Raik Kepler

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Der Maschinenraum des Universums

Der Maschinenraum des Universums

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Erschienen am 02.05.2018

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Rezension zu "Der Maschinenraum des Universums" von Raik Kepler

Der Pizzapate von Hainweiler
jamal_tuschickvor 7 Monaten

Raik Kepler ist Jamal Tuschick. Ich gebe mir selbst ein Interview:

„Herr Tuschick, warum das Pseudonym?“
„Ursprünglich sollte der „Maschinenraum des Universums“ ein halbfiktives & halbbiografisches Gemeinschaftswerk werden, an dem zwei Personen als Autoren mitwirken, die zweite Person aber nicht enttarnt werden wollte. Das Format verlangte eine Pseudonym. Inzwischen ist ein Roman daraus geworden und das Pseudonym ist einfach nur übriggeblieben.“
„Was können Sie uns über die zweite Person sagen?“
„Es handelt sich um einen Unternehmer, der sich in allen Lebenslagen auf eine Wünschelrute verlässt. Er hält sich für einen Zauberer in der 26. Generation und ist trotzdem Millionär.“
„Heißt das, Sie nehmen ihm den Zauberer nicht ab?“
„Ich nehme seine Behauptungen ernst, habe aber keine einschlägigen Referenzpunkte in meinem Erfahrungsraum. Was mich überzeugt, ist der Erfolg. Der Unternehmer heißt im Buch so wie der Autor – Raik Kepler. Deshalb nenne ich ihn hier so. Raik Kepler sagt: „Es gibt nichts Absurderes als einen armen Zauberer.“ Er arbeitet nur noch, um mit seinem Betrieb verbunden zu bleiben und seinen besten Mitarbeitern folgen zu können. Ansonsten fährt er Rad und Kajak und wandert. Außerdem gibt er an, bis zu fünf Mal am Tag Sex zu haben und zwar nur mit seiner Lebensgefährtin.“
„Glauben Sie das?“
„Ja. Raik Kepler hat es nicht nötig, aufzuschneiden oder sich zu verbiegen. Wie alle reichen Leute, kann er sich die Wahrheit leisten.“
„Was hat Sie an dem Projekt gereizt?“
„Das hessische Provinzgeschehen. Der Betrieb produziert Schuhbodenteile in der Nähe von Fulda. Den konkreten Ort verschweige ich. Im Roman heißt er Hainweiler und der Betrieb heißt Franzschuh. Franzschuh ist in der dritten Generation in Familienbesitz. Raik Kepler behauptet, bereits sein Vater und sein Großvater seien Zauberer gewesen. Seinen Großvater schildert er als Tyrannen, der von einem „Biest“ besessen war. Das Biest wechselt nur innerhalb der Blutlinie und fühlt sich jetzt in Raik Kepler wohl. Es hilft ihm Geld zu verdienen.
Interessant fand ich, dass Raik Kepler ganz selbstverständlich und überhaupt nicht abgehoben oder in irgendeinem Jargon von seiner Zauberei spricht. Er redet darüber wie über die Einlagen, die er in schicken Farben produziert. Er zieht sechs Kinder auf. Nicht alle sind von ihm. Einfälle hat er an Hotelbars in Metropolen. Dann kehrt er wieder höchst zufrieden in sein Kaff zurück. Er hat kein Abitur, hält aber neun Patente. Sein bester Freund ist ein italienischer Gangster, dem seit dreißig Jahren nichts nachgewiesen werden kann. Im Roman heißt er Luciano Montana. Ich habe den Mann kennengelernt. Er verkörpert den urtümlichen Pizzapaten, ist ungewöhnlich liebenswürdig und bis zum Wahnsinn kinderlieb. Seine Großmutter leitet mit greiser Grandezza eines der Restaurants der Familie. Sie hat in ihrer Jugend Gewichte gehoben.“

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