Neuer Beitrag

rainergue

vor 11 Monaten

Alle Bewerbungen

Ich möchte hiermit zur Leserunde meines Buches "Flaschenpost - Das Ende einer Sucht" einladen.  Es handelt sich dabei um einen Roman mit autobiografischen Zügen.

"Es ist ein langer Weg, bis Paul Schlosser sich zu der Erkenntnis durchringt, dass er tatsächlich alkoholkrank ist. Er nimmt seine zweite Therapie in Angriff. Vor Antritt der Therapie lernt er Britta, eine Psychologiestudentin kennen und verliebt sich in sie. Obwohl er Angst hat, den Kontakt zu ihr zu verlieren, da bedingt durch die Maßnahmeeine lange Trennung ansteht, begibt er sich in die Klinik für Suchtkranke. Paul entwickelt sich in der Therapie sehr positiv. Als er kurz vor Ende der Maßnahme einen Brief von Britta erhält, in dem sie ihm mitteilt sich in einen Kommilitonen verliebt zu haben, brechen alte Minderwertigkeitsgefühle bei Paul hervor. Er überlegt, die Therapie abzubrechen …"

Im Buch wird die Entwicklung des Protagonisten in seine Alkoholabhängigkeit gezeigt und wie er durch die entsprechenden Therapieangebote seinen Weg in ein zufriedeneres Leben findet.

Die Einstiegsfrage in das Thema: Weckt das Cover Interesse auf den Inhalt des Buches?

Autor: Rainer Güllich
Buch: Flaschenpost

rainergue

vor 11 Monaten

Leseprobe: Auszug 3. Kapitel

3. Kapitel
1979
... Irgendwann hatte ich das Bedürfnis nach mehr Kontakt. Ich hatte aber keine Freunde, keine Bekannten. Ich hatte es noch nie geschafft, Kontakte zu pflegen. Auch wenn mir Leute sympathisch waren, blieb ich isoliert. Trotzdem fühlte ich mich nicht als Einzelgänger. Es war so, dass ich die Leute nicht zu nahe an mich herankommen lassen wollte. Sie würden sonst erkennen, dass mit mir eigentlich nicht viel los war.
Ich entschloss mich eines Tages, meiner Stammkneipe einen Besuch abzustatten. Ein wahnwitziger Gedanke. Die Gefahr eines Rückfalls war sicherlich groß. Ich fragte mich, warum ich unbedingt in meine Stammkneipe wollte. Wollte ich ganz tief in mir drinnen doch wieder trinken? Ich war mir sicher, dass das nicht der Fall war. Mir fiel zu Hause einfach die Decke auf den Kopf.

Die Kneipe öffnete um ein Uhr. Wenn ich gegen zwei Uhr dort eintrudeln würde, war die Gefahr, auf etwaige Saufkumpane zu treffen, gering. Die kamen erst gegen fünf. Eigentlich wollte ich nur mit Tonio, dem Kneipenwirt, quatschen. Wir hatten uns ein bisschen angefreundet, ich hatte Tonio auch schon öfters in dessen Garten geholfen.

Ich öffnete die Tür, betrat den Gastraum und hatte die Theke mit den Barhockern direkt vor mir. Rechts von der Theke standen drei Tische, von denen einer mit zwei Gästen besetzt war. Ein junges Pärchen, intensiv im Gespräch.
Links hinter mir war der erhöht liegende Raum, in dem der Billardtisch stand. Ich hörte das Klackern der Kugeln. Ich drehte mich kurz um und warf einen Blick in den Billardraum. Zwei Männer, die dort spielten. Niemand, den ich kannte.
Ich setzte mich auf meinen Platz, den Barhocker links vom Durchgang der Theke.
Aus dem Vorratsraum hinter der Theke hörte ich ein Rumoren. Dann trat Tonio aus dem Raum heraus.
„Hallo, Paul! Auch mal wieder da? Lange nicht gesehen.“ Tonio schien tatsächlich erfreut.
„Ja, dachte es wär‘ mal wieder Zeit.“
„Bier? Oder Asbach-Cola?“
„Ein Mineralwasser. Sonst nichts.“
„Mineralwasser? Bist du krank oder was?“
„In gewisser Weise. Ich trinke nicht mehr. Keinen Tropfen. Seit einigen Wochen.“
„Echt jetzt? Oder willst du mich verarschen?“ Er ließ das Spültuch fallen und glotzte mich entgeistert an.
„Nein, nein. Ist so. Ich trinke wirklich nicht mehr. Bald geht’s in die Langzeittherapie. Ein halbes Jahr ins ‚Trockendock ‘“. Tonio setzte sich auf seinen Barhocker hinter der Theke. „Alter! Ich glaub’ s nicht. Sicher hast du schon immer einen ganz schönen Stiefel vertragen. Aber ins ‚Trockendock‘? Gibt’s doch gar nicht.“
Einer der Billardspieler kam nach vorne und bestellte noch zwei Bier. Tonio zapfte sie an und wandte sich dann wieder mir zu. „Erklär‘s mir.“
Ich erzählte ihm von meiner ersten Therapie vor zwei Jahren, dem Rückfall und dem erneuten Versuch, keinen Alkohol mehr zu trinken.
„Einen Espresso und die Rechnung“, ein eiliger Dicker schob sich neben mich und trommelte mit den Fingern auf die Theke. Ich verstummte. Tonio fertigte den Gast ab, servierte eine Runde Schnäpse an die Billardspieler und setzte sich wieder zu mir. „Entschuldige, mach weiter!“
Er schien wirklich interessiert, war gespannte Aufmerksamkeit. Als ich geendet hatte, sagte er: „Mensch, Paul. Hut ab. Wusste gar nicht, was du da für eine Sache hinter dir hast. Du hast ja echt immer ‘ne Menge Kohle hier gelassen. Und … meine Herren, du hattest auch manchmal ganz schön einen im Tee. Aber dass du Alkoholiker bist, auf den Gedanken wär ich nie gekommen. Ich find’s ganz schön mutig, hier in die Kneipe zu kommen. Ich hätte da Angst, doch Lust auf ein Bier zu kriegen.“
„Ja, schon. Die Gefahr ist da. Ich weiß das. Ich muss mir beweisen, dass das geht. Dass ich in eine Kneipe gehen kann und nichts zu trinken brauche. Ich muss das wissen. Wenn’s eng wird, kann ich ja einfach abhauen.“
„Abhauen? Auch ‘ne schöne Lösung.“ Er schüttelte lachend den Kopf.
Da öffnete sich die Eingangstür. Leo und Georg kamen herein. Gut gelaunt, lachend, lärmend. Ich hatte mit ihnen des Öfteren hier an der Theke gestanden und das eine oder andere Bier getrunken. Das waren nicht unbedingt die Leute, die ich treffen wollte. Eigentlich war jetzt nicht ihre Zeit. Sie kamen sonst erst später.
„Mensch! Wer ist das denn? Paul! Lange nicht gesehen.“ Das war Georg. „Tonio, mach uns mal vier Bier und ‘ne Lage Korn. Darauf geb‘ ich einen aus!“
Mir wurde heiß und kalt. „Nee, lass mal. Ich will nix trinken. Mach gerade ‘ne Pause.“ Ich war plötzlich total unsicher, wusste nicht, was ich tun sollte.
Georg wandte sich an Tonio. „Hör nicht auf den. Zapf an!“
Tonio schien auch nicht zu wissen, was er machen sollte. Er schaute mich fragend an.
„Nein! Ich will jetzt kein Bier und keinen Korn!“
„Ihr hört es selbst. Lasst Paul doch“, stand Tonio mir zur Seite.
„Was soll der Scheiß! Da geb’ ich mal einen aus und der Kerl will nichts trinken. Macht ‘ne Pause. Ist ja wohl ein Witz! Leo, was meinst du denn dazu?“ Georg war echt sauer.
„Manometer, Paul. Was soll denn das?“ Leo wandte sich an mich. Du bist doch der Letzte, der ins Bier spuckt. Haben wir dir vielleicht was getan? Warum willst du mit uns nichts trinken?“
Ich merkte jetzt, dass die beiden schon einiges getrunken hatten. Hatten meine Ablehnung wohl in den falschen Hals bekommen. Langsam wurde mir die Sache zu brenzlig. Ich musste zusehen, dass ich hier herauskam. Bevor die Angelegenheit eskalierte. Und das konnte passieren. Ich kannte Georg und Leo. Gerade wenn sie was getrunken hatten, war mit ihnen nicht zu spaßen.
Ich fühlte mich total unter Druck. Doch würden mir ein Schnaps und ein Bier wirklich schaden? Ein Glas, und die Anspannung, die ich seit Tagen spürte, wäre verschwunden.
Plötzlich stellte sich die kribbelnde Vorfreude ein, die ich vor jedem Trinken gespürt hatte. Dieses den ganzen Körper erfassende Prickeln, das fast besser war als der spätere Rausch.
Die Alarmsirenen in meinem Kopf schrillten! Wenn ich nicht augenblicklich verschwinden würde, würde ich morgen früh mit einem Filmriss erwachen und weitertrinken. Alles wäre verloren! Ich musste sofort hier raus!
„Ich muss mal aufs Klo“, fiel mir spontan ein.
Die Toilette war im Flur, vom Flur ging es direkt auf die Straße. Ich verließ die Gaststätte und machte mich schnurstracks nach Hause. Manchmal war weglaufen wirklich besser als standhalten. ...

Denise43437

vor 11 Monaten

Alle Bewerbungen

Mein Interesse weckt das Cover. Auch ohne den Buchtitel zu lesen, ist auf Grund des Couvers erkennbar, von welchem Thema das Buch handelt. Das finde ich sehr hilfreich für den Käufer, denn dieser erfasst Bilder eher als das er Buchtitel liest.

Beiträge danach
108 weitere Beiträge (Klassische Ansicht)
Beiträge davor

mabuerele

vor 9 Monaten

3. Leseabschnitt: 6. Kapitel bis 10. Kapitel (Seite 86 bis Seite 129).
Beitrag einblenden

Die Gespräche mit den Angehörigen haben nicht so das gebracht, was erwartet wurde. Es ging doch nicht darum, ihnen Schuld zu geben oder Schuldgefühle zu nehmen. Sie sollten lernen, mit dme Kranken und der Krankheit umzugehehn.

mabuerele

vor 9 Monaten

4. Leseabschnitt: 11. Kapitel bis 13. Kapitel (Seite 131 bis Seite 167).
Beitrag einblenden

Paul lässt sich nun bewusst auf die Therapie ein. Dass er sich als Vorbeter beworben hat, finde ich mutig.

mabuerele

vor 9 Monaten

5. Leseabschnitt: 14. Kapitel bis 16. Kapitel (Seite 168 bis Seite 193).
Beitrag einblenden

Die zweite Therapie war erfolgreich. Knackpunkt war Brittas Brief. Hier wurde die richtige Entscheidung getroffen.

mabuerele

vor 9 Monaten

Rezensionen/Fazit
Beitrag einblenden

Danke, dass ich das Buch lesen durfte!

https://www.lovelybooks.de/autor/Rainer-G%C3%BCllich/Flaschenpost-1181510575-w/rezension/1515150767/

https://www.amazon.de/gp/review/R256AEZEBZ1NTV/ref=pdp_new_read_full_review_link?ie=UTF8

https://www.buch.de/shop/home/artikeldetails/flaschenpost/rainer_guellich/EAN9783959860093/ID43404452.html?jumpId=3534848

https://www.weltbild.de/artikel/ebook/flaschenpost_20729589-1

http://wasliestdu.de/rezension/der-weg-aus-der-sucht

https://www.lesejury.de/rainer-guellich/buecher/flaschenpost/9783959860093?st=1&tab=reviews&s=2#reviews

rainergue

vor 9 Monaten

Rezensionen/Fazit

@mabuerele
Liebe mabuerele,
vielen Dank für die Teilnahme an der Leserunde. Danke sehr für die ausführliche, differenzierte Rezension. Ich freue mich sehr darüber, denn sie macht deutlich, dass mein Anliegen, das Thema Sucht zu verdeutlichen, gelungen ist.
Liebe Grüße
Rainer Güllich

Denise43437

vor 9 Monaten

Rezensionen/Fazit

Ich habe jetzt meine Rezension auch auf Amazon, Thalia und Weltbild veröffentlicht.

rainergue

vor 9 Monaten

Rezensionen/Fazit
@Denise43437

Hallo,
dann vielen Dank dafür ...
Viele Grüße
Rainer Güllich

Neuer Beitrag

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.