Rainer Maria Wacke Des Teufels Drucker

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Inhaltsangabe zu „Des Teufels Drucker“ von Rainer Maria Wacke

Als Gutenberg um das Jahr 1450 in Mainz die Druckkunst erfand, ahnte er nicht, dass man sie schon 1486 in Speyer nutzen würde, um eines der tödlichsten Bücher der Weltgeschichte zu drucken: den »Malleus Maleficarum«, den »Hexenhammer«, in dessen Folge viele tausend Frauen qualvoll gefoltert und ermordet werden … Der junge Mönch Ewald aus dem Kloster Eberbach im Rheingau macht sich mit dem Druck eines unheilvollen Buches zum Handlanger des Inquisitors der Heiligen Römischen Kirche. Erst als seine große Liebe Alwina selbst in Gefahr gerät, entdeckt er die teuflische Konsequenz seiner Handwerkskunst und kommt einem Mord im Namen der Kirche auf die Spur.

Tut mir leid, aber ich kann mich meinen Vorrednern nicht anschließen

— Taschenkrebs

Dem kann ich mich nur anschließen. Das Buch ist wirklich gut geschrieben und sehr fesselnd.

— Hikari

Absolut empfehlenswert! Ein tolles Buch!

— Sternenstaubfee

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  • Das ist kein Kriminalroman,

    Des Teufels Drucker

    Taschenkrebs

    19. July 2015 um 18:39

    sondern eines der langweiligsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Man vermag es nicht, mit den Personen mitzufühlen und die Handlung plätschert ohne besondere Höhepunkte dahin. Dafür verliert sich der Autor in endlosen Ausführung über das Druckereihandwerk, die in einem fiktionalen Text nichts zu suchen haben.

  • Leserunde zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    RainerMariaWacke

    Hallo liebe Freundinnen und Freunde historischer Romane. Wir suchen 10 Testleser für meinen spannenden Mittelalter Thriller "Des Teufels Drucker" aus dem emons Verlag. Ihr könnt euch bis einschließlich 24.05. für eines der Leseexemplare bewerben - verratet doch, wieso ihr neugierig auf das Buch seid! Hier könnt ihr euch mehr zum Inhalt durchlesen: Als Gutenberg um das Jahr 1450 in Mainz die Druckkunst erfand, ahnte er nicht, dass man sie schon 1486 in Speyer nutzen würde, um eines der tödlichsten Bücher der Weltgeschichte zu drucken: den "Malleus Maleficarum", den "Hexenhammer", in dessen Folge viele tausend Frauen qualvoll gefoltert und ermordet werden. Der junge Mönch Ewald aus dem Kloster Eberbach im Rheingau macht sich mit dem Druck eines unheilvollen Buches zum Handlanger des Inquisitors der Heiligen Römischen Kirche. Erst als seine große Liebe Alwina selbst in Gefahr gerät, entdeckt er die teuflische Konsequenz seiner Handwerkskunst und kommt einem Mord im Namen der Kirche auf die Spur. Ich freue mich auf die Leserunde mit euch und beantworte gern eure Fragen.

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  • Leserunde zu "Kondorkinder - Die Suche nach den verlorenen Geschichten" von Sabrina Železný

    Kondorkinder - Die Suche nach den verlorenen Geschichten

    SabrinaZelezny

    Hallo zusammen, wer schon einmal in Lateinamerika war, der weiß, dass Pünktlichkeit dort häufig nicht ganz so eng gesehen wird. Auch in Peru spricht man oft und gern davon, dass etwas mit »hora peruana«, also frei übersetzt »mit peruanischer Pünktlichkeit« beginnt. Und passenderweise gilt das auch für diese Leserunde: Eigentlich war der Startschuss für den 18. März eingetaktet, aufgrund technischer Widrigkeiten beginnen wir jetzt mit »hora peruana« und ich hoffe natürlich auf rege Teilnahme! Worum geht es? Klappentext: »Bücher sind schön, Herr. Sie erzählen Geschichten. Sie sagen uns, wer wir sind. Sie sind gut, um nicht zu vergessen. Bücher sind unsere Seelen aus Papier. Aus Tinte. Darum ist Büchermachen gut, es ist Leben. Darum will ich Büchermachen lernen.« So bittet Yawar um eine Lehrstelle beim Meisterbuchbinder. Er sollte der Hüter des Spiegelbuches sein, das Zuflucht der Geschichten des Hochlandes ist. Doch dann wurde das Spiegelbuch zerstört, und die Geschichten streifen nun heimatlos umher. Im Auftrag der Berggötter muss Yawar ein neues Spiegelbuch schaffen. Bald ist das Ziel zum Greifen nah, aber er hat einen mächtigen Fluch auf den Fersen. Der historische Fantasy-Roman »Kondorkinder – Die Suche nach den Verlorenen Geschichten« entführt euch in das Peru des 18. Jahrhunderts, in eine Welt, in der die Vorstellungen der spanischen Kolonialgesellschaft und der andinen Traditionen aufeinanderprallen. Es geht um alte Mythen und zornige Berggötter, um Widerstand und Versöhnung – und um die Kraft der Geschichten. Für diese Leserunde stellt der Verlag Mondwolf 10 Freiexemplare zur Verfügung. Was ihr tun müsst, um eines davon zu gewinnen – ganz einfach: Verratet mir bis zum 30. März, was euch an Peru interessiert, sei es als Romanschauplatz oder als Reiseziel, und was ihr gern über dieses Land erfahren würdet. Im Anschluss wird mich mein Assistent Zwiebel tatkräftig bei der Verlosung der Freiexemplare unterstützen. [EDIT 31.3.] Die Gewinner stehen fest! Cairiel ColourfulMind elane_eodain Hikari Kanjuga Meduza Serenitay -- Buch neu vergeben an britta70 Shunya tedua unclethom Da ja Ostern war und ein wenig Eiersuch-Flair aufkommen sollte, gibt es die vollständige Liste nicht nur hier, sondern ich habe die Auslosung auf meinem Blog dokumentiert: http://tinyurl.com/ccffp53 So könnt ihr euch auch gleich überzeugen, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Ganz herzlichen Glückwunsch vorab schon einmal an die Gewinner. Schickt mir eure Adressen per PN, damit ich sie fix an den Verlag weiterleiten kann und die Bücher rasch versandt werden! Gleichzeitig möchte ich mich bei allen bedanken, die sich beworben haben - ich hatte nicht mit so umwerfend viel Interesse gerechnet! Vielleicht darf ich ja auch den einen oder anderen in der Leserunde begrüßen, der heute leider kein Losglück hatte. Ich wünsche euch allen von Herzen frohe Ostern! :-)

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    Blackfairy71

    18. November 2012 um 17:53

    Eigentlich habe ich das Buch nur zufällig erhalten, denn eine Freundin hatte es versehentlich doppelt bestellt. Und da mich das Thema interessierte, habe ich ihr ein Exemplar abgenommen. ;-) Insgesamt ein sehr interessantes Buch, wenn auch ohne große Action. Wer sich für Bücher und deren Entwicklung, die Erfindung des Drucks usw. interessiert, dem wird das Buch bestimmt gefallen. Ewald, die Hauptperson der Handlung, ist ein sympathischer Charakter. Eigentlich will er nur eines: eine eigene Bibel schreiben und später drucken, um sie Gott und der Mutter Gottes zu widmen. So handelt er in bester Absicht, als der Inquisitor mit seinem Manuskript in der Druckerei auftaucht, einem Werk gegen die Zauberei und gegen Hexen, die im Bunde mit dem Teufel stehen. Dass der "Hexenhammer" eines der schrecklichsten Bücher des Mittelalters und zum Todesurteil für mehr als Zehntausend Menschen, in erster Linie Frauen wird, das ahnt er nicht. Erst als seine große Liebe, die als Hebamme tätig ist und sich mit Kräutern auskennt, durch eine Intrige der Hexerei angeklagt wird und verbrannt werden soll, wird Ewald klar, an was für einem Buch er mitgewirkt hat und fragt sich, ob dies wirklich Gottes Wille sein kann oder ob er nicht in Wahrheit für den Teufel gearbeitet hat in Gestalt des grausamen Inquisitors Heinrich Kramer. Manchmal möchte man Ewald schütteln und ihn fragen, wie man so naiv sein kann. Aber es war eine andere Zeit damals und wer das nicht erlebt hat, für den ist es schwierig nachzuvollziehen. Die Kirche hatte zu der Zeit einfach eine ganz andere Machtposition und die Menschen hatten teilweise nichts anderes als ihren Glauben an Gott und die Kirche. Dazu kam bei den meisten die mangelnde Bildung, nur wenige, die nicht zur Oberschicht gehörten, konnten lesen und schreiben. Und was sie nicht kannten, davor hatten sie Angst. Der Autor hat gut recherchiert und verbindet Historisches mit einer erfundenen Geschichte. So stammt das ursprüngliche Manuskript zum Hexenhammer "Malleus Maleficarum" tatsächlich vom Inquisitor Heinrich Kramer und er wurde in der Werkstatt von Peter Drach in Speyer 1486 zum ersten Mal gedruckt.

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    mecedora

    11. September 2012 um 20:40

    Eberbach im Rheingau: der junge Mönch Ewald lernt im Kloster, in das er vor seinem gewalttätigen Vater und aus reiner Wissbegier geflohen ist, die Kunst des Schreibens und der Buchillustration, lernt Latein und ist von den Büchern und der Buchkunst ganz fasziniert. Als Ewald wegen eines Verstoßes gegen das Zölibat das Kloster verlassen muss, bleibt ihm diese Faszination erhalten und er erlernt ein Handwerk, das erst vor kurzem Einzug in die Welt der Bücher und der Gelehrten gehalten hat: die Druckkunst, die Gutenberg 1450 erfand. Schon bald arbeitet Ewald am Druck eines ganz besonderen Buches mit, das zu seiner Zeit, aber auch heute noch, zu einer grausamen Berühmtheit gelangen sollte: der Malleus Maleficarum, besser bekannt als der "Hexenhammer", auf dessen Basis und durch dessen Rechtfertigung Tausende von Frauen in ganz Europa Opfer der Hexenverfolgung wurden. Ewald glüht förmlich für dieses Werk und das, was es vertritt und macht sich schließlich selbst auf den Weg, um den Malleus Maleficarum zu verkaufen und ihm zu immer größerem Einfluss in der Inquisition zu verhelfen. Erst als Alwina, seine große Liebe, durch die Thesen des Inquisitors in Gefahr gerät, besinnt Ewald sich allmählich und wird sich der teuflischen Konsequenzen dieses von ihm mitgeschaffenen Werkes bewusst. Rainer Maria Wackes historischer Roman "Des Teufels Drucker" trägt den Untertitel "Ein Krimi aus dem Mittelalter". Ganz angemessen finde ich diese Bezeichnung nicht, handelt dieses Buch doch nicht von einem einzelnen Kriminalfall, sondern von einem Phänomen, das viel mehr ist als das: der Inquisition und der grausamen Folter und Hinrichtung Tausender Frauen (und auch Männer), die auf Basis eines Textes gerechtfertigt wird, der in "Des Teufels Drucker" eine ganz zentrale Rolle spielt: des Malleus Maleficarum. Ein Krimi klassischen Sinnes ist es also nicht, dieses Buch. Spannend jedoch ist es zweifelsohne. Ewalds Weg vom verstörten Kind unschuldigen Glaubens über den gelehrigen Mönch, den begabten Handwerker und den fanatischen Buchführer im Namen des Herrn und der Inquisition bis hin zum liebenden und selbständig, ja beinah aufklärerisch denkenden jungen Mann ist höchst interessant und anschaulich erklärt. Zwar bleibt in weiten Teilen eine klare Distanz zum Protagonisten dieses Buchs bestehen - ja für mich sogar stellenweise ein Unverständnis für sein Handeln -, vor der Kulisse des Zeitgeistes und des zeitgenössischen Selbstverständnisses davon, sich selbst nicht als Individuum wahrzunehmen und sich erst recht kein vom Anerzogenen abweichendes Denken zu erlauben, sind Rainer Maria Wackes Figuren ausgesprochen gut gelungen. Der Mensch des Mittelalters bekommt in "Des Teufels Drucker" eine ganz andere Tiefenschärfe - und der Leser ein ganz anderes Verständnis von Zeitgeist und Welt- und Menschenbild dieser Zeit - als in vielen anderen historischen Romanen, die ihre Protagonisten häufig romantisieren und modernisieren. Ein wenig fremd wirken die Figuren also, ein wenig distanziert, ein wenig seltsam - aber in all diesen Facetten als Figuren des Mittelalters umso authentischer. Und genau das fand ich an diesem Buch besonders gut - gut umgesetzt und gut gelungen, wenngleich ich nicht unbedingt mitfiebern konnte beim Geschehen oder eine emotionale Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte. Noch besser hat mir allerdings die Tatsache gefallen, wie gut dieses Buch recherchiert ist und wie unheimlich viel der Leser bei der Lektüre über die Buchkunst vom Schreiben, Kopieren und Illustrieren in den Klöstern über die Herstellung von Tinte bis hin zum neu erfundenen Buchdruck und dem Vertrieb der nun beinah schon Massenware gewordenen Bücher auf Messen und via europaweitem Verkaufsnetz durch Buchführer etc. lernt und erfährt. "Des Teufels Drucker" ist geradezu ein Sachbuch im Gewand eines Romans und gerade hinsichtlich der Fakten und historischen Hintergründe tatsächlich unheimlich spannend. Die Romanhandlung selbst trat für mich persönlich hinter der Fülle an Informationen und der Beschreibung der mittelalterlichen Lebens- und Berufswelt beinah ein wenig in den Hintergrund, wenngleich eine Menge auf diesen etwa 350 Seiten passiert - und genügend Enden offen bleiben für eine hoffentlich genauso gelungene Fortsetzung. Ein faszinierendes Buch - für mich mehr durch das unheimliche Faktenwissen und dessen anschauliche Darstellung als durch die diese Dinge veranschaulichende Romanhandlung. "Des Teufels Drucker" ist ein ungewöhnlicher Roman abseits der gewöhnlichen romantisierenden und das Mittelalter verklärenden historischen Romane mit ihren starken Helden und Heldinnen auf der Suche und im Kampf um Liebe und Gerechtigkeit. Hier spielen andere Dinge eine vorherrschende Rolle - und dies tun sie sehr gelungen: vier Sterne gibt es von mir für Rainer Maria Wackes Debüt.

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    Nabura

    24. August 2012 um 19:04

    Druckkunst und Hexenjagd im Mittelalter Ewald wird als Junge ins Kloster Eberbach im Rheingau aufgenommen. Dort lernt er die Kunst des Schreibens und Verzierens von Büchern. Als er jedoch eine Freundin aus Kindertagen wiedertrifft und ein Verhältnis mit ihr beginnt, wird er entdeckt und muss das Kloster verlassen. Ewald begibt sich nach Mainz. Dort lernt er die Kunst des Druckens und kann mit seinem Talent überzeugen. Eines Tages erhält die Druckerei vom Inquisitor Henricus die Aufgabe, sein Buch zur Hexenbekämpfung zu Drucken, das „Mallus Maleficarum“, den Hexenhammer. Engagiert macht sich Ewald an die Arbeit und begibt sich auf Reisen, um das Buch zu vertreiben. Doch dann muss er feststellen, dass von diesem Buch große Gefahr ausgeht… Das Cover passt sehr gut zum Buch. Das alte Buch deutet das Thema Druckkunst im Mittelalter an, das in diesen Roman ausführlich behandelt wird. Auch der Titel passt gut, denn oft stellte sich die Frage, wer der Charaktere mit dem „Teufel im Bund“ war und wer ehrenhafte Absichten verfolgte. Der Schreibstil des Romans ist flüssig. Schnell konnte ich mich in das Thema Schreib- und Druckkunst im Mittelalter sowie die Vorgänge der Hexenverfolgung hineindenken. Die Angst der Bevölkerung vor Hexen in Zeiten von Überfällen, Pest und Hungersnöten konnte ich gut nachvollziehen und damit auch, wie es zu der aus heutiger Sicht völlig unverständlichen Hetzjagd vor allem auf kräuterkundige Frauen kam. Durch die anschaulichen Beschreibungen konnte das Mittelalter beim Lesen lebendig werden. Die Charaktere des Buches sind facettenreich und infolge dessen war ihre Entwicklung interessant zu verfolgen. Da die Handlung des Buches mehrere Jahre abdeckt, begleitet der Leser Ewald von Kindesbeinen an bis ins Erwachsenenalter. Sein innerer Kampf zwischen dem Wunsch nach Gottgefälligkeit und dem Ausleben seiner Wünsche begleitet ihn über die Jahre hinweg und stellt ihn immer wieder vor das Fällen von Entscheidungen, die seinen Lebensweg maßgeblich beeinflussen. Immer wieder war es spannend zu verfolgen, für welchen Weg sich Ewald entscheidet. Auch die Geschichte des Inquisitors Henricus, der im Gegensatz zu Ewald eine historische Persönlichkeit ist, wird ausführlich beschrieben. Aufgrund seiner Unzufriedenheit über die bisherigen Verläufe der Hexenprozesse fasst er den Entschluss, ein Buch zu schreiben, dass die Verurteilung von Hexen erleichtern soll. Mit dem Auftrag, das Buch zu drucken, beeinflusst er nicht nur Ewalds Schicksal, sondern auch das zahlreicher Frauen in Deutschland. Die Kriminalhandlung kam mir im Roman leider etwas zu kurz. Die Kindheit Ewalds und sein Weg in die Druckerei wird in der ersten Hälfte des Buches interessant und temporeich, aber auch ausführlich beschrieben, während der Druck des Hexenhammers und seine Folgen in der zweiten Hälfte etwas schneller abgehandelt werden. Aufgrund des Titels und Klappentextes hätte ich dieses Thema schon früher erwartet. Auch die Beschreibung der Liebesgeschichte hätte ich mir ausführlicher gewünscht. „Des Teufels Drucker“ ist ein spannender, temporeicher Roman, der dem Leser neben einer interessanten Handlung auch viele Einblicke in die Kunst und Technik des Schreibens und Druckens sowie die Hexenverfolgung liefert. Lesern von historischen Romanen gebe ich daher eine klare Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    elane_eodain

    24. July 2012 um 14:10

    >> Der Inquisitor trug schwer an dieser Last, aber er war auch voller Eifer und Stolz. Wer, wenn nicht er, der die Klarheit hatte, konnte in den Kampf eingreifen? Wer, wenn nicht er, hielt eisern fest an dem alten kirchlichen Grundsatz: ne crimina remaneant impunita – Verbrechen dürfen nicht ungestraft bleiben? Sein Traktat gegen die Hexerei würde dabei ein mächtiger Bundesgenosse werden. << (aus "Des Teufels Drucker" von R. M. Wacke) INHALT: Mitte des 15. Jahrhunderts erfand Johannes Gensfleisch, genannt Guttenberg, den Buchdruck und revolutionierte damit den Buchmarkt. Einige Jahre später erliegt Ewald, Stiefsohn eines mittellosen Weinbergarbeiters der Anziehungskraft der Bücher und lernt im nahegelegenen Kloster das Schreiben und Restaurieren von Büchern. Fasziniert von Ihrer Herstellung und mit dem nötigen Talent ausgestattet, lernt er schnell und wird Druckerlehrling in Mainz, noch nicht ahnend, dass er Gefahr läuft mit seinem ersten großen Auftrag zum Werkzeug des fanatischen Inquisitors Henricius zu werden. GEDANKEN: Wer historischen Romanen gegenüber nicht abgeneigt ist und mehr Interesse für Bücher übrig hat als nur ihren Inhalt, der wird an „Des Teufels Drucker“ bestimmt seine Freude haben - so wie ich! Denn mit Ewald erlebt der Leser eine ganze Menge rund um die frühere Herstellung von Büchern, aber auch über die Besonderheit und die Macht eines Druckwerks. Rainer Maria Wacke gibt all dem sehr viel Raum, beschreibt beispielsweise detailreich wie Ewald die Typen für eine Druckseite setzt und welche Fehler dabei auftreten können, oder auch wie Bücher zu dieser Zeit transportiert wurden, wie der Handel ablief. Langweilig war das zu keinem Zeitpunkt, ganz im Gegenteil, ich habe all die Informationen aufgesogen und gerne immer mehr erfahren. Ewald, der Protagonist, erhält ebenfalls viel Raum, einige Jahre seines Lebens begleitet man ihn im Buch, seine Handlungen waren für mich stets nachvollziehbar, seine Entwicklung ging nicht unnatürlich schnell, sondern empfand ich als sehr realitätsnah. Manche Nebencharaktere bleiben neben Ewald dafür leider auf der Strecke, wirken blass mit vergleichsweise wenig Profil, aber der ein oder andere kann ja im Folgeband/den Folgebänden noch aus dem Schatten treten, denn „Des Teufels Drucker“ ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe, namens „Die Erben Guttenbergs“. Ich warte ungeduldig auf Nachschub! :-) Noch ein paar Worte zum Untertitel „Ein Krimi aus dem Mittelalter“. Einen klassischen Krimi mit Ermittler und Mörder, darf man hier nämlich nicht erwarten. Denn es ist in erster Linie ein historischer Roman, allerdings durchaus mit kriminalistischen Handlungen durchtränkt, wie es sie häufig gibt und gab, nicht zuletzt im Mittelalter. Mir hat es sehr gut gefallen, dass keine klassischen Krimimotive im Buch vorhanden sind, denn mich hat der Untertitel zunächst eher abgeschreckt. Zum Glück konnte ich dennoch nicht widerstehen und bin damit in den Genuss eines großartigen Mittelalterromans gekommen. FAZIT: Ein sehr atmosphärischer, historischer Roman über den Buchdruck und die Macht der Bücher, der mich schlauer und neugierig auf die Fortsetzung zurück lässt. Ich hoffe, Rainer lässt sich mit dem zweiten Band der Reihe nicht zu viel Zeit und wir kommen dann wieder in den Genuss seiner Begleitung bei einer gemeinsamen Leserunde, denn diese hat mir viel Spaß gemacht!

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    siebenundsiebzig

    21. July 2012 um 14:02

    Dieses Buch ist hochinteressant und faszinierend. Die Idee des Autors, den gerade erfundenen Buchdruck durch Gutenberg und die dadurch erst mögliche und grosse Verbreitung des "Hexenhammers (Malleus Malificarum)" zu verbinden fand ich einfach genial. Aber auch die Erlebnisse und das Schicksal des Hauptprotagonisten "Ewald", seine Kindheit und Jugendzeit, sein spätere Beruf als Drucker, wie seine Reisen und Tätigkeiten für die Verbreitung dieses umstrittenen Buches haben mir gut gefallen. Die hervorragende, sehr genau recherchierte, mittelalterliche Zeitepoche, mit den Ängsten und Nöten der Menschen, ihren Kampf ums Überleben,( für uns Heutige schwer vorstellbar), dazu noch der Teufelsglaube und die sich oft überkreuzende Macht von Politik und Kirche wurden in dem Buch ebenfalls treffend geschildert. Aber auch die Handlung des Romans mit dem Hauptprotagonisten Ewald, ließ dieses Buch zu einem Leseabenteuer erster Klasse werden. Für mich war das Buch einfach ein "Hammer" und das nicht nur wegen des Druckes und der Verbreitung des Malleus Malificarum (Hexenhammer). Das schönste an diesem Werk finde ich aber, daß es weitergeht und noch nicht zu Ende ist. Es ist nämlich der erste Band einer Reihe um "Die Erben Gutenbergs". Das heißt, ich freue mich jetzt schon riesig auf die Fortsetzungen mit Ewald und seiner neu gegründeten Familie... Auf alle Fälle fünf Sterne und aus meiner Sicht nur zu empfehlen!

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    KILLERBOOK

    20. July 2012 um 17:38

    Ewald lebt mit seiner Mutter und seinem Vater in ärmlichen Verhältnissen. Ganz in der nähe befindet sich ein Kloster, wo Ewald sich eines Nachts heimlich hinein schleicht. Dort wird er von Bruder Reginald erwischt, der beschließt, Ewald von seiner Familie wegzuholen. Im Kloster beginnt Ewald eine Lehre als Buchschreiber, er ist sehr fleißig und lernt schnell, wird aber eines Tages mit Johanna zusammen erwischt und wird aus dem Kloster geworfen. Ewald hat nun ein neues Ziel, er will ein eigenes Buch drucken. Er kommt bald beim Handlager des Inquisitors an und macht sich dran ein Buch zu drucken. "Hexenhammer", so ist der Titel dieses Buches, verkauft sich sehr gut, doch Ewald weiß nicht was er damit anstellt, viele tausende Frauen werden als "Hexe" verbrannt. Erst als seine große Liebe Alwina in Gefahr gerät, erkennt er die Konsequenzen seines Buches. DasBuch hat mir persönlich sehr gut gefallen, der Autor hat das Buch sehr gut geschrieben und erkannt wie man einen historischen Roman spannend gestaltet. Das Buch ist der erste Band einer spannenden Serie. Ich werde sicherlich die weiteren Bände lesen...

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    Arwen10

    18. July 2012 um 20:48

    Es ist 1450 als Gutenberg den Buchdruck erfindet. Einige Jahre später macht sich der junge Mönch Ewald aus dem Kloster Eberbach im Rheingau zum Handlanger des Inquisitors. Er druckt das "Hexenhammer"- Buch und sorgt für weite Verbreitung, in dessen Folge viele tausend Frauen als "Hexe" gefoltert und ermordet werden. Erst als seine große Liebe Alwina in die Hände des Inquisitors fällt, erkennt er bei welchem Tun er mitgeholfen hat. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Autor versteht es, die Atmosphäre der Zeit wunderbar herüberzubringen, so dass man sich nach dort versetzt fühlt. "Des Teufels Drucker" ist der erste Band einer Serie über die Erben Gutenbergs. Am Ende des Buches bleiben deshalb ein paar Punkte offen. Damit geht es dann in Band 2 weiter, auf den ich nun auch ganz gespannt warte. Man sollte auch keinen historischen Krimi erwarten, obwohl dies drauf steht. Es ist ein sehr gut recherchierter historischer Roman, in dem es ua. darum geht, wie sich der Buchdruck nach der Erfindung durch Gutenberg verbreitet hat. Das Ganze ist aber keineswegs trockener Stoff, dafür sorgt Ewald, der so einige Irrungen und Verwirrungen erlebt. Das Buch lässt sich wunderbar lesen, so dass ich ganz gespannt auf weitere Bücher des Autors bin, die ich gerne wieder lesen werde. Und außerdem muss ich unbedingt wissen, wie es mit Ewald und Alwina weitergeht !

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    conneling

    17. July 2012 um 21:54

    Ewald lebt mit seiner Mutter und seinem Stiefvater Godewin in sehr ärmlichen Verhältnissen. Godewin vertrinkt fast den gesamten Lohn und Ewald hilft mit so gut er kann, allerdings reicht es kaum zum leben. Ewald arbeitet mit anderen Kindern, auch Mädchen mit, die rothaarige Johanna hat es ihm angetan. In der Nähe befindet sich ein Kloster, Godewin vertrinkt dort im Weinkeller seinen Lohn nd Ewald wird immer wieder vom Kloster angezogen. Eines Tages schlechter sich wieder auf das Klostergelände und findet dort eine Zeichnung. Er nimmt sie mit, will sie aber wieder zurückbringen, möchte aber bei Johanna damit angeben, dass er sich ins Kloster getraut hat.Bruder Reginald erwischt ihn als er die Zeichnng zurücklegen will und beschließt ihn von seiner Familie weg zu holen und ins Kloster zu holen. Ewald beginnt eine Lehre als Buchschreiber, er lernt schnell und ist sehr wissbegierig. Im Kloster sieht er auch ein neues Exemplar der Gutenbergbibel und beschließt dieses Kunstwerk zu erlernen und die Mutter Gottes mit der schönsten Bibel aller Zeiten zu besänftigen. Immer wieder hat er Gedanken an Frauen, lässt sich ablenken, er ist sich nicht sicher woran er glauben soll. Johanna und er werden erwischt, er muss das Kloster verlassen, Johanna wird aus dem Dorf gejagt. Sein Weg führt ihn zu Buchdruckern, er erlernt die Fähigkeit und erweist sich als sehr guter Arbeiter, ein sehr spezielles Buch wird von ihm gedruckt und er geht damit dann auch auf die Reise um es als Buchverkäufer anzupreisen und zu verkaufen. Dieses Buch kostet Alwina fast das Leben, aber das versteht er erst später, es war ihm nicht bewusst, was für ein Buch er da gedruckt hat. Sein Entschluss die schönste Bibel aller Zeiten zu gestalten und zu drucken steht fest. Ein wunderschönes Buch welches mich überrascht hat. Rainer Maria Wacke schafft es gut recherchierte Inhalte in ein Buch zu packen und eine schöne Geschichte zu schreiben, die gut und flüssig zu lesen ist. Die Geschichte des Buchdruckes war mir nicht wirklich bekannt, ich habe bei der Lektüre einiges dazugelernt. Nun bin ich sehr auf einen zweiten Teil gespannt, darauf, wie es Ewald und Alwina denn nun ergehen wird.

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    Iudas

    14. July 2012 um 21:16

    Kann ein Buch oder der Inhalt des selbigen töten? Ewald ist ein kluger, aufgeweckter Junge, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und immer davon träumt, in das Kloster, das am Rande des Dorfes steht, aufgenommen zu werden. Als er dort bei einem einem Einbruchversuch von Bruder Reginald erwischt wurde, wie er an einem Bild der Jungfrau Maria malte, wird er vom Bruder in das Kloster aufgenommen und kommt in die Lehre als Buchschreiber und Illuminator. Durch sein Talent im Zeichnen und im Lateinischen und seinem Ehrgeiz bekommt er schnell auch hochwertige Aufträge zugeteilt. Als er dann als einer der ersten mit den frisch gedruckten Exemplaren der Gutenbergbibel konfrontiert wird, ist sein Interesse am aufkeimenden Buchdruck geweckt und er setzt sich das Ziel, eine der schönsten Bibeln weit und breit herzustellen. So geht er nach Mainz und erlernt dort das Druckerhandwerk. Langsam aber sicher wird er Teil des gesamten neu aufblühenden Buchgeschäftes, er betätigt sich neben seiner Aufgaben in der Druckerei auch als Verkäufer und reist so bis nach Italien. Dabei wird er aber auch der Drucker und glühenden Verfechter eines der Bücher des Mittelalters, das viel Leid über die Menschen brachte: dem Malleus Maleficarum, oder im Volksmund auch "Hexenhammer" genannt. Des Teufels Drucker ist kein historischer (Kriminal-)Roman, wie man ihm in letzter Zeit zuhauf in den Buchhandlungen stehen sieht. Hier ermittelt keine von der Gesellschaft verstoßene Frau in den Angelegenheiten hochstehender Herren oder übt Rache an diesen. Nein, der Protagonist ist ein junger, ambitionierter Mann namens Ewald. Ewald ist durch und durch eine Figur seiner Zeit, er fügt sich in die Gegebenheiten und will nicht aus ihnen ausbrechen oder sie verändern. Natürlich ist er so ein Charakter, dem die Ecken und Kanten seiner Pendants sonstiger historischer Romane fehlen, aber gerade das macht ihn und den ganzen Roman hier sehr glaubhaft. Er ist sehr gottesfürchtig und das macht ihn zum glühenden Verfechter von Institoris' Werk, das er mit wehenden Fahnen unter die Leute bringen will. Lange Zeit begreift er nicht, welchen Inhalt Henricus Institoris mit dem Buch wirklich verbreiten will... So blind Ewald auch in dieser Sache dem Leser erscheinen mag, so wach und talentiert ist er in den Dingen, die er tut. Er lernt sehr schnell und führt Arbeiten sauber und korrekt aus, was ihn zu einem guten Buchdrucker und -gestalter macht. Und durch seinen Weg durch die gerade erst erblühende "Buchbranche" erlebt der Leser diese Zeit intensiv mit. Rainer Maria Wacke, der Autor des Romans, schafft es wortgewaltig, den Leser in den Bann des Mittelalters zu ziehen. Mit Augen der verschiedensten Charaktere betrachtet, wohnt man der Umbruchszeit bei, in der Schreiber noch konventionell Bücher kopierten, aber der Buchdruck mit seiner enormen Vervielfältigungsmöglichkeit immer mehr an Bedeutung gewann. Der Roman weißt sehr gut recherchierte Fakten zur Entstehung des modernen Buchhandels und Buchdrucks auf und steht auf festen Beinen. Dabei lässt er auch historisch relevante Personen zu Wort kommen, wie den bekannten Maler Albrecht Dürer oder auch den bekannten Nürnberger Drucker Antoni Koberger. All dieses macht aus dem Roman nicht nur unterhaltsame Belletristik, sondern auch ein lehrreiches Werk über die Geschichte der Anfänge des Buchdrucks. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich rasch lesen, ohne dass man wichtiges oder interessantes überliest und nicht wahrnimmt. Dabei sind aber die thematischen Grenzen etwas leicht verschoben. Wer hier in dieser Geschichte auf die große Liebesgeschichte zwischen Ewald und Alwina wartet, wie der Klappentext andeutet, der wird lange warten müssen, denn erst am Ende wird deutlich, worauf ihre Beziehung hinausläuft. Vorher dämmert dieser Erzählstrang eher im Dornröschenschlaf und die Geschichte um den Buchdruck wird in den - verdienten - Mittelpunkt gestellt. So wirkt die Beziehung zu Alwina aber leider etwas blass und eher wie schöner, aber nicht unbedingt notwendiger Beischmuck. Dabei kann die Geschichte trotzallem den Leser durchweg überzeugen und in den Bann ziehen, wenn er die malerischen Schilderungen der mittelalterlichen Papier- und Druckerstadt Nürnberg liest und mit den Protagonisten durch die Wälder und über die Frankfurter Messe zieht. So schön es ist, mal einen historischen Roman zu lesen, der nicht ins Klischee der Übrigen passt und der wirklich nur das Ziel hat, einen Zeitraum - eine Umbruchsphase - anschaulich darzustellen und dem Leser begreiflich zu machen, so ist das Ende doch leider etwas "plump" und zu überstürzt, wenn Ewald plötzlich ganz von seiner Überzeug und seinem Fanatismus ablässt, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion seine große Liebe befreit und mit ihr ein neues Leben beginnen mag. Aber sonst ist der vorliegende Roman wirklich ein gelungener Auftakt um die Reihe Der Erben Gutenbergs. Er vermittelt eine gehörige Portion Wissen, hat sympathische und gut gestaltete Charaktere zu bieten und eine durchdachte Geschichte aufzuweisen. Ich denke, dass wir von dem Autor noch einige gute Mittelalterromane erwarten können, die uns näher in die Thematik des aufblühenden Buchwesens einführen werden. Kann ein Buch nun töten? Nein, ich denke nicht - es ist nur das, was die Menschen aus dem darin geschriebenen Wort machen.

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    Bathory

    10. July 2012 um 18:55

    4 1/2 Sterne für ein gut recherchiertes und amüsantes Debüt! Das schöne Cover passt thematisch gut und ist, bis auf die Schrift, welche sich fein hervorhebt, glatt. Inhalt:1486. Als der junge Mönch Ewald ein Buch für den Inquisitor der Heiligen Römischen Kirche druckt, ahnt er nicht, was für Folgen seine Handwerkskunst mit sich bringt. Bis seine Geliebte Alwina ins Visier der Kirche gerät... An den Schreibstil gewöhnt man sich nach ein paar Seiten und dann liest er sich flüssig. Zu Beginn des Buches ist Ewald zehn Jahre alt, was sich im weiteren Verlauf natürlich ändert. Es sollte eine Mutprobe sein, als er sich in die Kirche schleicht, doch bei seinem zweiten Besuch wird er von einem Mönch auf frischer Tat ertappt. Als dieser die Begegnung als Zeichen der heiligen Jungfrau Maria sieht und den Jungen im Kloster aufnimmt, scheint sich alles zum Guten zu wenden, denn auch wenn er sich so von seiner Mutter trennen muss, entgeht er zumindest der täglichen Prügel seines Stiefvaters. Die erste Hälfte des Buches beschreibt gut die Sichtweise der damaligen Kirche, deren Furcht vor dem Teufel und den Zwang der Keuschheit, sowie deren oft tragische Folgen. Trotz der ernsten Thematik findet man immer wieder humorvolle Szenen. Ewalds Gedanken, seinen inneren Zwist, was richtig und falsch ist, ist während der gesamten Story sehr gut und interessant beschrieben. Die Charaktere sind gut dargestellt, allerdings hätte ich mir bei manchen Nebenfiguren etwas mehr Informationen/Erinnerungen gewünscht. In der zweiten Hälfte des Buches verlässt Ewald das Kloster, da er sich der Liebe mit einer Frau hingegeben hat. Diese (Johanna) wird daraufhin geschoren und verstoßen. Ewald, der durch den Tod seiner Mutter nichts mehr hat, was ihn hält, macht sich auf den Weg nach Eberbach, um seine Johanna zu suchen und begegnet einem Buchdrucker. Dieser führt ihn in die Kunst ein. Bald darauf lernt Ewald die junge Kräuterfrau Alwina kennen und verliebt sich zunehmend in sie. Immer wieder gibt es auch Szenen aus der Sicht des Inquisitors (seine Gedankengänge fand ich sehr interessant), welcher den Malleus Maleficarum verfasst und dessen Weg sich schließlich mit dem Ewalds kreuzt. Ewald druckt das Buch und wird sich die Konsequenzen seiner Kunst erst später bewusst, als seine Alwina in Gefahr gerät. Auch wenn es kein typischer Krimi/Thriller ist und sich die Haupthandlung nur langsam aufbaut, besticht das Buch durch lebhafte Beschreibungen. Man kann sich die damalige Zeit gut vorstellen und sich in sie hineinversetzen und merkt, dass der Autor gut recherchiert hat. Historische Fakten fließen in die Geschichte gut mit ein ohne trocken erklärt zu wirken. Messen, der Ablauf einer Klostergemeinschaft, sowie der Buchdruck sind gut beschrieben. Das Ende macht schon gespannt auf den zweiten Band der Reihe, welcher hoffentlich bald erscheint. Fazit: Ein gut durchdachter historischer Roman über den Wahn der Hexenverbrennung, der Entstehung des Buchdrucks und der Liebe. Die kriminalistischen Verwicklungen bauen sich jedoch langsam auf.

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    ginnykatze

    Ein schwerer und mühevoller Weg…. Zum Inhalt: Hier wird uns die Geschichte von Ewald erzählt. Als Junge möchte er eine Freundin beeindrucken und klettert ins Eberbacher Kloster. Bei der Marienstatur findet er ein Bild und nimmt es mit. Stolz zeigt er Johanna das Bild und möchte es dann in der Nacht zurückbringen. Hier aber kommt sein Stiefvater Godewin dazu und entreißt ihm das Bild. Godewin ist ein Säufer, schlägt die Mutter und Ewald muss für ihn von morgens bis abends hart im Weinberg arbeiten. So nimmt Ewald seinen ganzen Mut zusammen und entwendet in der Nacht dem völlig betrunkenen Godewin das Bild und bringt es zurück ins Kloster. Hier nun wird er von Reginald überrascht, der ihn erst des Diebstahls bezichtigt, dann aber ein Einsehen hat und Ewald laufen lässt. Kurz darauf erscheint Reginald dann im Haus der Eltern und will den Jungen zu sich ins Kloster holen. Hier nun erlernt Ewald Schreiben und Lesen, da er wirklich begabt ist, lernt er schnell und wird von Reginald immer wieder für schwerere Schreibarbeiten ausgewählt. Als dann ein Drucker im Kloster weilt, weiß Ewald, was seine Berufung ist. Er geht in die Drucklehre und sein innigster Wunsch ist es, selbst ein Buch zu fertigen. Mehr werde ich jetzt nicht verraten, lest selbst aber erwartet nicht wirklich einen historischen Krimi. Fazit: Der Autor Rainer Maria Wacke hat hier einen historischen Roman geschrieben, in dem uns das Schreiben und Drucken von Büchern genauestens erklärt wird. Die historischen Begebenheiten sind hier wirklich bestens recherchiert. Man fühlt sich von Anfang an ins Mittelalter versetzt und spürt die Atmosphäre dort. Ich konnte mich wirklich fallen lassen und war mittendrin. Die Spannung der Geschichte hielt von Anfang bis Ende. Die Protagonisten sind hier fein gezeichnet und mein Lieblingscharakter war hier eindeutig Mathis der Drucker. Die Reisewege und Orte wurden hier gut erklärt und man konnte erahnen, wie schwierig und gefährlich es damals war, von einem Ort zum anderen zu kommen. Ewald den Hauptprotagonisten begleiten wir hier durch sein junges Leben, das mit vielen Hindernissen gespickt ist, aber in keinster Weise übertrieben daherkommt. Er, der sich ja zum Lebensinhalt gemacht hat, ein Buch zu fertigen, gerät hier an den Inquisitor Henricus Institoris und druckt für ihn den „Hexenhammer“. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Das Glossar am Ende fand ich sehr hilfreich. Hier kommen von mir 5 Sterne und eine eindeutige Leseempfehlung. Bedanken möchte ich mich hier beim Autoren selbst, der uns in der Leserunde wirklich zu jeder Zeit mit weiteren Erklärungen zur Seite stand. Danke auch an den Emons-Verlag und Lovelybooks, die durch die Verlosung und Bereitstellung des Buches diese Leserunde ja erst ins Leben rief. Es hat mir großen Spaß gemacht, Teil dieser Leserunde zu sein.

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  • Rezension zu "Des Teufels Drucker" von Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

    mabuerele

    05. July 2012 um 17:41

    Eine Frau wird als Hexe angeklagt und verbrannt. Ihr kleines Mädchen rennt ihr entgegen und wird aufgehalten. Szenenwechsel – Ewald ist in seinem Dorf der Kleinste unter den Jungen. Er will es ihnen und vor allem Johanna, der Anführerin, beweisen. In der Nacht klettert er über die Mauer ins Kloster. In der Kirche findet er ein Bild, gemalt auf Pergament. Er nimmt es mit, um beweisen zu können, dass er im Kloster war. In der nächsten Nacht löst er sein Versprechen ein, dass er der Gottesmutter Maria gegeben hat, und bringt das Bild zurück. Doch dieses Mal erwischt ihn der Mönch Reginald. Damit ändert sich für Ewald alles. Der ältere Mönch setzt sich für den Jungen ein. Er wird im Kloster zum Schreiber ausgebildet. Der Autor erzählt in einer spannenden Handlung, wie sich die Buchkunst entwickelt hat. Ewald, der Protagonist, lebt in einer Umbruchzeit. Die ersten Bücher werden gedruckt und der Buchhandel beginnt. Genau die Entwicklung kann man im Roman verfolgen. Nicht nur die Entstehung von Büchern in Klöstern, sondern auch die Arbeit in einer Druckerei und die Mühen des Buchhandels auf Messen werden ausführlich dargestellt. Dass mit dem Buchdruck eine gewaltige Verwendung im Verhältnis Angebot und Nachfrage einsetzte, wird deutlich. Bücher sind nicht mehr selten und teuer. Druckherren müssen sorgfältig kalkulieren, um sich über Wasser halten zu können. Noch schwieriger ist es für die Gesellen, die nach getaner Arbeit oft so lange auf einen Teil des Lohnes warten müssen, bis die Bücher verkauft sind. Die historischen Fakten, die auf einer exakten Recherche beruhen, haben mich schnell in ihren Bann gezogen. Ewald träumt davon, eine Bibel drucken zu dürfen. Doch er bekommt den Auftrag, den Hexenhammer zu drucken und zu verkaufen. Dazu musste er bis nach Venedig reisen. Die besuchten Orte und Landschaften sind gut beschrieben, so dass ich mich als Leser mittendrin fühlte. Viel Mühe hat sich der Autor auch mit der Charakterisierung des Protagonisten gegeben. Sie sind Menschen ihrer Zeit. Dadurch war allerdings das Handeln von Ewald für mich nicht immer nachvollziehbar. Einerseits stellte er oftmals die richtigen Fragen, insbesondere wenn es um Bücher und ihre Herstellung ging, andererseits hielt er lange am Hexenglauben fest, obwohl ihn selbst Pfarrer vor den Auswirkungen eines solchen Denkens warnten. Neben der Darstellung historischen Fakten haben mich einige Gespräche beeindruckt, da sie mich zum Nachdenken anregten, so als es um die Frage ging, welche Vorteile der Buchdruck gegenüber dem Abschreiben hat. Hier wurde vor allem thematisiert, in wie fern die abgeschriebenen Bibeln nach mehrmaligen Vervielfältigen noch dem Original entsprechen. Das Buch lässt sich flott lesen. Es hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern mir einiges an Wissen vermittelt. Der Spannungsbogen wurde bis zum Ende gehalten, auch wenn ich mir am Schluss einige Gedankengänge Ewalds ausführlicher gewünscht hätte. Da eine Fortsetzung geplant ist, könnte dort auf das eine oder andere noch eingegangen werden. Ein Nachwort mit Hinweis auf historische Bezüge und eine Auflistung historischer Personen und Orte ergänzen das Buch. Das Buch bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung. Ich kann ihm nur viele interessierte Leser wünschen.

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