Raffaella Romagnolo

 4.2 Sterne bei 87 Bewertungen
Autorin von Bella Ciao, Dieses ganze Leben und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Raffaella Romagnolo

Bella Italia und schöne Literatur: Raffaella Romagnolo wurde 1971 in der italienischen Gemeinde Casale Monferrato geboren. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, 2019 schließlich erschien die erste deutsche Übersetzung eines ihrer Bücher: 

Der Roman »Bella Ciao« war so erfolgreich, dass er in zahlreiche Länder verkauft wurde. Romagnolo war für ihre Arbeit beispielsweise bereits für den Premio Strega nominiert. 

Neben dem Schreiben unterrichtet sie an einem Gymnasium Italienisch und Geschichte. Sie lebt heute in Rocca Grimalda im Piemont.

Neue Bücher

Dieses ganze Leben

 (1)
Erscheint am 28.10.2020 als Hardcover bei Diogenes.

Bella Ciao

Neu erschienen am 23.09.2020 als Taschenbuch bei Diogenes.

Alle Bücher von Raffaella Romagnolo

Cover des Buches Bella Ciao (ISBN: 9783257070620)

Bella Ciao

 (86)
Erschienen am 20.03.2019
Cover des Buches Dieses ganze Leben (ISBN: 9783257071443)

Dieses ganze Leben

 (1)
Erscheint am 28.10.2020
Cover des Buches Bella Ciao (ISBN: 9783257245615)

Bella Ciao

 (0)
Erschienen am 23.09.2020
Cover des Buches La figlia sbagliata (ISBN: 9788888320755)

La figlia sbagliata

 (0)
Erschienen am 01.05.2015
Cover des Buches Tutta questa vita (Italian Edition) (ISBN: 9788858509852)

Tutta questa vita (Italian Edition)

 (0)
Erschienen am 15.10.2013

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Raffaella Romagnolo

Neu

Rezension zu "Bella Ciao" von Raffaella Romagnolo

Fühlst du ihn, meine Freundin, diesen Frieden?
graefinrockulavor einem Jahr

Bella Ciao von Raffaella Romagnollo ist ein vielseitiges, spannendes und emotionales Buch. Es erzählt vom Ersten und Zweiten Weltkrieg aus italienischer Perspektive. Die Kriegsgeschichte wird mit der Geschichte der Freundinnen Giulia Masca und Anita Leone verknüpft. Die beiden Freundinnen werden durch die Wirrungen getrennt und müssen ihr Leben ohne einander leben. Doch am Ende finden Sie in der Vereinigung endlich den Frieden, den sie gesucht haben.

Dadurch, dass in Deutschland der Erste und Zweite Weltkrieg und die Verstrickungen bzw. Schuld an diesen omnipräsent sind, bleibt leider oft wenig Zeit eine andere Perspektive einzunehmen. Die Erzählung der Familie Leone und Masca/Manfredi ermöglichen es die italienische Geschehnisse dieser Zeit nachzuvollziehen und eine andere Perspektive einzunehmen. Besonders die Frauen der Familie Leone und die Marchessa Adelaide widersetzen sich dem Regime und trotzen trotz schwerer persönlicher Verluste und Trauer den Faschisten.

Aus feministischer Perspektive lohnt sich die Lektüre. Die Erzählung nimmt verschieden point of views ein. Darunter auch mehrere weibliche Blickpunkte. Der Blick auf Kampf, Krieg und Durchhalten und wie die Frauen sich in dieser Zeit emanzipieren, da Ihnen keine andere Wahl bleibt ist gut beschrieben. Besonders Adelaides Entwicklung von der Marchessa zur starken Frau und Gutsherrin ist absolut beeindruckend. Doch nicht nur Frauen bekommen eine starken Blickwinkel auch das Leid der Männer und auch derer, die es nicht aushalten in der Krieg zu ziehen, wird gezeigt.

Von den Männerrollen hat mir besonders Adelmo gefallen. Der Prototyp eines Antihelden. Zu feinsinnig, sanft und liebevoll für den brutalen Krieg, der lieber den Tod wählt als den Krieg.

Stilistisch ist hervorzuheben, dass Bella Ciao feinsinnig, detailreich und ruhig geschrieben wurde. Durch die Wechsel der point of view, die manchmal nicht mal durch Absätze markiert sind, wird die Verstrickung der Handlungsstränge nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf stilistischer Ebene dargestellt. Die Figuren werden tiefgründig vorgestellt und entwickeln sich im Laufe der Handlung.

Neben diesen gesellschaftlichen Themen ist es auch eine wunderbare Geschichte über Familienzusammenhalt, Freundschaft und, dass es immer ein Licht am Ende des Tunnels geben wird. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für historische Stoffe in Verbindung mit gesellschaftlichen Themen interessiert.

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Rezension zu "Bella Ciao" von Raffaella Romagnolo

Unterm Maulbeerbaum
AenHenvor einem Jahr

Borgo di Dentro im Piemont um 1900. Die neunzehnjährige Giulia Masca arbeitet seit ihrem elften Lebensjahr schon in der Seidenfabrik des Ortes, wie viele andere Frauen ihrer Schicht in der Gegend. Sie sind Fabrikarbeiterinnen, Spinnerinnen, Weberinnen, wenige Jahre Schulbildung, wenn überhaupt, Ehen werden geschlossen, Kinder werden geboren, einige überleben, andere nicht. Es ist ein raues Leben einfacher Menschen, mit rauen Umgangsformen, und bei manchen ist auch unter der harten Schale kein weicher Kern zu finden. Aber Giulia ist mit ihrem Leben im Grunde zufrieden, sie kennt kein anderes und wenn sie erst mit Pietro Ferro verheiratet sein wird, wer weiß was dann passiert. Als sie ihn jedoch zusammen mit ihrer besten Freundin, ihrer „Schwester“ Anita sieht, kommt es dem Leser fast wie eine Kurzschlussreaktion vor. Giulia nimmt ihre gesamten Ersparnisse, macht sich auf nach Genua und besteigt ein Schiff, dass sie wenig später auf Ellis Island wieder verlässt. Den Maulbeeren bleibt sie treu, in der Mulberry Street 117, in die sie ein betrügerischer Landsmann – natürlich nach dem Einstreichen einer Vermittlungsgebühr – geschickt hat, um dort eine Arbeitsstelle anzutreten – beginnt ein vollkommen neues Leben für Giulia an der Seite von Libero. Nach dem zweiten Weltkrieg kehrt Giulia zurück nach Borgo di Dentro – warum, das weiß man nicht so genau. In Rückblenden werden nun das gesamte Leben Giulias genauso wie das der mit ihr verbundenen Personen in Borgo di Dentro aufgerollt, sowohl auf persönlicher Ebene als  auch immer in Bezug auf die politischen Strömungen in Italien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere spielen der Sozialismus in der Arbeiterschicht und dann der aufkommende Faschismus eine wichtige Rolle.

Bella Ciao ist kein einfaches Buch, gerade das erste Viertel bis Drittel benötigt es schon, um in das Geschehen wirklich einzutauchen, die Familienstrukturen (halbwegs) im Kopf zu haben, und nicht wirklich jedes Mal den dankenswerterweise den Stammbaum zu Beginn jedes Buchteils zu bemühen. Dann jedoch packt es einen, es ist großartig erzählt, lebendig, detailreich, naturalistisch und plötzlich sogar spannend. Problematisch fand ich allein die Tatsache, dass manchmal Rückblenden in Giulias Gedanken vollkommen übergangslos von einem Satz zum nächsten zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her sprangen, da habe ich ein paar Mal gestutzt, allerdings gewöhnt man sich auch daran und registriert es irgendwann einfach, dass es so ist.

Insgesamt hat es mir gut gefallen, ein Buch der italienischen Belletristik zu lesen, immer wieder muss ich fest stellen, dass es sich sehr lohnt, jenseits des Krimisektors auch in andere Bereiche „landestypischer“ Bücher hineinzustoßen, so nah die Länder sind und so oft man sie vielleicht schon besucht hat, man erfährt auf diese Weise in meinen Augen sehr viel mehr von den Auswirkungen vielleicht sogar bekannter historischer Hintergründe.

Und wieder einmal mein Kritikpunkt: Bella Ciao. warum dieser Titel? Das Partisanenlied Bella Ciao wird EIN EINZIGES mal im Roman erwähnt. Und auch da singt es keiner, es wird nur erwähnt, in einer Aufzählung neben einigen anderen Liedern, die bei einer Gelegenheit erklingen. Ein Schelm, der nun daran denkt, dass man bei der Titelwahl aktuelles Chartgeschehen und Netflixserien im Hinterkopf hatte. Im Original lautet der Titel schlicht „Destino“ – Schicksal. Finde ich jetzt nicht so unpassend.

Fazit: Klare Leseempfehlung! Durchhalten, was Anzahl und Namen der Personen angeht, lohnt sich.

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Rezension zu "Bella Ciao" von Raffaella Romagnolo

"Giulia und Anita"
Literaturwerkstatt-kreativvor einem Jahr

"Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

Bella Ciao“ von Raffaella Romagnolo

Italien / Piemont

Beginn des 20. Jahrhunderts – 1946

Giulia Masca und ihre Freundin Anita Vergine wachsen unter ärmlichsten Bedingungen in Borgo di Dento auf. Schon als kleine Mädchen müssen sie hart in den Seidenspinnstuben arbeiten. Die beiden werden gemeinsam erwachsen und sind beste Freundinnen. Giulia ist mit Pietro Ferro verlobt. Als dieser sie mit Anita betrügt, verlässt Giulia das Dorf und flüchtet heimlich in die USA.

Nach einem halben Jahrhundert kehrt Giulia in ihre Heimat zurück – sie will Anita noch einmal sehen.


Fazit:

Aufgrund des Cover und des Titels wäre dieses Buch beinah an mir vorbeigegangen. Glücklicherweise war ich im März auf der Leipziger Buchmesse und da ist mir – eher zufällig – beim Diogenes Verlag dieser Roman in die Hände gefallen. Darüber bin ich wirklich sehr froh, denn sonst wäre mir eine echte Buchperle entgangen.

Raffaella Romagnolo hat eine mitreißende, ergreifende, nachdenkliche Familiengeschichte geschrieben; sie nimmt uns auf eine außerordentliche, hervorragend recherchierte, geschichtliche Reise mit. Besonders spannend, aber auch aufwühlend fand ich ihre Zeitreise nach Italien. Zum einen ihre Beschreibung von den beiden Mädchen und ihrer Arbeit mit den Seidenraupen in den Spinnstuben. Dann berichtet sie hautnah vom 1. und 2. Weltkrieg und während des 2.Weltkrieg lässt sie uns am italienischen Partisanenkrieg teilhaben.

Die Autorin schreibt flüssig und detailliert, ohne große Abschweifungen, allerdings mit vielen Zeitsprüngen und sehr viel Personal, sodass man schon konzentriert dabeibleiben muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Hilfreich, um die einzelnen Personen dieses Romans richtig einzuordnen, fand ich die beigefügten Familienstammbäume vor den drei Hauptteilen.

Sehr detailliert beschreibt Romagnolo ihre Protagonistinnen Giulia und Anita, sodass man sehr vertraut und nahe bei all den Erlebnissen bei ihnen war. Beide Frauen sind schließlich auch Auslöser und Motivation der Geschichte, sozusagen der rote Faden, den die Autorin trotz der vielen Zeitsprünge nicht verliert und am Ende gekonnt zusammenführt.

Eine absolute Leseempfehlung für einen sehr schönen und ergreifenden Familienroman!


https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2019/07/31/bella-ciao-von-raffaella-romagnolo/


Besten Dank an den „Diogenes Verlag“ für das Rezensionsexemplar.

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Raffaella Romagnolo im Netz:

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