Raffaella Romagnolo

 4.2 Sterne bei 66 Bewertungen
Autorin von Bella Ciao, La figlia sbagliata und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Raffaella Romagnolo

Bella Italia, schöne Literatur: Raffaella Romagnolo wurde 1971 in der italienischen Gemeinde Casale Monferrato geboren. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, 2019 schließlich erschien die erste deutsche Übersetzung eines ihrer Bücher: Der Roman »Bella Ciao« war so erfolgreich, dass er in zahlreiche Länder verkauft wurde. Romagnolo war für ihre Arbeit beispielsweise bereits für den Premio Strega nominiert. Neben dem Schreiben unterrichtet sie an einem Gymnasium Italienisch und Geschichte. Sie lebt heute in Rocca Grimalda im Piemont.

Neue Bücher

Bella Ciao

 (66)
Neu erschienen am 20.03.2019 als Hardcover bei Diogenes.

Alle Bücher von Raffaella Romagnolo

Bella Ciao

Bella Ciao

 (66)
Erschienen am 20.03.2019
La figlia sbagliata

La figlia sbagliata

 (0)
Erschienen am 01.05.2015
Tutta questa vita (Italian Edition)

Tutta questa vita (Italian Edition)

 (0)
Erschienen am 15.10.2013

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Neue Rezensionen zu Raffaella Romagnolo

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Rezension zu "Bella Ciao" von Raffaella Romagnolo

Frauenschicksale
milkysilvermoonvor 3 Tagen

Borgo di Dentro im Piemont im Jahr 1946: Fast ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Giulia Masca ihre Heimat verlassen hat, in der sie als Fabrikarbeiterin geschuftet hat. Nun kommt die Auswanderin als gemachte Frau zurück in das Städtchen ihrer Kindheit. Kurz vor ihrem Weggang wurde sie von ihrer damals besten Freundin Anita Leone und ihrem Verlobten Pietro hintergangen. Enttäuscht, allein, schwanger und ohne Geld hat Guilia deshalb die Flucht ergriffen und sich in New York eine neue Existenz aufgebaut. Nun will sie Anita wiedersehen. Wie wird das Treffen der beiden ausfallen?

„Bella Ciao“ ist ein Roman von Raffaela Romagnolo.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus neun Kapiteln und ist in drei Bücher gegliedert. Zudem gibt es eine Art Epilog („Das Fest“). Der Leser hat es mit mehreren Zeitebenen zu tun. Einerseits wird in der Gegenwart, also im Jahr 1946, erzählt, andererseits gibt es immer wieder Rückblenden, die bis ins Jahr 1900 reichen. Dabei wird auf unterschiedliche Perspektiven zurückgegriffen.

Zwar beweist die Autorin durchaus, dass sie mit Sprache umgehen kann. Allerdings wurde ich mit dem Schreibstil bis zum Ende nicht so recht warm. Nicht nur sehr abrupte, nicht gekennzeichnete Zeitsprünge und Perspektivwechsel erschweren das Lesen. Auch verschachtelte, teils sehr lange Sätze und immer wieder eingestreute Nebensächlichkeiten fordern die Aufmerksamkeit des Lesers.

Im Vordergrund der Geschichte stehen die Frauen, allen voran Guilia und Anita. Ihre Schicksale sind nicht einfach, sie mussten schwere Zeiten durchmachen. Dabei zeigt sich die Stärke der beiden, was mir gut gefallen hat. Die zwei Charaktere wirken authentisch. Und doch fiel es mir stellenweise schwer, Sympathie für Guilia und Anita zu empfinden. Eine Vielzahl an weiteren Figuren macht es nicht einfach, der Geschichte zu folgen. Allerdings sind jedem der drei Bücher Stammbäume und Personenübersichten vorangestellt, die die Orientierung erleichtern.

Trotz der mehr als 500 Seiten wird es inhaltlich nicht langweilig, denn die Handlung ist sehr dicht, da sie einen Zeitraum von rund 50 Jahren umfasst. Die große Stärke des Romans ist dabei seine thematische Vielschichtigkeit. Es geht um Liebe und Leid, um Mut und Krieg, um Politik und Auswanderung und einiges mehr. Obwohl es eine Vielfalt an emotional besetzten Themen gibt, gleitet die Geschichte nicht ins Kitschige ab. Allerdings kommt mir der Roman in Teilen etwas zu überfrachtet vor.

Ein weiteres Plus ist, dass der Roman die italienische Geschichte zwischen dem Anfang des 20. Jahrhunderts und dem Zweiten Weltkrieg sehr anschaulich beleuchtet. So erfährt der Leser unter anderem einiges über die unsäglichen Arbeitsbedingungen zu Beginn des Jahrhunderts, das Aufkommen des Faschismus und den Befreiungskampf gegen das Regime. Das macht die Lektüre nicht nur unterhaltsam, sondern auch äußerst lehrreich. Gut gefallen haben mir in diesem Zusammenhang auch die Anmerkungen der Autorin, die darüber aufklärt, was in der Geschichte zu den Fakten und zur Fiktion zu zählen ist. Sie belegen die fundierte Recherche der Schriftstellerin.

Das für den Verlag typische, reduzierte Cover, ein Gemälde der Künstlerin Meredith Frampton, passt zum Inhalt.  Der deutsche Titel weicht stark vom italienischen Original („Destino“) ab, ist aber auch treffend gewählt.

Mein Fazit:
„Bella Ciao“ von Raffaela Romagnolo ist ein besonderer und vielschichtiger Roman, der vor allem mit seinem historischen Kontext und starken Frauencharakteren punkten kann. Empfehlenswert ist die Geschichte vor allem für diejenigen, die sich vom gewöhnungsbedürftigen Schreibstil nicht abschrecken lassen.

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Rezension zu "Bella Ciao" von Raffaella Romagnolo

'Familie heißt Zusammenhalt'
otegamivor 4 Tagen

Schwanger, maßlos enttäuscht von ihrem Verlobten und der besten Freundin, wanderte Giulia einst ohne Abschied nach New York aus. Jetzt ist sie nach 45 Jahren – anlässlich einer Geschäftsreise – mit ihrem Sohn wieder in Italien und besucht auch ihren Heimatort im Piemont an der Grenze zu Ligurien.

Der Leser erfährt die Schicksale der Protagonisten und ihrer Familien während dieser Zeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und 'destino' (=Schicksal) lautet auch die Originalausgabe.

Gebannt von der Kraft der Sprache, der Historie – besonders der italienischen – und der beeindruckenden Charaktere, wollte ich auf der einen Seite das Buch nicht mehr aus der Hand legen, musste aber andererseits manche Szenen vor dem Weiterlesen erst wieder verarbeiten.

Sehr hilfreich empfand ich die – jeweils aktualisierten - Familien-Stammbäume und die Namen aller handelnden Personen. Sogar die Hunde und ihre Aufgaben in der italienischen Familie werden gewürdigt. (Wunderschön sind auch die Szenen, die aus der Sicht der Hunde geschildert werden!)

Mich hat das Buch total begeistert und ich spreche die höchste Leseempfehlung aus!


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Rezension zu "Bella Ciao" von Raffaella Romagnolo

Eine packende Familienchronik
Maddinliestvor 5 Tagen

Der Krieg ist vorbei und Giulia Masca wagt den Schritt zurück in ihre Heimat. Sie kehrt mit einem Gefühl der Unsicherheit an den Ort ihr Kindheit zurück, da sie ihn damals aufgrund einer bitteren persön-lichen Erfahrung verlassen hat. Ihr langjähriger Freund Pietro hat sie mit ihrer besten Freundin Anita hintergangen. In einer spontanen Reaktion ist sie nach Amerika geflohen, wo sie sich ein neues Leben aufgebaut hat. Nach vielen Jahren will sie nun Anita begegnen, ohne zu wissen, was ihr Schicksal für sie vorgesehen hatte...

Die Autorin Raffaella Romagnolo hat aus meiner Sicht mit "Bella Ciao" einen fesselnden Familienroman in einer spannenden historischen Kulisse geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem bildreichen und nicht immer einfachen Schreibstil, der meine ganze Aufmerksamkeit erforderte, aber mich gleichzeitig in den Bann ziehen konnte. Die komplexe Familienchronik ist gespickt von dramatischen Schicksalsschlägen, Enttäuschungen und auch glücklichen Verbindungen. Das Ganze wird von Raffaella Romagnolo gekonnt in den historischen Hintergrund der beiden Weltkriege verpackt, was der Chronik einen besonderen Stempel aufsetzt.

"Bella Ciao" ist für mich ein besonderer Roman, der mich in seiner Art überrascht und begeistert hat. Gerade die bildgewaltige Sprache der Autorin konnte mich überzeugen und die Wichtigkeit den dramatischen historischen Hintergrund immer wieder aufzubereiten zeigt die Tatsache, dass für die Europa-Wahlen tatsächlich Enkel des damalig herrschenden Mussolini zur Wahl stehen. Ich empfehle das aus meiner Sicht äußerst lesenswerte Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen weiter.

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