Rainer Merkel

 3.5 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von Lichtjahre entfernt, Bo und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Rainer Merkel

Rainer Merkel, 1964 in Köln geboren, hat Psychologie und Kunstgeschichte studiert und lebt in Berlin. Von 2008 bis 2009 arbeitete er für Cap Anamur im einzigen psychiatrischen Krankenhaus Liberias. Es erschienen die Romane »Das Jahr der Wunder«, für den er den Preis der Jürgen Ponto-Stiftung erhielt, »Das Gefühl am Morgen«, »Lichtjahre entfernt«, der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand, »Bo«, »Stadt ohne Gott« und die Reportagen »Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan« und »Go Ebola Go. Eine Reise nach Liberia«. 2013 wurde Rainer Merkel mit dem Erich Fried-Preis ausgezeichnet.Literaturpreise:Literaturförderpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2001Erich Fried-Preis 2013

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Rainer Merkel

Cover des Buches Bo (ISBN: 9783596196401)

Bo

 (10)
Erschienen am 23.10.2014
Cover des Buches Lichtjahre entfernt (ISBN: 9783596185160)

Lichtjahre entfernt

 (12)
Erschienen am 23.01.2014
Cover des Buches Stadt ohne Gott (ISBN: 9783103973488)

Stadt ohne Gott

 (6)
Erschienen am 22.02.2018
Cover des Buches Das Gefühl am Morgen (ISBN: 9783104033549)

Das Gefühl am Morgen

 (3)
Erschienen am 04.09.2014
Cover des Buches Das Jahr der Wunder (ISBN: 9783104032658)

Das Jahr der Wunder

 (2)
Erschienen am 06.06.2014
Cover des Buches Go Ebola Go (ISBN: 9783104035109)

Go Ebola Go

 (1)
Erschienen am 17.12.2014

Neue Rezensionen zu Rainer Merkel

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Rezension zu "Stadt ohne Gott" von Rainer Merkel

Verstrickte Gefühlswelten
reneevor 2 Jahren

Der Autor liefert mit diesem Buch ein Werk mit einer sehr interessanten Schreibe. Sie ist teils fesselnd, teils verstörend, teils verwirrend und sehr hin- und herspringend. Rainer Merkel macht es der Leserin mit seinem Buch nicht einfach. Aber trotzdem hat das Buch/Rainer Merkels Schreibe einen gewissen Charme, man kann sich ihm nicht entziehen, ich würde es jetzt nicht den Wahnsinnssog nennen, aber trotzdem, da ist irgendetwas. Ich muss sagen mir hat dieses Buch gefallen.

Zur Handlung: Drei junge Menschen laufen sich in Beirut, dem Paris der arabischen Welt über den Weg. Da haben wir einmal Rosie, eine junge Frau aus Berlin, der Libanese Rafik, im Flüchtlingslager Sabra und Schatila großgeworden und der Syrer Daoud, aus seiner Heimat vertrieben. Rosie, eine Frau, die in ihrem ganzen Handeln sehr sprunghaft/impulsgesteuert ist, mir definitiv nicht gerade sympathisch, aber einiges von ihrem Handeln ist zumindest etwas nachvollziehbar. Hat einen Freund, Thierry, Reporter im Syrien Krieg, verliebt sich aber trotzdem in einen anderen, Daoud. Durchdachte Entscheidungen fallen dem sehr sprunghaften Wesen sehr schwer, sie verrennt sich und zaudert. Dazu einen kleinen Textauszug: "der Mann, den sie nicht liebt, aber begehrt und der Mann, den sie liebt, aber nicht begehrt". Die Irrungen und Wirrungen der Liebe halt. Dazu hat sie auch noch ein sehr starkes Temperament. Rafik, der Libanese, sehr arm, versucht das vor anderen zu verstecken, träumt von einem Dasein als gefeierter Modedesigner und liebt ebenfalls Daoud. Daoud, der syrische Flüchtling, aus einem christlichen Elternhaus stammend, sehr alten Werten und der Tradition anhängend, verfängt sich in der Liebe und kämpft mit seinen Werten, der Tradition und der Moral. Eine interessante Konstellation der Ménage à trois. Und ebenso ist das Buch eine Sinnsuche der Hauptpersonen. Gleichzeitig aber bietet dieses Buch ebenso einen Einblick in die Denke der arabischen Welt und einen kleinen Blick auf die kriegerischen Konflikte in dieser. 

Die Handlung springt in zwei Zeitebenen und den Sichtweisen der Hauptpersonen. Dabei ist das Hin und Her schon recht abrupt, ist nicht immer leicht zu lesen, man kann dieses Buch aber trotzdem als etwas Besonderes einordnen. 

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Rezension zu "Stadt ohne Gott" von Rainer Merkel

Eine eindringliche Botschaft einer Jugend, die ohne Gott auszukommen sucht
WinfriedStanzickvor 2 Jahren



Rainer Merkels letzter großer Roman „Bo“, die Geschichte über eine Jungen, der in Liberia seinen bei der GTZ arbeitenden Vater sucht und dabei mit einem amerikanischen Mädchen namens Brilliant so manches Abenteuer erlebt, war das literarische Produkt eines langen Aufenthaltes des Autors in Liberia. Rainer Merkel war als embedded journalist nicht nur in Liberia, sondern auch im Kosovo und in Afghanistan. Er hat über diese Aufenthalte und die Erfahrungen die er dort gemacht, viele Essays und andere Texte geschrieben.

Nun legt er einen neuen Roman über die Stadt Beirut, oft als „Paris des Ostens“ bezeichnet, vor. Der Roman erzählt von einer Dreiecksbeziehung zwischen der Deutschen Rosie, die in der Hoffnung auf ein neues Leben nach Beirut gereist ist, dem libanesischen Modemacher Rafik, der Schiit ist, dem syrischen Christen Daoud und dem Soldaten Thierry.

Die sich anbahnenden, durchkreuzten und neu verhandelten Liebesbeziehungen im Roman spielen sich vor der Kulisse des Bürgerkriegs ab. Ein Scharfschütze verwundet junge Menschen, die in Untergrundkrankenhäusern behandelt werden müssen, die Männer fahnden nach dem Nutzen der Schuld, Rosie fragt nach dem Religiösen in der Natur, sucht nach der Liebe in einer Stadt ohne Gott - und verschwindet dann auf einmal in den Ruinen von Baalbek. Der Roman wird getragen durch Dialoge und Reflexionen, die Handlung tritt dagegen zurück. Er ist eine eindringliche Botschaft einer Jugend, die ohne Gott auszukommen sucht.



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Rezension zu "Stadt ohne Gott" von Rainer Merkel

Stadt ohne Gott
Fornikavor 3 Jahren

In Beirut treffen vier ganz unterschiedliche junge Erwachsene aufeinander. Die Berlinerin Rosie ist eigentlich auf der Suche nach ihrem verschollenen Freund als die Liebe sie findet. Daoud entkommt seiner Familie, aber nicht seiner Erziehung. Rafik plant eine große Karriere in der Modebranche, findet aber gar keinen rechten Einstieg.

 Auf zwei Zeitebenen bringt uns der Autor das Geschehen um Rosie, Daoud, Rafik und den anderen näher. Also versucht er, ich habe bis zum Schluss zu keinem der Figuren irgendeine Art von Beziehung aufgebaut. Alle wirken unnahbar und je weiter ich las, desto mehr waren sie mir irgendwann egal. Sicherlich nicht die vom Autor gewünschte Wirkung ; ) Jeder von ihnen kämpft um sein persönliches Stückchen Glück, jeder schwelgt in Erinnerungen, keiner von ihnen weiß so recht wohin mit sich. Dieses Hin und Her ohne rechtes Vorwärtskommen fand ich bald sehr ermüdend, die Figuren (naja, der Autor somit) macht es einem sehr schwer alle Intentionen zu verstehen. Die Handlung selbst verschwindet fast unter diesem Berg von Gefühlen und Gedanken undundund, sodass mir als Leser ein bisschen der rote Leitfaden und damit Sinn und Zweck des Ganzen abhanden gekommen ist. Die immer mal wieder aufflackernden Kämpfe rund um Beirut, sowie die Darstellung des Alltags unter diesen Bedingungen selbst, sind dem Autor hingegen gut gelungen. Dadurch und auch durch die sprachliche Gestaltung war ich dann doch wieder ein bisschen mit „Stadt ohne Gott“ versöhnt. Unterm Strich reicht das aber nicht aus, um viele Fragezeichen und das Gefühl zu vertreiben, dass der Autor diesen Roman sicherlich zielgenau für irgendjemanden geschrieben hat. Nur halt nicht für mich.

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Gespräche aus der Community

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Hallo,

von Zeit zu Zeit sehe ich all meine Bücher durch und versuche dann auszusortieren und mir einen Überblick zu verschaffen. Ich merke, dass es mir zunehmend keine "Freude bereitet" zu viele ungelesene Bücher zu Hause zu haben. Denn irgendwie greife ich nur ganz selten nach den Büchern, die schon hier stehen und lese stattdessen die ganz neuen. Ideal wäre es also wohl in meiner Vorstellung, wenn ich einfach nur noch bei Bedarf 1-2 neue Bücher kaufen und direkt lesen würde. Nun kommt das große ABER: 

Ich habe gestern abend alle ungelesenen Bücher aus dem Regal geholt, genau angesehen und überlegt. Am Ende hatte ich 3 Stapel: 1. Definitiv behalten, 2. Anlesen und dann entscheiden, 3. Definitiv weggeben

Leider war der Stapel Nr. 3 dann am Ende mit 37 Büchern verhältnismäßig klein, Stapel 1 immerhin etwas kleiner als Stapel 2. Zugleich habe ich nun ein Problem - so viele Bücher kann ich einfach nicht anlesen und so entscheiden.

Deshalb dachte ich mir, vielleicht möchtet ihr mir bei der Entscheidung helfen? Ich hänge euch mal ein Fotos der Bücher an, bei denen ich unsicher bin, ob ich sie behalten möchte. Kennt ihr etwas davon? Und was würdet ihr sagen - behalten oder weggeben? Eine Begründung für eure Entscheidung wäre natürlich spannend. Falls die  Bücher auf den Fotos nicht gut genug zu erkennen sind, hänge ich sie euch an.

Ich bin es auch ein bisschen leid, Bücher zu lesen, die mich nicht völlig begeistern. Leider werde ich immer anspruchsvoller und somit ist die Chance, ein echtes Highlight zu entdecken, immer geringer. Aber vielleicht verbirgt sich hier ja doch das ein oder andere.

Ich bin gespannt, was ihr sagt!

PS: Die GEO-Zeitschriften dürfen ignoriert werden ;-)

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