Kunst ist und was nicht und wo da die Grenzen liegen, auseinander gesetzt hat. Leider glaube ich, dass er, auch wenn er das vermutlich rigoros abstreiten würde, mit diesem Buch ein Kunstwerk erschaffen hat. Kunst ist nun einmal verrückte Ideen und Scheitern, Anecken und Begeistern. das alles hat Horzon in irgendeiner Form vollbracht. Die einzige Geschäftsidee, die mir persönlich gefallen hat, war die, in der Horzon und seine Bekannten der Kunstszene den Spiegel vorgehalten haben, indem sie zu internetlosen Zeiten ganz einfach japanische Künstler erfunden und einfach irgendwelche Dinge in einer Turnhalle ausgestellt haben, die angeblich Kunstwerke dieser fiktiven Künstler waren. Damit haben sie, laut Horzon, eine Menge Kohle gemacht. (Ich bin insgesamt aber eher vorsichtig und nehme nicht alles, was Horzon behauptet, für bare Münze.) Abschließend würde ich sagen, das Lesen von Horzons Biographie (sei dahingestellt, wie viele davon nun wirklich biographisch ist) weder Zeitverschwendung noch ein Genuss war. Es war eines dieser Bücher, die wohl jeder mal liest: Die, die man nicht wirklich einordnen kann und die deswegen im Gedächtnis bleiben. Das ist doch auch was.

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