Adeviye Bel ist Rechtsanwältin und liest in der Zeitung von einem 10-jährigen Jungen, der nach seinem Verschwinden nun tot gefunden wurde. Ein tragischer Unfall nach dem Verzehr von Tollkirschen.
Der Schreibstil ist angenehm und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Adeviye war mir sofort sympathisch. Der tragische Tod des Kindes beschäftigte sie und sie informierte sich über die tückische Giftpflanze. Sie wird auch pharmazeutisch eingesetzt, aber der Grad zwischen Schönheitsmittel und Vergiftung ist sehr schmal.
Der Junge ließ sie nicht los, ständig dachte sie an ihn und erinnerte sich, den Namen schon öfter gehört zu haben. Von Freunden aus dem Waldenserort, einem Karlsruher Bergdorf. Sie recherchierte nach Feierabend über die Chronik der Waldenser. Dadurch lernte ich auch viel Neues über Palmbach.
Durch Zufall fand Adeviye heraus, dass es vor einem knappen Jahr schonmal einen tragischen Tod durch Tollkirschen gab, ebenfalls ein Junge aus der Gegend. Ihr Bauchgefühl schlug Alarm, dass es sich nicht um harmlose Unfälle handelte. Aber die Ermittlungen und die Obduktion kamen zu einem klaren Ergebnis. Ihre Nachforschungen brachten dann aber Hinweise ans Licht, die die offenen Fragen lösten und das Geschehen plausibel erklärte. Dadurch wurden die Fälle neu aufgearbeitet und abgeschlossen. So hatte sie ihren Frieden gefunden.
Doch dann tauchte eine neue Information auf und die Alarmglocken schrillten erneut. Aber rechtlich gab es keine Handhabe. Mit Hilfe des Staatsanwalts fand sie dennoch eine Lösung, die nicht ganz ungefährlich war.
Am Ende kam Unglaubliches ans Licht, alles wurde aufgelöst und weitere unschuldige Jungen blieben verschont. Ich gebe selten 5 Sterne, denn dafür muss das Buch etwas ganz Besonderes sein, aber hier gebe ich gerne 4,5 Sterne.
Mutproben, Trauer und Wahn.





