Raimund Brichta , Anton Voglmaier Die Wahrheit über Geld

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Inhaltsangabe zu „Die Wahrheit über Geld“ von Raimund Brichta

Die Wahrheit über Geld? Man kann es in Form von Scheinen oder Münzen anfassen, man verdient es und gibt es aus. Das war es auch schon, oder? Nein, das ist nicht einmal die halbe Wahrheit! Raimund Brichta und Anton Voglmaier graben viel tiefer und stoßen nicht zuletzt auf die Wurzeln der uns mittlerweile seit fünf Jahren beschäftigenden Finanzkrise. Auf dem Weg dahin erklären die Autoren, wie Geld eigentlich in die Welt kommt, welcher Zusammenhang zwischen Vermögen auf der einen und Schulden auf der anderen Seite besteht und warum man unser derzeitiges Weltfinanzsystem niemals nachhaltig und krisenfest ausgestalten kann.

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  • "Der Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank." (Brecht)

    Die Wahrheit über Geld
    R_Manthey

    R_Manthey

    27. July 2015 um 11:23

    Dieser Satz wird immer wieder gerne zitiert, aber selten verstanden. Banken erschaffen nämlich einfach Geld aus dem Nichts, verleihen es und bekommen dafür auch noch Zinsen. Das ist nichts weiter als staatlich legitimierter Betrug, der merkwürdigerweise kaum eine Rolle in der Diskussion über die Finanzwirtschaft spielt. Und das liegt wahrscheinlich daran, dass ihn nur wenige Menschen wirklich verstehen. Stattdessen wird gerne angenommen, dass Finanzinstitute das ihnen von ihren Kunden anvertraute Geld an andere verleihen. Doch das ist ein Irrtum. Die beiden Autoren dieses Buches versuchen Licht in die Entstehung unseres Geldes zu bringen und somit das gesamte Geldsystem zu erklären. Und das machen sie bis auf eine Ausnahme wirklich gut. Unser Geld entsteht immer als Kredit, also als Schuld. Ist der Kredit getilgt, verschwindet auch das Geld wieder. Wie das im Einzelnen geschieht und welche Rolle die Zentralbanken dabei zusätzlich spielen, beschreiben die Autoren im ersten Drittel des Buches. Dass sie dabei bilanztechnische Erläuterungen wählen, wird manchen uneingeweihten Leser trotz aller Bestrebungen der Autoren nach einfachen und umsichtigen Erklärungen vielleicht in kleinere Probleme stürzen. Aber anders kann man diesen Prozess und die folgenden Ausführungen nicht wirklich verstehen. Besonders lobenswert erscheint mir in diesem Zusammenhang die Erläuterung des Wesens des sogenannten Interbankenhandels, dessen Zusammenbruch nach der Lehman-Pleite beinahe zum Kollaps des gesamten Finanzsystems geführt hätte. Mit all diesen anfänglichen Erklärungen lassen sich die weltweite Schuldenkrise und auch die Fehlkonstruktion des Euro wunderbar erläutern. Eine gemeinsame Währung für ein bestimmtes Wirtschaftsgebiet ist ökonomisch nur sinnvoll, wenn es entweder einen wirtschaftlichen Gleichlauf (also eine ungefähre Gleichheit der ökonomischen Ausgangslage) oder einen Finanzausgleich gibt. Weil selbst innerhalb von Deutschland auch nach einem halben Jahrhundert immer noch keinen Gleichlauf hergestellt werden konnte, existiert ein Finanzausgleich, der allerdings wie jeder alimentierende Transfer nur zu Spannungen und nicht zu einer Lösung des Problems führt. Für die Euro-Länder wurde der Gleichlauf (Konvergenzkriterien) einfach politisch als vorhanden definiert als klar war, dass die Konvergenzkriterien nicht termingerecht erfüllt werden können. Ein Finanzausgleich wurde vertraglich ausgeschlossen. Damit war die Falle aufgestellt, in der wir nun sitzen. Der Euro wird ökonomisch scheitern, auch wenn er noch Jahre im Koma liegen kann. Davon muss man nach den Erläuterungen der Autoren ausgehen. In ihren Ausführungen zur Schuldenkrise argumentieren die Autoren dann so: Weil die Gelderschaffung so einfach ist, entsteht immer mehr Geld, also immer mehr Schuld. Dann kommen sie mit dem Zinseszinseffekt und betonen, dass er dazu zwingt immer mehr Geld zu erschaffen, weil für die Zinszahlungen immer neue Kredite aufgenommen werden müssen, bis schließlich das ganze System irgendwann zusammenbricht. Nur die immer schnellere Gelderzeugung hält das Geldsystem noch am Leben. Die meisten Vorschläge, die nach Ausbruch der Finanzkrise zur Verbesserung des Systems auf den Tisch kamen, würden das Grundproblem völlig verkennen, nur an Symptomen herumdoktern und damit nichts bringen, meinen die Autoren. Da kann man ihnen nur zustimmen. Am Ende des Buches findet man einige sehr interessante Anhänge, die Alternativen zum vorhandenen Geldsystem darstellen. Leider fehlt dort die wichtigste von ihnen. Denn: Solange das Geldsystem in den Händen des Staates ist, wird es immer wieder dieselben Abläufe geben, egal welches System gerade aktuell ist. In einer Marktwirtschaft ist staatliches Zwangsgeld ein Fremdkörper. Es hat nur Bestand, weil es jeder annehmen und seine Steuern damit bezahlen muss. Würde es Alternativen (zum Beispiel Gold) mit denselben Rechten geben, würden die Menschen die für sie bessere Variante wählen und damit (wie in einer Marktwirtschaft üblich) den Anbieter durch Missachtung seines Produkts zwingen, entweder seinen Betrug (also die Geldentwertung durch ständige Geldvermehrung ohne entsprechende Unterlegung durch Güter) einzustellen oder unterzugehen. Der Text hat noch eine andere Schwachstelle, die für die Aussagen des Buches, soweit es die Staatsschuldenkrise anbelangt, jedoch nicht besonders relevant ist. Und das ist der Zinseszinseffekt oder besser seine Erklärung. Allerdings bedienen die Autoren damit auch einen weitverbreiteten Irrtum, dem sie wahrscheinlich selber unterliegen. Glücklicherweise fallen sie nicht über den Zins her, der in einer Marktwirtschaft eine wesentliche Steuerungs- und Informationsfunktion besitzt. Zunächst erklären sie die übliche Josef-Pfennig-Geschichte: Hätte man also beginnend mit Christi Geburt einen Pfennig immer wieder zu 10 Prozent Zinsen angelegt, dann wäre man jetzt viele goldene Erdenkugeln reich. Ökonomen und ihre Schüler sind immer sehr stolz, wenn sie etwas toll ausrechnen können und übersehen in diesem Überschwang sehr oft, dass Rechnungen auch Voraussetzungen besitzen. Und die Voraussetzung hier lautet: Es existiert ein risikoloser Zins, Kredite werden also immer zurückgezahlt. Das ist eine absurde Voraussetzung, weshalb die ganze Rechnung auch zu absurden Resultaten führt, obwohl sie stimmt. Wenn jemand einem anderen Geld leiht, kann er niemals sicher sein, dass er es auch zurückerhält. Dieses Risiko deckt unter anderem auch der Zins ab. Staaten tun zwar gerne so, als ob ihre Anleihen nicht risikobehaftet wären, doch das ist nichts weiter als bewusste Irreführung, wie sich gerade wieder zeigt. Nun stellen die Autoren die Logik aber völlig auf den Kopf. Sie sagen: Weil diese Rechnung existiert und zu solchen absurden Resultaten führt, muss es so etwas wie eine dunkle Finanzenergie geben, die das Geldsystem immer wieder zerstört. In Wirklichkeit beweist die Rechnung lediglich, dass ihre implizite Voraussetzung falsch ist. Aber das war auch so klar. Die eigentliche Ursache für den kommenden Zusammenbruch ist jedoch nicht der Zins, sondern die Konstruktion dieses Geldsystems, die von Anfang an auf Betrug beruht. In diesem Zusammenhang gibt es eine andere Aussage, die ebenfalls so allgemein nicht stimmt (S. 291): "Wer einen Kredit aufnimmt und das Geld danach ausgibt, ist darauf angewiesen, dass er später wieder von anderen Geld bekommt, mit dem er seine Schulden tilgen kann." Dieses Geld bekommt er durch eine Leistung, in der Regel durch Arbeit. Ähnlich verhält sich ein Unternehmer, der sich eine Maschine auf Kredit kauft und damit neue Produkte schafft, mit denen er genug Geld erwirtschaftet, um Kredit und Zinsen zu zahlen. Der Faktor Arbeit fehlt bei den Erklärungen der Autoren völlig. Allerdings geht der Staat nicht arbeiten. Er erbringt keine eigene wirtschaftliche Leistung. Und das ist der entscheidende Punkt, der ihn in die Zinseszinsfalle laufen lässt. Der Staat vernichtet Kapital fortwährend, das er sich nur über Steuern und Abgaben oder andere Umverteilungsaktionen besorgen kann, um es dann erneut zu vernichten. Und er vernichtet in der Regel immer mehr als er durch Einnahmen erzielen kann. Damit müssen bereits für Zinszahlungen immer neue Kredite aufgenommen werden. Staaten laufen so also zwangsläufig in die Zinseszinsfalle. Abgesehen von diesen Kritikpunkten handelt es sich bei diesem Buch um eine hervorragende Erklärung des Geldsystems, unter dem wir leider leben müssen. Sehr empfehlenswert für alle, die es wirklich begreifen möchten.

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