Raif Badawi 1000 Peitschenhiebe - Weil ich sage, was ich denke

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Inhaltsangabe zu „1000 Peitschenhiebe - Weil ich sage, was ich denke“ von Raif Badawi

Raif Badawi, saudi-arabischer Blogger, teilte im Internet seine Gedanken über Politik, Religion und Freiheit mit. Dafür wurde er zu 1000 Peitschen- hieben und zehn Jahren Haft verurteilt. Diese Streitschrift versammelt die zentralen verbotenen Texte Badawis. Sie zeigen die Spannungen zwischen einer traditionellen Auslegung des Islam und dem Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gegenwart. Badawi fordert Liberalismus, Toleranz, Pluralität, Meinungsfreiheit und Menschenrechte – weil sonst die arabisch-islamische Welt verloren ist. Mit einem aktuellen Text, den Raif Badawi für dieses Buch über sein Leben im Gefängnis verfasst hat.

Ein wichtiges Buch, das so viele Menschen lesen sollten, um nochmals über ihre Weltansicht nachzudenken

— annie_apple
annie_apple

Ein erschütterndes Schicksal und zugleich ein wichtiges Plädoyer für Toleranz und Liberalität.

— Klusi
Klusi

Wichtige und vor allem couragierte Texte, die in diesem Büchlein versammelt sind. Sie machen mir Mut, aktiv für Menschenrechte einzustehen.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Mutige Texte mit hohem Risiko

— Alira
Alira

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  • 1000 Peitschenhiebe, weil ich sage, was ich denke | Rezension

    1000 Peitschenhiebe - Weil ich sage, was ich denke
    vivreavecdeslivres

    vivreavecdeslivres

    16. April 2017 um 15:29

    Das wird keine gewöhnliche Buchbesprechung, denn '1000 Peitschenhiebe' ist auch kein gewöhnliches Buch. Denn in diesem Buch sind die Worte, die Raif Badawi so gekonnt aneinandergereiht hat und damit sein Land sorgfältig seziert hat und auf den Grund gekommen ist, um dafür 1000 Peitschenhiebe zu bekommen. Und 10 Jahre Haftstrafe. Und eine Geldbusse. Noch dazu wurde er von seiner Familie getrennt, seine Frau Enrah und ihre beiden drei Kinder unterstützen Raid Badawi so gut es geht von Kanada aus. Ihr habt bestimmt alle schon von ihm gehört, und sogar in unserer vergleichsweise kleinen Stadt Zürich gab es eine ziemlich beindruckend lange Zeit über alle drei Wochen eine Mahnwache an zentraler Lage, um auf das Leiden Badawis aufmerksam zu machen, um den Passanten zu zeigen, welches Schrecken abseits unserer so sicheren europäischen Grenzen liegt. Das ist den meisten natürlich bewusst, genauso wie die Brutalität, mit dem Saudi-Arabien regiert wird. Und doch lernte ich in diesem Buch viel Neues, viel Atemberaubendes über dieses Land. Tatsächlich hat mir einiges den Atem verschlagen - beispielsweise schildert er die erste Buchmesse, an welche Frauen sowie Männer, sogar gleichzeitig, zugelassen wurden. In der Gegenwart. Das ist einfach unglaublich.Ebenso unglaublich ist, dass Raif Badawi eingesperrt wird. Was er tut ist mutig und für das Land bestimmt linksextrem, nehmen wir seine Texte hier eher für gewöhnlich auf, wenn man sie mit provokanten Texten hierzulande vergleicht. Aber für sein Land ist er eine Ausnahme, sprengt er Grenzen und hat deswegen auch eine Bestrafung 'verdient', wie Saudi-Arabien anordnete. Mich schockierte wirklich, dass seine Stellungsnahmen in den Texten gar nicht so radikal waren, wie ich sie mir vorgestellt habe. Und das relativierte nochmals ganz stark meine Vorstellung von Saudi-Arabien, neben allem, was ich nun über das Land weiss."Diese Streitschrift versammelt die zentralen, verbotenen Texte Badawis. Sie zeigen die Spannungen zwischen einer traditionellen Auslegung des Islam und dem Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gegenwart. Badawi fordert Liberalismus, Toleranz, Pluralität, Meinungsfreiheit und Menschenrechte - weil sonst die arabisch-islamische Welt verloren ist." steht hinten auf dem Buch geschrieben. Das beschreibt zwar Badawis Texte und Meinungen ganz gut, dennoch fühlte sich nicht alles beim Lesen gut an - immer wieder war ich verwirrt oder stimmte ganz einfach nicht zu, was zum Beispiel schon im Vorwort von Constatin Schreiber für Aussagen getätigt wurden. Denn wenn Raif Badawi gelobt wird, werden im gleichen Atemzug andere Denker wie ihn kritisiert, weil sie sich 'auf und davon' gemacht haben, weil sie nicht vor Ort für ihre Freiheit gekämpft haben, sondern das Land verlassen haben. Und ja, damit vielleicht egoistisch sind. Aber kann man es ihnen wirklich vorwerfen, wenn man selbst noch nie in einem Land wie Saudi-Arabien, oder nein, einfach in Saudi-Arabien selbst gelebt hat? Natürlich zeugt das von Badawis Mut und Andersartigkeit, allerdings habe ich eben auch Mühe mit solchen Äusserungen. Das Buch oder die Texte darin sind in vier Kapitel eingeteilt, I: Terror, Krieg und Frieden - Islam, Scharia und PolitikII: Leben und leben lassen - Liberalismus und GesellschaftIII: 1001 Rotlichnacht - Zum Verhältnis von Männern und FrauenVI: Kultur des Todes - Nahost-Politik und Arabischer FrühlingIm ersten Kapitel bekommen wir so bisschen mit, wie das Leben dort funktioniert, wie eng Politik und Religion miteinander verwoben, verworren sind und wie besonders die einfachen Menschen so mir nichts, dir nichts täglich von den Medien in ein völlig verschobenes Weltbild gesetzt werden und stark beeinflusst werden von all den Lügen, die sie wissentlich von sich geben. Er begegnet dem mal mit Sarkasmus, mal mit offener Schockiertheit - aber schockiert sind wir Unwissenden allemal mehr.Das zweite Kapitel, welche sich vor allem mit Liberalismus beschäftigt, muss man wieder distanzierter betrachten. Es geht einerseits gar nicht um den hier oft wirtschaftlich konotierten Liberalismus, sondern wirklich um die politische Haltung - beides kann ich so nicht immer unterschreiben und sehe sie hier auch als 'mittiges Ding' an, für Saudi-Arabien wäre aber etwas nahe dem Liberalismus unglaublich fortschrittlich, und das begründet er auch gut. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männern, welches hier angespochen wird, ist immer sehr spezifisch. Er erklärt uns gut einige unglaublich patriarchalische Grundzüge Saudi-Arabiens und zum Beispiel unvorstellbare Eheschliessungen, die so aber sogar gesetzlich verankert sind. Es ist wirklich unglaublich, wie rückschrittlich dieser Staat ist, so oft dürfen Frauen dort nicht arbeiten.Kapitel Vier und Abschluss des Buches plädiert eigentlich gegen seinen Titel für eine Kultur des Lebens und wünscht sich eine schönere, buntere, frühlingshaftere Zukunft für Saudi-Arabien.Ich möchte euch das Buch wirklich ans Herzen legen - bei den Ullstein Streitschriften erschienen, ist das Buch allerdings ein Non-Profit Projekt, was bedeutet, das der Erlös oder Umsatz komplett dem Autor zugute kommt, was ich sehr unterstützenswert finde. Denn was hier geschieht, ist etwas ganz anderes, was dort geschieht. Wir können, teilweise leider, teilweise zum Glück, unsere Aufklärung nicht auf das Land dort übertragen, wir müssen sogar einem so schrecklich rückschrittlichen Land wie Saudi-Arabien die Zeit geben, um sich umzustrukturieren, sich umzuwandeln und Intellektuelle wie Raid Badawi zu gebären. Andererseits wäre die Aufklärung nämlich nicht echt und könnte in Sekundeschnelle wie ein Luftschloss zerplatzen. Das Einizige, was wir tatsächlich tun können und tun müssen, so überzeugt hinterlässt mich dieses Buch, ist, die Tatsache zu akzeptieren und Rebellen vor Ort zu unterstützen, indem wir sie lesen, indem wir sie zu verstehen versuchen, in dem wir den Kampf dort verfolgen und sein Bestes wünschen. http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/03/1000-peitschenhiebe-weil-ich-sage-was.html

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  • 1000 Peitschenhiebe

    1000 Peitschenhiebe - Weil ich sage, was ich denke
    Tigerbaer

    Tigerbaer

    27. March 2017 um 20:07

    Eine Rezension hat mich auf „1000 Peitschenhiebe“ aufmerksam werden lassen.Die Streitschrift versammelt auf etwas über 60 Seiten vierzehn Texte von Raif Badawi. Der saudi-arabische Blogger hat seine Gedanken über Politik, Religion und Freiheit geäußert und wurde dafür 2012 in Saudi-Arabien zu 1000 Peitschenhieben, einer hohen Geldstrafe und zehn Jahren Haft verurteilt. Seine Frau musste mit den drei Kindern nach Kanada fliehen.„Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht, eine Lesart des Liberalismus in Saudi-Arabien zu finden und meinen Teil zur Aufklärung meiner Gesellschaft beizutragen. Ich habe versucht, die Mauern der Unwissenheit niederzureißen, die Heiligkeit des Klerus zu brechen, ein wenig Pluralismus zu verbreiten und Respekt vor Werten wie Ausdrucksfreiheit, Frauenrechten und den Rechten von Minderheiten und Mittellosen in Saudi-Arabien.“ (Vorwort – Brief aus dem Gefängnis)Mit Hilfe von Raif Badawis Frau hat Constantin Schreiber als Herausgeber die Texte rekonstruiert, da diese leider nicht vollständig erhalten sind und behutsam übersetzt.Das Büchlein erscheint als Non-Profit-Projekt zugunsten des Autors.Zu sagen, was man denkt ist Ausdruck der persönlichen Meinungsfreiheit und für uns, die wir in einem demokratischen Staat leben eine Selbstverständlichkeit. Wenn man ganz natürlich mit diesem Privileg aufgewachsen ist, erscheint es einem als etwas Alltägliches und gar nicht so besonders.Das Schicksal von Raif Badawi macht mir deutlich, dass ich meine Freiheit im Denken und Handeln gar nicht hoch genug wertschätzen kann, diese nicht selbstverständlich ist und auch ich in einer Demokratie Tag für Tag für diese Werte einstehen muss.

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    • 4
  • Nichts totschweigen!

    1000 Peitschenhiebe - Weil ich sage, was ich denke
    Milagro

    Milagro

    27. June 2016 um 23:55

    Raif Badawi ist politischer Häftling. Er ist 2012 in seiner Heimat Saudi-Arabien zu 10 Jahren Haft, einer hohen Geldstrafe sowie zu 1000 Peitschenhieben verurteilt worden. Anklagepunkt war seine Vorstellung, dass alle Menschen gleichwertig seien. Richtig gelesen. Für das Gericht allerdings eine terroristische Handlung und damit strafbar. Auch sein Verteidiger ist übrigens nach dem Prozess verurteilt worden. Haft und Gewalt, weil er für einen westlichen Betrachter völlig selbstverständliche Dinge ausspricht: Das Recht auf Selbstbestimmung, auf freie Meinungsäußerung, und das Recht, als Frau ohne einen männlichen Begleiter unterwegs sein zu können. Das kleine Heftchen enthält eine Sammlung einiger Texte, die in Zeitungen erschienen sind und einer größeren Anzahl von Blogeinträgen. Die Sammlung erschien mir zunächst gar nicht so brisant, Raif schreibt nur die Umstände auf, in denen wir selbst leben. Das war - jedenfalls teilweise - auch noch vor einer gar nicht so langen Zeit in Saudi-Arabien möglich. So beschreibt er zB, dass seine Großmutter noch gemeinsam mit Männern feiern konnte, was heute unmöglich ist. Dann merkte ich, dass das, was er schrieb, tatsächlich sehr brisant war. Dass das , was wir als selbstverständlich erachten, heute in Saudi-Arabien nicht möglich ist, ist einerseits erschütternd, andererseits bei Studium der leider oftmals nicht sehr ausführlichen Informationen zur politischen Situation in arabischen Ländern vorhersehbar. Die Textsammlung ist ein wirklich sehr wichtiger Beitrag zur Aufklärung. Ich habe das Buch bereits mehrfach verschenkt, die Erlöse aus dem Verkauf gehen an die Familie des Bloggers, die zwischenzeitlich in Kanada lebt. Hoffentlich findet diese Sammlung mutiger Texte viele Leser.

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    • 8
  • Leben und leben lassen!

    1000 Peitschenhiebe - Weil ich sage, was ich denke
    Klusi

    Klusi

    31. March 2016 um 13:53

    Raif Badawi ist ein saudi-arabischer Blogger, der im Internet seine Meinung zu Politik, Religion, Gleichberechtigung und Freiheit äußerte. Weil er seine liberale Einstellung öffentlich kundtat, wurde er mit zehn Jahren Haft, einer saftigen Geldstrafe und 1000 Peitschenhieben bestraft.Dieses kleine Buch enthält vierzehn seiner Texte, die er zwischen 2010 und 2012 auf seinem Blog veröffentlicht hatte. Er sitzt immer noch im Gefängnis, und fünfzig Peitschenschläge musste er bereits erdulden. Es ist erschütternd, wenn man seine Ausführungen liest und weiß, dass er für diese Worte seine Freiheit eingebüßt hat. Er setzt sich für Liberalismus,Toleranz, Pluralität, Meinungsfreiheit und Menschenrechte ein. Sein Motto ist "Leben und leben lassen". Die Streitschrift wurde vom Ullstein Verlag herausgegeben. Es ist ein Non-Profit-Projekt zu Gunsten des Autors. Da es sich hier um ein Buch handelt, das die Meinung eines Menschen wiedergibt, der sagt was er denkt, um jeden Preis, würde ich es als Anmaßung empfinden, die Texte mit Sternen zu beurteilen, denn dazu fehlt mir auch das nötige Hintergrundwissen. Wenn überhaupt, dann kann ich sowieso nur fünf Sterne vergeben, weil er mir mit dem, was er hier ausführt, aus dem Herzen spricht. Ich muss gestehen, dass ich nicht alle Zusammenhänge hundertprozentig verstehe, dazu fehlt mir schlichtweg das Hintergrundwissen. Aber weitgehend kann man auch als Europäer verstehen und nachvollziehen, was Raif Badawi anspricht. Es ist eine wichtige Schrift, und auch wenn hier ein junger Mann für seine freie Meinungsäußerung so bitter bestraft wird und auch, wenn die aktuellen Terrormeldungen eine andere Sprache sprechen, so birgt das Buch auch ein Quäntchen Hoffnung, denn es zeigt, dass es in jedem Land, egal wie brutal und diktatorisch sein Regime ist, immer auch Menschen gibt, die liberal denken und sich für ein friedliches Miteinander und für die Menschenrechte einsetzen.Diesen Menschen gilt meine ganze Hochachtung, und ich möchte mit dem Kauf und der Vorstellung dieses Buches meinen persönlichen, wenn auch winzigen Teil dazu beitragen, etwas zu ändern, denn hier fällt mir ein Zitat von Stefan Zweig ein: "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern."

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  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • Tolle Texte von einem sehr interessanten Blogger

    1000 Peitschenhiebe - Weil ich sage, was ich denke
    Sunshine_Books

    Sunshine_Books

    12. September 2015 um 20:08

    Inhalt: Raif Badawi, saudi-arabischer Blogger, teilte im Internet seine Gedanken über Politik, Religion und Freiheit. Dafür wurde er zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt. Diese Streitschrift versammelt die zentralen, verbotenen Texte Badawis. Sie zeigen die Spannungen zwischen einer traditionellen Auslegung des Islam und dem Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gegenwart. Badawi fordert Liberalismus, Toleranz, Pluralität, Meinungsfreiheit und Menschenrechte – weil sonst die arabisch-islamische Welt verloren ist. Mit einem aktuellen Text, den Raif Badawi für dieses Buch über sein Leben im Gefängnis verfasst hat. Die Veröffentlichung dieses Buches ist ein Non-profit-Projekt zugunsten des Autors. (Klappentext, Amazon) Worum geht's? Im Januar ging ein Aufschrei durch die westlichen Medien. Kurz nach dem Anschlag in Paris auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" bekundete Saudi-Arabien seine Anteilnahme. Man schätze die Meinungsfreiheit und sei empört, hieß es damals. Zwei Tage später verpasste man Raif Badawi öffentlich in Riad 50 Stockhiebe, da er angeblich den Islam beleidigt hatte. Das Ganze klingt schon sehr abstrakt, wenn man bedenkt, dass Schreiben das Einzige war, was der Mann getan hatte. Aber das ist nur der Anfang einer Strafe von 1.000 Hieben, zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 200.000 Euro. Aber was hat der, seit fast drei Jahren, inhaftierte Mann geschrieben, das die Regierung dazu veranlasste, ihn mundtot zu machen? Einige seiner Texte hat der Ullstein-Verlag übersetzen lassen und die schauen wir uns jetzt einmal an. Positives: Zuerst einmal fällt auf, dass Raif Badawi einen sehr angenehmen Schreibstil hat, sollten die Texte 1:1 übersetzt worden sein. Er holt den Leser direkt im ersten Satz ab und lässt ihn erst wieder am Ende seines Artikels wieder los. Die etwas über 50 Seiten lassen sich somit sehr schnell in einem gemütlichen Stündchen auf der Couch lesen. Man merkt schnell, wo sich die Punkte verstecken, die der Regierung sauer aufgestoßen sein könnten. "Wer die arabische Gesellschaft beobachtet, dem wird sich auf spektakuläre Weise zeigen, wie diese unter der Last der Theologie ächzt, stöhnt und leidet, deren Kleriker nichts als den Satz »Ich höre und gehorche« hören wollen." (S.30). Harte Worte, die der Regierung vorwerfen, ihr Volk zu unterdrücken. Badawi macht in seinen Texten den Spagat deutlich, den sein Land zwischen der Moderne und seiner Kultur versucht, und wie schwer es in der Zukunft sein wird, diesen weiterhin auszubalancieren. Auf der einen Seite lobt das Land seine Meinungsfreiheit, auf der anderen wird alles, was die Regierung nicht hören möchte, als "Beleidigung des Islams" ausgelegt. Die Menschen lernen, sich selbst zu zensieren. "Das religiöse Denken hingegen strebt danach, unser Leben bis in alle Einzelheiten zu kontrollieren." (S.47), führt Raif Badawi seinem Gedankengang fort und beschuldigt das Königshaus, die Religion zur Machtausübung zu nutzen. Allerdings macht er immer wieder deutlich, dass er den Glauben schätzt und durchaus der Meinung ist, dass Regierung und Religion friedlich in Co-Existenz bestehen können. Negatives: Womit ich ein paar Probleme hatte waren die Fakten. Wer die Medien aufmerksam verfolgt hat und Artikel aus der Zeit und dem Spiegel las, der stolpert hier über ein paar Ungereimtheiten. Zum einen wirkt das Vorwort so, als hätte Raif Badawi wirklich einen Brief aus dem Gefängnis geschrieben. Laut dem Spiegel wurde es allerdings anhand von Telefongesprächen mit seiner Frau konstruiert. Wer die ersten Medienberichte aus seriösen Zeitungen mitbekommen hatte, der erinnert sich noch daran, dass Augenzeugen berichtete, dass er nach der Auspeitschung selbstständig zum Auto zurücklaufen konnte. Im Vorwort steht: "Ich selbst sehe mich einfach als jenen dünnen, aber zähen Mann, der auf wundersame Weise fünfzig Peitschenhiebe überlebt hat (...)" (S.18). Das klingt sehr dramatisch, als sei er nur knapp mit dem Leben davon gekommen. Vielleicht bin ich da sehr kritisch, aber solche Themen sind sensibel. Wenn wir möchten, dass diese Fälle ernst genommen werden, dann müssten wir trotz aller Sympathie und Mitgefühl bei den Fakten bleiben und Dinge nicht überdramatisieren. Wird von der allgemeinen Berichterstattung abgewichen, dann müssen Begründungen her. Das sind Kleinigkeiten, die einfach keinen guten Eindruck machen. Eine Zeitung, ich weiß nicht mehr ob es die FAZ, Spiegel oder die Zeit war, hatte ein Interview mit Badawis Ehefrau abgedruckt in dem erzählt wurde, dass die beiden sich durch Freunde kennengelernt haben, im Vorwort war es so, dass der junge Mann sich am Telefon verwählt hatte. Das sind natürlich Nichtigkeiten, die allerdings den Eindruck erwecken, als versuche man die Menschen verzweifelt auf Badawis Seite zu ziehen. Dabei muss man das meiner Meinung nach überhaupt nicht, denn der Fall an sich ist schon unmenschlich genug. Fazit: Jetzt habe ich genauso viel gelobt, wie gemeckert. Dabei muss man jedoch bedenken, dass dieses Buch nicht nur Menschen mit journalistischem Hintergrund abholen soll, sondern die Allgemeinheit. Das ist definitiv gelungen. Es ist sehr gut und angenehm geschrieben, Inhaltlich interessant und macht nach all den Negativmeldungen aus dem Nahen Osten Hoffnung, dass es noch mehr Menschen wie Raif Badawi gibt, die nach den Motto leben: "(...) Liberalismus heißt »leben und leben lassen«." (S. 32).

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  • Mutige Texte mit hohem Risiko

    1000 Peitschenhiebe - Weil ich sage, was ich denke
    Alira

    Alira

    07. August 2015 um 14:31

    Jede saudische Stipendiatin, die in England studiert, muss innerhalb von acht Wochen einen männlichen Begleiter vorweisen. Für den Blogger Raif Badawi ist das extrem frauenverachtend und ein Skandal, der ihn zum Staatsfeind werden ließ. Das Oberste Gericht in Saudi -Arabien verurteilte Raif Badawi 2012 wegen Beleidigung des Islams zu 10 Jahren Haft, zu umgerechnet EUR 200.000, und zu 1000 Peitschenhieben. Im Jänner 2015 bekam Raif Badawi anlässlich eines öffentlichen Schauspiels die ersten 50 Peitschenhiebe mit einem Stock. Die Stockschläge erreichten das Internet, seitdem setzen sich Menschen in aller Welt für Raif Badawis Freilassung ein. Dass der Internet-Aktivist mit seinen verbotenen Texten so bekannt wurde, ist seiner Ehefrau zu verdanken, die im kanadischen Exil lebt und dafür kämpft, dass ihr Mann nicht vergessen wird. Constantin Schreiber, ein Journalist und Nahost-Experte, rekonstruierte Badawis Blogtexte und gab sie als kleines Büchlein heraus, das mittlerweile in vielen europäischen Ländern erschienen ist; eine arabische Ausgabe ist geplant. In seinen Beiträgen beschäftigt sich Badawi mit der religiösen Ignoranz seiner Heimat und attackiert den Klerus, der für die Verdummung der Menschen verantwortlich sei. Er schreibt über die Scharia, den Arabischen Frühling sowie die Religionspolizei, und schuf damit einen Text, der für die absolute Monarchie nicht ungefährlich ist. Jedoch halten nicht alle Raif Badawi in seiner Heimat für einen Helden, für manche ist er ein Nestbeschmutzer. Die Veröffentlichung wird aber hoffentlich dazu beitragen, dass die Prügelstrafe nicht weiter vollstreckt wird. Das spannend zu lesende Buch ist ein Non-Profit-Projekt und die Familie erhält einen Großteil des Erlöses aus den Verkäufen.

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