Rafik Schami Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte

(47)

Lovelybooks Bewertung

  • 46 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 11 Rezensionen
(11)
(15)
(15)
(4)
(2)

Inhaltsangabe zu „Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte“ von Rafik Schami

»Gäbe es Rafik Schami nicht, man müsste ihn erfinden.« Sabine Berking in der ›FAZ‹Ein Mann, der keine Geschichten erzählen kann, riskiert, von seiner Frau verkauft zu werden – dies ist eine der Lektionen, die der siebenjährige Rafik bei einem der gemeinsamen Basarbesuche von seinem Großvater lernt. Für ihn war dieses Erlebnis so prägend, dass er beschloss, künftig »Frauen immer Geschichten zu erzählen, damit sie mich nicht verkaufen«. In elf Erzählungen, die zu seinen persönlichsten gehören, entführt Rafik Schami seine Leser in das Damaskus seiner Kindheit: in die Kaffeehäuser, vor das Radiogerät, in dem Abend für Abend, tausendundeine Nacht lang, Scheherazade nicht nur den König in ihren Bann zieht, auf den Basar, zu den Friseuren und in die Hinterhöfe – überall hin, wo erzählt wird. Hier begann der Weg des Erzählers Rafik Schami, der ihn bislang neunmal um die Erde geführt hat.Mit der Antrittsvorlesung zur Brüder-Grimm-Professur der Universität Kassel 2010

unterhaltsame Geschichten, vom Autor selbst gelesen (Hörbuch)

— Felice
Felice

Wie Rafik Schami erzähler wurde.

— Haselnuss1801
Haselnuss1801

Stöbern in Romane

QualityLand

Eine grandios humorvolle erzählte Geschichte, deren zugrunde liegende Dystopie eingängig und mit viel Hingabe zum Detail erklärt wird.

DrWarthrop

Wer hier schlief

Auf der Suche nach der verlorenen Frau ist Philipp, nachdem er für sie alles aufgegeben hat. Gut geschriebener Roman mit kleinen Schwächen.

TochterAlice

Die Schule der Nacht

Atmosphärisch, düster und spannend...

Nepomurks

Zeit der Schwalben

Ein Buch, bei dem einem das Herz aufgeht.

Suse33

Drei Tage und ein Leben

Gut!

wandablue

Sonntags in Trondheim

Fortsetzung der "Lügenhaus"-Trilogie: Gut geschriebene, unterhaltsame Familiengeschichte, mit wenig Highlights.

AnTheia

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Geschichten aus Syrien

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Felice

    Felice

    16. August 2017 um 18:55

    Zugegebenermaßen ist es etwas anstrengend, dem Autor zu folgen, aber ich finde, man gewöhnt sich an seinen Akzent und seine Erzählweise. Die Geschichten sind heiter und unterhaltsam und machen Lust, selbst mal wieder Geschichten vorzulesen oder zu erzählen.Zudem zeichnen sie ein Bild vom Leben in Damaskus Mitte des vorigen Jahrhunderts und noch davor, wo Geschichtenerzählen eine Tradition hatte. Die Menschen kamen deswegen sogar in Cafés zusammen oder trafen sich in den Höfen ihrer Häuser. Und die Erzählungen aus 1001 Nacht verfolgten sie über zwei Jahre und acht Monate im Radio. Man besuchte sogar einen halb blinden und untalentierten Friseur, nur um Sprichwörter und deren Entstehen zu erfahren, was weitreichende Folgen für das äußere Erscheinungsbild im weiteren Leben hatte.Nettes Buch für zwischendurch oder für 18 Abende...

    Mehr
  • zieht/zog sich wie Kaugummi

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Haselnuss1801

    Haselnuss1801

    10. November 2015 um 15:24

    Also erstmal sollte ich dazu sagen das ich schülerin der 8. Klasse bin und rücksicht auf Rechtschreibfehler genommen werden soll! Ich sollte das Buch für die Schule lesen und habe nur 100 Seiten geschafft weil es mir vieeeeel zu anstrengend war. Ich lese eigentlich gerne und viel und vorallem dicke bücher bis zu 1000 Seiten und dieses Buch sollte für mich ein leichtes sein. Doch man muss jede Seite 5mal lesen um den Inhalt wirklich zu verstehen. Dazu springt es vom Leben in Damskus hinzu wie Märchen entstanden sind. Ich weiß nicht ob ich zu früh aufgegeben hab oder es einfach zu viele infos auf einmal sind. Ich habe immer 10 Seiten gelesen und konnte danach erstmal schlafen weil es die Energie aus einem rauszieht und es wie gut nacht märchen manchmal sind.Es soll vermutlich auch eher Erwachsene ansprechen aber manchmal sind solche Bücher für Kinder/Jugendliche gar nicht schlecht. Ich kann dieses Buch leider nicht weiterempfehlen und habe mir darunter auch etwas anderes versprochen

    Mehr
  • Rafik Schami erzählt, wie er Erzähler wurde

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Scheherazade

    Scheherazade

    06. September 2014 um 19:14

    Ein Mann, der keine Geschichten erzählen kann, riskiert, von seiner Frau verkauft zu werden - dies ist eine der Lektionen, die der siebenjährige Rafik bei einem der gemeinsamen Basarbesuche von seinem Großvater lernt. Für ihn war dieses Erlebnis so prägend, dass er beschloss, künftig »Frauen immer Geschichten zu erzählen, damit sie mich nicht verkaufen«. In elf Erzählungen, die zu seinen persönlichsten gehören, entführt Rafik Schami seine Leser in das Damaskus seiner Kindheit: in die Kaffeehäuser, vor das Radiogerät, in dem Abend für Abend, tausendundeine Nacht lang, Scheherazade nicht nur den König in ihren Bann zieht, auf den Basar, zu den Friseuren und in die Hinterhöfe - überall hin, wo erzählt wird. Hier begann der Weg des Erzählers Rafik Schami, der ihn bislang neunmal um die Erde geführt hat. Dies ist kein gewöhnlicher Märchenband, wie Rafik Schami sie schon oft veröffentlicht hat, sondern ein sehr persönlicher. Neben den Geschichten aus seiner Kindheit, wie er zum Erzähler geworden ist, widmet er sich hier auch theoretisch dem Thema Erzählen und dem Märchen als Erzählform. Es sind sehr wissenschaftliche Abhandlungen, die er aber in seiner bekannten witzigen Erzählform präsentiert, sodass sie leicht zu lesen sind und wirklich Spaß machen. Wer allerdings einen weiteren Erzählband erwartet wird hier an einigen Stellen enttäuscht. Wer sich aber auf Rafik Schamis Experiment einlässt, der wird vieles über Scheherazade, Don Quijot, die arabische Sprache, Sprichwörter, Märchen und natürlich der Kunst des Erzählens lernen können. Der Erzählstil ist wie bei Rafik Schami üblich, wirklich meisterlich. Auch die vielen verschiedenen Arten seine Themen zu verpacken, haben mich bei diesem Buch beeidruckt. Obwohl die Themen eigentlich sehr trocken sind, hat er es geschafft sie so zu gestalten, dass man es gern liest und das ist wirklich eine hohe Kunst. Insgesamt wirklich ein tolles Buch, bei dem man einiges übers Erzählen und Märchen an sich erfahren kann. Aber man sollte keine gewöhnliche Geschichtensammlung erwarten, denn dieses Buch beinhaltet viel mehr als das. Von mir gibt es 5 Sterne für dieses großartige Werk.

    Mehr
  • Ein Leben als Erzähler

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Gretchenfrage

    Gretchenfrage

    01. April 2013 um 14:01

    Warum wird ein Mensch zum Erzähler? Passiert das einfach so nebenbei oder gibt es Schlüsselerlebnisse, die einen Menschen der Literatur quasi in die Arme treiben? Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann es vermutlich nicht geben. Wer jedoch eine sehr schöne (und gleichzeitig lehrreiche) Erklärung lesen möchte, dem lege ich Rafik Schamis Buch „Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte“ ans Herz. Auf 176 Seiten rekonstruiert Schami hier seinen erzählerischen Werdegang, der im Damaskus der 50er Jahre seinen Anfang nimmt, als Schami, damals ein Junge von sieben Jahren, beobachtet, wie eine Frau ihren schweigsamen Mann auf dem Flohmarkt verkauft. Obwohl er nur bedingt versteht, was passiert ist, beschließt er als Reaktion auf den ungeheuerlichen Vorfall, seinen Frauen immer Geschichten zu erzählen, sodass sie ihn nicht verkaufen. Doch natürlich reicht es nicht, Geschichten einfach nur zu erzählen. Sie müssen darüber hinaus auch gut erzählt sein, um die Zuhörer gefangenen zu nehmen und mitzureißen. So wie beispielsweise die Geschichte vom verliebten Dschinn, der Schami, während er krank das Bett hütete, gelauscht haben will. Der gelungene Rückblick auf Schamis Werdegang als Erzähler wird ergänzt durch Exkurse zu den Themen Märchen und Mündlichkeit. Sie zu lesen lohnt sich nicht unbedingt der dargebotenen Informationen wegen. Bei Interesse ließen sich diese schließlich in jedem besseren Sachbuch nachlesen. Nein: Was die beiden Exkurse interessant macht, sind die Überlegungen und Beobachtungen, die der Autor zu den beiden Themen gemacht hat. Sie bereichern die Fakten und wirken im Gegensatz zu den konstruierten und angelesenen Beispielen, die man in Universitätsvorlesungen oft zu hören bekommt, authentisch, da sie Schami oft aus seinen eigenen Erlebnissen ableitet.  Aus diesem Grund hätte der Abschnitt, der das gesprochene Wort behandelt, auch eigentlich einer der stärksten des gesamten Textes sein müssen. Dem ist aber leider nicht so, da dieser Text ursprünglich an Zuhörer, nicht aber an Leser gerichtet war. Manche rhetorischen Kniffe, die erzählt mit Sicherheit gut funktionieren, können auf dem Papier nicht überzeugen und ziehen den Text stellenweise fast ins Lächerliche. Vor allem die Unterbrechungen durch den tapferen Ritter Don Quijote und den Wissenschaftler Ibn Aristo verlieren niedergeschrieben ihren Reiz. Sie wirken hölzern und stören den Lesefluss. Im letzten Kapitel „Großvaters Brille“ gewinnt der Text dann aber Gott sei Dank wieder an Fahrt – was jedoch nicht weiter verwundert. Denn der Autor führt uns wieder zurück in seine Kindheit, was ihm Gelegenheit verschafft, noch einmal aufzutrumpfen. Dass Schami erzählen kann, merkt man eigentlich auf jeder Seite dieses ungewöhnlichen Textes. Doch nirgendwo spürt man es so deutlich wie in den Erinnerungen an seine Kindheit. Er lässt Menschen und Orte mit Hilfe weniger treffender Worte vor dem inneren Auge auferstehen und macht seinen Lesern so das Fremde rasch vertraut. Ein Syrien, das so verschieden ist von jenem, das wir aus den Nachrichten kennen, erwacht durch ihn zu neuem Leben und zieht einen unweigerlich in seinen Bann. Und das allein durch die Macht der Worte. Zugegeben: „Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte“ ist mit Sicherheit kein Meilenstein der deutschen Literaturgeschichte. Der Text beweist jedoch, dass Schami den Weg, den er beschritten hat, zu Recht gewählt hat. Denn Erzählen kann er wie nur wenig andere deutsche Schriftsteller.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte" von Rafik Schami

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Stephenie

    Stephenie

    27. February 2013 um 22:11

    Ein paar nette kleine Geschichten, aber doch etwas zu wenig persönlich. Lieber hätte ich noch etwas mehr über Schamis Familie gelesen als abgedruckte von Ihm gehaltene Vorträge zum Thema Sprache.

  • Rezension zu "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte" von Rafik Schami

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    27. January 2013 um 20:00

    „Und interessant ist, dass von den 6500 Sprachen, die heute noch existieren, nur ein paar Hundert eine Schrift besitzen.“ Das mündliche Erzählen ist uralt, wesentlich älter als die ersten Schriftsprachen. Und es hat bis heute eine weitverbreitete Tradition, sowohl in afrikanischen, als auch besonders in arabischen Gesellschaften. Rafik Schami ist ein begnadeter Erzähler, nicht nur in seinen Büchern, sondern besonders mündlich. In diesem Buch schreibt er über das Erzählen, darüber, wie er zum Erzähler geworden ist, und warum wie das Zuhören so lieben. Das Buch ersetzt nicht die Erfahrung, ihm live zuzuhören, aber seine unnachahmliche Art der Erzählweisen macht auch das Lesen zum Genuss. In seine autobiographischen Erinnerungen streut Schami Märchen und Geschichten ein, und auch die Sachtexte, besonders sein Universitätsvortrag, spiegeln seinen unverwechselbaren Stil wider. Gleichzeitig erweitern diese Geschichten den Horizont. Dem Hinweis, dass Edgar Allan Poe ein alternatives Ende für 1001 Nacht geschrieben hat, bin ich sofort nachgegangen, um diese Geschichte zu lesen. Auch über die Entstehung der Schriftsprache, den Unterschieden zwischen mündlichem und schriftlichen Erzählen und die unterschiedlichen Erzählweisen lernt man auf unterhaltsame Art etwas in diesem Buch. Ob Rafik Schami nun von seinem Großvater erzählt, der nicht einschlafen konnte, ohne das Ende einer Geschichte zu erfahren, von Murmelspielen in seiner Kindheit oder vom nächtlichen Radiohören mit seiner Mutter, immer lässt es uns beim Lesen eintauchen in eine andere Welt und dem Autor so nahe kommen wie in keinem seiner anderen Bücher.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte" von Rafik Schami

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    WilderMajoran

    WilderMajoran

    02. January 2013 um 18:06

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich war eingestellt auf einzelne Erzählungen. Das Buch ist aber eine Mischung aus Erzählungen und eine Abhandlung über das Geschichten erzählen.

  • Rezension zu "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte: Oder wie ich zum Erzähler wurde" von Rafik Schami

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    sabatayn76

    sabatayn76

    13. October 2012 um 13:40

    'Ein Nachahmer kann seinem Vorbild bis zur Gesichtslosigkeit folgen, aber er bleibt bloß ein erbärmlicher Schatten des Erfinders.' Inhalt: Rafik Schami erzählt in 'Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte', wie er zum Erzähler wurde. Er berichtet von seiner Kindheit in Damaskus, von der Damaszener Altstadt, vom Suq, von den engen Gassen, den Kirchenglocken und den Muezzinrufen, von Spielen, von Murmeln, von den Märchen aus 1001 Nacht, von der arabischen Sprache. Mein Eindruck: Rafik Schami beschwört ein märchenhaftes Bild der Stadt Damaskus herauf und versetzt den Leser in eine längst vergangene Zeit. Zudem bietet er Einblick in weniger märchenhafte Ereignisse und historische Gegebenheiten - in den Terror durch das Nasser-Regime, Gewalt, Folter, Verhaftungen. In 'Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte' geht der Autor zusammen mit dem Leser auf spannende Exkursionen, bei der Lektüre lernt man viel, doch bisweilen empfand ich Schamis Ausführungen auch als etwas ermüdend und ausufernd. Die Idee mit den Dialogen mit Sancho Pansa, Don Quijote und Ibn Aristo hat mir zudem gar nicht gefallen. Mein Resümee: Einerseits ein wunderbarere Ausflug nach Damaskus, andererseits war mir das Buch bisweilen zu naiv und zu kindlich.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte" von Rafik Schami

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Ruffian

    Ruffian

    17. March 2012 um 21:50

    Rafik Schami beginnt sein Buch mit bunten Erzählungen von Erlebnissen aus seiner Kindheit in Damaskus. Diese Geschichten und Schamis Großvater haben mir sehr gut gefallen. Wer hätte nicht auch gerne so einen Opa, der mit ihm durch die Straßen von Damaskus geht und mit dem man gemeinsam erlebt, wie eine Frau ihren Mann auf dem Flohmarkt verkauft. Doch das ist nur eine von mehreren Geschichten. Schami schwelgt in seinen Erinnerungen und ich bin ihm dabei gerne in die Gassen von Damaskus gefolgt, von denen jede ihr eigenes Aussehen und ihren eigenen Duft hat. Bis dahin hat mich das Buch richtig begeistert. Doch dann beginnt der Autor über verschiedene Themen wie z.B. die Macht einer guten Geschichte und die Bedeutung von arabischen Märchen für Erwachsene und Kinder zu philosophieren. Außerdem vergleicht der Autor noch ausführlich die Unterschiede einer aufgeschriebenen Geschichte mit der mündlichen Erzählung und schildert hierbei wie schwer es ist ein richtig guter Erzähler zu sein. Das Lesen dieser Betrachtungen, die leider einen Großteil des Buches ausmachen, empfand ich teilweise als ermüdend, auch wenn sie sicher viel Wahres enthalten. Eingebettet in diese Gedankengänge sind Ausschnitte aus Schamis Leben und man bekommt eine ungefähre Vorstellung, wie schwer sein Weg war zu dem Erzähler zu werden, der er heute ist. Als seine Wegbegleiter stellt er dem Leser Don Quijote, Sancho Panza und Ibn Aristo vor. Wobei Don Quijote und Sancho Panza sehr unterhaltsam waren ganz im Gegensatz zu Ibn Aristos etwas belehrenden Erläuterungen. Am Ende gibt es noch eine rührende Geschichte in welcher es erneut um seinen Großvater geht. Das war mein erstes Buch von diesem Autor und seine humorvolle Art Geschichten zu erzählen hat mir sehr gut gefallen. Sicher werde ich wieder ein Buch von ihm lesen, allerdings eines ohne theoretische Betrachtungen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte" von Rafik Schami

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Gruenente

    Gruenente

    31. December 2011 um 12:02

    Ich hatte iene schöne, orientalische Geschichte erwartet. Das ist es nicht. Es ist eher die Erzählung wie Rafik Schami zum Schrieben und erzählen kam und was Erzählkunst in unserem Leben bedeutet. Einige literarische Figuren kommen auch zu Wort und führen hitzige Diskussionen mit Schami. Die Erzählteile (z.B. über seine Kindheit)sind wunderschön, für den Rest hätte ich mich besser mal vorher über das Buch informiert

    Mehr
  • Rezension zu "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte" von Rafik Schami

    Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte
    Clari

    Clari

    06. October 2011 um 15:45

    Märchen, Geschichten und Traditionen. Der mit ungeheurem Sprachreichtum und einer ausufernden Fabulierkunst ausgestattete Erzähler Rafik Schami berichtet in seinem neuesten Buch, wie er zum Erzähler wurde. Damaskus, Ort seiner Geburt und Kindheit, bot dem Jungen reichlich Gelegenheit, sich in der Erzählkunst zu schulen. Einen nicht geringen Beitrag dazu leistete sein Großvater, der ihm die Augen öffnete für den ganzen Reichtum an Bildern, Gerüchen, Farben und Geräuschen in der großen Stadt Damaskus. Auf dem Basar sah er einst mit dem Großvater die Frau, die auf einem Schild ihren Mann feilbot. Dieser war Experte für Pferde, aber seine Frau konnte er nicht unterhalten, denn er sprach nie ein Wort. So lernte der junge Rafik, dass man mit Erzählen sein Leben verbessern und dem Verkauf als Ehemann entgehen konnte. Rafik Schami geht auf die Bedeutung der Geschichten Scheherasads aus „Tausendundeine Nacht“ ebenso ein wie auf die Bedeutung der Volksmärchen in aller Welt oder auf die Geschichten aus der Bibel. Der Symbolgehalt und die Vielfalt dieser Geschichten bieten mannigfache Möglichkeiten, sich die Welt verstehbar zu machen und Orientierung in dieser oft so grausamen Welt zu finden. Weitsicht und Humor zeichnen die Geschichten aus, mit denen uns Rafik Schami an seiner Entwicklung teilnehmen lässt. Seine Mutter, die sich gern zu seiner fantasiebegabten Komplizin machte, und der schelmische Großvater mit seinem Spieltalent und seiner Einfühlung in die Sichtweisen des Kindes können als Einflüsse ausgemacht werden, unter denen Rafik Schami zu dem großartigen Erzähler wurde, der er heute ist. Seit vierzig Jahren lebt er in Deutschland und schreibt seine Bücher auf Deutsch. Die Weisheit und die Herz erwärmende Sprache, mit der er uns seine literarische Welt erklärt, begeistern uns. Mit Sprüchen wie diesem: „Wer älter wird, der wird nicht aufhören zu spielen. Aber wer aufhört zu spielen, der wird älter“ von George Bernhard Shaw leitet er seine Kapitel ein und zeigt damit seine umfassende Bildung, Literatur in einen Gesamtzusammenhang zu stellen. In einer längeren kulturanthropologischen Abhandlung erläutert er die Bedeutung der Märchen und erweist sich als Kenner mythologischer Ursprünge. Diesem begnadeten Dichter ist mit seinem neuen Buch ein literarisches Geschenk für diesen Herbst geglückt.

    Mehr