Ragnar Raimundson Das Schicksal der Götter

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Inhaltsangabe zu „Das Schicksal der Götter“ von Ragnar Raimundson

Der neue historische Wikingerroman lädt Sie ein, die Geschichte von Ragnar Raimundson zu erleben, einem unerschrockenen Nordmann des frühen Mittelalters, dessen Alltag von Gewalt und Brutalität bestimmt wird, bis er jene Frau kennenlernt, die die Gutmütigkeit, das Gewissen und die Liebe in ihm weckt. Mit der neu gewonnenen und wiederentdeckten Kraft seiner Seele stemmt er sich gegen die gesellschaftlichen Konventionen seines Volkes. Seine Frau und treue Gefährten begleiten ihn auf der Suche nach dem eigenen Weg in ein neues Leben. Doch scheint es kein Entkommen zu geben, denn was auch immer er tut, er kann seinem inneren Konflikt nicht entfliehen und findet sich auf den blutigen Schlachtfeldern des unsicheren Europas seiner Zeit wieder. mehr unter www.RagnarRaimundson.de Gesamtumfang: etwa 1100 Normseiten (incl. Anhang) (eine Normseite entsprich 30 Zeilen zu je 60 Zeichen)
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    Das Schicksal der Götter
    Sit-Hathor

    Sit-Hathor

    05. May 2015 um 15:17

    793 n. Chr.: Auf der Suche nach Reichtum und Schätzen nimmt der junge Krieger Ragnar als Gefolgsmann seines Ziehvaters Ingvarr an einer Viking-Fahrt auf die englische Küste teil. Durch Zufall stoßen die Nordmänner dort auf das reiche Kloster Lindisfarne. Ragnar beteiligt sich an der brutalen Plünderung des Klosters und der Ermordung der verhassten christlichen Mönche, bis er auf die junge Magd Bithia trifft, die einen seltsamen Beschützerinstinkt in ihm auslöst. Ragnar rettet Bithia vor der Vergewaltigung durch seine Kumpanen indem er sie zu seiner persönlichen Beute erklärt und nimmt sie mit in sein Heimatdorf. Bereits auf der Rückfahrt entwickelt sich nach und nach eine tiefe Vertrautheit zwischen den beiden jungen Menschen. Ragnar ist fest entschlossen Bithia zu seiner Frau zu machen, auch gegen den Willen seines Ziehvaters. Ingvarr, der Jarl und Anführer des Dorfes ist von der neuen Frau seines Ziehsohnes alles andere als begeistert, vor allem weil er vermutet, dass sie ihn mit ihrer christlichen Gesinnung beeinflussen könnte. Tatsächlich ist Bithia im Alten Glauben aufgewachsen und betrachtet sich selbst nicht als Christin, allerdings verabscheut sie die Raubzüge der Nordmänner. Sie wünscht sich ein friedliches Leben und bringt auch Ragnar damit zum Nachdenken. Und Bithia weckt Erinnerungen in ihm, Erinnerungen an das Schicksal seiner echten Familie, die einst ebenfalls der Raubgier der Wikinger zum Opfer fiel. "Mein Leben hatte unter dichten Nebelschwaden stattgefunden. Mit begrenzter Sicht, völlig orientierungslos war ich anderen Menschen gefolgt, hatte meine eigenen Möglichkeiten nicht erkannt, nicht einmal erahnt, dass ein anderer Weg existierte. Ich war auf eine gewisse Art zufrieden gewesen, ohne aber zu bemerken, dass es eine dunkle Glückseligkeit war, die mich gefangen hielt. Nun lichtete sich der Nebel um mich herum. (...) die Sonne durchflutete mein Leben und wies mir den Weg, einen Pfad in die Zukunft. Ich schaute auf Bithia, blickte in ihre Augen, versank in der Tiefe ihrer Seele, zügelte mein Pferd, so dass sie aufschließen konnte. Meine Frau, meine Bithia, meine Sonne, ein Teil von mir" (Ragnar) Ich habe Ragnar und Bithia gerne auf ihren Reisen durch das mittelalterliche Europa begleitet und wurde von der Geschichte und Sprache wirklich mitgerissen. Der Charakter von Ragnar war mir sofort sympathisch und seine Entwicklung ist stimmig und nachvollziehbar. Die Liebesgeschichte von Ragnar und Bithia wird wunderschön beschrieben. Aus anfänglicher Anziehungskraft entwickelt sich nach und nach eine tiefe und dauerhafte Liebe. Auch Ragnars dramatische Kindheitsgeschichte, die sich dem Leser aus den Erinnerungen Ragnars und Bithias erschließt, wird fesselnd und eindringlich erzählt. Besonders stimmig sind auch die nordischen Göttergeschichten, die mit der Handlung verwoben sind und aus denen Ragnar und Bithia immer wieder Kraft schöpfen. Jedoch zieht mit dem Missionar Ansgar, den Ragnar und Bithia einige Zeit begleiten, auch das Christentum allmählich in die nordische Glaubenswelt ein. So schildert "Das Schicksal der Götter" anhand persönlicher Schicksale auch den Anbruch einer neuen Zeit und den Übergang vom Alten zum Neuen Glauben. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das Buch spontan wegen des eindrucksvollen Covers gekauft. Als ich die ersten Seiten auf meinem e-Book Reader öffnete, wurde ich gleich mit einer toll gezeichneten Karte des mittelalterlichen Europas belohnt. Schon allein für diese anspruchsvolle Buchgestaltung vergebe ich hier einige Sterne. Ich muss gestehen, dass die Ereignisse der Wikingerzeit mir bisher relativ unbekannt waren, aber durch diesen Roman habe ich einen faszinierenden Einblick in diese Epoche erhalten. Bei einem historischen Roman kommt es mir persönlich auch immer darauf an, etwa über die Zeit zu lernen. Das gelingt hier sehr gut. Man bekommt nicht nur viele Informationen über die geschichtlichen Ereignisse, sondern begegnet auch bekannten historischen Persönlichkeiten wie dem Mönch Ansgar von Bremen oder dem schwedischen König Björn. Das Handwerk kommt ebenfalls nicht zu kurz. Durch die Reisen Ragnars erfährt man viele Details über den damaligen Schiffsbau, das Herstellen von Glasperlen und vieles andere, was die Handlung sehr authentisch in die Wikingerzeit einbettet. Die geschichtlichen Fakten kann man außerdem im Historischen Kommentar nachlesen, der diesen gut recherchierten Roman abrundet. Dort kann man im Anschluss an den Roman zu jedem Kapitel die archäologischen Informationen nachlesen. Fazit: Die packende Story bringt dem Leser die Wikingerzeit auf unterhaltsame Weise um einiges näher. Ein wunderbar recherchiertes und geschriebenes Buch, das einen Ehrenplatz in jedem Regal verdient hat. (Die Print-Ausgabe ist über die Autorenseite des Autors erhältlich und ich überlege gerade diese zusätzlich zum e-Book zu bestellen). Die Buchgestaltung mit Cover und Kartenmaterial ist sehr hochwertig und anspruchsvoll. Ich vergebe mit Freude 5 Sterne für dieses tolle Debüt und wünsche mir noch viele weitere Romane von Ragnar Raimundson.

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