Rainer Bauer Das Haus an den Gleisen

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Inhaltsangabe zu „Das Haus an den Gleisen“ von Rainer Bauer

Anfänge künden von Zukunft und Hoffnung. Wir halten ihnen die Treue und vergessen sie nie. Leo zählte zu meinen guten Anfängen. Sie war mein weißes Kaninchen, die Frau, der ich folgte, eine heimliche Geliebte, die mich verzauberte, bis ich sie aus den Augen verlor, ohne zu wissen, warum. "Der Ich-Erzähler ruft mit einer kraftvollen und direkten Sprache Bilder im Kopf des Lesers hervor." - Angelika S. "Witzig, schräg, frech!" - Karl-Heinz G. "... liest sich sehr gut!" - xtme: gute ebooks "Hier erwartet den Leser nicht nur eine beeindruckende und lang nachhallende Geschichte, sondern weit mehr! Ein Buch, das ohne Zweifel zu den 'Leckerbissen' für den KINDLE zählt!" - ebookmeter: Das Online Magazin für eBooks & Co. "Wie ein roter Faden zieht sich die Entzauberung des Erwachsenwerdens durch das Buch." - Lampertheimer Zeitung Vom gleichen Autor: Zwei Wochen Halbpension Allein mit dem Papst und einem Rollmops (18. Oktober 2014) Alle Bücher sind als eBook und Taschenbuch erhältlich.

Die Jahre, die uns prägen.

— teufelnochmal
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  • Katzenbuckel-Roman

    Das Haus an den Gleisen

    DasBuchUndDasIch

    10. November 2015 um 05:56

    Welche Pille hat dieses Buch verschluckt? Oder welche soll ich nehmen um nicht immer wieder mal laut loszulachen?! Dieses Buch ist in der ICH Perspektive vom Hauptprotagonisten Fritz geschrieben worden. Am Anfang, besonders auf den ersten Seiten kam es mir so vor als würde #RainerBauer dichten oder sogar die geschriebenen Wörter singend niederschreiben.  >>Habe ich vielleicht eine falsche Pille genommen?<< >>Nein alles gut<<, habe das Buch nach eine gewissen Zeit regelrecht verschlungen und habe mich an die ICH Perspektive gewöhnen können. "Das Haus an den Gleisen" ist eine seltsame Welt aber sehr interessant zu lesen. Humor, Wortwitz und Ironie findet man stets auf den Seiten.  Der Schreibstil ist sehr einfühlsam, aber auch durchaus direkt und witzig! Dieses Buch ist so voller Einblicke, Fantasie-Szenarien und den Realitäten des Lebens, dass man Seite für Seite verschlingt. Zitat: "... das Buch ist sicher nicht: Bloß ein Roman. Es ist mehr. Es ist viel mehr. Und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieses Buches, die bereits auf den ersten Seiten ansatzweise zum Vorschein kommt. Hier wird nicht nur beschrieben oder erzählt, sondern hier wird erlebt und genau dieses Erleben macht den Fritz lebendig und zu einem Freund, den man nicht mehr gehen lassen möchte. ..."  Zu diesem Zitat habe ich nichts weiter zu zufügen. [Meine Gefühle] Zum Teil dachte ich mir ,ich würde ein Buch lesen vom "Kleinen Arschloch" „wink“-Emoticon nur in einer anderen Form, Stil und Aufmachung.

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  • Packendes Porträt einer literarisch wenig bedachten Zeit aus der Sicht eines Heranwachsenden

    Das Haus an den Gleisen

    CarolinOlivares

    01. July 2015 um 11:42

    „Das Haus an den Gleisen“ ist die in sich abgeschlossene Vorgeschichte zu dem dreiteiligen „Buch der verlorenen Liebe“. Geschildert werden Episoden aus dem Leben des Ende der 60er Jahre zwölfjährigen Friedrich Katzenbuckel, genannt Fritz, der in einem Mehrgenerationshaushalt aufwächst. Wie der Titel schon verheißt, liegt das Haus der Familie an Bahngleisen. Auf der einen Seite sind die Geräusche und Zeiten der Züge eine Konsonante im Leben der Katzenbuckels, strukturieren Alltag und Wochenablauf, auf der anderen Seite sind Zug und Gleis für Fritz ein Symbol für Ferne und Freiheit, Dinge, nach denen er sich sehnt . Die Handlung besteht aus einer Abfolge von Alltagsszenen im Deutschland der späten Nachkriegszeit, erzählt aus der Sicht von Fritz. Eine wesentliche Rolle spielt das aufkeimende Interesse am anderen Geschlecht. Die Schilderungen über das Leben im Allgemeinen und die Nöte eines Pubertierenden im Besonderen enden immer wieder bei den Gefühlen der Hauptperson für das Mädchen Leo. Aufregung entsteht, als Leo wegläuft und Fritz aktiv wird. Etwas überraschend endet die Geschichte Jahre später, als der Bundeswehrsoldat Fritz Katzenbuckel am Bahnhof Leo wiedertrifft. Ob er sich getraut, sie anzusprechen, wird nicht verraten. „Das Haus an den Gleisen“ ist natürlich, wie angekündigt, ein Entwicklungsroman. Fritz erlebt sehr intensiv. Hinter der betont schroffen Fassade verbirgt sich eine sensible, unsichere und verletzliche Persönlichkeit. Er denkt viel nach, ist tiefer Empfindungen fähig, hat fast permanent Angst und stellt sich selbst ständig in Frage. So erzählt Fritz dem Leser: “Ich kenne nur Zweifel und Misstrauen. Menschen sind für mich eine Bedrohung, Zuwendung eine Form von Körperverletzung…Spaß hatte ich nicht, Spaß hatten andere mit mir.“ Das Leiden der Hauptperson an sich selbst, an seinen Mitmenschen, seiner Familie, seinem Alltag stellt auch den zentralen Konflikt dar. Permanent ist Fritz damit beschäftigt, Überlebensstrategien zu entwickeln. Dazu gehört seine Schwärmerei für Leo ebenso wie die Konstruktion einer Fantasiewelt, in die er flüchten kann. Und genau diese „Konfliktarbeit“ ist das Spannende an dem Roman, nicht nur, aber vor allem deshalb, weil Fritz´ persönlicher Lebenskampf in die Bedingungen einer Zeit und Gesellschaft eingebunden ist, die Besonderheiten aufweist. Ein Großteil seiner Mitmenschen hat das Dritte Reich erlebt. Der Lehrer Willi Melchior mit dem vernarbten Gesicht, einer Kriegsvergangenheit und sadistischen Anwandlungen gehört in diese große Gruppe wie auch sein Vater Wendelin, von dem Fritz berichtet:  „In seinem Leben hat er nicht viel mehr gesagt als jawohl, ich stimme Ihnen zu, wird gemacht …“.  Neben den üblichen Konflikten zwischen den Generationen bietet die unmittelbare Vergangenheit Potential für ständige Reibung. Und an dieser Stelle eröffnet sich eine weitere Lesart des Romans, eine neue Dimension. Das Haus an den Gleisen ist auch erlebte Zeitgeschichte, Zeugnis einer kaum vergangenen Epoche in starken Bildern, die, nicht nur, aber vor allen anderen, die Zeitzeugen zutiefst bewegen muss. Die Tatsache, dass Fritz in der Nachkriegszeit aufwächst und sich mit deren Gegebenheiten auseinandersetzt, ist nicht nur die Würze des Romans, sondern seine „Essenz“. Hier verbirgt sich auch, wie ich meine, die eigentliche Botschaft. Die Nöte der Jugend und des Heranwachsens existieren zu jeder Zeit und in jeder Epoche, aber der Umgang damit, ist abhängig vom jeweiligen gesellschaftlichen Kontext. Und nicht nur das! Kindheit und Jugend, so wie sie waren, prägen und begleiten uns, auch wenn wir uns weiterentwickeln. Wie präsentiert der Autor seine Botschaft? Die Ich-Erzählsituation „schreit“ geradezu nach Erzähltechniken, die besonders gut geeignet sind, die subjektive Seite einer Person, einschließlich ihres Innenlebens, darzustellen. In zahlreichen Dialogen, inneren Monologen, Bewusstseinsströmen und immer wieder Schilderungen, die Situationen dadurch beschreiben, dass Dinge nur aufgezählt werden und somit wie achtlos hingeworfene Fetzen des Alltags wirken, generiert sich eine Welt auf der Basis von Gefühlen, Gerüchen, Erfahrungen, Interpretationen. Zu keiner Zeit kommt es dem Leser so vor, als würde er an einer Geschichtsstunde teilnehmen, nein, er atmet die Zeit. Umgesetzt wird die Botschaft auch durch die Anlage der Personen, insbesondere der Familienmitglieder und Lehrer. Sie verfügen über psychologische Profile, was ja nicht weiter verwundert in Anbetracht der Biographie von Rainer Bauer. Dem Leser begegnen echte Menschen. Aber in gleicher Weise sind sie „Typen“, die in jeder Epoche vorkommen, aber, das spürt man, besonders gut in die Nachkriegszeit passen: der Jasager, die Fromme, die Angepasste… Die Sprache ist ebenso leidenschaftlich wie schroff und auf den Punkt gebracht. Mitunter nehmen die  Bewusstseinsströme von Fritz dem Leser den Atem. Ängstlich und mutlos wegen häufigen Krankheiten und Arztkontakten sinniert er beispielsweise: „Gesellschaftlich bin ich ein Nichts. … Ich müsste viel weiter sein….Kriege führen. Feinde töten. Blutwurst fressen.“ In ähnlicher Weise möchte ich die Sprache des Romans, es dem Autor gleichtuend, entlang einer Kette von Adjektiven skizzieren: vollmundig, lustvoll, konsequent, auch liebevoll, zuweilen vulgär, mitunter grausam. (Das Mädchen, das ich war, rümpft an mehreren Stellen die Nase über die Ausdrucksweise, insbesondere bei den Gesprächen der Jungen über Mädchen und deren „Geheimnis“. Gleichzeitig sagt es sich: ja, genauso sind sie, die Jungen. Dabei schaudert es mich auf eine wohlige, verstehende Art und Weise.) Inhaltlich berauscht die Geschichte geradezu. In aller Deutlichkeit beschreibt Fritz Rituale der Zeit wie das Waschen an der Schüssel sowie Themen und Meinungen. „Komische Leute“ kamen nach herrschender Meinung häufig von „drüben“. Fritz hat dazu differenzierte Gedanken: „…wobei drüben bei uns zwei Bedeutungen hatte – drüben über dem Rhein oder drüben hinter dem Eisernen Vorhang.“ Und die von „links drüben“ hatten es besser, denn die konnten „alle anderen als Flüchtlinge beschimpfen“, während die von „rechts drüben“ Probleme hatten, denn, so Fritz: „…da wohnte der Bi-Ba-Butzemann: Der kommt und zündet dein klein Häuschen an …“ Eindrucksvoll erschließt sich ein Reden und Denken, Meinen und Urteilen in Klischees, die den Zeitzeugen nicht unbekannt sein können. Im letzten Kapitel lernt der Leser den Bundeswehrsoldaten Fritz Katzenbuckel kennen, ein Vielleser, der sich mit philosophischen Themen beschäftigt. Wenn er über seine Familie und Jugend nachdenkt, fühlt er mitunter noch die gleiche Angst, Scham und Bitterkeit, gleichzeitig aber beginnt er, die eine oder andere Verhaltensweise von Familienmitgliedern zu verstehen. Geht es nicht vielen von uns ähnlich? Die Geschichte ist inhaltlich für mich schlüssig und rund, die gewählte Sprache passt. Mitunter empfand ich es als etwas mühevoll, mich im Geflecht der Bewusstseinsströme und inneren Monologe zurechtzufinden, zu wissen, wer jetzt gerade was sagt oder denkt. Die Gespräche der Jungen waren mir auch teilweise zu vollmundig, aber wie gesagt, so sind sie nun mal. Der Roman hält inhaltlich nicht nur, was im Vorspann versprochen wurde, er geht darüber hinaus. Nicht unwesentlich für den guten Gesamteindruck sind die gelungene Gestaltung und die Tatsache, dass der Text in Bezug auf Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion gut bearbeitet wurde.   Für Menschen, die die 60er erlebt haben, als Jugendliche oder in einem anderen Alter, ist dieser Roman ein „Eldorado“. Man erinnert sich, fühlt sich verstanden und verbunden. Für mich wurde in und zwischen den Zeilen eine Zeit lebendig, die mich geprägt hat, mit der ich ebenso hadere wie ich ihr zuweilen nachtrauere. Die Geschichte stimmte mich manchmal traurig, aber viel häufiger konnte ich lachen und mich mit Genuss erinnern. Auch jüngere Leser finden hier eine Lektüre, die ein für sie interessantes Thema behandelt und jüngste Geschichte viel kurzweiliger und eingängiger vermittelt als jedes Geschichtsbuch. Weniger als fünf Sterne kann ich nicht vergeben.

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