Rainer Eisfeld Die Zukunft in der Tasche

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Inhaltsangabe zu „Die Zukunft in der Tasche“ von Rainer Eisfeld

Über den Einzug der Science-Fiction-Literatur und die Entstehung des SF-Fandoms in der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er Jahren, insbesondere am Beispiel des Science Fiction Club Deutschland (SFCD)

Wichtiges Zeitzeugendokument der SF

— ralf_boldt
ralf_boldt

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    Die Zukunft in der Tasche
    ralf_boldt

    ralf_boldt

    31. October 2014 um 12:46

    Der Untertitel des Buches lautet. „Science Fiction und SF-Fandom in der Bundesrepublik – Die Pionierjahre 1955-1960“. Wir befinden uns zeitlich kurz nach dem zweiten Weltkrieg und PERRY RHODAN ist noch nicht erschienen. Es gibt noch kein Internet und nur ein Fernsehprogramm in schwarzweiß. In dieser Zeit gab es aber schon Science Fiction Literatur. Und zwar hauptsächlich in den USA und in England. Und es gab dort schon ein SF-Fandom. Und genau dies wollte Walter Ernsting (aka Clark Darlton) auch in Deutschland etablieren. SF-Literatur gab es in der Bundesrepublik zunächst nur als Heftroman und als Leihbuch. Eine ambitionierte Reihe im Rauch-verlag musste schon nach vier Ausgaben eingestellt werden. Ernsting nutzte seine Kontakte in die Heftroman-Szene und pusht darüber die Beginne des Fandoms. Die Menschen waren hungrig nach solchem Lesestoff und traten seinem SF-Club, dem SFCD in Scharen bei. Doch auch andere wollten etwas vom Kuchen abhaben, sahen sie doch in den Fans auch potentielle Kunden, die es mit Heften und Büchern zu beglücken galt. Und so musste sich das kleine Pflänzchen Fandom bald vereinspolitischen Geplänkel erwehren, wollten doch einige aus dem SFCD einen Buchclub machen. Die „literarische Abteilung“ des SFCD zeichnete nicht nach qualitativen Gesichtspunkten Romane mit dem „Clubsiegel“ aus. (Nein: Das Clubsiegel ist und bleibt kein Vorläufer des Deutschen Science Fiction Preises!) Rainer Eisfeld (Jahrgang 1941) hat diese Zeit selbst als aktiver Fan miterlebt und weiß vielen aus eigener Erfahrung zu berichten. Doch läßt er auch andere Quellen zu Worte kommen. Und das ist genau das, was dieses Buch ausmacht. Es ist gut erzählt und zugleich gut recherchiert. Und es geht nicht nur um die Anfänge des deutschen Fandoms oder nur um den SFCD und seine mehr oder weniger kurzzeitigen Ableger. Nein, das Buch berichtet auch eine Menge davon, wie die junge deutsche Gesellschaft sich nach dem Krieg entwickelte. Denn das Phänomen SF steht ja nicht für sich, sondern ist die die Gesellschaft eingebunden. Man glaubte an eine saubere hehre technifizierte Zukunft. Die SF bestand zumeist nur aus technisch orientierten Romanen. Spannung war ein wichtiges Instrument. Stilistisch musste dich das Genre noch finden. Es wurde nicht nur im Heftbereich eine Menge überflüssiges Zeug verbreitet. Doch der Lesehunger war groß und so verkaufte sich auch die schnell produzierte Massenware. Rainer Eisfeld hat mit diesem Band ein wichtiges Buch vorgelegt. Denn vieles wurde im Laufe der vielen Jahre verklärt. Aus heutiger Sicht trägt „Die Zukunft in der Tasche“ viel dazu bei, bestimmte Strömungen, Tendenzen und Entwicklungen sachlicher zu sehen. Jedem SF-Fan, der sich für das Verhältnis Gesellschaft und Science Fiction interessiert, sei dieses Buch nahegelegt. Ein großer Bildteil zeigt Cover und Fotos aus diesen Tagen und ist ebenfalls ein wichtiges Zeitzeugendokument. Ein wirklich lesenswertes Buch!

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