Rafel Nadal

 3.6 Sterne bei 12 Bewertungen

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Das Vermächtnis der Familie Palmisano

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 (8)
Erschienen am 28.06.2017
Die letzten Tage meiner Kindheit

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 (4)
Erschienen am 27.04.2018

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Lilith79s avatar

Rezension zu "Die letzten Tage meiner Kindheit" von Rafel Nadal

Ein Buch über die Unbarmherzigkeit des Krieges
Lilith79vor 7 Monaten

Heute möchte ich ein Buch aus einem Genre vorstellen, das ich normalerweise nicht so häufig lese, nämlich einem historischen Roman, und zwar geht es um "Die letzten Tage meiner Kindheit" des spanischen Autors und Journalisten Rafel Nadal (nicht zu verwechseln mit dem Tennispieler Rafael Nadal ;-) Lustigerweise beginnt die Autorenbeschreibung im Buch mit den Worten "Rafel Nadal kann besser schreiben als Tennis spielen", diese Verwechslung ist dem Autor wohl schon häufiger passiert).


Der Hauptteil des Buches spielt Anfang und Mitte der 1940er Jahre in einem kleinen spanischen Dorf, wenige Jahre nach Ende des spanischen Bürgerkrieges. Die Geschichte erzählt von der Kindheit und dem weiteren Lebensweg von Lluc, dessen (alleinerziehende) Mutter am letzten Tag des Bürgerkriegs auf dem Dorfplatz vor den Augen ihres Sohnes erschossen wurde, als sie einem Verwundeten Kämpfer beistehen wollte. Lluc wächst seitdem bei Senora Stendhal, deren Vater und deren halbwüchsigem Sohn Dani auf, die er alle verehrt und bei denen er sich geborgen fühlt. Doch das Leben im Dorf ist weiterhin von Angst, Gewalt und Misstrauen geprägt, viele Anhänger des Widerstands gegen Franco verstecken sich seit dem Krieg immer noch in den Bergen und Wäldern rings um das Dorf und träumen von einem Umsturz der Regierung oder versuchen nur irgendwie zu überleben. Bei einer Rückkehr ins Dorf droht ihnen die Hinrichtung. Auch im Dorf stehen sich heimliche Sympathisanten der Rebellen sowie treue Anhänger der Regierung gegenüber und wenige reiche Großgrundbesitzer dominieren das ganze Dorf, während andere kaum über die Runden kommen. Trotz allem verlebt Lluc zunächst eine halbwegs  normale Kindheit, er bewundert den leidenschaftlichen und politisch engagierten Dani, er schwärmt für Senora Stendhal, doch eines Tages wird er durch schlimme Ereignisse so getroffen, dass er sich den Rebellen im Wald anschließt und wird fortan von dem Gedanken beherrscht für Gerechtigkeit für seine Mutter und seine Ersatzfamilie zu sorgen...doch im Laufe seines Lebens muss er realisieren, dass Rache oft dazu führt, dass man genauso schlimm wird wie seine Gegner und dass es im Krieg keine "Guten" gibt.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen, die Hoffnungslosigkeit, Brutalität und Ungerechtigkeit der damaligen Zeit in Spanien wird eindringlich geschildert und man leidet mit Lluc und den restlichen Personen mit. Allerdings ist es etwas schwierig die ganzen historischen Zusammenhänge zu verstehen, wenn man mit der Geschichte Spaniens nicht in der Tiefe vertraut ist. Um den Grundtenor des Buches zu verstehen ist das aber nicht so wichtig. Trotzdem hätte ich mir für mich selbst mehr Hintergrundwissen über die damalige Zeit in Spanien gewünscht.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass das Buch im letzten Drittel, als Lluc sich in die Berge zu den Rebellen absetzt vorübergehend doch einen recht abrupten und auch etwas unausgewogenen stilistischen Bruch erlebt, der bei mir den Lesefluss doch kurzzeitig etwas gestört hat. Insgesamt fand ich den Roman aber sehr lesenswert.

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Dreamworxs avatar

Rezension zu "Die letzten Tage meiner Kindheit" von Rafel Nadal

Schicksalshafte Kindheit
Dreamworxvor 7 Monaten

April 1939. Am letzten Tag des Spanischen Bürgerkriegs wird die Mutter des achtjährigen Lluc vor seinen Augen erschossen. Da Lluc sonst keine Familie mehr hat, kommt er in einem kleinen Ort bei Senyora Stendal und ihrem Sohn Dani unter, die fortan seine neue Familie sind. Senyora Stendal behandelt Lluc wie ihren eigenen Sohn, auch Dani wird für Lluc schnell zu einem engen Freund und Vertrauten, bei dem er sich sicher und geborgen fühlt. Eines Tages verschwindet Dani spurlos und Lluc verliert erneut sein gerade gewonnenes Zuhause, um in einem Internat zu wohnen. Da er keine Familie und kein Geld hat, gehört er dort der niederen Gruppe an, die ihren Platz durch harte Arbeit sichern müssen. Der Krieg um ihn herum und die politische Lage reißen ihn immer wieder aus gerade gewonnener Sicherheit. So beschließt Lluc, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und geht in den Untergrund, um gegen Franco zu kämpfen. Er erhofft sich, endlich irgendwo dazuzugehören und für etwas zu kämpfen, dass sich lohnt: die Freiheit.

Rafel Nadal hat mit seinem Buch „Die letzten Tage meiner Kindheit“ einen eindrucksvollen und gefühlvollen historischen Roman vorgelegt, der vor der Kulisse des Spanischen Bürgerkrieges und vor allem während des Franco-Regimes stattfindet. Der Schreibstil ist detailliert und verlangt Aufmerksamkeit und Konzentration vom Leser, um all den politischen Details während der Handlung folgen zu können. Der Autor hat den historischen Hintergrund gut recherchiert, er dient gleichzeitig der Geschichte, um die verzweifelte Lage der Menschen zur damaligen Zeit aufzuzeigen und wie es vielen Familien und Angehörigen ging, die alles verloren haben, um sich in einer zerrissenen Welt wiederzufinden und ständig in Angst zu leben, darauf bedacht, bloß kein falsches Wort oder eine falsche Ansicht preis zu geben. Die Geschichte wird rückblickend von Lluc erzählt, der sich 1990 Erinnerungen hingibt.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und mit Leben versehen worden. Lluc ist noch ein kleiner Junge, als er seine Mutter verliert und sein Leben fortan immer wieder vom Schicksal gebeutelt wird durch die Auswirkungen des Krieges und durch verbotene politische Gesinnungen, die die Verfolgung und Inhaftierung derjenigen zur Folge hatte. Freiheit im Denken und Handeln gab es zur damaligen Zeit im Franco-Regime nicht, sondern nur Unterdrückung und Diktatur. Lluc muss früh erwachsen werden, denn auch seine Pflegefamilie verliert er und muss sich dann allein durchs Leben schlagen. Die ständigen Rückschläge und Verluste lassen ihn hart werden, aber auch mutig und kämpferisch, so dass es nur eine logische Folgerung ist, in den Untergrund zu gehen, um sein Leben dem Freiheitskampf zu verschreiben. Die Entwicklung von Lluc während der gesamten Geschichte ist sehr schön zu beobachten.

„Die letzten Tage meiner Kindheit“ ist ein eindringlicher Roman über die Zeit während der Franco-Diktatur und über eine Kindheit und Jugend, die niemals eine war. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Dominikuss avatar

Rezension zu "Die letzten Tage meiner Kindheit" von Rafel Nadal

Katalanische Literatur
Dominikusvor 8 Monaten

Die letzten Tage meiner Kindheit von Rafel Nadal ist eine Geschichte über den katalanischen Jungen Luca. Der Roman wurde von Ursula Bachhausen übersetzt. Von dem Autor habe ich noch nichts gelesen, aber ich liebe Romane der Katalanen, obwohl diese Literatur oft etwas schwer zu lesen ist.


Der Roman spielt viel im spanischen Bürgerkrieg. 1990 beginnt Lucas Rückblick in die Kindheit. Als er 8Jahre alt war, wurde seine Mutter erschossen. Er kommt zu einer Pflegemutter und ihrem Sohn Dani. Der fährt ihn immer mt dem Motorrad zur Schule und wird zu Lucas besten Vertrauten. Dann ist Dani verschwunden. Luca kommt ins Internat, als Schüler ohne Geld muss er arbeiten überehmen. Danach geht Luca in den Untergrund.


Am Anfang brauchte ich etwas Eingewöhnungszeit, aber dann wurden Lucas Erlebnisse immer spannender. Der Autor gibt dem Roman einen guten Verlauf.

Mich hat der Kampf der Katalanen sehr interessiert. Es war für die Bevölkerung eine gefährliche Zeit.

Gerne werde ich auch noch den ersten Roman von Rafel Nadal lesen.




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