Rainer M Holm-Hadulla Leidenschaft: Goethes Weg Zur Kreativitat

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Inhaltsangabe zu „Leidenschaft: Goethes Weg Zur Kreativitat“ von Rainer M Holm-Hadulla

Das Geheimnis der Kreativität "Poetry therapy" liegt im Trend. So neu ist die Idee nicht, wie dieses Buch zeigt: Schon Johann Wolfgang von Goethe therapierte sich selbst durch das Schreiben. Goethes war nicht nur ein begabtes Kind, ein vielgeliebter Dichter und bedeutender Politiker, sondern hat während seines gesamten Lebens gesucht, geirrt und gelitten. Er verfügte jedoch über die besondere Fähigkeit, seelische Erschütterungen anzunehmen und für die Entwicklung seiner Kreativität zu nutzen. Die Psychologie hat seit der Zeit Goethes große Fortschritte gemacht und die Neurobiologie revolutionäre Erkenntnisse über den menschlichen Geist ermöglicht. Dennoch existieren bislang keine Dokumente, die so eingehend die Entwicklung der Kreativität beschreiben wie Goethes Briefe und Werke sowie die detaillierten Beschreibungen seitens seiner Familienangehörigen, Freundinnen und Freunde. Sein Weg zur Kreativität ist auch heute noch höchst inspirierend und regt dazu an, die eigenen schöpferischen Seiten zu entwickeln. Die Beschäftigung mit Goethes Weg zur Kreativität ist damit nicht nur ein intellektuelles Vergnügen, sondern hat auch lebenspraktischen Nutzen. Inhalt Goethes Weg zum schöpferischen Leben Teil 1: Leben und Werk Kindheit und Jugend: Frankfurt 1749-1765 (Catharina Elisabeth) Leipziger Studentenkrise 1765-1768 (Käthchen) Rückkehr ins Elternhaus 1768-1770 (Cornelia) Flucht vor der Liebe: Straßburg 1770- 1771 (Friederike) Frankfurter Refugium 1771-1772 (Cornelia) Leidenschaft und Entsagung: Wetzlar 1772 (Charlotte) Frankfurter Geniezeit 1772-1775 (Lili) Goethes Konflikte im Spiegel der frühen Dramen Zeit der Reife: Weimar 1775-1786 (Charlotte) Neugeburt in Italien 1786-1788 (Faustina) Die große Liebe: Weimar 1788-1805 (Christiane) Politische Veränderungen und neue Leidenschaften 1806-1821 (Wilhelmine, Silvie, Marianne) Späte Liebe, Alter und Abschied 1821-1832 (Ulrike) Teil 2: Kreativität, Lebenskunst und Krankheit Leben als kreative Selbstverwirklichung - Das Wilhelm-Meister-Projekt Goethes Kreativität aus Sicht der modernen Forschung Goethes Lebenskunst Goethes "gesunde Krankheit" Teil 3: Goethes Vermächtnis Dank Literatur Dr. Rainer M. Holm-Hadulla, Psychotherapeut und Psychoanalytiker, ist leitender Arzt der Psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks Heidelberg. Daneben lehrt er an der Universität Heidelberg und ist als Berater von Wissenschaftlern, Künstlern, Unternehmern, und Politikern tätig.

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  • Rezension zu "Leidenschaft: Goethes Weg Zur Kreativitat" von Rainer M Holm-Hadulla

    Leidenschaft: Goethes Weg Zur Kreativitat
    Micpe

    Micpe

    10. January 2012 um 12:49

    Der Autor geht, mit Zurückhaltung und wohlüberlegt, auf die Psychologie Goethes ein. Nach der Lektüre dieses Buches hatte ich ein völlig anderes Verständnis und Zugang zu Goethe.

  • Rezension zu "Leidenschaft: Goethes Weg Zur Kreativitat" von Rainer M Holm-Hadulla

    Leidenschaft: Goethes Weg Zur Kreativitat
    HeikeG

    HeikeG

    11. March 2009 um 18:54

    "Das Über-sich-hinaus-Sein" im Anderen . "Nichts gibt uns mehr Aufschluss über uns selbst, als wenn wir das, was vor einigen Jahren von uns ausgegangen ist, wieder vor uns sehen, so dass wir uns selbst nunmehr als Gegenstand betrachten können" (Goethes Werk, Hamburger Ausgabe, Hrsg. v. Erich Trunz) . Unzählige Biografien und Abhandlungen sind über ihn verfasst worden. In der Schule gehören er und seine bedeutendsten Werke zum Standardrepertoire des Deutschunterrichts. Und erst jüngst hat sich ein bedeutender deutscher Schriftsteller in seinem Roman der letzen Liebe von ihm angenommen. Die Rede ist von Johann Wolfgang von Goethe. . Der Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Prof. Dr. Rainer M. Holm-Hadulla nähert sich dem bedeutendsten deutschen Dichter von einer ganz persönlichen Seite. Denn der Geheimrat war nicht nur ein begabtes Kind, ein vielgeliebter Poet und ein einflussreicher Politiker, sondern während seines ganzen Lebens ebenso ein Suchender, Irrender und Leidender. "Goethes Leben war steinig und von vielfältigen Krisen erschüttert.", beginnt der Autor seine Psychobiografie. Was Goethe dennoch zu einem Herausragenden werden ließ, war offensichtlich seine besondere Fähigkeit, "seelische Leiden auszuhalten und zu kreativer Entwicklung zu nutzen." . Nun hat eine Beschäftigung mit ihm und seinen Werken - geprägt durch den nicht immer optimal vermittelten Schulstoff - leider immer etwas Trockenes und Verstaubtes an sich. Doch Rainer M. Holm-Hadulla hat ein überaus interessantes und vor allem lesenswertes Buch geschrieben, das durchaus allgemeingültigen Charakter aufweist. Auch wenn mittlerweile über 200 Jahre vergangen sind, so kann es für den modernen Leser von heute gleichfalls überaus inspirierend sein, zu erfahren, auf welche Art und Weise Goethe aus Leidenschaften schöpferische Impulse gewann: "Menschen des 21. Jahrhunderts können in Goethes Leben und Werk wichtige Anhaltspunkte für ihre eigene kreative Entwicklung und Lebenskunst finden.", so der Autor, "Die psychologische Beschäftigung mit Goethes Leben und Werk ist deswegen so interessant, weil er seine persönliche Entwicklung und seine Krisen in einzigartiger Weise beschreiben konnte. Zudem hat er wirksame Bewältigungsstrategien von psychischen Konflikten entwickelt, weswegen die Beschäftigung mit Goethes Leidenschaften auch von lebenspraktischer Bedeutung ist." . In drei Teile hat Holm-Hadulla seine Psychobiografie gegliedert. Zunächst entwickelt der Autor allgemein bedeutsame Einsichten bezüglich Goethes Leben und Werk, wobei er das Augenmerk auf dessen leidenschaftliches Streben nach einem schöpferischen Leben legt, beginnend mit seiner komplizierten Geburt am 28. August 1749, seinen Jugendjahren in Frankfurt, seiner nicht ganz einfachen Studentenzeit in Leipzig, bis hin zu den Weimarer Jahren, seiner Freundschaft mit Schiller, der Italienreise und letztendlich Alter und Abschied. Die ihn umgebenden Frauen wie Gretchen, Käthchen Schönkopf, Friederike Brion, Charlotte Buff, Frau von Stein, Christiane Vulpius, Marianne Willemer oder Ulrike Levetzow erhalten dabei besondere Beachtung. Sie sind es vor allem, die zum Projektionsschirm für Gefühle und Ideen werden. "Er spiegelt sich in ihnen, nimmt die Empfindungen seiner Geliebten auf und kehrt bereichert zu sich zurück [oder] zieht schöpferische Energie aus Enttäuschung und Zurückweisung". . Der zweite Teil des Buches befasst sich zunächst mit der Darstellung von Goethes Auffassung des Lebens als schöpferische Selbstverwirklichung, bevor der Autor dessen Leben und Werk unter den Gesichtspunkten der modernen Kreativitätsforschung betrachtet, um im Anschluss daran die Frage zu klären, ob Goethe - wie immer wieder behauptet wird - psychisch krank oder gestört gewesen sei. Teil 3 und zugleich "Schlussplädoyer" ist eine zusammenfassende Interpretation von Goethes Gedicht "Vermächtnis." . Holm-Hadulla betrachtet zwar Goethes Weg unter psychologischen Gesichtspunkten, legt den Akzent jedoch nicht auf eine detektivische Suche nach Problemen und Störungen, sondern versucht, die Umstände zu erforschen, die zu einem produktiven und kreativen Leben führten. Dies ist ihm ausgezeichnet gelungen. . "Wir erfahren uns und die uns umgebende Welt im Akt des Verstehens. Nur durch das Verstehen finden wir einen Halt in einer chaotischen Welt von Eindrücken und Erlebnissen. Aus der verständnisvollen Begegnung mit Personen, Erfahrungen und Texten entsteht etwas Neues, das den Horizont erweitert und Orientierung verleiht. Verstehen ist dabei mehr als die rein gedankliche Strukturierung von Erfahrungen. Es ist eine umfassende Bewegung, die sinnliche und praktische Erlebnisse umgreift und in der Menschen erst zu dem werden, was sie wirklich sind oder sein können." . Fazit: Das beständige Ringen um die Lebendigkeit des eigenen Selbst kann als Leitmotiv über Goethes gesamtem Leben stehen. Das Bedürfnis, äußere Ereignisse in einen Zusammenhang mit seinen inneren Erfahrungen zu bringen, dürfte wiederum der rote Faden sein, der jenes und sein Werk durchzieht. Rainer M. Holm-Hadulla hat mit der vorliegenden Psychobiografie ein interessantes, äußerst lesenswertes und allgemeinverständliches, auf den Erkenntnissen der modernen Psychologie basierendes Buch über den großen deutschen Dichter geschrieben, das durchaus allgemeingültige Aussagekraft besitzt.

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