Rainer M. Schießler Himmel - Herrgott - Sakrament

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Inhaltsangabe zu „Himmel - Herrgott - Sakrament“ von Rainer M. Schießler

»Auftreten statt austreten« – lautet der Appell von Rainer Maria Schießler. In einer Zeit, in der so viele Menschen wie nie die katholische Kirche verlassen, gelingt es dem bundesweit bekannten Münchner Stadtpfarrer, dass seine Gemeinde wächst und sich für den Gottesdienst begeistert. Sein Rezept heißt Klartext. Oft werden seine Predigten zu Ökumene und Zölibat beklatscht. Er pflegt eben einen ganz eigenen Stil: im Frühjahr segnet der leidenschaftliche Motorradfahrer in der Gemeinde die Maschinen der Väter und die Bobby-cars der Kleinsten, an Heiligabend lässt er einen DJ auflegen und schenkt Sekt aus – schließlich wird der Geburtstag Jesu gefeiert. Will die Kirche sprachfähig und glaubwürdig sein, dann braucht sie Temperamente wie Rainer Maria Schießler. Sein Buch steht unter dem Baldachin seiner Osterbotschaft von 2015 »Mut zur Veränderung« und benennt die heiklen Themen innerhalb der katholischen Kirche, die seiner Meinung nach zu einem Glaubwürdigkeitsverlust geführt haben.

Ein Pfarrer, der nicht nur kritisiert und jammert, sondern der zupackt und neue Wege geht. So kann die Kirche der Zukunft "gelingen".

— Klusi
Klusi

meine hohe Erwartungshaltung wurde leider nicht erfüllt

— Gudrun67
Gudrun67

Etwas zu sehr am springen im Buch und dadurch etwas schwer zu folgen.

— Seelensplitter
Seelensplitter

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  • Himmel, Herrgott, Sakrament

    Himmel - Herrgott - Sakrament
    Klusi

    Klusi

    02. September 2017 um 23:43

    Wenn Rainer Maria Schießler loslegt und von seinem Leben sowie von seiner Laufbahn als Priester erzählt, tut er das sehr lebendig und mitreißend. Man ist einfach aufmerksam und kann sich der sympathischen Ausstrahlung und herzlichen Art des Autors nicht entziehen. Hier spürt man hinter jedem Satz, dass Herr Schießler mit Leib und Seele Pfarrer ist. Gleich für zwei Münchner Pfarrgemeinden ist er zuständig, und offensichtlich macht er seine Sache gut und erfolgreich, denn wenn er predigt, ist die Kirche meist voll. Aber der Weg bis dahin war nicht eben und gerade, sondern steinig und voller Hindernisse und Probleme, das erfährt man hier in aller Aufrichtigkeit. Hier erzählt nicht nur ein Geistlicher, sondern in erster Linie der Mensch Schießler, und er gibt in diesem Buch zum Teil sehr private Einblicke in sein Leben. Er liebt seine Kirche, aber er scheut sich auch nicht, sie zu kritisieren. Jedoch belässt er es nicht dabei, Dinge, die ihm nicht gefallen, zu beanstanden, sondern er bietet Lösungen an. Er jammert nicht, sondern er tut etwas. Menschen wie ihn braucht die Kirche, um langfristig zu bestehen. Viele Themen, die er anspricht, sind speziell für die katholische Kirche von Belang, aber es gibt andere, die für jeden Gottesdienst und jede kirchliche Veranstaltung, eben für die gesamte Ökumene, gelten sollten: das was ein Pfarrer zu sagen hat, sollte die Menschen fesseln und nicht langweilen. „Liturgie darf nicht weh tun“, ist einer der Leitsätze des Autors. Sein Bestreben ist eine aufmerksame Gemeinde, die ihm zuhört und nicht ständig auf die Uhr sieht, ob die Messe nicht bald um ist. Bei den Gottesdiensten und auch bei der Gemeindearbeit geht Pfarrer Schießler neue, oft außergewöhnliche Wege, und vieles, was er umsetzt, ist einfach genial. Ganz nebenbei Kellnert Hochwürden für einen guten Zweck auf der Wiesn. So stelle ich mir die Kirche der Zukunft vor, nicht abgehoben, vergeistigt und weltfremd, sondern nah' an den Menschen und mittendrin im wahren Leben.

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  • Klagelied über die Kirche

    Himmel - Herrgott - Sakrament
    SeilerSeite

    SeilerSeite

    11. April 2017 um 10:06

    Die katholische Kirche steckt in der Krise. Das ist die Grundbotschaft von Rainer M. Schießler. Gleichzeitig fühlt sich der Münchner Stadtpfarrer seiner Kirche sehr verbunden und ist tief in ihr verwurzelt. Der Kirchenaustritt ist daher für ihn keine Option. Vielmehr, und das möchte er mit seinem Buch vermitteln, braucht es an vielen Stellen neues Leben und vor allem viel Liebe.Das Buch schildert eine Erzählung aus dem Gemeindealltag, ist gleichzeitig Biografie und fungiert als Programmschrift. Leider geht durch diese Vielschichtigkeit der rote Faden verloren. Die Erzählung wirkt zerstückelt aufgrund der langen Exkurse und Unterbrechungen. In den biografischen Teilen erzählt Schießler seine Lebensgeschichte von den recht turbulenten Anfängen in der Kirche an. Dabei erfährt man viel über seine geistlichen Vorbilder, jedoch auch über die inneren Kämpfe und Schicksalsschläge. Zum Teil ist es sehr ermutigend, wie Schießler beispielsweise mit Rückschlägen umgeht, so dass man daraus neue Impulse für das eigene Leben erhält. Viel öfter allerdings ermüdet das lange Lamentieren über die Trostlosigkeit der Welt, vor allem dann in den Teilen, die von der Krise der Kirche handeln. Hier wird über die Einsamkeit der Dienstwohnung, Gegner des Glockengeläuts und Priester ohne Herz für die Sache verhandelt. Bei vielen Punkten spricht der Münchner Pfarrer bestimmt wichtige Baustellen der Kirche an, die Veränderung benötigen. Oft (nicht immer) bleibt es jedoch bei der negativen Sichtweise, ohne Alternativen aufzuzeigen oder nach vorn zu blicken.Das Buch ist jedoch ebenso ein Statement für ein leidenschaftliches Pfarrersein, das sich bei Schießler auf erfrischend andere Weise von der Masse abhebt. Man spürt seine Hingabe für seine Gemeinde und seinen Beruf und den ehrlichen Wunsch, den Menschen ganz persönlich die gute Botschaft nahe zu bringen. Allerdings wird diese ehrbare Motivation auf langatmige und oft pessimistische Art und Weise vermittelt. Seitenzahl: 256Format: 14,7 x 22,4 cm, gebundenVerlag: Kösel

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  • meine hohe Erwartungshaltung wurde leider nicht erfüllt

    Himmel - Herrgott - Sakrament
    Gudrun67

    Gudrun67

    29. January 2017 um 11:23

    Hatte an dieses Buch ein sehr hohe Erwartungshaltung, da ich vom Autor und seiner Verhaltenweise die Kirche betreffend bisher nur Gutes gehört habe.Aber, leider wurde ich hier größtenteils enttäuscht. Der Schreibstil ist zwar ab und an eingängig, aber dies ist eher die Ausnahme.Durch unzusammenhängende Erzählungen, die dann zwar irgendwann wieder aufgegriffen werden, geht der Lesefluss und das Interesse daran schnell verloren.Die Offenheit, der Lebenswandel und die Einstellung von Rainer M. Schießler finde ich erfrischend und oftmals auch eingängig. Mein Fazit: meine hohe Erwartungshaltung wurde leider nicht erfüllt

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  • Ein Leben als Pastor

    Himmel - Herrgott - Sakrament
    Seelensplitter

    Seelensplitter

    08. January 2017 um 15:52

    Meine Meinung zum Buch:Himmel, Herrgott, SakramentAuftreten statt austretenAufmerksamkeit und Erwartung:Diesen Punkt findet ihr bei mir auf dem Original Post auf dem Blog.Inhalt in meinen Worten:Ein Leben hat viel Fassungsvermögen, der eine ist eher auf der einen Seite der andere auf der anderen Seite angegliedert und Rainer ist auf einer besonderen Seite. Er ist an Gottes Seite, zumindest sagt er das von sich selbst.Wie es dazu kam, dass er Pfarrer wurde, was der Glaube ihm bedeutet, was er kritisch beleuchtet und was er sich wünscht, das möchte er in diesem Buch dem Leser nahe bringen.Wie ich das Buch fand:Ich fand leider nicht so ganz in das Buch.Einerseits weil mir Rainer etwas zu sehr in den Zeiten herum springt, und kaum hat man sich mit der einen Situation angefreundet kommt schon wieder eine neue Situation, oder besser die wo vor ca 10 Seiten beschrieben wurde, kommt noch einmal zur Geltung mit einem anderen Fokus. Das fand ich dann etwas sehr anstrengend und hat mich nicht ganz erreichen können.Als ich dann auch noch gelesen habe, das er sich wünscht, dass bevor Gotteshäuser abgerissen werden, das diese doch bitte mit Moscheen in Verbindung gebracht werden, denn es ist ja eh alles nur ein Gott. Das fand ich ziemlich heftig zu lesen, und hätte mir dann doch gewünscht, dass Rainer hier anders auftritt.Denn ich widerspreche ihm hier sehr deutlich. Es gibt nur einen Gott. Aber es würde zu weit führen, das hier nun weiter auszuführen.Ich kann aber schon nachvollziehen, warum Rainer so denkt und handelt.Was ich dennoch interessant fand, wie ein Pfarrer, der ja ohne Ehefrau leben muss (Was ich immer noch nicht so ganz verstehe, warum das die Römische Katholische Kirche so handhabt) sich auch mal einsam fühlt, oder auch einfach mal sich Nähe wünscht und nicht alleine wohnen möchte.Also in diesem Buch findet man eindeutig viel persönliches von diesem Pfarrer - auch wenn er mich nicht ganz erreichen konnte, kann ich mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die es zu schätzen wissen, wenn Pfarrer nicht nur starr sind sondern auch mal so locker und flockig wie er er ist. Denn er liebt es auch noch Motorrad zu fahren und dabei die Freiheit zu fühlen.Was ich andererseits sehr vermisste war wirklich der Glaube und der Hinweis auf Jesus, den genau deswegen griff ich auch zum Buch.Fazit:Dieses Buch war nun nicht ganz das was ich erwartet habe, dennoch hat es viele wertvolle Akzente, und es lohnt sich für den ein oder anderen auf jeden Fall.Sterne:Dem Buch kann ich leider nur drei Sterne geben - eben durch das ständige hin und her in der Zeit.

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  • Mutiger Pfarrer, der die Sicht der Kirche verändern will; ob er es schafft?

    Himmel - Herrgott - Sakrament
    TJsMUM

    TJsMUM

    24. August 2016 um 21:36

    Ein tolles, kurzweilig geschriebenes Buch. Durchaus eine Autobiographie, dennoch nicht langweilig und keine Aneinanderreihung langweiliger Anekdoten. Mutig erzählt der etwas andere und weltoffene Priester von seiner Art und Weise, seine Kirche zu öffnen und auch zu füllen, im Gegensatz zu anderen Gotteshäusern. Trotzdem dürfen einige, durchaus sehr lustige Gegebenheiten aus seinem persönlichen Leben nicht fehlen. Zu ihm kommen die Gläubigen von weit her, während wo anders die Häuser leer bleiben und immer leerer werden. Anfangs ist der mutige und offene Schreibstil des Pfarrers etwas provokant anmutend und man denkt sich durchaus, dass er sich das traut in der doch sonst eher verschlossenen klerikalen Welt. Doch es hat den Anschein, als wolle der durch die bewussten Provokationen seine Mitbrüder zum Umdenken bewegen. Mit Papst Franziskus ist er da au einer Linie, doch die muss wieder bis zum Volk durchdringen und von den Mitbrüdern umgesetzt werden. Dann kann auch was erreicht werden.   

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  • Erfrischend

    Himmel - Herrgott - Sakrament
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    11. April 2016 um 17:01

    ErfrischendHemdsärmelig, fröhlich, den Blick nach vorne (und oben) gewandt, auf die Menschen konzentriert und nicht das Dogma alleine in die Mitte stellend (durchaus aber mit beiden Beinen auf dem Boden der katholischen Tradition und Lehre), Rainer M. Schießler ist ein Prototyp fast eines modernen Priesters, der durchaus vor Ort „Erfolge“ feiert im Sinne einer lebendigen und ansteckenden Gemeindearbeit.Schon das verdeckte Wortspiel des Titels des Buches ist dabei passend gewählt. Mit einer packenden, auch mal derben Sprache kommt umgehend das Zwinkern mit dazu, denn der „altbayerische Kraftausdruck“ ist bei Schießler durchaus wörtlich gemeint.Den Himmel nahe holen, auf den Herrgott vertrauen und das Sakrament als Bild eine Kirche verwenden, die all dies an den Menschen vermittelt, das liest sich flüssig, frisch und gut im Buch.„Nein, es ist kein Fluch, sondern schlichtweg die Aneinanderreihung dessen, was mir seit Kindesbeinen Kirche bedeutet“.Und das, wie Schießler aus seinem Leben und seiner Arbeit zu berichten weiß, nicht nur als „inneres Vergnügen“, sondern als eine Art „Leuchten“, dass er mit seinem burschikosen und klaren Auftreten täglich versucht, in die „Welt hinein“ zu vermitteln.Der liebende, die Menschen umsorgende Herrgott, dass ist inneres und äußeres Thema des Priesters, davon ist er, im wahrsten Sinne des Wortes, „begeistert“ und zudem sprachlich in der Lage, diese Begeisterung auf jeder Seite dem Leser unmittelbar mitzuteilen.Mit dem klaren Ziel, aus dem Schießler von Beginn an keinen Hehl macht (er kommt nicht „hintenherum“, sondern von seiner ganzen Art her geradewegs zur Vordertür hinein) den Leser, all jene Menschen, die mit der Religion, der Kirche, den verkrusteten Strukturen vielleicht, hadern, ein stückweit zu erinnern.Das ist wichtig auseinanderzuhalten. Schießler will nicht unbedingt und ungeduldig wieder „einfangen“, sondern sein Anliegen ist es viel mehr, die schönen, freudigen, innerlich aufhellenden Anknüpfungspunkte beim Leser zu erinnern, wieder ins Licht zu stellen, die eben jenen „Himmel“, jene Zuwendung Gottes emotional transportieren.Man könnte (ketzerisch) sagen, dass es Schießler wichtiger ist, den Funken des Glaubens und Vertrauens wieder zu entfachen oder zu erhalten, als die reine Kirchenmitgliedschaft in den Mittelpunkt zu rücken.Dass es für Schießler dabei selbstverständlich ist, innerhalb des Rahmens der (katholischen) Kirche fest „aufzutreten“ und dieses Glück des Glaubens zu vermitteln, zu bewahren, zu behaupten, das ist eine im Hintergrund mitlaufende Grundhaltung, die so klar im Raume steht, dass sie gar nicht unbedingt sonderlich breit im Buch thematisiert werden muss.Allerdings, was Dogmatik, Sexualmoral, Priesterzentrierung und anderes Strittige an der Haltung der katholischen Kirche angeht, da läuft man bei Schießler offene Türen ein. Der Mensch steht im Mittelpunkt und das, was dem Menschen dient, nicht die Institution.„Wir müssen Männer Gottes sein……. Gottes Werk und Teufels Beitrag“. Und da schadet es nicht, dem Leben vielfach im Taxi zunächst zu begegnen.Die Liebe, das Gute, das Aufbauende, das ist, was Schießler zum Lebensthema für sich gefunden hat und was er mit seinen vielen Geschichten aus seinen eigenen Glaubenserfahrung und seiner Haltung als Priester im Buch erzählt. Helm, Motorrad, Gottvertrauen, ein Vertrauen in die Nähe Gottes, der für Schießler nicht Dogma, sondern lebendige Liebe ist.„..wenn ich die Kraft zu lieben in mir finde für diesen Moment, dann wird es mir auch diesmal wieder gelingen“.Ein flüssig zu lesendes, beeindruckendes Buch, das den Glauben in die Mitte stellt und aufzeigt, wie dieser wirken kann. Nicht unbedingt, wie dieser richtig zu verstehen ist, sondern wie er praktisch sich zeigt.

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