Rainer Hank

 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Die Pleite-Republik, Lob der Macht und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Rainer Hank

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Die Pleite-Republik

Die Pleite-Republik

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Erschienen am 27.02.2012
Lob der Macht

Lob der Macht

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Erschienen am 09.09.2017
Der Sonntagsökonom

Der Sonntagsökonom

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Erschienen am 01.03.2010
Wie wir reich wurden

Wie wir reich wurden

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Erschienen am 01.09.2012
Der amerikanische Virus

Der amerikanische Virus

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Erschienen am 26.02.2009
Neues vom Sonntagsökonom

Neues vom Sonntagsökonom

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Erschienen am 26.02.2010

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Rezension zu "Lob der Macht" von Rainer Hank

Aktuelles Überblickswerk zum Thema Macht
seschatvor einem Jahr

Im Sachbuch „Lob der Macht“ wird das Thema „Macht“ in all seinen Erscheinungsformen informativ, höchst aktuell und allgemeinverständlich betrachtet.

Der Autor Rainer Hank, Jahrgang 1953, ist ein vielfach ausgezeichneter Wirtschaftsjournalist und bei der FAS tätig. Als solcher kennt er sich vortrefflich im ökonomisch-politischen Bereich aus, was die vorliegende Studie eindrücklich belegt, indem nicht nur ausführlich auf das autoritäre Machtverständnis des amerikanischen Präsidenten Donald Trump eingegangen wird, sondern auch auf die Eurofinanzkrise und deren Folgen sowie auf gescheiterte deutsche Topmanager (Martin Winterkorn, Thomas Middelhoff und Peter Löscher). Auch der Bereich Machtinszenierung wird spannend untersucht, indem die Inauguration von Kaiser Karl IV. mit der Amtseinführung von Donald Trump verglichen wird.

Die bekannte These - Macht macht sexy und korrumpierbar- ist nicht neu und hat in all den Jahren nicht an Bedeutung bzw. Wahrheit eingebüßt; schaut man sich beispielsweise Politiker bzw. führende Wirtschaftsgrößen an. Zudem sei Macht alles andere als statisch, sondern befeuere das Verlangen nach noch mehr Macht. Wenn Macht dann auch noch mit Empathie daherkomme, sei ihre Verführungskunst nahezu grenzenlos, so Hank. Ein Paradebeispiel für diesen Effekt ist die Wahl von Martin Schulz zum SPD-Parteichef und -Kanzlerkandidaten im Juni dieses Jahres.

Doch Hank denkt noch weiter. So setzt er sich kritisch mit den monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, auseinander. Denn hier bildet nur ein Gott das Machtmonopol und kann sich bei der Machtausübung nahezu alles erlauben.

Eigentum und Geld geben in kapitalistischen Systemen den Ton an. Allein der Wettbewerb vermöge hier einen Riegel vorzuschieben und die Macht nicht ausufern zu lassen, so der Autor. Zudem wird die Macht von Big Data und der Datenkrake Google kurz angeschnitten – m. E. eine mehr als fragwürdige Entwicklung.

Trotz allem muss ich Hank zustimmen, wenn er sagt, dass „[e]ine Welt ohne Macht (eine) arme Welt (wäre).“ Denn Fortschritt, Innovationen, Wohlstand erwachsen nun einmal aus Macht bzw. aus Macht einer oder mehrerer mächtigen Personen und deren Ideen.

Mein persönliches Highlight waren die Ausführungen zu literarischen Werken von Thomas Morus (Utopia) und Yuval Noah Harari (Homo Deus), die Rainer Hanke an passender Stelle in den Fließtext eingebunden hat.

FAZIT
Ein gelungenes, kurzweiliges Buch über Macht in der heutigen Zeit. 

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Rezension zu "Die Pleite-Republik" von Rainer Hank

Rezension zu "Die Pleite-Republik" von Rainer Hank
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Seit fast zwei Jahrzehnten ist der Wirtschaftsjournalist der FAZ und FAS Rainer Hank nicht nur für seine regelmäßigen unabhängigen und klugen Kommentare zum aktuellen Wirtschaftsgeschehen den Lesern dieser Zeitungen bekannt und vertraut geworden, sondern in dieser Zeit legt er immer wieder interessante und wegweisende Bücher vor, die jeweils weit ihrer Zeit voraus sind. Ich erinnere mich etwa noch gut an das bei Eichborn 1995 erschienene Buch "Arbeit. Die Religion des 20. Jahrhunderts" und das 2004 erschienene Buch "Das Ende der Gleichheit".

In seinem letzten Buch „Der amerikanische Virus“ erklärte er, auch dem Laien verständlich, die Ursachen und die Wirkmechanismen der Krise. Gegen den übereinstimmenden Konsens aller am Diskurs Beteiligten, dass es die Gier der Investmentbanker und der Hedgefonds war, die die Weltwirtschaft in den Abgrund getrieben hat, formulierte Rainer Hank 2009 eine überfällige Gegenstimme zu jener auf allen Kanälen formulierten Empörungsrhetorik, die immer außer acht lässt, dass es eben auch die sogenannten kleinen Leute waren, die sich mit billigen Krediten gerne verführen ließen, und mit dem Run auf die große Rendite für ihre Spareinlagen zu der Gesamtgier nicht unwesentlich beigetragen haben.

Hank nannte damals die Tatsache, dass der Markt ohne spekulative Zyklen nicht zu haben ist, die große Kränkung unserer Tage. Dieses Auf und Ab von "lustvoller Gier und paniktreibender Angst", an dem sich auch die kleinen Leute beim nächsten Mal wieder beteiligen werden, ist vielen unerträglich.
Diese Angst fordert moderierendes, regulierendes und kontrollierendes staatliches Handeln heraus, so Hank.

Nun, da sich gezeigt hat, wie die Staaten in der vergangenen Jahren versucht haben, die Krise zu bewältigen, nämlich mit immer mehr Schulden, nimmt sich Hank in seinem neuen Buch „Die Pleite-Republik“ genau dieses Phänomen vor. Er zeigt auf, wie die in der Vergangenheit aufgehäuften Schuldenlasten den Gestaltungsspielraum politischen Handelns so weit einengen, das sich die Parteien immer mehr ähneln. Doch, so Hank, das größte Problem ist, dass sich dadurch die Demokratie entleert und eine hochexplosive Mischung entsteht aus Finanzkrise und politischer Ohnmacht.

Rainer Hank beschreibt die historische Entwicklung, benennt die Etappen der Entwicklung zu einem paternalistischen Staat, der jede Initiative des freien Bürgers deckelt, sein soziales Gewissen erstickt und ihn in immer mehr Lebensfragen reglementiert und sanktioniert. Die Freiheit hat es schwer. Immer mehr Bürger reagieren darauf mit einer sich nicht selten irrational entladenden Wut (Wutbürger).

Die Freiheit hat besonders in Deutschland einen schweren Stand. In unserem Land wird besonders stark über die Parteigrenzen hinweg das Lob der Gleichheit und der Gerechtigkeit gesungen. Überzeugend und leidenschaftlich weist Hank nach, warum der Egalitarismus eine an der Freiheit orientierte Gesellschaft nicht weiterbringt und warum er an seinen eigenen Prämissen scheitern muss. Und er plädiert für einen neuen Ansatz:
„Eine von der Freiheit her entworfene Theorie der Gerechtigkeit verlangt von Menschen, das sie Ungleichheiten aushalten, sie diese weniger als demotivierend, sondern als anspornend erfahren. Das ist nicht leicht, weil Menschen nicht nur stark, sondern auch schwach sind und es unmenschlich wäre, dies nicht zu berücksichtigen. Als Preis für diese Leistung verspricht die Freiheit vor allem die Erfahrung der Lust an der Freiheit selbst: Stolz, Lebensmut und Antrieb stärken das Individuum und bauen darauf, dass Selbstbestimmung, welche die Freiheit voraussetzen muss, sich auch lohnt. Zugleich, aber erst an zweiter Stelle, wird die Theorie der Freiheit insistieren, dass ihr Gerechtigkeitskonzept, weil effizienter, auch mehr Wohlstand für alle (also auch für die Ärmeren) schafft. Und sie wird die Freunde der Verteilung warnen, das die Realität längst den Neid zum Herrscher einer auf den Hund gekommenen Idee von der Gerechtigkeit hat verkommen lassen.“

Dieses Buch, wieder einmal genau den Kairos erspürend, könnte zusammen mit den Auffassungen des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck, die er sicher auf die eine oder andere Weise in seinen Reden kommunizieren wird, den Auftakt geben zu einem gesellschaftlichen Diskurs, der schließlich einen Paradigmenwechsel nach sich ziehen könnte. Zwei Sätze von Gauck, denen Hank wohl zustimmen würde, sollen die Richtung andeuten, in die es geht:
„Die Freude an der Freiheit hat sich in Furcht vor der Freiheit verwandelt.“
„Es schwächt die Schwachen, wenn wir nichts mehr von ihnen erwarten.“

Rainer Hank gibt in seinem Buch aber auch ganz konkrete Hinweise, wie der Staat auf eine sozialverträgliche Weise Ausgaben senken könnte und nennt als Auswege aus der Krise unter anderem: Dezentralisierung, ernst gemeinte Steuerreformen, die langsame Rückführung des Staatsanteils, mehr direkte Demokratie und Stärkung der föderalen Strukturen und vor allem und immer wieder: eine früh einsetzende Erziehung zur Mündigkeit, die nicht mehr dauernd nach dem Vater Staat ruft: Denn: „Da läuft man Gefahr, in den Status des Kindes herabzusinken.“ (Joachim Gauck)

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