Raimund Schulz Feldherren, Krieger und Strategen

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Inhaltsangabe zu „Feldherren, Krieger und Strategen“ von Raimund Schulz

Was waren das für Menschen, die sich jedes Jahr die Rüstung anlegten und dem Tod ins Auge sahen? Wie verliefen genau Schlachten in der Antike, und wie beeinflussten sie die große Politik? Der Autor revidiert uns vertraute Mythen: Nicht Sparta, sondern die Athener Demokratie war der aggressivste Staat der griechischen Welt. Marathon und Salamis waren keineswegs rauschende Siege, sondern glückliche Abwehrerfolge gegen einen nach wie vor überlegenen Gegner. Und Alexander gewann seine Schlachten nicht, weil er ein Genie war, sondern weil er die politischen Schwächen der Perser nutzte. Selbst das Christentum konnte sich am Ende der Antike der kriegerischen Realität nicht entziehen und erkannte im Sieg auf dem Schlachtfeld den Inbegriff des menschlichen Erfolgs auf Erden.

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  • Rezension zu "Feldherren, Krieger und Strategen" von Raimund Schulz

    Feldherren, Krieger und Strategen

    michael_lehmann-pape

    28. January 2013 um 13:28

    Der Krieg und seine Entwicklung in der Antike. Stimmt es, dass die archaischen Helden der Griechen gerne und oft vor ihre Reihen traten und im mannhaften Zweikampf gegen den herausragenden Krieger des Gegners bestehen wollten? Warum war es unabdingbar notwendig aus den historischen Fakten der Kriegsführung heraus, Troja durch eine List einzunehmen? Was hat es mit der „schiefen“ Schlachtreihe Alexander des Großen auf sich? Konnte dieser im Gefecht als „Manager der Schlacht“ überhaupt agieren? Waren die Perserkönige feige, wenn sie gut geschützt der Schlacht beiwohnten und bei drohender Konfrontation sicher aus dem Schlachtgeschehen geleitet wurden? Griechische Helden des Kampfes, die in ihren Streitwagen wie im „Taxi“ zur Schlacht gefahren und, bei Bedarf, zum Ausruhen wieder abgeholt wurden. Elefanten, die Alexander dem Großen intensive Rätsel aufgaben und denen auch Rom im Angesicht Hannibals erst einmal ratlos gegenüber stand. Spartaner bei den Thermophylen, warum nur 300, wieso wurden „Hilfskräfte“ entlassen und welche Rolle spielte die Machtpolitik bei diesem Krieg gegen die Perser? Es hatte konkret Gründe, dass Athen bei Marathon ein Sieg gelang. Gründe, die nicht nur mit der Kriegsführung zu tun hatten, sondern auch mit einem geschickt gewählten Zeitpunkt. Viele Fragen und Impulse sind es, denen Raimund Schulz in seiner detaillierten Betrachtung der antiken Kriegsführung und deren Entwicklung in seinem Buch nachgeht. Bei den Schriften Homers beginnend reduziert Schulz oft und oft die wahrhaft oft du gerne übertriebenen Darstellungen der „Heldenbesinger“ auf realistische Ereignisse, weist auf Hintergründe konkreter Schlachten hin, zeigt aber auch auf, wie sehr „voneinander“ gelernt wurde, warum die Perser trotz mannigfaltiger Übermacht eben aufgrund einer traditionell gefestigten Kampfstruktur gegen die „moderne“ Aufstellung Alexanders kaum bestehen konnten und führt über all diese Stationen bis in Blütezeit und Untergang des römischen Imperiums. Nicht nur im römischen Reich spielt es eine entscheidende Rolle, ob gilt: „wir wollten Soldaten sein“, oder ob mehr und mehr Hilfsvölker und Söldner in die vordersten Reihen gesendet wurden. Eindrucksvoll schildert Schulz Schritt für Schritt den „Weg zu den katalaunischen Feldern“ und zeigt hier einmal mehr auf, dass nicht einzelne Schlachten oder militärische Strategen über Wohl und Wehe ganzer Reiche entschieden, sondern dass immer erkennbare Entwicklungslinien an Zieten und Orten entscheidender Schlachten ihren Kulminationspunkt erfuhren. So verweist der Sieg Athens über die persische Flotte bei Salamis im Übrigen, näher betrachtet, gar nicht auf ein solitäres, entscheidendes Ereignis, sondern bildet, im Zusammenhang betrachtet, nur einen Puzzlestein unter mehreren (auch politischen Entwicklungen), welche zum Sieg „Teil-Griechenlands“ über die Perser führte. Fundiert und breit beschrieben finden sich diese aufeinander aufbauenden Entwicklungen im Buch dargelegt wieder. Dies allerdings in oft sehr trockener, teils wie „unbeteiligt darüber gleitender“ Darstellung. Neben durchaus anregend und flüssig zu lesenden Einlassungen fällt es doch an manchen Stellend es Buches schwer, die nötige Konzentration zu behalten. Zu sachlich, nüchtern, trocken gerät die Vermittlung dieses „Grundthemas der Antike“. „/Die Menschen der Antike) bewegten sich täglich in Räumen, die von Krieg erfüllt waren“ und ebenso in einer Prägung der Vorstellung eines „schönen (Helden-) Todes“. Nicht immer vermittelt die gewählte Form und Sprache diese existentielle Befindlichkeit „im Krieg“, auch wenn Schulz dies an anderen Stellen wiederum sehr intensiv zu schildern versteht. Alles in allem eine eher trockene, nichtsdestotrotz sachlich fundierte und informative Darstellung der Haltung zum der Entwicklung des Krieges in der Antike und der Hintergründe dieser Entwicklungen und Haltungen.

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