Rainer Hank Die Pleite-Republik

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Inhaltsangabe zu „Die Pleite-Republik“ von Rainer Hank

Vater Staat weiß alles besser: vor allem, wie man Schulden macht Die Schuldenlast und die Abwertungen ganzer Volkswirtschaften, die die Märkte vornehmen, bringen es an den Tag: Der Staat hat sich übernommen, sein in den meisten westlichen Ländern auf annähernd 50 % aufgeblähter Anteil am gesamten wirtschaftlichen Geschehen führt unweigerlich in die Krise. Da die Regierungen jetzt sparen müssen, haben sie kaum mehr Gestaltungsspielraum, sodass die Parteien einander zunehmend ähneln. Die Demokratie wird dadurch leer: eine hochexplosive Mischung von Finanzkrise und politischer Ohnmacht. Rainer Hank zeichnet die historische Entwicklung nach, die vom Rechtsstaat zum Fürsorge- und schließlich zum paternalistischen Staat führte, der die Initiative des Bürgers, aber auch sein soziales Gewissen erstickt und ihn in immer mehr Lebensfragen – von der Helmpflicht bis zum Rauchverbot reglementiert. Der Bürger reagiert auf diese zunehmende Entmündigung mit einer sich oftmals irrational entladenden Wut. Aber Rainer Hank belässt es nicht bei Analyse und Kritik, er zeigt auch, wie der Staat auf sozialverträgliche Weise Ausgaben senken könnte, und entwirft alternative Modelle, die Auswege aus der Krise weisen: Dezentralisierung, Steuerreformen, Rückführung des Staatsanteils, mehr direkte Demokratie im Verbund mit einer Stärkung der föderalen Strukturen und eine früh einsetzende Erziehung zur Mündigkeit.

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  • Rezension zu "Die Pleite-Republik" von Rainer Hank

    Die Pleite-Republik
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    06. March 2012 um 11:15

    Seit fast zwei Jahrzehnten ist der Wirtschaftsjournalist der FAZ und FAS Rainer Hank nicht nur für seine regelmäßigen unabhängigen und klugen Kommentare zum aktuellen Wirtschaftsgeschehen den Lesern dieser Zeitungen bekannt und vertraut geworden, sondern in dieser Zeit legt er immer wieder interessante und wegweisende Bücher vor, die jeweils weit ihrer Zeit voraus sind. Ich erinnere mich etwa noch gut an das bei Eichborn 1995 erschienene Buch "Arbeit. Die Religion des 20. Jahrhunderts" und das 2004 erschienene Buch "Das Ende der Gleichheit". In seinem letzten Buch „Der amerikanische Virus“ erklärte er, auch dem Laien verständlich, die Ursachen und die Wirkmechanismen der Krise. Gegen den übereinstimmenden Konsens aller am Diskurs Beteiligten, dass es die Gier der Investmentbanker und der Hedgefonds war, die die Weltwirtschaft in den Abgrund getrieben hat, formulierte Rainer Hank 2009 eine überfällige Gegenstimme zu jener auf allen Kanälen formulierten Empörungsrhetorik, die immer außer acht lässt, dass es eben auch die sogenannten kleinen Leute waren, die sich mit billigen Krediten gerne verführen ließen, und mit dem Run auf die große Rendite für ihre Spareinlagen zu der Gesamtgier nicht unwesentlich beigetragen haben. Hank nannte damals die Tatsache, dass der Markt ohne spekulative Zyklen nicht zu haben ist, die große Kränkung unserer Tage. Dieses Auf und Ab von "lustvoller Gier und paniktreibender Angst", an dem sich auch die kleinen Leute beim nächsten Mal wieder beteiligen werden, ist vielen unerträglich. Diese Angst fordert moderierendes, regulierendes und kontrollierendes staatliches Handeln heraus, so Hank. Nun, da sich gezeigt hat, wie die Staaten in der vergangenen Jahren versucht haben, die Krise zu bewältigen, nämlich mit immer mehr Schulden, nimmt sich Hank in seinem neuen Buch „Die Pleite-Republik“ genau dieses Phänomen vor. Er zeigt auf, wie die in der Vergangenheit aufgehäuften Schuldenlasten den Gestaltungsspielraum politischen Handelns so weit einengen, das sich die Parteien immer mehr ähneln. Doch, so Hank, das größte Problem ist, dass sich dadurch die Demokratie entleert und eine hochexplosive Mischung entsteht aus Finanzkrise und politischer Ohnmacht. Rainer Hank beschreibt die historische Entwicklung, benennt die Etappen der Entwicklung zu einem paternalistischen Staat, der jede Initiative des freien Bürgers deckelt, sein soziales Gewissen erstickt und ihn in immer mehr Lebensfragen reglementiert und sanktioniert. Die Freiheit hat es schwer. Immer mehr Bürger reagieren darauf mit einer sich nicht selten irrational entladenden Wut (Wutbürger). Die Freiheit hat besonders in Deutschland einen schweren Stand. In unserem Land wird besonders stark über die Parteigrenzen hinweg das Lob der Gleichheit und der Gerechtigkeit gesungen. Überzeugend und leidenschaftlich weist Hank nach, warum der Egalitarismus eine an der Freiheit orientierte Gesellschaft nicht weiterbringt und warum er an seinen eigenen Prämissen scheitern muss. Und er plädiert für einen neuen Ansatz: „Eine von der Freiheit her entworfene Theorie der Gerechtigkeit verlangt von Menschen, das sie Ungleichheiten aushalten, sie diese weniger als demotivierend, sondern als anspornend erfahren. Das ist nicht leicht, weil Menschen nicht nur stark, sondern auch schwach sind und es unmenschlich wäre, dies nicht zu berücksichtigen. Als Preis für diese Leistung verspricht die Freiheit vor allem die Erfahrung der Lust an der Freiheit selbst: Stolz, Lebensmut und Antrieb stärken das Individuum und bauen darauf, dass Selbstbestimmung, welche die Freiheit voraussetzen muss, sich auch lohnt. Zugleich, aber erst an zweiter Stelle, wird die Theorie der Freiheit insistieren, dass ihr Gerechtigkeitskonzept, weil effizienter, auch mehr Wohlstand für alle (also auch für die Ärmeren) schafft. Und sie wird die Freunde der Verteilung warnen, das die Realität längst den Neid zum Herrscher einer auf den Hund gekommenen Idee von der Gerechtigkeit hat verkommen lassen.“ Dieses Buch, wieder einmal genau den Kairos erspürend, könnte zusammen mit den Auffassungen des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck, die er sicher auf die eine oder andere Weise in seinen Reden kommunizieren wird, den Auftakt geben zu einem gesellschaftlichen Diskurs, der schließlich einen Paradigmenwechsel nach sich ziehen könnte. Zwei Sätze von Gauck, denen Hank wohl zustimmen würde, sollen die Richtung andeuten, in die es geht: „Die Freude an der Freiheit hat sich in Furcht vor der Freiheit verwandelt.“ „Es schwächt die Schwachen, wenn wir nichts mehr von ihnen erwarten.“ Rainer Hank gibt in seinem Buch aber auch ganz konkrete Hinweise, wie der Staat auf eine sozialverträgliche Weise Ausgaben senken könnte und nennt als Auswege aus der Krise unter anderem: Dezentralisierung, ernst gemeinte Steuerreformen, die langsame Rückführung des Staatsanteils, mehr direkte Demokratie und Stärkung der föderalen Strukturen und vor allem und immer wieder: eine früh einsetzende Erziehung zur Mündigkeit, die nicht mehr dauernd nach dem Vater Staat ruft: Denn: „Da läuft man Gefahr, in den Status des Kindes herabzusinken.“ (Joachim Gauck)

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