Rainald Goetz Loslabern

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Inhaltsangabe zu „Loslabern“ von Rainald Goetz

Beck wurde rausgeschmissen am Schwielowsee, in Cern wurde der Teilchenbeschleuniger angestellt, und nachdem Damien Hirst in London seine Sensationsauktion glücklich (111 Millionen Pfund Erlös) hinter sich gebracht hatte, kollabierten noch am selben Tag in New York die in die dortigen Feuchtbiotope und Felsen hinein errichteten Banken: Lehman, Goldman, Partners und Konsorten. Das Wort Rettungsschirm kam auf, die Dinger wurden aufgespannt, die Kredite trotzdem immer fauler. Kreditkrise, Staatskrise, Vertrauen weg, Derivate angeblich hochspekulativ usw. Frage an den Staat: Hast du mal ein paar Millliarden? Herr Ackermann, Herr Mehdorn, der Schwarze Schwan im Herbst 2008; September, Oktober, November. Ja: Wie war das gleich noch mal gewesen? Wie hat sich das angefühlt?
Loslabern erzählt in drei Kapiteln (1. Reise; 2. Herbstempfang 2008; 3. Der Jüngling) verschiedene Geschichten aus dieser grandios durchgeknallten Zeit. Das Ende vom Anfang des neuen Jahrtausends war plötzlich da.

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  • Rezension zu "Loslabern" von Rainald Goetz

    Loslabern

    aurelianagemeina

    18. February 2010 um 19:00

    Sehr schön die Beschreibung des Herbstempfangs der FAZ. Toll. Bestes Buch von Goetz seit langem. Hat sich seine Schreibpause gelohnt?

  • Rezension zu "Loslabern" von Rainald Goetz

    Loslabern

    berka

    09. November 2009 um 10:18

    losrezensieren Angespannt las ich bis S. 177, dann fiel der Druck von mir ab: 'Zur Bewertung von Literatur muss man keine Ahnung haben von gar nichts, es braucht nichts, nur Sprachgefühl und Menschenkenntnis' (loslabern S. 177) Das lasse ich mir nicht zweimal sagen ;) Im Gegenteil: ich denke mir das auch immer wenn ich mich mal wieder um ein Rezensionsexemplar bewerbe (oder gar unbedrängt losrezensiere). In diesem Fall hatte ich mich beworben. Um den Herbst 2008 sollte es in dem Buch gehen, den Ausbruch der Wirtschaftskrise. Der wurde erfreulich unaufgeregt abgehandelt. War aber bei weitem nicht einziges Thema. Ein Empfang während der Frankfurter Buchmesse bildet den Hintergrund für Einblicke in den deutschen Literaturbetrieb unserer Gegenwart. Kracht, Dath, Kehlmann, Martenstein, Timmermann, Diederichsen, Stuckrad-Barre: sie alle kommen vor. Und natürlich Thomas Bernhard. An ihn erinnern auch die endlosen Absätze. Mit FAZ-Feuilletonchef Frank Schirrmacher liegt Rainald Goetz offenbar im Clinch. Die langen Absätze werden unterbrochen von kurzen Passagen mit Gedichten, Tagebuchnotizen und Überschriftenlisten, die zum Teil recht kryptisch wirken. Mir war das oft zu sekundär, zu sehr in der eigenen Welt deutscher Literaten verhaftet. Immerhin vermeidet der Autor Floskeln, er erzählt sogar wie ihn der Lektor bei solchen ertappte. Und entlarvt sie bei anderen. Die Hoffnung auf solche Einsichten trug mich durch ein Buch, das ich nun ins Regal stelle. Ein schmaler Band der auch dort wenig auffällt. rezensiert für westropolis im November 2009

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