Ich wollte nur Geschichten erzählen

von Rafik Schami 
4,3 Sterne bei20 Bewertungen
Ich wollte nur Geschichten erzählen
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Ein alter Grantler stellt sich vor. Manches recht interessant. Anderes kann man getrost vergessen.

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Einblicke in das Leben eines Exil-Schriftstellers - Hochachtung!

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Inhaltsangabe zu "Ich wollte nur Geschichten erzählen"

Am 19. März 1971 landete in Frankfurt am Main das Flugzeug, das Rafik Schami nach Deutschland brachte. Die Entscheidung, seine Heimat Syrien zu verlassen, war ein Sprung ins kalte Wasser – und in die Freiheit.
In Texten, die sich wie Mosaiksteine zu einem bunten Gemälde zusammenfügen, erzählt er in seiner unnachahmlichen Art Heiteres, Komisches und Ernsthaftes aus dem Leben eines Exilautors. Zum ersten Mal hebt Rafik Schami ein bisschen den Vorhang und zeigt, welche abenteuerlichen Hürden er bei seinem literarischen Schaffen überwinden musste.
Eine spannende Lektüre für alle Fans und Freunde seiner Literatur – und für Neugierige.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783869743028
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:steinbach sprechende bücher
Erscheinungsdatum:30.09.2017
Das aktuelle Buch ist am 15.09.2017 bei Schiler, H erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Wedmavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein alter Grantler stellt sich vor. Manches recht interessant. Anderes kann man getrost vergessen.
    Ich wollte nur den Autor mal näher kennenlernen...

    Das Hörbuch gibt es im Programm des neuen Hörbuchanbieters, also beschloss ich, auf diesem Weg, den Autor Rafik Schami etwas näher kennenzulernen. Immer wieder mal tauchte bei mir die Idee auf, etwas von ihm zu lesen.

    Das Buch besteht aus kurzen und manchmal etwas längeren Essays, in denen er aus seinem Leben erzählt, wie und warum er in den 70-ger Jahren nach Deutschland kam, wie und warum er ein Schriftsteller wurde. Er philosophiert aber auch zu den aktuellen Themen unserer Zeit, z.B. was es bedeutet, ein Flüchtling zu sein, einer Minderheit anzugehören, wie die Autoren, wie Araber insg. im Exil leben usw. Ratschläge für angehende Autoren gibt er auch.

    Es war interessant, seine Meinung zu erfahren: Was er über die Wüste sagt, über arabische Autoren jeglichen Couleurs, welche Kämpfe es da gibt auf der ideologischen Front.

    Aber viele Sympathiepunkte konnten seine Einstellung und Darbietung bei mir nicht erzielen. Vor meinem inneren Auge stand das Bild eines alten Grantlers, der schon fast mit diebischer Freude die Zustände hier und dort kritisiert und das Kritisieren an sich als eine seiner wichtigsten Aufgaben ansieht. Dabei stellt er selbst wie einen heldenhaften Moralapostel hin, zu dem die Leser aufschauen dürfen. Wenn man aber genauer hinhört, kommen da noch ganz andere Dinge zutage.

    Bei seinen Ratschlägen tauchte bei mir der Begriff Weltfremdheit auf. Vllt hört sich da alles so hochmoralisch und rund an. Aber wenn man diesen Ratschlägen folgen würde, wäre man ganz schön fehlgeleitet. Und viele Leser um ihre Lieblingsgeschichten betrogen. Hör dir das an und mach das Gegenteil, passt sehr gut zu seinen Ratschlägen.

    Was er über die russische Literatur der sowjetischen Periode sagt, ist ein sehr bekannter Spruch eines lokalen Satirikers, der gut zwanzig Jahre zuvor in die Welt gesetzt wurde, als es so schwer in Mode war, alles, was in der Zeit passierte, bitterböse zu kritisieren. Wie so viele Sprüche dieser Art, hört er sich vllt griffig an und als Laie ist man zu schnell dabei, dem auch Glauben zu schenken. Der Inhalt stimmt aber herzlich wenig. Der Spruch ist nur gut, um beim Publikum, das keine Ahnung hat, Eindruck zu schinden. Der werte Autor gibt später zu, dass er sehr selektiv liest und nur einige Werke sowjetischer Autoren gelesen hat. Und dies sieht er als eine ausreichende Grundlage an, Urteil über die gesamte sowjetische Literatur in einem Satz abzugeben. Wie gesagt, der Spruch stammt nicht mal von ihm, was er nicht zugibt. Damit steht er in meinen Augen „sehr glaubwürdig“ und „sehr sympathisch“ da.

    Bei manchen weiteren Stellen, wie bei seinen Ratschlägen und noch einigen anderen, war mir, dass genau das die Priorität Nr.1 war: Diese Lügen, die zwar Lügen sind, aber einen relativ hohen Unterhaltungswert, zumindest in den Augen des Autors, besitzen, an die Leser zu tragen, frei nach dem Motto: Die beste Lüge ist die, die auch ein Quäntchen Wahrheit besitzt.

    Überhaupt in Sachen Lügen und Wahrheit: Der werte Autor bemüht sich redlich, sich vor den Lesern als Wahrheitsverkünder hinzustellen. Wenn dies eine Art Biographie sein soll, wofür sie manche Leser auch halten, dann ist dieses Werk eine Lüge, und dies nach der eigenen Definition des Autors. An einer Stelle sagt er, dass man den Autobiographien nicht trauen soll, denn sie können nur Lügen sein. Also bitte, der werte Autor hat sich damit schön ins Abseits befördert. Man kommt auch selbst dahinter, wenn man einfach genauer hinschaut.

    Tja, meine Pläne, etwas von Schami zu lesen, rücken somit in weitere Ferne.

    Wolfgang Berger hat sehr gut gelesen. Seine Stimme und die Art vorzutragen passen zum Inhalt sehr gut. Ich musste trotzdem Pausen anlegen, wegen des Inhalts, aber der Sprecher kann nichts dafür.

    Hörbuch, 4 Stunden und 3 Minuten, ungekürzt.

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    kruemelmonster798s avatar
    kruemelmonster798vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Einblicke in das Leben eines Exil-Schriftstellers - Hochachtung!
    Einblicke in das Leben eines Exil-Schriftstellers - Hochachtung!

    Ich mag die Bücher von Rafik Schami sehr gerne - und liebe seine Lesungen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass es nun ein Hörbuch mit Einblicken in sein Schriftstellerleben gibt.

    Das Hörbuch lässt hinter die Kulissen blicken, Stück für Stück kann man erfahren, wie es war, als Rafik Schami  in Deutschland ankam. Mit welchem Engagement er seine Deutschkenntnisse perfektionierte und mit welchen Widrigkeiten er zu kämpfen hatte.

    Vom Privatleben des Schriftstellers erfährt man kaum etwas, hier geht es wirklich um die Bedeutung des Geschichtenerzählens und das Leben als Schriftsteller im Exil.

    Das Hörbuch ist sehr komplex, unter anderem gibt es  einen Ausflug in die arabische Sprache, die Bedeutung der Sippe wird erklärt und auch Anekdoten, die einen schmunzeln lassen fehlen nicht. Darüber steht aber stets die Sehnsucht nach seiner Gasse in Damaskus.
    Es sind so viele kluge Gedanken, dass ich mir öfter die print-Ausgabe statt des Hörbuchs gewünscht habe, einfach damit ich schnell noch einmal den einen oder anderen Gedanken nachlesen kann. Wobei das Hörbuch natürlich auch seinen Reiz hatte.

    Das Hörbuch wird nicht von Rafik Schami selbst gesprochen, was einerseits ein wenig schade ist, aber er hat wohl einmal gesagt "Hörbuch-Aufnahmen verlangen nicht die große Kunst des freien Erzählens, sondern die des Vorlesens". Und deshalb übernimmt den Part des Vorlesens hier Wolfgang Berger, der seine Sache sehr gut macht.

    Mein Fazit: Meine Hochachtung vor Rafik Schami ist nach dem Hörbuch-Genuss noch größer, für alle Fans seiner Bücher ist dieses (Hör-)buch eine absolute Empfehlung.



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    Waschbaerinvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Hörbuch hätte nicht nur fünf, sondern sechs Sternchen verdient.
    "Ich bin frei"

    Das vorliegende Hörbuch "Ich wollte nur Geschichten erzählen" von Rafik Schami hat mich vom ersten bis zum letzten Ton voll in seinen Bann gezogen. "Mosaik der Fremde", so wählte er den Untertitel. 

    So, wie ein Mosaik aus vielen kleinen und kleinsten Steinchen besteht, so setzt sich auch sein Leben und Wirken aus vielen unterschiedlichen Einzelteilen zusammen. Es empfiehlt sich als Leser/Hörer, wie bei einem Mosaik einige Schritte zurück zu treten, damit sich das Ganze in seiner Vollendung offenbaren kann.

    Sein neues Leben begann am 19. März 1971 mit der Landung des Flugzeuges auf dem Flughafen Frankfurt. Sein erster Gedanke: "Ich bin frei". In dem Hörbuch wird dies in Arabisch gesprochen, ein für meine Ohren sehr melodische Aussprache. Obwohl ich kein Wort dieser Sprache spreche, habe ich mir diesen wunderbar klingenden Satz in der Originalsprache gemerkt. "Ich bin frei", wie wunderbar muss es für jemanden sein, der bisher von 15 Geheimdiensten argwöhnisch beobachtet und verhört wurde, obwohl sein einziges Vergehen darin bestand, eine Lockerung der Fesseln des Staatsapparates zu fordern. Bei der Landung in Frankfurt ließ er nicht nur die Bevormundung der syrischen Diktatur hinter sich, sondern auch der 35 Onkeln und Tanten in und um Damaskus.

    Für Rafik Schami begann ein steiniger Weg in einem Land, dessen Sprach er noch nicht sprach. Eine Anzahl Fremdsprachen musste er bereits lernen, neben Aramäisch und Arabisch (Muttersprache) auch Französisch und Englisch - jedoch Deutsch war nicht dabei. Um sich diese Sprache zu erarbeiten, schrieb er mit der Hand dtsch. Klassiker ab. Dabei lernt er nicht nur die einzelnen Worte, sondern auch den guten Ausdruck in dieser, ihm bis dahin fremden Sprache.

    Nur so nebenbei bemerkt, so ein Erarbeiten des guten Ausdrucks würde auch einigen Schriftstellern mit dtsch. Muttersprache guttun, bevor sie sich mit ihrem Werk in die Öffentlichkeit wagen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Von Kindesbeinen an wollte er Chemielehrer werden und zudem Geschichten erzählen. Doch die Lebensumstände zwangen ihn zu einem Umdenken. Wer die Bücher von R.Sch. kennt der weiß, das Geschichtenerzählen bewältigt er noch immer mit Bravour.

    Rafik Schami wurde zum Exilschriftsteller um überleben und schreiben zu können. Bei seinen Ausführungen über Schriftsteller im Exil nennt er viele mit Namen und geht ins Detail, unterscheidet zwischen den Autoren die in der Muttersprache schreiben und denen, die in der Sprache des neuen Lebensraumes schreiben - höchst lesenswert. Er bringt uns Syrien nah, ein ehemals fröhliches Volk. Erzählt von seiner Mutter, seinem Vater, die er verlassen musste um frei zu sein. Der geliebte Ort Damaskus spielt in vielen seiner Bücher eine starke Rolle und auch in dem vorliegenden Werk weht ein Hauch von Wehmut durch die Erzählung, diesen Ort für immer verlassen zu haben. Doch es gab kein Zurück, wenn er nicht sein Leben verlieren oder viele Jahre im Gefängnis zubringen wollte.

    Die Clans beschreibt er als eines der größten Übel in dem arabischen Raum. Sie wollen an den Himmel reichen, während das Volk darbt. Wieviel Angst muss so ein System vor Schriftstellern haben, wenn diese mit der vollen  Macht  des Staates bekämpft werden.  Die ganz Linken bei uns, die ähnlich blind sind wie die ganz Rechten in unserem Land, werden nicht gerne lesen oder hören, was er von  ihnen zu sagen hat. Zu seiner großen Überraschung sah er sich gerade aus der linken Ecke großer Kritik oder auch Anfeindungen ausgesetzt. Er mutmaßt, man habe "Saddam Hussein mit Saddat verwechselt" oder auch "Putin mit Lenin". Dass unter diesen Regimen tausende von Menschen ihrer Freiheit beraubt, gequält oder auch gefolter wurden/werden, ließen viele einer blinden Ideologie wegen unter den Tisch fallen. 

    So gehören zu den Profiteuren dieses Regimes Saddat auch die "Unter-vier-Augen-Kritiker",  die zwar im sicheren, abgeschiedenen Raum - unter vier Augen - eine große Lipper riskieren,  sich aber in der Öffentlichkeit angepasst geben, sich damit arrangieren um nicht in Ungnaden zu fallen und womöglich ihrer Vorteile und ihres bequemen Lebens beraubt zu werden.

    Wobei, über die ganze Welt verteilt gibt es jede Menge "Unter-vier-Augen-Sprecher", - im Großen wie im Kleinen. Es ist wohl eine Spezies, die gelernt hat sich immer durchzumogeln. R. Sch. hat für sich eine Lösung entdeckt: Er verbannt sie aus seinem Denken, legt solche Zeitgenossen einfach in einem "Ordner" ab und vergisst sie.

    Was wissen wir im Westen von Syrien? Im jahre 1971 bestimmt nicht viel. Ich hätte auf diese Frage damals sicherlich gesagt, das liegt irgendwo im nahen Osten, hätte wahrscheinlich noch auf die Bibel verwiesen und damit wäre es für mich gut gewesen. Ganz sicher dachten viele in der Bevölkerung unseres Landes genau so. Vielleicht lag dies auch daran, dass mein Erdkundeunterricht tatsächlich so langweilig war, wie Rafik Schami solchen Unterricht beschreibt. Drei Religionen wurden von dort erfolgreich exportiert, schreibt er, die noch heute Bestand haben.

    Seine Kritik gilt der Rückständigkeit des nahen Ostens, wo man zwar auf einem Meer von Erdöl sitzt und seinen Wohlstand aus diesem Umstand finanziert, aber nicht einmal eine Schraube herstellen könne, geschweige denn einen Computerchip. 

    Am Ende des Buches zeigt sich R. Sch. voller Dankbarkeit dafür, dass man ihm in Deutschland ein freies Leben ermöglichte.

    Diese Buch "Ich wollte nur Geschichten erzählen" ist für den Leser der sich Denkanstöße und einen Blick über seinen Tellerrand von der Literatur erhofft, eine große Bereicherung. Wer mehr von einem Buch verlangt als sich mit Banalität die Zeit vertreiben zu lassen, wird an dem vorliegende Werk seine helle Freude haben. Ein großes Lob auch an den Sprecher.


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    Leserin71vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr wertvolles Hörbuch mit aufschlussreichen Einsichten in die Unterschiede von syrischer und deutscher Kultur
    Mosaik der Eindrücke eines deutschen Autors aus Syrien

    Rafik Schami hat in diesem Buch viele seiner Erlebnisse und Erfahrungen in Syrien und Deutschland aufgeschrieben. Anschaulich erzählt er über seine Gründe des Exils in Deutschland und sein weiteres Leben in Deutschland. Das Buch sieht er nicht als Autobiographie, sondern als Mosaik seines Lebens, wo Bruchstellen bei genauerem Hinsehen sichtbar werden und das jeder ergänzen kann.
    Ich habe die Hörbuch-Version genießen können. "Ich wollte nur Geschichten erzählen" ist definitiv nichts zum Nebenbei hören. Manche Stellen sind so tiefgehend und philosophisch, dass ich sie zum vollen Verständnis gerne immer wieder hörte.
    Sehr beeindruckt haben mich die Themen Gastfreundschaft, Literatur und Sprache. Rafik Schami gibt auch Tipps zum guten Schreiben.
    Gerne vergebe ich 5 Sterne.

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    engineerwifevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Er kann es einfach, und was er nicht kann lernt er und erarbeitet es sich ... aufgeben gilt nicht, ist sein Motto. Dafür bewundere ich ihn!
    Leben fern der Heimat ist nichts für Feiglinge ...

    Wer hier Klatsch und Tratsch aus dem Hause Rafik Schami erwartet, wird enttäuscht sein. Wer hier allerdings einen tiefen Eindruck in die Gefühle, Ängste und Nöte dieses wunderbaren Geschichtenerzählers erfahren möchte, sollte dabeibleiben. Wie ein Puzzle fügt er die verschiedenen Bausteine seines bewegten Lebens zu einem Ganzen zusammen. Wir lernen ihn kennen, wie er sich bemüht seiner neuen und alten Heimat gleichwohl gerecht zu werden. Wir bekommen neben seinem anfänglichen Kampf mit den deutschen Gebräuchen und Einstellungen auch einen tiefen Einblick in die Gepflogenheiten der arabischen Kultur, den verschiedenen Religionen und Gewohnheiten. Vor allem aber lernen wir viel über Literatur und die Kunst des Schreibens an sich. Meine anfängliche Enttäuschung darüber, dass der Geschichtenerzähler Rafik Schami sein Buch nicht selbst spricht verschwand schnell, und ich kam gut mit dem Sprecher Wolfgang Berger zurecht. Lediglich schade fand ich, dass man als Hörer nicht die Illustrationen sehen kann, die wohl nach jedem Abschnitt im Buch abgebildet wurden.
    Rafik Schami ist ein unheimlich sympathischer und vor allem auch ehrgeiziger Mensch, den ich sehr bewundere und für den ich mir wünsche, dass es ihm noch lange so gut gehen und er uns noch viele Geschichten erzählen wird. 

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    Tigerbaervor 5 Monaten
    Ich wollte nur Geschichten erzählen - Mosaik der Fremde

    Im Rahmen einer Lese- und Hörrunde durfte ich „Ich wollte nur Geschichten erzählen – Mosaik der Fremde“ von Rafik Schami als Hörbuch hören.

    Letztes Jahr hat mich der Autor mit seinem Buch „Sami und der Wunsch nach Freiheit“ völlig in seinen Bann gezogen und so war ich sehr neugierig auf „Ich wollte nur Geschichten erzählen“, in dem der Autor erstmals aus seinem Leben erzählt.

    Man könnte die Einblicke in das Leben, Wirken und den Werdegang von Herrn Schami durchaus als Biographie bezeichnen, aber gegen diesen Ausdruck wehrt sich der Autor schon gleich zu Beginn. Er möchte seine Texte als Mosaiksteine verstanden wissen, die ganz natürlich auch Lücken aufweisen und sich doch in ihrem Gesamtbild zu einem bunten Gemälde zusammenfügen. In dieses Verständnis passt der zweite Teil des Buchtitels „Mosaik der Fremde“.

    Ich fand den Blick in die Gedanken, Gefühle und Erlebnisse von Rafik Schami sehr spannend. Man erfährt viel über das Leben als Exilautor und über die Exilliteratur an sich, welche Herausforderungen, Ansprüche und auch Schwierigkeiten damit verbunden sind bzw. sein können.

    Wie ich es schon aus anderen Werken von Herrn Schami gewohnt bin, wechseln sich ernsthafte und kritische Themen, Gedanken mit heiteren und zuweilen komischen Erlebnissen ab.

    Das Hörbuch hat mich mit seiner Art des Vortrags stellenweise etwas überfordert. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber gewisse Kapitel und Gedanken des Autors haben meine Geist angestupst und während meine Gedanken diese Anstösse weitergesponnen hat, war meine Aufmerksamkeit nicht mehr ganz bei dem Hörbuch. Deshalb werde ich mir wohl zum Hörbuch das Buch besorgen und den Mosaiksteinen noch öfter meine Aufmerksamkeit schenken.

    Von mir gibt es 4 Bewertungssterne!

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    AnjaKoenigvor 5 Monaten
    interessante informationen

    die Details über einige Aspekte von rafik Schamis leben sind sehr gut beschrieben. die Thematik über Exil und andere Kultur sind total ausführlich erläutert und wunderbar ausgeführt. wirklich lesenswert diese Informationen.

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    Lealein1906vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Leben in Mosaiksteinen erzählt
    Rafik Schami mal anders

    Dies ist ein Buch für alle, die Rafik Schami als Autor schätzen und leben, aber auch für diejenigen, die mehr über Fremde und Heimat, Dazugehören und Ausgegrenztsein lesen wollen.
    Rafik Schami kam 1971 von Syrien nach Deutschland und baute sich dann nach und nach ein Leben auf. Seine Vergangenheit lässt ihn dabei - natürlich - nicht los, auch nicht beim Schreiben von seinen bekannten Romanen.
    In "Ich wollte nur Geschichten erzählen" (meiner Meinung nach ein perfekter Titel für dieses Buch) lässt er nun seine eigene Geschichte lebendig werden. Dazu wählt er nicht die Form einer klassischen Biografie, sondern erzählt sein Leben in vielen kleinen Mosaiksteinen, die zusammengesehen einen Teil seines Porträts bilden. Diese Erzählweise ist wirklich außergewöhnlich und sehr interessant.
    Man hat das Gefühl ein bisschen hinter die Kulissen von Schami zu blicken und wird so auch seine Geschichten in einem anderen Licht lesen.
    Der Schreibstil ist sehr angemessen für eine persönliche Geschichte, auf Dauer vielleicht ein klein bisschen anstrengend, aber da die meisten Kapitel sehr kurz sind hat man kein Problem, das Buch schnell durchzulesen.
    Ich gebe vier Sterne für diese außergewöhnliche Biografie, die einfach sehr lesenswert ist.

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    Isadorvor 5 Monaten
    Auch sein Leben ist eine Geschichte wert

    Der Autor Rafik Schami kommt im März 1971 in Deutschland an, nachdem er beschlossen hat, seine Heimat Damaskus in Syrien zu verlassen. Als Schriftsteller möchte er aus in Deutschland an seiner Arbeit festhalten und überlegt, wie es nun weitergehen könnte. Er entschließt sich, die deutsche Sprache zu lernen und in dieser zu schreiben.

    In „Ich wollte nur Geschichten erzählen – Mosaik der Fremde“ erzählt Rafik Schami nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern in einer Art Mosaiksystem aus seinem Leben.

    Er beschreibt seine Kindheit und Jugend in Damaskus, seine Sehnsucht nach der Heimat, in die er nie wieder zurückkann, seine Begegnungen in Deutschland mit Behörden, mit anderen Autoren etc.


    Da es sich um einzelne kurze Kapitel handelt, lässt sich dieses Buch sehr gut lesen. Es hat mir sehr viel Stoff zum Nachdenken geboten und ich habe sehr viel dazugelernt. Besonders erwähnen möchte ich auch noch den tollen Einband, der das Buch zu einem ganz besonderen Schmuckstück macht!

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    FabAustenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Anspruchsvoller, aufschlussreicher und lohnenswerter Hörgenuss.
    Rafik Schami einmal anders

    Der aus Damaskus stammende Rafik Schami hat sich in den letzten vierzig Jahren einen Ruf als wunderbarer Geschichtenerzähler erarbeitet. Wer schon einmal in den Genuss einer seiner Lesungen gekommen ist, kann nur beeindruckt sein von seiner lebendigen und reichen Erzählkunst. Mit „Ich wollte nur Geschichten erzählen“ hat er nun das Feld der Imagination verlassen und allen Interessierten ein Sachbuch mit stark biographischen Bezügen vorgelegt. Darin berichtet er aus seiner Sicht über ganz unterschiedliche Themen, die aber zu einem Gesamtbild gehören. Er bezeichnet sie deshalb als „Mosaikstücke“, die sich entsprechend zu einem großen Ganzen fügen sollen. Es geht um seine ursprüngliche Heimat Syrien, die arabische Mentalität, den langen Arm der syrischen Machthaber ebenso wie um Schamis Kernkompetenz das Schreiben, seine Erfahrungen als (Exil-) Autor in Deutschland, nicht nur aber auch um die Tiefen und Untiefen der deutschen Literaturszene. Am Anfang fehlt manchmal etwas der Bezug zwischen den Mosaiken, aber im Laufe des Buches verdichtet sich der Bericht.

    Manches ist unterhaltsam, anderes erschreckend, doch Schami macht Vorgänge und Denkweisen immer sichtbar, auch in den Fällen, in denen man sie nicht verstehen kann oder will. Mitunter scheint der feine Humor des Autors ebenso durch wie ein gerechter Zorn über manche Untergerechtigkeit. Diese Stellen machen das Buch nahbar und versüßen, die oft anspruchsvollen, aber auch sehr nachdenkenswerten Passagen. Diese muss man doch manchmal mehrfach hören, um sie nicht nur „verarbeiten“, sondern auch in ihrer vollen Pracht würdigen zu können. Rafik Schami schenkt seiner Leserschaft nämlich einen umfangreichen Fundus an nachdenkenswerten und erinnerungswürdigen „Mosaiken“. Die große Verbindung zwischen ihnen ist der Autor selbst. Vermutlich wird sich jede/r Leser/in aus den Puzzlestücken wiederum ein ganz eigenes Bild zusammensetzen. Damit funktioniert Schamis Hör-/Buch gleich auf mehreren Ebenen.

    Rafik Schami hat mit Ich wollte nur Geschichten erzählen ein Sachbuch geschaffen, dass Politik, Gesellschaft und Persönliches auf nachdrückliche Weise verbindet und interessante Einblicke in die arabische Mentalität und Schamis Persönlichkeit und Vergangenheit bietet.

    Der Sprecher des Hörbuchs mit 244 Minuten Laufzeit ist Wolfgang Berger. Er macht einen soliden Job. Manche könnten die Sprechweise als langsam und behäbig empfinden, aber man gewöhnt sich daran und bei manchen Themen ist es vermutlich auch ganz gut, wenn sie in einer gewissen Langsamkeit an die Hörerschaft herangetragen werden.

    Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Hörbuches.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Steinbach_SprechendeBuechers avatar
    Hallo ihr lieben Bücher- und Hörbuchfans!
    Wir haben für eine neue Lese- und Hörrunde einen ganz besonderen Schatz für euch ausgesucht:
    Ich wollte nur Geschichten erzählen von Rafik Schami.

    Dieses (Hör)buch ist ein Muss für Fans von Rafik Schami. Aber auch interessierte Leser und Hörer, die die Geschichten des syrischen Erzählkünstlers noch nicht kennen, werden eine große Freude haben an diesem Buch über die Bedeutung des Geschichtenerzählens und die Herausforderungen, die ein Leben als Exilschriftsteller mit sich bringt.

    Damit ihr in den Genuss dieser berührenden Erzählung kommen könnt, verlosen wir gemeinsam mit dem Verlag Hans Schiler/Hirnkost KG 15x das Hörbuch und 15x die Printausgabe von Ich wollte nur Geschichten erzählen – Mosaik der Fremde.

    Wenn ihr gerne an der Lese-/Hörrunde teilnehmen möchtet, beantwortet uns bitte folgende Frage: Welche Bedeutung hat(te) das Geschichtenerzählen in eurem bisherigen Leben? Wir sind gespannt auf ein Beispiel, in dem das Erzählen von Geschichten euch neue Impulse gegeben oder euch zu neuen Gedanken angeregt hat.
    Ihr könnt euch bis zum 15. April bewerben

    Auch wenn die Wahl schwer fällt, schreibt uns bitte, ob ihr lieber das Hörbuch oder das Printexemplar gewinnen möchtet.
    Wir sind ganz neugierig auf eure bestimmt zahlreichen interessanten Bewerbungen und freuen uns sehr auf die Diskussionen mit euch!


    Zum Inhalt:

    Autoren oder Titel-CoverAm 19. März 1971 landete in Frankfurt am Main das Flugzeug, das Rafik Schami nach Deutschland brachte. Die Entscheidung, seine Heimat Syrien zu verlassen, war ein Sprung ins kalte Wasser – und in die Freiheit.
    In Texten, die sich wie Mosaiksteine zu einem bunten Gemälde zusammenfügen, erzählt er in seiner unnachahmlichen Art Heiteres, Komisches und Ernsthaftes aus dem Leben eines Exilautors. Zum ersten Mal hebt Rafik Schami ein bisschen den Vorhang und zeigt, welche abenteuerlichen Hürden er bei seinem literarischen Schaffen überwinden musste.

    Zum Autor:

    Autoren oder Titel-CoverRafik Schami zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern deutscher Sprache. Seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. www.rafik-schami.de.



    Zum Sprecher:

    Wolfgang Berger ist Schauspieler, Sprecher und Rezitator. Er arbeitet für Rundfunk, Reportagen, E-Learning, Synchron und Werbung, Hörspiel und Hörbuch.
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