Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm

von Rafik Schami und Ole Könnecke
3,4 Sterne bei5 Bewertungen
Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm
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Kinderbuchkistes avatar

Ein grandioses Buch mit viel Witz ohne lächerlich zu machen

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Prinzipiell eine schöne Idee, allerdings empfand ich die Darstellung der Erwachsenen als zu stereotypisch.

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Inhaltsangabe zu "Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm"

Die kleine Tochter versteht ihren Papa nicht. Der ist nämlich groß und stark und kann fast alles, sogar zaubern, aber vor Fremden hat er trotzdem Angst. Ihre Freundin Banja stammt aus Tansania, was Papa allerdings nicht weiß. Was wäre, wenn sie ihn einfach zu Banjas Geburtstag, zu dem all ihre Verwandten kommen, mitnimmt?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446203310
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:32 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:08.09.2003

Rezensionen und Bewertungen

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    Kinderbuchkistes avatar
    Kinderbuchkistevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein grandioses Buch mit viel Witz ohne lächerlich zu machen
    Ein grandioses Buch mit viel Witz ohne lächerlich zu machen

    Auch wenn ich hier schon einige Stimmen gehört habe, die das Buch nur durchschnittlich bewerten sehen unsere Leser und ich es ein wenig anders.

    Ein absolut tolles Buch, das auch Lesemuffeln gefällt und animiert mal wieder zu lesen.

    Angst vor Fremden


    Bilderbuch für Kinder ab 5 Jahren


    Rafik Schami, der in Damaskus geborene Autor seit 1971 in Deutschland. Seine Bücher für Kinder wie auch Erwachsene erfreuen sich großer Beliebtheit und wurden vielfach ausgezeichnet. Sie sind oft sehr poetisch und transportieren Botschaften, die nicht selten mit Frieden, Annäherung, Migration zu tun haben. Seine syrischen Wurzeln prägen deutlich seine Art zu erzählen. Mehr noch als das Schreiben fasziniert er durch seine unglaublich tollen Lesungen, die mehr freie Erzählungen als Lesungen sind.
    "Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm" ist sein neustes Kinderbuch.
    Ein Bilderbuch, das auf witzige Weise ein sehr ernstes Thema behandelt. Aber genau das macht Rafik Schamis Erzählungen aus.
    Hier lässt er seine kleine Protagonistin über ihren Vater erzählen.
    Es beginnt mit dem Satz:
    "Ich erzähl euch jetzt was, das werdet ihr nicht glauben."
    Mit diesem einem, kurzen Satz weckt er sofort die Neugier seiner Leser.
    "Was wird das sein?" "Das klingt aber spannend."
    sagen unsere Lesekinder und fordern mich auf sofort um zu blättern.
    Was nun folgt sind kleine Bildsequenzen fast comichaft, mit einer wenige Wörter umfassenden Beschreibung dessen was die Bilder eigentlich schon preis geben.
    Der Papa ist groß und stark und klug. Er ist geduldig und lustig. Abends liest er der kleinen vor. Dabei scheint er auch mal traurig zu sein, denn beiden fehlt die Mama. Sie beschreibt ihren Vater als tapfer. Er kann zaubern und mutig nur wenn er fremd aussehende Menschen trifft, besonders welche die schwarz sind, dann hat er Angst. Diese Angst kann unsere kleine Protagonistin nicht genau verstehen. Ein so toller, kluger, mutiger, tapferer, lustiger Mensch hat Angst vor Menschen nur weil sie vielleicht etwas anders aussehen? Gut das zumindest sie diese Angst nicht teilt. Behutsam steht sie ihrem Vater bei. Verstehen tut sie es jedoch nicht. Seine Begründung, dass sie ihm unheimlich sind kann sie nicht nach vollziehen zumal er auch Angst vor farbigen kleinen Kindern hat.
    Er meint es seien so viele. Sie seien überall. Sie sind schmutzig und laut und verstehen einen nicht. Der Vater gerät richtig in Rage wenn er an sie denkt. Immer wieder fallen ihm neue Dinge ein. Unsinnige Dinge, die seine Tochter nicht versteht.
    Ihre beste Freundin heißt Banja. Banja kommt aus Tansania und Banja ist schwarz. Weil ihr Papa Angst vor Fremden hat erzählt sie ihm nicht von ihrer Freundin. Sie spielen immer bei Banja obwohl sie Banja zu gern ihr Zuhause zeigen würde.
    Dann hat Banja Geburtstag und lädt ihre Freundin ein. Ein Familienfest nur mit der besten Freundin und unsere kleine "große" Protagonistin hätte da auch schon eine Idee was sie ihrer Freundin schenken könnte. Banja liebt Zaubern. Ein Zauberer wäre ein tolles Geschenk denkt sie sich und der Vater kann fantastisch zaubern. Doch wie bekommt man einen Papa, der Angst vor Fremden hat dazu genau da hin zu gehen und zu zaubern wo vermutlich nur Fremde sind?
    Sie kennt ihren Vater gut und tut in den nächsten Tagen alles damit er sich über seine Tochter freut. Sie geht sogar so weit ihre Hausaufgaben in Schönschrift zu schreiben weil sie weiß wie sehr sich der Papa darüber freut. Und tatsächlich, ihr Plan scheint auf zu gehen. er freut sich über die Schönschrift so sehr, dass sie einen Wunsch bei ihm frei hat.
    Die erste Hürde wäre genommen. Der Vater billigt ein beim Geburstag der Freundin zu zaubern. Nichts ahnend, dass alle fremd aussehen werden. Nun bereitet die Kleine ihre Freundin auf ihren seltsamen Vater vor. Doch wer jetzt glaubt, sie erzählt die Wahrheit, der täuscht sich gewaltig. Phantasievoll und sehr kreativ beschreibt sie ihn.
    Es folgt eine kleine Kettenreaktion. Denn die Schilderung über den Vater trägt  Freundin Banja zu ihren Eltern, die sich zwar über einen weiteren Gast freuen aber doch sehr skeptisch sind zumal Banjas Mutter dem Vater in ihrer phantasievollen Sprache den Vater wieder etwas anders beschreibt.
    Durch die Bilder, die Ole Könnecke dazu zeichnet wird besonders deutlich wie wahnwitzig und amüsant dies alles ist. So sehen wir ihn groß wie ein Riese mit einem Linienbus auf seiner ausgestreckten Hand. "Er ist so groß wie eine Palme und hat Riesenkräfte."
    Beschreibt ihn die Mutter mit vielen Übertreibungen. Er ist groß, stark, klug, lustig, witzig und mutig. In ihren Schilderungen ist er plötzlich ein Übermensch.
    Banjas Vater ist unglaublich beeindruckt, kann kaum glauben, was da für ein besonderer Mensch ihm die Ehre gibt. So ein Gast muss gebührend empfangen werden.
    Der Tag ist gekommen. unsere kleine Protagonistin und ihr Vater machen sich erst fein und dann auf den Weg. Was sie dann erwartet, und wie der Vater reagiert, das verrate ich hier noch nicht. Es wird richtig lustig, aber das kann man sich wohl schon denken.
    Ob es dem Vater gelingen wird seine Angst zu verlieren?
    Ja!
    *
    Es ist eine wirklich hinreißende witzige Geschichte, in der unsere kleine erzählende Protagonistin ihren Vater im wahrsten Sinne des Wortes an die Hand nimmt und ihm für ihn völlig unbemerkt die Angst vor Fremden nimmt.
    Kinder sind doch oft soooo viel schlauer wie Erwachsene!!
    *
    Unseren Lesekindern im Alter zwischen 5 und 15 Jahren hat das Buch vor allem deshalb so gut gefallen, weil es die Angst vor Fremden lustig darstellt ohne das es ein auslachen oder gemeines lustig machen ist. Die comichaften Zeichnungen laden auch Lesemuffel ein wieder einmal ein Buch zu lesen.
    Und auch wenn es hier um die Angst eines Erwachsenen geht wird den Kindern und Jugendlichen deutlich, dass es nicht nur Erwachsenen so geht. Auch Kinder haben diese Berührungsängste. Das hier ein Erwachsener Angst hat finden grade die Älteren besonders geschickt gemacht, denn das Buch hält dem Leser einen Spiegel vor. Wenn Kinder sich über Erwachsene amüsieren ist das immer noch anders als wenn es um Gleichaltrige geht.
    Diese Analyse eines 12 Jährigen leuchtet ein.
    *
    Die Geschichte selbst lebt von den Bildern, die einen immer und immer wieder schmunzeln lassen. Die Minik und Gestik der Figuren ist einfach klasse!!
    *
    Es ist oft schwierig eine Geschichte zu erzählen und sich dabei über andere zu amüsieren.
    Der Grad zwischen lustig machen und auslachen ist sehr schmal.
    Nur durch Rafik Schamis äußerst feinfühlige, pointierte Erzählweise ist dies gelungen.
    Dieses Feingefühl greift Ole Könnicke auf um die Situationen in seinen Bilder ebenso sensibel und dennoch witzig zu erzählen und weiter zu erzählen, denn in jedem Bild stecken viel kleine Geschichten und Botschaften, die der Text nicht erzählt.
    *
    Angesichts der immer größere werdenden Ausländerfeindlichkeit ist dies ein Buch, das in keinem Kindergarten fehlen sollte und gut in den Schulen gelesen werden kann. Hierbei möchte ich ausdrücklich empfehlen es auch in weiterführenden Schulen zu lesen. Es ist kein Bilderbuch im klassischem Sinne. Die Tatsache, dass ein 16 Jähriger es zum Thema einer Hausarbeit machte zeigt wie groß die Bandbreite der Interessierten ist und auch unsere Senioren waren mehr als angetan von der Lektüre.  

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    mezzomixs avatar
    mezzomixvor 9 Jahren
    Rezension zu "Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm" von Rafik Schami

    Ein wunderschön gezeichnetes Bilderbuch in dem eine clevere Tochter ihrem Vater die Angst vor Fremden nimmt. Das ernste Thema Rassismus wir hier mit sehr leisen Tönen Kindergerecht angegangen - sehr empfehlenswert!

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    MrsSchoenerts avatar
    MrsSchoenertvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Prinzipiell eine schöne Idee, allerdings empfand ich die Darstellung der Erwachsenen als zu stereotypisch.
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    QueenDebbys avatar
    QueenDebbyvor 2 Jahren
    I
    illeanavor 6 Jahren

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    Pressestimmen

    "Rafik Schami zeigt einmal mehr, dass er mit Worten zaubern kann. Ole Könneckes kleine, an Comics erinnernde Illustrationen erhöhen den Witz der Geschichte noch. Seine Einfälle überraschen ebenso wie die von Schami." Andrea Huber, Die Welt, 25.10.03
    "Wirklich mitreißend und getragen von wunderbar leiser Ironie." Andreas Obst, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2003
    "Die eigentlich einfache Geschichte einer Begegnung zweier Kulturen wurde eigenwillig illustriert. Köstlich das doppelseitige Bild, auf dem der weiße Papa vom Vater der farbigen Familie willkommen geheißen wird. Dieses Buch ist eine Einladung, die Gastfreundschaft der ausländischen Mitbürger anzunehmen und auf Fremde zuzugehen. Ein tolles Bilderbuch." Christian Meyn-Schwarze, Papa-Liste, Oktober 2014

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