Rainer Enkelmann , Dieter Ruoff Im Herzen der Alb

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Inhaltsangabe zu „Im Herzen der Alb“ von Rainer Enkelmann

Dieses Buch entführt den Leser und Betrachter auf einen landeskundlichen Streifzug durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, das vom Albvorland um Weilheim an der Teck im Norden und Pfullingen im Westen über die Kuppenund Flächenalb mit ihren tief eingeschnittenen Tälern bis nach Zwiefalten im Süden und Schelklingen im Osten reicht. Wesentliches Merkmal des Biosphärengebietes: Hier sind alle charakteristischen Natur- und Kulturlandschaften der Alb vertreten.
Das Buch beleuchtet naturkundliche Aspekte wie die Flussgeschichte der Donau, die verschiedenen Karsterscheinungen oder die kostbare Flora auf Felsen und entlang der Wasserläufe. Schwerpunkte der kulturgeschichtlichen Betrachtungen sind die Schäferei, die Wiederentdeckung der 'Albleisa' (Linsen) und des 'schwäbischen Urkorns' Dinkel, die Rückkehr der Albschnecken oder auch die Streuobst- und Weinbautradition am Fuß der Alb. Weitere Kapitel befassen sich mit prähistorischen Höhlenfunden, mittelalterlichen Städten und Klöstern, der Geburtsstätte der Albwasserversorgung oder dem Kulturdenkmal 'Truppenübungsplatz Münsingen'.
Mit diesem vielseitigen Band wollen die Autoren nicht nur über das Biosphärengebiet Schwäbische Alb informieren, sondern auch für den Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft sensibilisieren. Die wunderschönen Aufnahmen und fundierten, leicht verständlichen Beschreibungen wecken die Neugier auf eigene Erkundung. Verschiedene Wandervorschläge helfen bei der praktischen Umsetzung.

Ein Biosphärengebiet stellt sich vor - mit schönen Farbfotos und kenntnisreichen Texten

— nicolecarina

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  • Von Alb-Schnecken und verschwundenen Dörfern

    Im Herzen der Alb

    nicolecarina

    12. July 2015 um 11:21

    Vom Militärgelände zum Naturparadies: in ihrem neuen Buch "Im Herzen der Alb" laden Reiner Enkelmann, Dieter Ruoff und Wolfgang Wohnhas zu einem Streifzug durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Das Kernstück: der ehemalige Truppenübungsplatz in Münsingen. Zig Tausende pilgern täglich nach Metzingen um die besten Schnäppchen zu ergattern - was die meisten Schnäppchenjäger wahrscheinlich gar nicht wissen: gleich hinter Outlet-City beginnt ein Naturschutzgebiet, das ebenfalls eine wachsende Anziehungskraft entwickelt. Das liegt unter anderem an den Produkten die hier erzeugt und verkauft werden - bestimmt habt Ihr schon von den Alb-Schnecken oder von der Alblinse gehört - zum anderen erschließt sich Ausflüglern ein abwechslungsreiches Wandergebiet mit unterschiedlichsten Landschaftsformen, mit teilweise seltenen Pflanzenarten und mit interessanten Sehenswürdigkeiten wie Burgen, Schlösser, Klöster und auch Höhlen. Immer mehr umliegende Städte und Gemeinden wollen zum "Herzen der Alb" dazu gehören: Rund um den 2005 aufgelösten Truppenübungsplatz in Münsingen entsteht ein Biospärenreservat, das sich nach verbindlichen Zielen der UNESCO entwickeln soll: so soll beispielsweise der Schutz des Natur- und Landschaftshaushaltes, die Sicherung der Tier- und Pflanzenwelt mit ihren Lebensräumen garantiert sein, es sollen "nachhaltige und umweltgerechte Formen der Landnutzung" angewendet werden und gleichzeitig dient das Biosphärenreservat der Umweltforschung und Umweltbeobachtung. Das Gebiet zwischen Weilheim, Pfullingen, Schellklingen und Zwiefalten teilt sich deshalb in Kerzonen mit Hang-, Schlucht- und Bannwäldern, wo vor allem der Schutz des Lebensraumes im Vordergrund steht. Hier entstehen Zonen, in die der Menschen nicht eingreift. In den Pflegezonen hingegen sollen nachhaltige Nutzungsformen erhalten werden, die überhaupt erst zu den hier vorkommenden Kulturlandschaften beigetragen haben. Dazu gehören Streuobstwiesen, Wachholderheiden, typische Buchenwälder oder die Mähweiden, auf denen noch einige wenige verbliebene Schafherden umherziehen. Städte und Gemeinden gehören zu den Entwicklungszonen des Biosphärengebietes, in denen modellhaft gezeigt werden soll, wie Menschen ihre Umgebung nachhaltig als Lebens,- Wirtschafts- und Erholungsraum gestalten können, ohne sie zu gefährden oder zu zerstören. Durch seine Nähe zu Stuttgart ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb das am dichtesten besiedelte seiner Art und deshalb wohl tatsächlich notwendig. Hier ezeugte regionale Produkte wie Alb-Dinkel, Alb-Schnecken, Alb-Merino oder die fast schon berühmte Alb-Linse sind beliebt und sind in einer vergleichsweise wenig industrialisierten Gegend eine willkommene Einnahmequelle. Vulkangestein, seltene Orchideen, bizarre Felsformationen oder urzeitliche Höhlen: das faszinierendste sind und bleiben - hoffentlich - die kostbare Flora und Fauna sowie die geologischen Besonderheiten der Schwäbischen Alb. Die drei Autoren stellen sowohl die Flussgeschichte der Donau, als auch verschiedene Karst-Erscheinungen oder prähistorische Höhlenfunde vor. Immerhin will man mit der "Venus vom Hohlen Fels" auf der Schwäbischen Alb die älteste figürliche Darstellung eines Menschen gefunden haben. Neun Kapitel führen durchs Biosphärenreservat: meine Lieblingsgegend ist das Lautertal, deshalb sind die Streizüge durchs Obere und Untere Große Lautertal für mich die schönsten Kapitel. Doch auch die Zwiefalter Alb, das Ermstal und der Albtrauf haben charakteristische landschaftliche Schönheiten und Eigenheiten zu bieten. Der ehemalige Truppenübungsplatz selbst - heute ein Kulturdenkmal - liegt auf der Münsinger Alb und macht die Gegend ums ehemalige Bauerndorf Gruorn zum "Herzen der Alb". 212 Farbfotos und Abbildungen zeigen das Biosphärengebiet von seinen schönsten Seiten, die drei Albkenner Enkelmann, Ruoff und Wohnhas stellen die einzigartige Landschaft mit ihren typischen naturkundlichen und kulturgeschichtlichen Eigenheiten vor. Bleibt zu hoffen, dass Kritiker von Naturschutzgebieten ins Leere rufen und dass der Begriff Biosphärenreservat nicht - wie hier und da passiert - einfach Tourismus-Maximierung und Natur-Vermarktung schöner klingen lässt. Wer sich vor Ort informieren mag, findet im Alten Lager in Münsingen das Besucher-Informationszentrum mit einer interaktiven Dauerausstellung. Dazu kommen 18 Informationszentren im gesamten Biosphärengebiet, von denen jedes ein bestimmtes Themengebiet in den Mittelpunkt stellt.

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