Rafael Yglesias

 4.1 Sterne bei 86 Bewertungen
Autor von Glückliche Ehe, Dr. Nerudas Therapie gegen das Böse und weiteren Büchern.
Autorenbild von Rafael Yglesias (© James Salzano)

Lebenslauf von Rafael Yglesias

Rafael Yglesias wurde 1954 als Sohn des Schriftstellerehepaars Jose und Helen Yglesias in New York geboren. Aufgewachsen in Manhatten fing er bereits früh mit dem Schreiben an, weswegen er auch die Schule abbrach. Er verfasste sieben Romane und ding dann zum Schreiben von Drehbüchern über, zum Teil auch für seine eigenen Romane. Heute lebt Rafael Yglesias als Roman- und Drehbuchautor in Greenwich Village. Seine beiden Söhne sind auch schriftstellerisch tätig.

Alle Bücher von Rafael Yglesias

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Buchformat:
Cover des Buches Glückliche Ehe (ISBN: 9783442472390)

Glückliche Ehe

 (76)
Erschienen am 15.11.2011
Cover des Buches Dr. Neruda's Cure for Evil (ISBN: 9780552997263)

Dr. Neruda's Cure for Evil

 (1)
Erschienen am 05.06.1997
Cover des Buches Fearless, Jenseits der Angst (ISBN: 9783453073876)

Fearless, Jenseits der Angst

 (1)
Erschienen am 01.11.1995
Cover des Buches The Murderer Next Door (ISBN: 0345364287)

The Murderer Next Door

 (0)
Erschienen am 01.10.1991
Cover des Buches Fearless (ISBN: 0816158207)

Fearless

 (0)
Erschienen am 01.08.1994
Cover des Buches Only Children (ISBN: 0345360311)

Only Children

 (0)
Erschienen am 01.06.1989

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Neue Rezensionen zu Rafael Yglesias

Neu
E

Rezension zu "Glückliche Ehe" von Rafael Yglesias

Rezension zu "Glückliche Ehe"
ElkeKvor einem Jahr

Inhaltsangabe:

Nach knapp 30 Ehejahren muss der New Yorker Drehbuchautor und Schriftsteller Enrique Sabas seine Frau Margaret beim Sterben begleiten. 30 Jahren Ehe, die ihre Anfänge in den 70er Jahren des vorherigen Jahrhunderts hatte und durchaus holprig war.

Gute und schlechte Zeiten hat das Paar begleitet: zwei Söhne wurden geboren, eine Affäre die Ehe enorm gefährdet und berufliche Misserfolge den Alltag zusätzlich belastet. Und doch blickt Enrique immer wieder zurück und stellt am Ende fest, dass er sie doch liebt und ihren bevorstehenden Tod durch die Krebserkrankung weder akzeptieren noch begreifen kann.

Mein Fazit:

Es gibt am Anfang des Buches den Hinweis, dass das Buch Fiktion ist und alle genannten Personen frei erfunden wären. Aber der Roman ist autobiografisch, denn die Parallelen zm wahren Leben des Autors sind einfach zu offensichtlich. Er hat über seine Ehe mit der Malerin Margaret geschrieben, die das genaue Gegenteil von dem war, was er ist.

Ein gefeiertes Wunderkind war er, mit 16 Jahren seinen ersten Roman veröffentlicht und gleich von der Schule gegangen, ohne Abschluss, um sich dem Schreiben zu widmen. Inspiriert von seinen Eltern, Exil-Kubaner und ebenfalls Künstler, lebte er das Leben eines Boheme, während Margaret aus einer bürgerlichen Familie entstammte. Was genau sie die 30 Jahre zusammen hält, kann er selbst nicht sagen. Er fühlte sich ihr oft unterlegen und von ihrer kontrollierten Art erschlagen. Er flüchtete sich sogar zwischendurch aus der Ehe und pflegte eine Affäre, da ihn das New Yorker Familienleben einengte. Dabei versuchte seine Frau durchaus die Familie über Wasser zu halten. Sie arbeitete und spannte ihn in die Organisation des Familienalltags ein, damit er weiter seiner schriftstellerischen Tätigkeit nachgehen konnte, obwohl er keinen erfolgreichen Roman mehr veröffentlichte. Um Geld in die Kasse zu spülen, begann er (das allerdings erfolgreich) Drehbücher zu schreiben.

Die Abschnitte wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit ab, dabei wird gerade der Anfang ihrer Beziehung ziemlich genau beleuchtet. Enrique ist zwar schon erfahren, aber im Angesicht seiner Traumfrau linkisch und unsicher. Jedes Treffen wird zum Minenfeld und seine Stimmungen schwanken zwischen Himmel hoch jauchzend bis zu Tode betrübt.

In der Gegenwart, während Margaret von Freunden und Familien Abschied nehmen kann, analysiert Enrique genau die Personen, die seine Frau noch einmal sehen will. Er sehnt sich danach, selbst von ihr Abschied zu nehmen. Und doch kommt immer wieder etwas dazwischen. Nebenbei hat er einige weitreichende Erkenntnisse. Eine gewisse Unsicherheit ist ihm nach wie vor geblieben, aber er ist an der Seite seiner Frau.

Der Autor hat sehr viel Witz und Charme an den Tag gelegt, allerdings hat er auch eine ausschweifende Erzählweise, die lange Absätze zur Folge hat. Mit Dialogen ist er oft recht sparsam umgegangen, was mich leider auch immer wieder ermüdete. Ich kam nur langsam mit dem Buch voran. Allerdings ist es schon erstaunlich, wie er seine Ehe analysiert. Und Leser bzw. Leserinnen, die selbst schon lange verheiratet sind, werden sich bestimmt an der einen oder anderen Stelle wiederfinden. Ich tat es zumindest!

Zu diesem Buch gab es in der Kirchengemeinde, wo ich arbeite, einen Literaturgottesdienst. Diesen habe ich mit großem Interesse verfolgt, ebenso die Meinung des Lektors, der den Gottesdienst leitete. Und es stimmt, was er sagt: Das Buch hätte auch „Eine glückliche Ehe“ heißen können, das wäre zumindest dem Original-Titel gerecht geworden – aber auch der Geschichte!

Von mir gibt es vier Sterne und eine klare Empfehlung!

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Rezension zu "Glückliche Ehe" von Rafael Yglesias

Berührend
Giselle74vor 3 Jahren

Trotz längeren Überlegens weiß ich nicht wirklich, wie ich über dieses Buch schreiben soll. Ich fand es wirklich phantastisch, vermag aber nicht zu sagen, ob andere das auch so sehen würden. Ich fand es unendlich traurig, berührend, intim, aber trotzdem nicht kitschig oder dramatisch.

Der Roman beschreibt Margarets und Enriques Leben vom ersten Kennenlernen bis zu ihrem Krebstod nach gemeinsamen dreißig Jahren. Er beschreibt die schönen Zeiten, den ersten Kuss, aber auch die Zeiten der Sprachlosigkeit, des Nebeneinanderherlebens. Er zeigt die ganze Intimität einer Ehe, die gezwungen ist, auch den Tod anzunehmen, läßt auch die demütigenden Momente des Darmkrebses nicht aus, die Hoffnungslosigkeit und die Schwierigkeit loszulassen, was man doch nicht loslassen kann und will.

Das alles ist unaufgeregt geschrieben, nicht überdramatisiert, nicht nach Mitleid heischend, fast wie ein Selbstgespräch, ohne nach der Meinung einer Öffentlichkeit zu fragen. Ein zartes Buch, ein ergreifendes Buch und ein Geschenk an den Leser...

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Rezension zu "Glückliche Ehe" von Rafael Yglesias

Glückliche Ehe von Rafael Yglesias
Alexandra_Luchsvor 6 Jahren

Margaret und Enrique sind seit knapp dreißig Jahren verheiratet, als Margaret den Kampf gegen den Krebs verliert, an dem sie vor zwei Jahren erkrankte. In wechselnden Kapiteln erzählt das Buch die Geschichte vom Beginn und dem Ende einer Ehe. Die Geschichten vom Anfang der Ehe berichten vom ersten Treffen, über die ersten Dates und das Auf und Ab der jungen Beziehung. Die Kapitel des Endes der Ehe erzählen eine Geschichte von einem schweren Abschied nach einem Leben, dass man Großteils gemeinsam verbracht hat, von Aufopferung und Liebe am Ende einer glücklichen Ehe.
„Selbst im Sterben, tröstete er sich, gab sie ihm etwas Kostbares: die Zeit, sich anständig voneinander zu verabschieden.“ (S. 73)
Diese Wechsel haben mich beim Lesen sehr mitgenommen. Der Beginn der Ehe so romantisch und zart, dass ich kaum damit aufhören konnte zu Lesen, steht im harten Kontrast zu den Kapiteln über das Ende der Ehe. Margarets Krankheit hat mich mitten ins Herz getroffen und obwohl ich manchmal Pausen einlegen musste, weil ich nicht lesen wollte wie es ihr Seite für Seite immer schlechter geht, steckt auch in diesen Kapiteln eine Menge Trost und Kraft. Wie Enrique seinem eigenen Schmerz zum Trotz liebevoll für seine Frau sorgt, war auf seine Art wunderschön.
„Vielleicht hatten sie ja nicht begriffen, dass sie für ihn schon lange an erster Stelle gestanden hatte, dass sie die Heimat seines Herzens und der Anker seines Denkens war und dass der Kampf darum, sie am Leben zu erhalten, unerlässlich für die Erhaltung seiner eigenen Seele war.“ (S. 138)
Cover und Titel von „Glückliche Ehe“ wirken locker, leicht und sprechen von Glück und Zufriedenheit. Doch auch in einem an sich glücklichen Leben gibt es natürlich Schatten und manchmal auch Leid. So gibt es auch in der Geschichte von „Glückliche Ehe“ Probleme und Streits. Margaret und Enrique waren in einiger Hinsicht ein perfektes Paar und dennoch gab es auch eine Menge Reibungspunkte in ihrem Leben. Diese waren für mich beim Lesen nicht immer leicht hinzunehmen, doch im Verlauf der Handlung wird einem immer deutlicher bewusst, dass der Titel „Glückliche Ehe“ dennoch sehr ehrlich ist. Das Überwinden von Problemen macht eine Beziehung doch um einiges stärker.
„In den neunundzwanzig Jahren seit seinem ersten desaströsen Geschenk war so viel passiert. Waren so viele Illusionen zerplatzt. Hatten sie beide sich als so stark erwiesen. Sie hatte die grausamsten Dinge zu ihm gesagt, die man ihm nur hätte sagen können, und er war zu ihr mehr als einmal noch grausamer gewesen. Sie hatten sich Liebe geschworen, hatten Hass ausgehalten. Als Kinder hatten sie Kinder hervorgebracht, von denen jetzt eins schon ein Mann war und das andere nur zu schnell einer wurde.“ (S. 192)
Glückliche Ehe hat mich ursprünglich wegen seines Titels angezogen. Ich hatte mir eine perfekte Geschichte über eine perfekte Beziehung gewünscht, gewürzt vielleicht mit einem Hauch Melancholie. Bekommen habe ich viel mehr: ich weine so gut wie nie, bei „Glückliche Ehe“ konnte ich es nicht verhindern, die Geschichte hat mich zu sehr mitgenommen. Ich habe geweint vor Glück bei den Liebeserklärungen im Buch und geweint vor Trauer um Margaret. Zusätzlich hat mich der wunderschöne Schreibstil ständig dazu gebracht, einzelne Passagen mehrmals lesen zu wollen und mich in der Sprache des Buches zu verlieren.
Diese erzählerischen und sprachlichen Qualitäten, zusammen mit einer für jede Beziehung wertvollen Botschaft machen für mich die Bedeutung dieses Buches aus. Ich vergebe 5 von 5 Sternen für „Glückliche Ehe“.

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Zusätzliche Informationen

Rafael Yglesias wurde am 12. Mai 1954 in New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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in 180 Bibliotheken

auf 27 Wunschzettel

von 1 Lesern aktuell gelesen

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