Rafik Schami Das Geheimnis des Kalligraphen

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Inhaltsangabe zu „Das Geheimnis des Kalligraphen“ von Rafik Schami

Eine bunte Erzählarabeske, sinnlich wie die KalligraphieEin Gerücht breitet sich aus wie ein Lauffeuer in den verwinkelten Gassen der Altstadt von Damaskus: Die schöne Nura soll ihren Mann, den berühmten Kalligraphen Hamid Farsi, verlassen haben. Unerhört im Jahr 1957 in Syrien. Warum sollte sie ein Leben aufgeben, um das viele sie beneiden? Wurde sie womöglich von den Gegnern ihres Mannes entführt? Schließlich arbeitet Farsi an einer radikalen Reform der arabischen Sprache. Dass sein ehrgeiziges Projekt in den Augen der religiösen Fundamentalisten höchst frevelhaft ist und ihn in Lebensgefahr bringt, übersieht er in seinem Eifer. Ebenso, dass sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung entsponnen hat zwischen seiner vernachlässigten Ehefrau und seinem Lehrling Salman, einem Christen ...Extra in der Taschenbuchausgabe: Eine Geschichte von der Schönheit der Schrift, erzählt von Rafik Schami. Mit Kalligraphien von Ismat Amiralai.

Vom besten Geschichtenerzähler überhaupt! Wie immer ein wunderbarer Rafik Schami Roman

— cassandrad

Wunderschön geschrieben und erzählt - eine Liebeserklärung an die Schriftsprache und ein meisterliche Reise in den Orient

— SimonaWaldfee

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  • Leserunde zu "Das Haus des Friedens" von Simone Dorra

    Das Haus des Friedens

    SimoneDorra

    Nach fünfzehn Jahren Dienst als Traumatherapeutin überall in den Krisengebieten der Welt kommt die Irin Sameera Sullivan für ihre medizinische Hilfsorganisation nach Kashmir. Sie verliebt sich auf Anhieb in das wunderschöne, von einem jahrzehntelangen Konflikt gebeutelte Tal. Kurz nach ihrer Ankunft lernt sie den indischen Ex-Agenten Vikram Sandeep kennen, der nach einem traumatischen Erlebnis den Dienst quittiert und in der Nähe von Srinagar ein Waisenhaus eröffnet hat. Die Begegnung mit ihm und seinen Pflegekindern verändert ihr ganzes Leben... In der Kashmir-Saga erzählen ich und Ingrid Zellner in sieben Bänden die Geschichte zweier in Freundschaft eng verbundener Familien in Indien und Kashmir. Sie erstreckt sich über vier Jahrzehnte und berichtet von großen Gefühlen, von spannenden Abenteuern, von Terror und Liebe in einem durch anhaltende Konflikte geschundenen Land. Das Haus des Friedens ist der erste Band der Kashmir-Saga, und er entstand, noch ehe Ingrid Zellner und ich überhaupt auf die Idee kamen, zusammen zu schreiben (die restlichen Bände erscheinen in den kommenden Jahren).  Wer Freude hat an einer fremden Kultur, an Spannung, einer großen Liebesgeschichte, viel Gefühl und Dramatik, der darf mich gerne bei dieser Leserunde begleiten. Ich bin als Autorin selbstverständlich mit von der Partie und freue mich sehr auf Eure Fragen, einen regen Austausch und gute Gespräche. Ihr könnt zwischen der Paperback-Ausgabe (gerne auch signiert) und dem eBook wählen.... und eure persönliche Review am Ende der Leserunde ist etwas, womit ich ganz fest rechne.  Viel Spaß beim Bewerben! 

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    • 495
  • Leserunde zu "Sonnenaufgang im Todestal" von Amiira Ann

    Sonnenaufgang im Todestal

    Amiira

    Herzliche Einladung zur Leserunde Sonnenaufgang im Todestal /Leben unter Muslimen Mein erstes Buch, Hardcover, 384 Seiten. Authentisch berichtet. Abenteuer (m)einer Familie in einem wunderschönen Land mit liebenswerten Menschen. Eine fremdanmutende Kultur. Feeling von 1001 Nacht. Faszination Orient. Wissenswert. Idealistische Pläne, die durch einen Terroranschlag zunichte gemacht wurden...spannend und hochaktuell. Ich wünsche Euch viel Freude und Gewinn beim Lesen und bin gespannt auf unseren Austausch, Eure Fragen und Anmerkungen!   Das steht auf dem Buchrücken:Ein faszinierendes und außergewöhnliches Leben in einer völlig fremden Kultur beginnt für eine junge Familie, nachdem sie zur Jahrtausendwende als Entwicklungshelfer in das ärmste Land Arabiens auswanderte. In einer streng islamischen Gesellschaft erleben sie herausfordernde Abenteuer und sind Zeuge, wie Gott viele übernatürliche Wunder tut. Doch dann verändert ein Anschlag alles! In ihrer spannenden Biografie gewährt Amiira Ann (Pseudonym) einen authentischen Einblick in die Welt des Islam, während Terroranschläge das Land der Königin von Saba immer mehr erschüttern.

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    • 637

    Floh

    26. May 2016 um 04:39
    mirmir schreibt Es ist sehr traurig, dass Abu Mustafa es sich nicht gestattet hat zu trauern. Einem von unserem Nachbarn ist es auch so ergangen, dass er seine kleine Tochter verlor, aber der Kultur wegen nicht ...

    Auch diese Passage hat mich sehr bewegt, berührt und zum Grübeln gebracht. Vieles aus der Kultur ist mir einfach völlig unbegreiflich und fremd. Das Buch bringt hier Kulturen und Menschen ...

  • Ein Buch über die Liebe

    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

    MissRichardParker

    Salman musste früh aus Syrien flüchten und hat seinen Platz im Leben in Rom gefunden. Dort lebt er mit seiner Frau und seinem Sohn und ist glücklich. Doch die Sehnsucht nach seiner Heimat wird immer wie grösser und Salman plant eine Reise in seine Heimatstadt Damaskus. Als die lang ersehnte und geplante Reise endlich losgehen kann und Salman einige Tage bei seiner Familie in Damaskus geniessen konnte, wird auf einmal nach ihm gefahndet und Salman muss sofort untertauchen. Wie kann er dem Regime entfliehen? Wer kann ihm helfen? Gottseidank hat seine Mutter Sophia einen alten Freund, der Ihr einen Gefallen schuldig ist. Er soll Salman helfen aus Syrien zu flüchten und setzt dabei nicht nur sein Leben aufs Spiel... Ich habe dieses Buch gelesen, weil sie Kritiken unglaublich gut waren und ich sehr neugierig darauf wurde. Von Rafik Schami habe ich bisher noch nie etwas gelesen. Sein Erzählstil ist sehr bildhaft. Das gefiel mir. Sofort hatte ich bunte, lebendige Bilder im Kopf, Gerüche in der Nase... Ich konnte mir die Schauplätze so gut vorstellen, dass ich mich beim Lesen in einer anderen Welt befand.  Was mich aber an all der tollen Erzählweise massiv gestört hat, waren die unzähligen kitschigen und schmalzigen Passagen, in der es um die "erotische Liebe" ging. Nicht falsch verstehen: ich habe nichts gegen Erotik und Liebe in Büchern :-) sogar kitschiges ertrage ich ziemlich lange. Nur hier war es mir zu extrem. In dieser Geschichte schien es fast so, als ob hier jeder am liebsten jeden bespringen würde.  Für mich haben diese unzähligen Liebeleien zu viel Raum eingenommen. Etwas weniger wäre mehr gewesen, dann hätte man noch mehr über Salmans Flucht oder das Regime erfahren, was mich einfach mehr interessiert hätte als diese ständigen Liebesbeteuerungen der diversen Figuren in diesem Buch. Für meinen Geschmack musste ich etwas zu oft Seufzen und denken "ok.... schon wieder". Darum musste ich hier einfach einige Sterne abziehen. Das war aber der einzige Kritikpunkt. Ansonsten ist die Geschichte wirklich magisch, spannend und sehr interessant. Auch die Punkte über Religion und Liebe sind aktueller denn je. Ich fand das super! Für mich was es auch lehrreich, da ich einen Blick in eine Kultur erhielt, von der man leider momentan eher Angst und Schrecken übermittelt bekommt. Sehr lesenswert!

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    • 5
  • Diese Rezension ist meine persönliche Liebeserklärung an dieses wichtige Buch!

    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

    Floh

    „Salman war der Diktatur körperlich entkommen, aber seine Seele blieb noch lange eine Gefangene des Regimes, das ihn vertrieben hatte" (Seite 66) Meine persönliche Liebeserklärung an ein Buch! Ich hoffe, dass ich mit meiner Rezension all meine Gefühle und meine unendliche Begeisterung für dieses wunderbare und so wichtige Buch vom mehrfach ausgezeichneten Autor Rafik Schami zu Papier bringen kann, und meine Worte und meine Rezension diesem Buch „Sophia – Der Anfang aller Geschichten“ gerecht werden können… Zu diesem kleinen Meisterwerk der Literatur bin ich bekommen, als ich mich von vielen sehr bewegenden und begeisternden Rezensionen und Leserstimmen zu diesem Buch führen ließ. Ich habe es nicht bereut, mich für dieses Buch zu entscheiden und es mit aller Muße und mit jedem Gefühl zu lesen. Nun stehe ich vor dieser Löwenaufgabe, eine Rezension zu verfassen, die andere Leser ebenso sehr anspricht, so dass dieses Buch möglichst viele Leser finden wird, da es einfach eine enorme Wichtigkeit und besondere Gesellschaftskritik besitzt. Liebe, Politik, Religion und die Macht aller Dinge! Ich frage mich nun nach dem Lesen: Wie soll ich würdige Worte finden, die all meine Begeisterung und Hochachtung vor diesem Roman ausdrücken? … Der Autor Rafik Schami war mir bisher unbekannt, doch ich habe in seiner Feder etwas gefunden, was mir sehr einzigartig gefällt, und von dem ich unbedingt bald mehr lesen möchte. Rafik Schami hat eine besondere Poesie, er hat sich den unsagbaren Mut und die Courage gefasst, ein Buch, eine Art (Liebes-) Roman, zu schreiben, welches fiktiv, dennoch auf wahren Begebenheiten beruht - über die Zustände in Syrien, über das Flüchtlingsszenario, über Geheimdienste und die Macht der Liebe. Ein Denkmal für all die Überlebenden und denen, die es nicht geschafft haben. Rafik Schami ist Damaszener, er dringt hier sensibel, wertefrei, appellierend, offen und ohne Scham, einschlägig und erstklassig recherchiert in eine Thematik vor, vor der viele gern die Augen verschließen würden… Doch dieses Buch geht nahe, setzt ein Denkmal und rüttelt auf und schreibt sich in das Herz. Erschienen im Hanser Literaturverlag (http://www.hanser-literaturverlage.de/) Inhalt / Klapptext: „Ein Mord in Damaskus und eine Liebe, die Leben retten kann. Rafik Schami erzählt von der Macht der Liebe. Als Mädchen war Sophia heftig in Karim verliebt, dennoch heiratete sie einen reichen Goldschmied. Als Karim jedoch unschuldig unter Mordverdacht geriet, rettete sie ihm das Leben. Wann immer sie ihn brauche, verspricht er, wird er ihr helfen, auch unter Lebensgefahr. Viele Jahre später kehrt Sophias einziger Sohn Salman aus dem Exil in Italien nach Damaskus zurück. Plötzlich entdeckt er sein Fahndungsfoto in der Zeitung und muss untertauchen. Jetzt erinnert sich Sophia an das Versprechen Karims, der im Alter eine neue Liebe gefunden hat. In seinem neuen Roman erzählt Rafik Schami von der Macht der Liebe, die Mut und Tapferkeit gibt, die verjüngt und die Leben retten kann.“ Handlung: In zwei geschickt ausgearbeiteten Handlungssträngen, die in unterschiedlichen Zeitebenen der Gegenwart des 21. Jahrhunderts beginnen, erleben wir aus dritter Erzählperspektive junge Liebe im hohen Alter von Aida und Karim erzählt. Parallel dazu lernen wir Salman und seine Geschichte und Flucht in den 1970iger Jahren aus Syrien kennen. Die Geschichte von Aida und Karim und die spätere von Salman und Stella in Rom verbindet eine besondere Frau: Sophia- oder der Anfang aller Geschichten. Vom Inhalt möchte ich einfach gar nicht zu viel verraten. Dieses Buch handelt von Liebe. Sehr starker und stets besonderer Liebe. Liebe in ganz wirschen Facetten. Es handelt von Religion, Heimat, Schutz, Politik, Geborgenheit, Regime, Verfolgung, Korruption, Macht, Gier, Intrige, Krieg, Vergeltung, Familie, Harmonie, Gesellschaft, Kultur, Erinnerung, Sehnsucht, Nähe, Respekt, Freundschaft, Sex, Überleben und dem Anfang aller Geschichten… Ein Buch, welches die grauenhafte Kriegserinnerung in die Gegenwart adaptiert und für ungefiltertes Gefühl und Offenheit sorgt. Der Autor: „Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. 1979 promovierte Rafik Schami im Fach Chemie. Seit 2002 ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste. Sein Werk wurde in 24 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Preis "Gegen das Vergessen - Für Demokratie" (2011) und dem "Hamburger Tüddelband" im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals in Hamburg (2013). Im Hanser Kinderbuch erschien zuletzt Das Herz der Puppe (2012) und Meister Marios Geschichte (2013), im Erwachsenenprogramm des Verlages Die dunkle Seite der Liebe (Roman, 2004) Das Geheimnis des Kalligraphen (Roman, 2008), Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte (2011) und Sophia oder Der Anfang aller Geschichten.“ Äußeres / Cover: Das Buch liegt als Hardcover vor. Es ist sehr hochwertig verarbeitet, die Seiten weisen eine angenehme Haptik auf, das Schriftbild ist sehr angenehm. Das Buch ist von einem Schutzumschlag umgeben, welches ein wunderschönes Ornament in Blautönen und Türkisfarben zeigt. Künstlerisch und harmonisch. Ein Lesebändchen dient als Lesezeichen. Jedes Kapitel wird mit einem sinnhaften Zitat eingeleitet, die Kapitelüberschriften laden zu Assoziationen und zum Sinnieren ein. Schreibstil: Als ich dieses Buch mit seinen ersten Zeilen begonnen habe, so war ich schon gleich von der atemberaubenden Aussagekraft dieses Autors gefangen genommen. Bereits seine Widmung besitzt Tiefe. Voller Poesie, Offenheit, Mut und Glaube setzt er seine Geschichte fort und nimmt seine Leser mit in seine Heimat: Damaskus. Rafik Schamis Worte erzeugen Bilder, die man sowohl positiv gemalt, als auch negativ dargestellt nie wieder vergisst. Dieser Schreibstil ist einfach der Wahnsinn, ich habe so viel Emotionen und Charme und Witz noch nie so intensiv erlebt und erlesen. WOW. Völlig unbefangen und mit einem offenen und differenzierten Blick führt uns Rafik Schami durch seine Heimat, er lässt uns Speisen und Gerichte kosten, er lässt uns Düfte atmen, er lässt uns die Sonne spüren, er erzeugt Gänsehaut und Schauer im Winter, er weht uns eine lebendige Brise durch das Gesicht und lässt uns einfach nur Dasein und Zuschauen. Ich habe begonnen, mir besonders eindringliche und schöne Zitate, sowie appellierende Passagen zu markieren, doch dieses Buch ist voll davon! „Die meisten Besucher wissen wenig über dieses Liebespaar, das der Tod vereinigte, als das Leben die Erfüllung ihrer Liebe untersagte“ (Seite 13) Und in genau diese ehrliche Zitate besagt in einem Satz worum es in diesem Buch überhaupt geht: Die Liebe zwischen den Religionen, zwischen Herz und Verstand, zwischen Moral und Akzeptanz, zwischen Politik und Glaube. Der Autor Rafik Schami beweist es auf jeder Seite, in jeder Zeile und sogar zwischen dem geschriebenen Wort immer wieder: Er hat einen einmalig nahen und sehr authentischen Schreibstil, der diesen wichtigen und gesellschaftskritischen Roman so eindringlich und unvergesslich werden lässt. Als hätte er all die einzelnen Schicksale selbst erlebt und am eigenen Leib erfahren müssen. Durch erstklassige Recherche und Beobachtung bringt Rafik Schami all die Emotionen und Gefühle aus Leid und Hoffnung an den gebannten Leser. Rafik Schami´s Wechsel der Erzählperspektiven bringt Frische und Schwung in die Gegenwart und die Vergangenheit knapp 40 Jahre zuvor, wobei es dann mit jeder gelesenen Seite aus Kindheitserinnerungen, Sehnsüchten und aktuellen Gefahren , den Zeiten des Krieges und der Lebensgeschichte von Aida und Karim, sowie Salman und Stella, sowie dem Anfang aller Geschichten Sophia, beklemmender und eindringlicher wird. Der Autor Schami hat einen wunderbaren und unverwechselbaren Schreibstil, voller Poesie und Wortgewalt und Aussage, ich bin seinen Romankünsten verfallen, ich liebe dieses Buch. Dieses Buch setzt ein Denkmal! Ein Denkmal aus Worten so ehern wie Stahl oder Stein. Das Buch liest sich sehr gut, trotz der emotionalen Schwere der Thematik, die Sätze sind von angenehmer Länge, nicht zu einfach, aber auch nicht zu kompliziert gestaltet, sehr verständlich zu lesen. Das Buch wird von so vielen wunderbaren Zitaten und Botschaften durchzogen, die die bildhafte und eindringliche Sprache und Aussage des Autors unterstreichen. Seine Worte malen Bilder! Ein ganz besonderer Schreibstil, sprachlich ist dieses Buch von Rafik Schami ein Meisterwerk, thematisch ist es ein Denkmal. Der Autor beherrscht die Kunst, eine gute Balance zwischen Dialog, Gedanken und Eindrücken hervorzubringen und auch in den Dialog mit dem Leser zu treten. Schauplätze: Das Buch spielt im Jahr 2010 und aber auch in der Vergangenheit knapp 40 Jahre zuvor. Damaskus, Beirut, Heidelberg und Rom. Doch der Kern der Geschichte, die Erzählungen von dem Syrer Salman, der als Guerillo im Untergrund gekämpft hat, der fliehen musste und 40 Jahre im Exil gelebt hat, dort seine Liebe Stella kennengelernt hat, eine Familie gegründet hat und nun nach seinem Erlass in sein Land zurückkehren kann sind die eigentlichen Schauplätze des Geschehens. Die Sehnsucht nach der Heimat und der Kindheit, sowie die sagenhafte Liebe zwischen Karim und Aida. Ich war noch nie in arabischen Ländern zu Besuch, doch jetzt habe ich eine positive und negative Vorstellung davon, wie es dort ist zu leben, aufgewachsen zu sein, zurückzukehren oder zu Gast zu sein. Der Autor führt uns durch lebendige Gassen, durch Farben, Geschmack und Sinneseindrücke, durch Siesta, Mokka und Gewürzen, er lässt uns Familienfeste feiern und die Ruhe am Wasser genießen. Er lässt uns seine Schauplätze mit Haut und Haar erspüren. Großartig! Die Orte und Schauplätze werden so beschrieben, wie die Protagonisten sie sehen und wahrnehmen. Man sieht und erlebt dieses Buch mit den Augen des Erzählers. Die Beschreibung der Orte erfolgt mit allen Sinnen, visuell als auch organoleptisch, geschmacklich, etc. Hier wird der Duft von Kardamom, Mokka und Staub ganz wunderbar beschrieben, aber auch der flackernde Feuerschein, sowie die Kälte und der Hass der Verfolger. "Das Gedächtnis ist eine unsichtbare Stadt. Die hat mehrere Vergnügungsviertel, Geheimverstecke, Reparaturwerkstätten aller Art, einen Friedhof, dunkle Gebiete, die man fürchtet und meidet, ein Museum, Verliese für Verhasste, Kühlräume, einen Heizkessel zum Aufwärmen alter Erlebnisse und Gärten, die genossen, gepflegt oder vernachlässigt werden." (Seite 26) Charaktere: Der Titel des Buches deutet auf Sophia als Hauptcharakter hin. Ich würde Salmans Mutter Sophia jedoch als Bindeglied zwischen den Erzählungen bezeichnen. Für mich sind Salman und Stelle, sowie Karim und Aida die eigentlichen Hauptakteure in diesem Werk.   Salman ist Sophias Sohn. In den 70iger Jahren kämpfte er im Untergrund als Guerillo im Krieg gegen das Regime. Als er für einen Mord an einem Polizisten beschuldigt wird, muss er fliehen. Seine Flucht führt ihn aus Syrien über Beirut nach Heidelberg und dann nach Rom. Der junge und charmante Salman verliebt sich in Stella. Doch Salman ist nicht gänzlich körperlich befriedigt in der Ehe mit seiner Herzensliebe Stella. Als Sohn Paolo geboren wird, verstärkt sich diese Lücke. Salman geht zu Prostituierten und befriedigt sich dort. Nach über 40 Jahren erfährt Salman, dass er in seine Heimat zurückreisen darf. Er plant seine Wiederkehr zu seinen Wurzeln. Stella hat Angst und versteht diesen Wunsch nicht, doch Salman muss es tun und reist zurück… Der junge Karim wird für einen Ehrenmord an seiner Schwester beschuldigt. Dieser Mord wurde von seiner Familie inszeniert. Auch Karim ist auf der Flucht. Seine unerfüllte Liebe Sophia rettet ihm das Leben. Er bleibt in ihrer Schuld, bis er die Chance bekommt, auch für Sophia, bzw. für Salman, sein Leben zu riskieren. Karim erzählt von seinem Leben und seiner Liebe zu Sophia, zu seiner Frau Amira, seiner Tochter Maha und zuletzt von seiner großen Liebe im hohen Alter zu seiner Aida. "Das Glück, dachte er, macht den Gang der Zeit leichter, und deshalb hinterlässt sie weniger Spuren im Gedächtnis." (Seite: 65) Nebencharaktere wie Amal, Maria, Rita, Adel, Hani, Tarek, Elias, Jusuf, Mona, Paolo, Freunde, Nachbarn, Familie und Land und Leute… runden die ganze Geschichte stimmig ab. Diese Charaktere erweitern die Botschaft und Aussage der Geschichte um ein Vielfaches. Meine Meinung: Ich bin von diesem Buch so sehr angetan, dass ich nicht weiß, ob ich die treffenden und würdigen Worte finden kann. Es ist definitiv mein absolutes Lesehighlight 2015! Ich war von dem Buch auf eine besondere Weise angetan. Das Cover hatte eine magische Anziehungskraft auf mich, die Gestaltung ließ schon anmerken, dass es sich hier um ein ganz besonderes Stück Literatur handelte und die Thematik ist eine, der ich mich schon seit längerer Zeit widmen wollte: Der Syrienkonflikt, das Flüchtlingsszenario und die Liebe zu einem Land. Ich bewundere, mit welcher Anmut, Eindringlichkeit und Intensität der Autor Rafik Schami hier seine Leser erreicht und mitreißt. Dieses Buch, Salmans, Karims und Sophias Geschichte, hat mich sehr berührt und nachdenklich gestimmt. Es ist keine leicht zu verdauende Kost, ich habe an vielen Passagen mit Tränen gekämpft und konnte mit jeder Faser das elendige Leid, aber auch die unstillbare Hoffnung und Wehmut nachempfinden. Grausam. Schrecklich, Schlimm. Schön, berührend und voller Leben. Interessant und lobenswert finde ich die Perspektivenwechsel der Erzählstränge aus Vergangenheit, Erinnerung, Erlebtem und der Gegenwart. Zudem der Bezug zur heutigen Flüchtlingsthematik. Eine Liebe, eine Religion, ein Glaube und eine Hoffnung. Das lockert auf und bringt neben der ernsten Thematik auch eine Nebenhandlung im frischen und amüsanten Stil zum Vorschein. Salman und seine Beziehung zu Stella. Karim und seine Liebe zu Aida. "In Aidas Herz war der Herbst eingezogen, und sie sah dem Winter gelassen entgegen". (Seite. 129) Ich bewunderte die Schreibkunst des Autors, das Buch war von solch einer Emotionsgewalt, Tragik und Erschütterung durchzogen, dass trotzdem noch Hoffnung, Liebe und Menschlichkeit Platz fanden. Der Stil ist sehr aufwühlend und bewegend. Das Buch hat es geschafft, mich zu fesseln und viele Emotionen aufkommen zu lassen. Es hat mich zum Weinen gebracht, als ich über die Grausamkeit der Folter und Vergewaltigung las, über die Kaltblütigkeit der Ehrenmorde und dem Flüchtlingsszenario, die Tode und die Vernichtung, sowie die Narben der Flucht. Das Buch ist erstklassig recherchiert und von grandioser Umsetzung. Es beruht auf wahren Begebenheiten, das heißt, der Autor musste sich an das Ultimatum wagen, sich an Eckdaten und handfeste Fakten zu halten, aber gleichzeitig den Leser nicht zu enttäuschen und ihn nicht zu langweilen. Obwohl das Buch auf einer wahren Begebenheit beruht, muss man sich vor Augen halten, dass nicht alles, so wie es im Buch beschrieben ist, unbedingt wahr sein muss. Mir kam alles sehr authentisch vor, das muss ein Roman mit einem Stück geschichtlichen und gesellschaftskritischen Hintergrund, der auf ein großes Stück Weltgeschichte beruht auch sein, allerdings ist es auch wichtig zu wissen, dass historisch nicht immer alles überliefert ist und einfach zu vieles unausgesprochen blieb. Ich muss sagen, dass der Autor Rafik Schami dieses Ultimatum mit Bravur gemeistert hat, mir erschien keine der Handlungsstränge zweifelhaft oder falsch. Alles wurde wie bereits erwähnt sehr authentisch erzählt. Er zeigt seine Liebe zu seiner Heimat ohne sie zu beschönigen. Rafik Schami ist offen und ehrlich, er hat eine wunderbar differenzierte Gratwanderung und einen wahren Blickwinkel geliefert. Das Buch ist definitiv ein weltbewegendes Stück Literatur und mein persönliches Lesehighlight! "Man weint oft beim Abschied, dachte Salman, weil jeder Abschied ein bisschen wie Sterben ist." (Seite: 471) Bezug zur Gegenwart: Das Thema Flüchtlingswelle und Krieg in Syrien. Religiosität, Fanatismus und Hass sollte immer wieder zur Sprache kommen, allein als Denkmal und zu Gedenken der viel zu vielen Opfer. Das Buch ist ein Mahnmal, es rüttelt auf und lässt Nachdenken. Leider passieren auch in der heutigen Zeit ähnliche Genozide und die aktuelle Flüchtlingswelle lässt sich sehr gut mit der Not und der Verfolgung und den Krieg in Syrien erklären. Dieses Buch ist ein Appell an die Gesellschaft und die heutige Lage in einigen Krisenländern. Ohne Fingerzeig, aber mit großer Wirkung! Kritikpunkte: Dieses so brillant geschliffene Buch hat auch seine kleineren Ecken und Kanten, sonst könnte es gewiss nicht so stark leuchten und polarisieren. Hier kann ich wirklich nur auf hohen Niveau kritisieren und nenne einfach einige Punkte, die mir weniger zugesagt haben, aber nicht zum Sternabzug für mich führen: • Salman ist für mich zu sehr nach körperlicher Liebe und Befriedigung aus. Jede Frau scheint ihn sofort mit sexuellen Absichten zu umgarnen. Er landet schnell mit viel zu vielen Frauen im Bett und gerät oft an Prostituierten und bezahlt gern für seinen Sex. Dass er Stella betrügt, empfindet er so nicht. Noch nicht einmal im hohen Alter von 65 Jahren. Dann müssen eben Potenzmittelchen her. Nun denn… • Mir erscheinen die Protagonisten in späteren Jahren mit 55 bis an die 90 jeweils noch sehr agil. Zwar verjüngt die Liebe, doch hier bekommt man den Eindruck von sehr agilen, jungen und attraktiven Männern und Frauen zu lesen. Auch wie sie mit modernen Medien wie Smartphone und Co hantieren verblüfft mich. • Einige Passagen sind sehr ausschweifend, bis man später feststellt, wie wichtig diese Diskussionen und Erzählungen zuvor waren (Bsp. Die Kriminalliteratur der arabischen Länder, warum gibt es die so wenig?!?) • Manchmal hatte ich Schwierigkeiten all die familiären Verbindungen aus Vetter, Neffe, Bruder, Onkel, Halbbruder, Tante, Cousine und Kindeskinder auseinanderzuhalten. Fazit: Dieses Buch ist ein thematisch schwer zu verdauendes Buch. Emotional sehr aufwühlend und den Tränen nahe. Ein Buch, welches gelesen werden sollte, ein Denkmal, ein Mahnmal, ein gutes Stück Romankunst. Voller Anmut, Herzblut und Überzeugung erzählt Rafik Schami von seiner Heimat. Mein Lesehighlight 2015!!! Am liebsten würde ich 100 und mehr Sterne vergeben!

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    • 21

    Floh

    13. November 2015 um 08:55
    SalanderLisbeth schreibt Vielen Dank für die tolle Rezi! Sie hat mich neugierig gemacht und ich habe das Buch auf meine WL gesetzt. Ich habe noch nichts von dem Autor gelesen.

    ich finde den Autor so toll, ich habe mir gleich zwei weitere seiner Titel bestellt.

  • Über die Schönheit der arabischen Schrift

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    Alira

    16. January 2015 um 14:38

    Rafik Schami beherrscht die Erzählkunst wie kaum ein anderer und man fühlt sich während der Lektüre mitten in den Orient mit seinen Menschen, Blumen, Gewürzen und Düften versetzt. “Das Geheimnis des Kalligraphen” ist eine Geschichte über das Leben in Damaskus in den 1950er Jahren: Ein Roman über die Schönheit der arabischen Schrift sowie die Liebe zwischen einem Christen und einer Muslimin. Ich habe dieses Buch – anders als die anderen Schami-Bücher – ein bisschen anstrengend empfunden. Einerseits wegen der vielen Personen, andererseits weil es 200 Seiten dauert, bis die Handlung Dynamik bekommt. Weil ich jedoch den einzigartigen Stil Rafik Schamis mag, hat mir auch dieses Buch gut gefallen.

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  • Welche Bücher soll ich mir kaufen? Brauche Buchtipps!

    Daniliesing

    Hallo, ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese. Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!) Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben. Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben. Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen. Dankeschön! Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:

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    • 113
  • Das Geheimnis des Kalligrafen

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    lesemaus

    17. October 2013 um 11:52

    Aus dem Klapptext: „Ein Gerücht breitet sich aus wie ein Lauffeuer in den verwinkelten Gassen der Altstadt von Damaskus: Die schöne Nura soll ihren Mann, den berühmten Kalligraphen Hamid Farsi, verlassen haben. Unerhört im Jahr 1957 in Syrien. Warum sollte sie ein Leben aufgeben, um das viele sie beneiden? Wurde sie womöglich von den Gegnern ihres Mannes entführt? Schließlich arbeitet Farsi an einer radikalen Reform der arabischen Sprache.“ Nura ist die Tochter des großen Gelehrten aus der Ortschaft und wird gegen ihren Willen mit dem Kalligrafen Hamid verheiratet. Hamid behandelt seine Frau nicht gerade Lieb, der Sex ist einseitig und recht brutal, er schenkt seiner Frau auch keine Aufmerksamkeit. Nura leidet immer mehr unter diesen neuen Leben und versucht immer mehr das zu machen, was Hamid von ihr will. Eines Tages steht der Lehrling von Hamid vor ihrer Tür, der soll das Essen für Hamid abholen, und Nura verliebt sich in ihn. Zwischen den beiden entsteht eine starke innige Liebesbeziehung und gemeinsam begeben sich auf die Flucht. Hamid macht sich Gedanken, warum er verlassen wurden ist und mit der Zeit spürt er immer mehr, warum das alles geschah und Wut keimt in ihm auf. Was wird er al nächstes Tun? Ich liebe die Geschichten von Rafik Schami und das war der erste Roman von ihm, den ich gelesen habe. Das Buch hat mich gefesselt und ich konnte es nicht mehr weglegen bis ich die letzte Seite umgeblättert hatte, aber zugleich wollte ich, dass das Buch nie endet. Rafik Schami hat eine wohlklingende und tief greifende Sprache, die mich immer wieder mitnimmt in seine Erzählungen und Geschichten. Der Roman konnte mich überzeugen, da hier Rafik Schami nichts an seiner bildhaften Erzählkunst verloren hat, wie es bei anderen Schriftstellern doch mal vorkommt. Ich kann nur sagen, ich liebe diese Sprache, die auch sehr eindringlich und doch wohltuend ist. Der Titel passt aus meiner Sicht nicht zum Inhalt des Buches, denn es geht mehr um die Gefühlswelt von Hamid, wie er über die Situation nachdenkt, die ihm mit der Flucht hinterlassen hat. Unter dem Geheimnis kann nur verstanden werden, dass dieser die Schrift neu interpretieren und erschaffen will. Man lernt in dem Buch auch, wie stark die Macht der Sprache, der Schrift und das Wort hat.

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  • Eine Geschichte mit vielen Facetten

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    ninchen1809

    10. May 2013 um 15:07

    Das Geheimnis des Kalligraphen von Rafik Schami ist die Geschichte von Hamid Farsi, einem bedeutenden Damaszener Kalligraphen, der eine Reform der arabischen Schrift anstrebt und damit auf viele Gegner trifft. Im Jahr 1957 verlässt die Ehefrau Nura den Kalligraphen. Sie hegt keinerlei Gefühle für ihren Mann und hat auch keine Einblicke in seine Arbeit. Sie verliebt sich in den Christen und Lehrling Salman. So beginnt das Buch... Bis der Leser auf den Kalligraphen trifft, muss er sich ein wenig gedulden. Zu Anfang werden viele Lebensgeschichten aufgegriffen. So die auch von Nura und Salman, zunächst natürlich getrennt voneinander. Der Leser lernt die meisten Figuren bis ins kleinste Detail kennen. Warum die Frau dieses berühmten Mannes verschwindet und welche Pläne der Kalligraph anstrebt, werden erst nach und nach aufgelöst. Der Leser erhält einen wirklich schönen Einblick in das Alltagsleben in Damaskus der 50er Jahre und erlangt ein Gefühl für die Kunst der Kalligraphie. Wirklich beeindruckend... Die Figuren des Buches sind vielfältig und äußerst glaubwürdig und liebenswert. Bestimmte Charaktere wachsen einem ans Herz, man spürt Hass oder auch Zuneigung. Rafik Schami hat einen sehr beeindruckenden Erzählstil. Er erzählt in scheinbar schillernden Farben und schafft eine malerisch orientalische Atmosphäre. Er geht meist nicht chronologisch vor, sondern er springt in den Zeiten, was am Anfang ein bisschen Verwirrung stiftet. Man gewöhnt sich aber schnell daran. Ich bin gespannt auf weitere Bücher dieses Autoren.

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  • Rezension zu "Das Geheimnis des Kalligraphen" von Rafik Schami

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    Stirbelwurm

    04. February 2013 um 13:47

    Worte, die das Herz kitzeln.... Die bewegende Geschichte des Damaszener Kalligraphen Hamid Farsi, der den grossen Traum einer Reform der arabischen Schrift verwirklichen will und nicht merkt, in welche Gefahr er sich begibt. Seine Frau Nuri ahnt nichts von den grossen Plänen ihres Mannes und fühlt sich vernachlässigt. Sie verliebt sich in einen Christen und verschwindet spurlos. Ein grosser orientalischer Bilderbogen und ein Spiegel der syrischen Gesellschaft in den fünfziger Jahren.

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  • Rezension zu "Das Geheimnis des Kalligraphen" von Rafik Schami

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    Smetty

    18. April 2012 um 14:24

    Ich fand es etwas langweilig geschrieben ohne Höhen und Tiefen. Anfangs war es etwas verwirrend mit den Namen und das hat mir das Verstehen der Story etwas schwierig gemacht. Die Story an sich fand ich persönlich auch in keinster Weise spannend oder fesselnd.

  • Rezension zu "Das Geheimnis des Kalligraphen" von Rafik Schami

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    sabatayn76

    09. January 2012 um 21:46

    'Was ich schaffe, überdauert die Zeit' oder Thuluth - Muhaqqaq - Nasch - Raihan - Tauqi - Riqa Inhalt: Ein Gerücht geht in der Altstadt von Damaskus um: Nura, die Frau des angesehenen Kalligraphen Hamid Farsi, habe die Stadt verlassen und sei spurlos verschwunden. Was die Bewohner Damaskus' nicht wissen, ist, dass Nura, die in ihrer Ehe unglücklich war und sich einsam, unbeachtet und wenig respektiert gefühlt hat, mit ihrem Geliebten Salman, dem Gehilfen ihres Mannes, geflohen ist. Nuras Mann ahnte von der Affäre seiner Frau nichts, zu sehr war er mit seinem großen Traum, die arabische Schrift zu reformieren, beschäftigt, was ihn schließlich in große Gefahr bringt. Mein Eindruck: Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis Rafik Schami die eigentliche Geschichte um den Kalligraphen Hamid Farsi und seine Träume (und sein Geheimnis) erzählt. Bis dahin erfährt der Leser von der Kindheit Nuras, Sarahs und Salmans, liest vom Leben in Damaskus in den 1940er und 1950er Jahren, bekommt ein plastisches, fast märchenhaftes Bild der syrischen Hauptstadt vermittelt. In der Tradition arabischer Erzähler verliert sich Rafik Schami hierbei oft in kleinen Anekdoten, schweift ab, stellt unzählige Personen vor, doch gelingt es dem Autor hierbei meist, den Leser gut zu unterhalten und nicht langatmig zu werden. Bisweilen weist das Buch jedoch trotzdem Längen auf, und man wünscht sich beim Lesen, dass sich Schami etwas kürzer gefasst hätte. Schamis Protagonisten empfand ich (wie bereits in anderen Büchern des Autors) als eher stereotyp, sehr gut gefallen haben mir jedoch die Informationen über die arabische Sprache und islamische Kalligraphie, da ich selbst eine große Liebhaberin des Arabischen bin und mich bereits intensiver mit der arabischen Sprache und Schrift beschäftigt habe. Mein Resümee: Ein unterhaltsamer Roman im Stile der arabischen Tradition.

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  • Rezension zu "Das Geheimnis des Kalligraphen" von Rafik Schami

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    Josef Rechabrom

    15. January 2011 um 00:27

    Die Geschichte des Damaszener Kalligraphen Hamid Farsi, der den großen Traum einer Reform der arabischen Schrift verwirklichen will und nicht merkt, in welche Gefahr er sich begibt. Seine Frau Nur ahnt nichts von dessen Plänen und fühlt sich vernachlässigt. Sie verliebt sich in einen Christen und verschwindet spurlos. Inhaltlich gewährt das Buch einen spannenden Einblick in den Alltag und die Kultur des uns Europäern meist fremden und zum Teil befremdlichen Landes Syrien. Sprachlich ist das Buch ein Genuss. In vielen miteinander verwobenen Anekdoten, die manchmal komisch, manchmal spannend, immer jedoch geistreich und originell sind, malt der Autor ein Bild der syrischen Gesellschaft in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Und ganz nebenbei erfährt der Leser etwas vom Zauber der Kalligraphie im allgemeinen und von der Ästhetik der arabischen Schrift im Besonderen. In den ersten 100 Seiten hatte ich einige Probleme, die arabischen Namen auseinander zu halten, aber mit Namen habe ich sowieso meine Probleme. Erst ab der Mitte des Buches finden sich die einzelnen Anekdoten und Erzählstränge zu einem großen Ganzen zusammen. Fazit: Eine gute Wahl für jeden Freund anspruchsvoller Literatur, und auch für all diejenigen, die sich an gehobener Sprache ergötzen können.

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  • Rezension zu "Das Geheimnis des Kalligraphen" von Rafik Schami

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    Arthanis

    27. December 2010 um 07:08

    Hatte doch leider einige Längen, was man von Schami gar nicht gewöhnt ist. Schade.

  • Rezension zu "Das Geheimnis des Kalligraphen" von Rafik Schami

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    Golondrina

    11. October 2010 um 20:39

    Irgendwie glaube ich, dass in der Seele arabischer Autoren etwas von Scheherazade wohnt, das ist mir zuletzt bei Alia Yunis aufgefallen und jetzt bei Rafik Shami. Manch einem mag der Erzählstil zu wirr erscheinen aber mir fiel es nicht schwer, den Erlebnissen der vielen Personen zu folgen, die am Ende alle miteinander zu tun haben. Habe das nächste Buch des Autors schon auf meiner Wunschliste.

  • Rezension zu "Das Geheimnis des Kalligraphen" von Rafik Schami

    Das Geheimnis des Kalligraphen

    Thaila

    23. March 2010 um 11:10

    "Das Geheimnis des Kalligraphen" ist ein typischer Rafik Schami. Es wimmelt darin von tratschsüchtigen Nachbarinnen, weisen, alten Männern, religiösen Frömmlern und naiven, jungen Männern. Schami entfaltet eine opulente Szenerie, die von den Armenhöfen bis in die Paläste der Reichen in Damaskus reicht. Der Geruch von Orangen, Rosenwasser, Knoblauch, Männerschweiß und Staub scheint durch die Seiten des Buches zu ziehen, es gelingt Schami einen atmospherischen Eindruck Damaskuses in den 50er Jahren zu entwickeln. Erzählt wird die Geschichte eines Kalligraphen, der davon träumt die arabische Schrift zu reformieren und der sich mit diesem Traum in Lebensgefahr vegibt. Der Roman greift damit Probleme des radikalen Islams auf, die ja gerade heute besonders relevant sind. Die Frau des Kalligraphen, Nura, eine hübsche und kluge junge Frau, verkümmert hingegen in der lieblosen Ehe mit ihrem Mann, der nur die Schrift im Kopf hat. Wie immer in Schamis Romanen dreht sich die Geschichte jedoch nicht nur um diese Hauptpersonen, sondern eine ganze Fülle von Nebenfiguren erhalten ihren Platz. Und das ist vielleicht auch das Problem des Romans. Es gelingt ihm gut Neben- und Haupthandlung ineinanderfließen zu lassen, aber obwohl das Buch über 400 Seiten lang ist, bleibt nicht genug Platz für die Entwicklung der Figuren. Sie bleiben doch sehr flach und leer und ihre leidenschaftlichen Gefühle sind blass. "Das Geheimnis des Kalligraphen" ist kurzweilig und unterhaltsam, trotzdem hat es mir nicht besonders gefallen. Ich habe schon mehrere Bücher des Autoren gelesen und sie sind alle gleich. All die Nuras, Samiras und Salims kann ich kaum noch auseinanderhalten, so wenig unterscheiden sie sich. Auch Schamis märchenhafter, naiver Stil geht mir mit der Zeit auf den Keks. Schade, dass Schami sich so wenig weiterentwickelt, denn er ist ein guter Erzähler.

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