Rafaela Creydt

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen

Alle Bücher von Rafaela Creydt

Cover des Buches Der letzte Winter der ersten Stadt (ISBN:9783959361149)

Der letzte Winter der ersten Stadt

 (2)
Erschienen am 15.11.2018
Cover des Buches Die Stadt am Kreuz (ISBN:9783941864375)

Die Stadt am Kreuz

 (2)
Erschienen am 28.09.2015

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Rezension zu "Der letzte Winter der ersten Stadt" von Rafaela Creydt

Tiefgreifend, dicht und schwer gefüllt mit Worten
TillyJonesbloggtvor 6 Monaten

Inhalt/Meinung
High Fantasy und ich sind ja immer so eine Sache, aber dieses Buch machte mich wirklich neugierig, die Leseprobe sprach mich auf einer Ebene an, auf der mich die Gedanken an die Geschichte nicht wieder losließen und so landete ich bei Krai. Ob das alles gut war? Oder sollte ich doch die Finger von High Fantasy lassen?

Zu allererst, ich lese dieses Buch schon länger. Nicht, weil es langweilig ist, ganz im Gegenteil. Es passiert so viel! In jedem Satz, in jedem Wort, in jedem Abschnitt passieren offensichtlich viele Dinge und auch im Kontext und zwischen den Zeilen geschieht so viel. Die Geschichte braucht ihre eigene Zeit, man kann als Leser nicht einfach durch die Seiten fliegen und Krais Geschichte erleben, das geht nicht. Denn Krai und seine Geschichte sind so viel mehr als nur Worte auf Papier. Die Worte und Zeilen tropften oft von Emotionen. Melancholie, Freude, neuen Erfahrungen, Ängsten, Hass und Unwissen. Es war schwer, immer alles zu verarbeiten, weswegen ich das Buch öfter beiseitelegen musste. Was aber wirklich nicht heißt, dass es schlecht war. Es war nur einfach viel! Die 430 Seiten fühlten sich während des Lesens wie 860 an. Schwer, gefüllt mit wichtigen Worten und wunderbaren Aussagen. Gefüllt mit wunderschönen Figuren, traumhaften Orten und schrecklichen Erkenntnissen.

Krai ist ein Fafa. Der Fafa der Trümmerkönigin und für deren Wohlergehen zuständig. Als die Trümmerkönigin an den Hof der Ersten Stadt gerufen wird, beginnt für Krai eine Zeit des Umbruchs und des Zweifels. Er merkt, dass auch seine Gaben nur begrenzt einsetzbar sind und das er am Ende aller Tage einfach nur ein Mensch ist, der einfach nicht alle retten kann. Und der durch wenige Worte und unbedachte Blicke ein ganzes Leben zerstören könnte. Krai lernt schnell und doch zu langsam. Er muss lernen, Dinge zu akzeptieren, Neues anzunehmen und seine eigenen Verhaltensweisen, die in der Heimat normal sind, an dem neuen Ort anzupassen. Krai muss lernen, sich anzupassen und dass kann er einfach nicht, weil er sehr charakterstark ist. Er weiß, was er kann und wer er ist. Leider weiß er auch um seine Schwächen und auch wenn er sie gut zu verstecken versucht, greifen sie immer wieder nach ihm und zerren in die Dunkelheit. Mit Krai steht und fällt alles. Und wenn es erstmal fällt, ist es nicht mehr aufzuhalten.

Dies ist meiner Meinung nicht nur eine Geschichte um eine Figur, die von einem Ort zu einem anderen kommt und dort ist alles fremd. Es geht um Anpassung. Um Akzeptanz und Liebe. Darum, offen für Neues zu sein und zu lernen, dass Menschen, die von woanders kommen und andere Bräuche haben, nicht von Anfang an schlecht sind. Es geht um Hoffnung und Aberglaube. Darum, dass alles einen Sinn hat, manches aber nicht sinnvoll erscheint. Denken und Handeln. Nicht handeln und dann erst denken. Nur weil eine Idee gut klingt, sollte man sie nicht sofort umsetzen. An einem Fremden Ort kann man nicht mit Gewalt sein eigenes, bekanntest Leben umsetzen. Anpassung. So schwer es auch scheint, muss stattfinden. Aber auf beiden Seiten. Die Geschichte ist immer wieder geprägt durch Konflikte, einfach weil die Menschen am Hof der Ersten Stadt anders Leben als Krai es aus dem Trümmerpalast gewohnt ist. Krai fällt Anpassung schwer, den Menschen am Hof fällt die Akzeptanz schwer. Jeder will sich, seine Meinung und Überzeugungen durchsetzen und sieht oftmals alles andere als falsch an. Dadurch wird etwas in Gang gesetzt, dass so viel Größer ist, als alle zusammen.

Neschka ist die Person, zu der Krai noch am ehesten eine Verbindung aufbaut und dennoch versucht er ständig, sie von seinen Sichtweisen zu überzeugen, anstatt neuen Sichtweisen eine Chance zu geben. Neschka selbst hat es nicht leicht, denn sie sol zu einer Wanderwurzel werden. Bäume, die in Menschen wachsen. Eine Symbiose, die womöglich als Baum endet. Eine große Ehre, viele wollen eine Wanderwurzel werden. Und Neschka kämpft mit allem, was sie hat und was sie ausmacht. Sie will so viel, allen voran ihre Ansichten schützen. Sie liebt Krai. Sie hasst ihn, sie fürchtet ihn. Am Ende kennt sie ihn einfach nicht, denn keiner von beiden hat sich die Zeit genommen, seinen Gegenüber wirklich kennenzulernen. Andererseits wurde ihnen die Zeit auch gar nicht gegeben, denn alle um sie herum, hatten andere Pläne für die beiden. Keine Selbstbestimmung, nur Akzeptanz. Etwas, dass für charakterstarke Menschen nicht immer einfach ist. Hinnahme, nicht Wiedersprechen. Einfach tun, was von einem verlangt wird, ohne selbst etwas unternehmen zu können. Krai sieht das nicht ein und auch Neschka rebelliert auf ihre eigene Art.

Beide zerstören etwas, dass sie niemals wieder heilen können, denn sie bekämpfen sich selbst.

Die Rezension mag etwas wirr klingen, aber ich muss wirklich sagen, dass die Geschichte um Krai, Neschka, Wanderwurzeln, die Erste Stadt, die Trümmerkönigin mich wirklich gefangen nahm. Sie zogen mich alle in ihre Welt, ließen mich an ihrem ganzen Gefühlschaos teilnehmen und zeigten mir, was passiert, wenn alle ihre eigene Meinung durchsetzen wollen und niemand nachgeben möchte. So viel Emotionen, so viel Möglichkeiten und so viel tiefgreifende Figuren, zwischen traumhaften Worten und einem Schreibstil, der noch immer in mir nachwirkt. Traumwandlerisch, ergreifend und zerstörerisch. Die Autorin scheint die Worte aneinanderzuweben und daraus einen Teppich voll von Geschichte zu erschaffen.

Fazit
Für High Fantasy-Fans ist diese Geschichte ein must read! Tiefgreifend, dicht und schwer gefüllt mit Worten und Geschehnissen. Mit Dingen, die zwischen den Zeilen geschehen und doch offensichtlich sind. Für alle anderen könnte es, wie für mich, länger dauern, diese Geschichte zu genießen, aber lasst euch allen gesagt sein: Die Geschichte ist es wert, dass man in sie eintaucht! Krai ist es wert, denn er ist so vielschichtig. „ Der letzte Winter der Ersten Stadt“ ist ein Buch, dass ich nie vergessen werde!

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Rezension zu "Die Stadt am Kreuz" von Rafaela Creydt

Außergewöhnliches Fantasy-Debüt! Geheimtipp!
Lothenvor 2 Jahren

Ich habe diese Rezension bereits vor einer Weile auf Amazon hinterlassen, aber an dieser Stelle leider vergessen. Das möchte ich jetzt gerne nachholen.

ERSTER SATZ: "Sag mir noch einmal, warum wir sie nicht umbringen durften."

INHALT: Ihr Leben lang hat die Leibwächterin Teklija gelernt zu beschützen und zu dienen. Des Mordes an ihrer Herrin bezichtigt und aus ihrer Heimat verbannt, fristet sie ein elendes Dasein in der fremden Stadt Duremm, unfähig, eine neue Aufgabe für sich zu finden. Doch dann treten plötzlich der undurchsichtige Ruben und die kleine Ijana in Teklijas Leben und ziehen sie tief hinein in eine Intrige, die bis in Teklijas dunkle Vergangenheit reicht.

REZENSION: Mit ihrem Debütroman entführt Rafaela Creydt den Leser in eine spannende, vielschichtige und bildgewaltige Fantasy-Welt, die an jeder Ecke Überraschungen und Augenöffner bietet - Kopfkino vom Feinsten. Während den Leser zu Beginn noch zahlreiche Rätsel und offene Fragen in Atem halten, fallen diese Stück für Stück zu einem komplexen Gesamtkunstwerk zusammen und bieten so manchen unerwarteten "Aha"-Effekt. Der einzigartige, bildhafte Stil der Autorin und die ungewöhnliche Hintergrundwelt runden das Ganze perfekt ab.

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Rezension zu "Die Stadt am Kreuz" von Rafaela Creydt

Mal ein ganz anderes Fantasy-Buch, mit einigen Überraschungen aber auch verwirrend!
Sardonyxvor 3 Jahren

Teklija na Kamatasai ist eine N'Duma Dahn, ein kämpfender Schatten, eine Leibwächterin - doch all ihr ehemaliger Stolz ist nichts als ein Scherbenhaufen, an dem sie sich jeden Tag aufs Neue schneidet und zunehmend dem Wahnsinn verfällt. Sie hat getan, was zuvor kein anderer N'Duma Dahn getan hat: ihre Herrin ist tot und Teklija entkommt der Todesstrafe, indem sie in die einzigartige Stadt Duremm verbannt wird. Mitten in der Wüste, wo sich zwei Flüsse kreuzen, ist das Schicksal aber noch nicht mit Teklija fertig!
Kurzerhand, um ihre innere Leere zu bekämpfen, ernennt sie ein kleines Mädchen und einen ehemaligen Meisterstrategen zu ihren neuen Herren. Eine folgenschwere Entscheidung, denn in dem Verlobten von Teklijas ehemaliger Herrin brennt das gnadenlose, kalte Feuer der Rache ...

,,Die Stadt am Kreuz" ist der Debüt von Rafaela Creydt, doch während ich beim Lesen manchmal den rauen Fels Duremms zu spüren glaubte, spürte ich beim Lesen nichts davon, dass es das Erstlingswerk der Autorin ist. Bei manchen Debütromanen sticht es hervor, dass dies das erste Buch ist: kleine Logikfehler, ungeschliffener Schreibstil, blasse Charaktere - aber nichts davon habe ich bei Creydts ungewöhnlichem High Fantasy-Buch entdecken können!

Trifft Teklija na Kamatasai (kleiner Zungenbrecher, genau wie manch andere Namen in dem Buch), eine einzelne verirrte Gestalt in der komplexen Welt des Krüppelkontinents. Sie ist ine N'Duma Dahn, eine grandiose Kämpferin - und mal ganz anders als sonstige Protganostinnen, was ich richtig toll finde. Sie hat die Vielschichtigekeit eines echten Menschen, der harte Zeiten durchgemacht hat, und diese Risse überziehen ihren gesamten Charakter: Depressionen, Frust, eisern auf eine Sache fixiert, die sie scheinbar nie haben wird!
Teklija ist der Mittelpunkt des Buches, weshalb ich vielleicht erst zum Ende hin Gefühl für Ruben und Arrian bekam. Besonders bei Arrian verstand ich einfach nicht, was es mit ihm auf sich hat. Zum Glück ist die Handlung an sich eher ruhig für ein Fantasy-Buch, denn wäre die Geschichte komplizierter, säße ich am Ende wohl extrem konfus herum. Außerdem hat mich Tresten, der Gegenspieler, ein wenig an Moriarty aus der Serie "Sherlock" erinnert 😃

Creydt hat sich alle Mühe gegeben, die Welt ihrer Figuren so lebensecht wie möglich zu machen. Zuerst einmal gibt es Duremm: die Stadt hängt an Seilen mitten in der Wüste. Ich habe mich sofort in Duremm hineingeworfen gefühlt, im wahrsten Sinne des Wortes! In Duremm gibt es verschiedene Gruppierungen von besonderen Leuten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Es gibt Tjares, N'Duma Dahn, Askenji, Namenlose, Angeber der Tagore-Tempel, doch die einzelnen Erklärungen, wer was ist, kam alles viel zu spät! Während ich mich von Intrigen gefangen halten ließ, klaffte in meinem Hinterkopf ständig ein großes Fragezeichen in der Form all dieser ungewöhnlichen Namen. Das ist sicher der größte Minuspunkt an ,,Die Stadt am Kreuz", Punkteabzug für diese eine Sache.

Betrachte ich das Buch mit einem zugekniffenen Auge - schließlich ist es doch an manchen Stellen zu sehr verwirrend - ergibt sich das Bild einer ruhigen, aber dennoch fesselnden Suche einer Leibwächterin nach ihrem wahren Leben. ,,Die Stadt am Kreuz" lohnt sich auf jeden Fall zu lesen, wenn man sich abseits von "Mainstream-Fantasy" bewegen will ^^

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