Rafik Schami Sophia oder Der Anfang aller Geschichten

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Inhaltsangabe zu „Sophia oder Der Anfang aller Geschichten“ von Rafik Schami

In seinem großen neuen Roman erzählt Rafik Schami von der Macht der Liebe. Von einer Liebe, die Mut und Tapferkeit gibt, die verjüngt und die Leben retten kann. Als Mädchen ist Sophia heftig in Karim verliebt, doch zum Ehemann nimmt sie nicht ihn, sondern einen reichen Goldschmied. Als Karim allerdings einige Jahre später unschuldig unter Mordverdacht gerät, rettet sie ihm das Leben. Wann immer sie ihn braucht, verspricht er, wird er ihr künftig beistehen. Viele Jahre vergehen. Sophias einziger Sohn Salman ist nach Italien emigriert, wo er es zu Glück und Wohlstand gebracht hat. Doch die Wunde des Exils schmerzt, und deshalb beschließt er kurz vor dem Arabischen Frühling nach Damaskus zu reisen, um seine alten Eltern wiederzusehen. Überall wird er herzlich begrüßt, nur sein Cousin Elias, inzwischen ein hoher Geheimdienstoffizier, hat noch eine Rechnung mit ihm offen. Plötzlich entdeckt Salman sein Fahndungsfoto in der Zeitung und muss untertauchen. Seine Mutter Sophia aber erinnert sich an ihren Freund Karim, der im Alter noch eine neue Liebe gefunden hat. Jetzt wird sich zeigen, ob er sein Versprechen einlösen kann.

Beeindruckende Familiengeschichte, die Vergangenheit und Gegenwart Syriens miteinander verknüpft.

— black_horse
black_horse

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    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten
    black_horse

    black_horse

    30. June 2016 um 23:18

    Rafik Shami ist in Syrien geboren. Obwohl er schon lange in Deutschland lebt, lässt ihn seine Heimat nicht los.In diesem Buch erzählt er Geschichten über Liebe und Hass, über Verrat und Schutz, über Leichtigkeit und Unbarmherzigkeit.Es gelingt ihm sehr gut, die Figuren seiner Geschichte lebendig werden zu lassen, ebenso wie das Land Syrien. Die Handlungsstränge wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart ab. Das hat mich immer wieder mal verwirrt, weil ich auch mit den Namen durcheinander kam. Aber das liegt sicher am Medium Hörbuch. Diese Geschichte sollte man wohl doch lieber lesen, als hören. Es ist kein "Nebenbei"-Hörbuch.Auf jeden Fall aber ein lohnenswerter Einblick in eine fremde Welt, die uns im letzten Jahr näher gerückt ist. Tolle Sprache, eindrucksvolle Bilder, flüssige Erzählung, angenehm gelesen. Ich habe sehr mit Karim mitgelitten.

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  • große Erzählkunst

    Sophia oder Der Anfang aller Geschichten
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    28. October 2015 um 19:36

    Rafik Schami, der Exilsyrer, der seit langem in Deutschland wohnt, hat einen Roman geschrieben, der ihm selbst passiert sein könnte. Salman, ein Christ, hatte es damals geschafft, seinen Häschern zu entkommen, er ist nun erfolgreicher Geschäftsmann in Italien. Doch die Sehnsucht treibt ihn nach Damaskus. Zu Zeiten kurz vor dem arabischen Frühling, gibt die Regierung Assads die Parole aus, alle Exilanten dürfen nach Hause kommen, niemand würde verfolgt werden. Salman würde gern nochmal seine Eltern sehen, seine Heimat. Selbstverständlich traut er dem Regime nicht ganz und lässt sich die Erlaubnis für seine Person schriftlich vom Diplomaten bestätigen. Auch seine Eltern holen Versicherungen ein. Immerhin ist ein Cousin Elias ein wichtiger Mann beim Geheimdienst. Erst als abgeklärt ist, dass das Land für Salman sicher ist, reist er los, in tiefer Freude. Natürlich ist es wunderbar die Eltern wiederzusehen, auch die Nachbarn, die Verwandten. Doch alles ist so anders, hat sich verändert, die Menschen haben sich verändert, oder er selbst? Der Besuch geht dem Ende zu, da erblickt Salman auf der Straße ein Fahndungsfoto. Er sieht sich selbst. Er sei ein Mörder, für einen Mord an der Frau eines Regierungsbeamten verantwortlich, zwei Monate, bevor er das Land betreten hat? Das Foto ist uralt und er weiß plötzlich, wer dahintersteckt … Zu Hause steht schon die Polizei vor der Tür, Salman muss untertauchen, bloß wohin? Sophia, seine Mutter ersinnt einen Plan, ihren Sohn aus dem Land herauszuschmuggeln. Aber das ist nur eine Geschichte … Rafik Schami schafft es immer wieder, in seinen Romanen viele Geschichten einzuweben. Zurück in die Jugend von Salman, in das alte Damaskus, noch weiter zurück, zur Geschichte von Sophia, von Aida, von Karim. Arabische Erzählkunst und Poesie, arabischer Humor, Geschichten von Menschen wie du und ich, mit all den Widersprüchen, die den Menschen ausmachen. Liebe und Freundschaft, Hass und Neid, Verrat, Religionskonflikte in den Gassen von Damaskus von heute, von damals. Ein Einblick in die syrische Gesellschaft, die sich unter der Diktatur verändert hat. 15 verschiedene Geheimdienste, von dem einer nicht weiss, was der andere macht, Intrigen, Machtgelüste, geldgierige Sippen, selbst Baschar Assad blickt nicht durch. Ein spannendes Buch, fast ein Thriller … halt, dafür hat es zu viel Poesie, zu viel Humor, zu viele Liebesgeschichten, die aber nie kitschig sind. Der Muslim Karim und seine christliche Lebensgefährtin Aida helfen Salman. Da ist die Geschichte von Karim, die von Sophia und Karim, von Sophia, die lieber den betuchten Goldschmied nahm, die Geschichte von Aida und die von Aida und Karim. Ein typisches Buch von Rafik Schami, ein Roman mit einem spannenden Plot, umwoben von viel Tragik im Kleinen. Sehr amüsant ist die Diskussion im Roman, warum es keine arabischen Kriminalromane gibt. „Kein Kommissar wagt es, bestimmte Kreise zu verhören“, sagt einer. Ein anderer meint, dass es doch gar keine Kommissare geben kann. Und wenn es einen gebe, dann würde er nicht fragen, sondern sich von dir ein Geständnis unterschreiben lassen. Das Buch ist natürlich auch politisch, eine Kritik am System. Ein Roman über Salman, der damals für die Freiheit kämpfte, fliehen musste, der nichts dazugelernt hat, von dem seine Tante Amalia sagt: „Er war viel zu naiv gewesen, um zu begreifen, dass Revolutionen auch den Abschaum der Gesellschaft anziehen wie ein Magnet das Eisenpulver. Sie kamen, um Rechnungen zu begleichen, und sie pfiffen auf alle Werte.“ "Auch Moses, Jesus und Mohammed haben sich geirrt, vor allem in ihren Anhängern".

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