Bo

von Rainer Merkel 
3,9 Sterne bei10 Bewertungen
Bo
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (8):
lovelylibrarians avatar

das Buch könnte man ein wenig mit dem Roman Tschick vergleichen, da es um ein Einzelschicksal eines Jungen geht.

Kritisch (1):
A

Eigentlich ganz interessantes Thema, aber ziemlich langweilig erzählt. Schade...

Alle 10 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Bo"

Ein Roman wie ein Abenteuer. Ein Buch fürs Leben.

Eigentlich sollte Benjamin von seinem Vater abgeholt werden. Aber stattdessen steht der 12-Jährige mitten in der Nacht allein am Flughafen von Monrovia. Ohne Pass und Gepäck, aber mit einem fremden Mantel, in dessen Taschen dicke Geldbündel stecken. Auf dem Weg in die Stadt kann er einigen zwielichtigen Gestalten gerade noch entkommen und steht plötzlich vor dem gleichaltrigen Bo und der verwöhnten Brilliant. Haben die ihn schon erwartet?

Rainer Merkel, dessen letzter Roman auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, erzählt uns mit waghalsiger Leichtigkeit eine Reise durch die afrikanische Welt und das Erwachsenwerden. Auf der Suche nach seinem Vater erlebt Benjamin ein mitreißendes Abenteuer fürs Leben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596196401
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:688 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:23.10.2014

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,9 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne6
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Fuhlsbuechers avatar
    Fuhlsbuechervor 5 Jahren
    Der 13jährigen Benjamin allein in Liberia. Kann das gut gehen?


    Empfohlen von Monika Graefe

    Der Schriftsteller Rainer Merkel, der auch ausgebildeter Psychologe ist, verordnete sich eine Schreibpause und arbeitete ein Jahr für Cap Anamur im einzigen psychiatrischen Krankenhaus Liberias. Aus den Erlebnissen und Erinnerungen an diesen Aufenthalt ist nun ein mitreißendes und ungewöhnliches Buch entstanden.

    Der 13-jährige Benjamin fliegt allein nach Liberia. Er will seinen Vater besuchen, der bei der GTZ arbeitet. Schon im Flugzeug widerfahren Benjamin seltsame Dinge. Sein Gepäck verschwindet. Darin befinden sich Geld, Pass und der Abschiedsbrief seiner Mutter an den Vater. Außerdem gerät er mit Brilliant aneinander, einem zickigen liberianischen Mädchen aus Amerika. Mitten in der Nacht landen sie in Monrovia. Beim Verlassen des Flugzeugs kommt er plötzlich in den Besitz eines Mantels, in dem dicke Dollarbündel stecken. Am Flughafen wartet er vergebens auf seinen Vater. Brilliants Onkel, ein steinreicher Tankstellenbesitzer, nimmt ihn im Auto mit. Wieder allein auf dem Weg in die Stadt, wird er von gewalttätigen Dieben überfallen. Den Mantel mit dem Geld kann er verstecken. Er rettet sich in ein Taxi. Völlig erschöpft schläft er ein und erwacht Stunden später in einem Haus in Monrovia. Dort lernt er Bo kennen, einen blinden Jungen, der über seherische Fähigkeiten verfügt. Für Bo ist Benjamin der „Außerirdische aus Schwedianien, der vom Himmel gefallen ist“.

    Vom Vater fehlt weiterhin jede Spur. Eine Mitarbeiterin von „Ärzte ohne Grenzen" nimmt ihn bei sich auf . Dort findet Benjamin das Tagebuch eines Arztes, in dem von einer jungen Patientin namens Flower die Rede ist. Niemand will darüber sprechen, viele scheinen sie zu kennen. Benjamin will dem Geheimnis um Flower nachgehen. Mit seinem Freund Bo macht er sich auf die Suche. Auch Brilliant, die verwöhnte Prinzessin, schließt sich ihnen an. Für die drei Jugendlichen beginnt ein aufregendes und gefährliches Abenteuer.

    „Bo“ ist mehr als eine eigensinnige Abenteuergeschichte. „Bo“ öffnet den Blick auf ein Land, das uns fremd ist, von dem wir kaum etwas wissen und wo die Uhren anders ticken. Und es ist eine wunderbare Geschichte über das Erwachsenwerden. „Bo“ wird auch jungen Lesern gefallen!

     

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    W
    WinfriedStanzickvor 6 Jahren
    Was man an diesem sprachlich gelungenen Buch kritisieren kann, ist seine Länge


     

    Als der dreizehnjährige Benjamin von Berlin nach Liberia fliegt, wo er seinen Vater besuchen soll, der schon seit langem bei der GTZ arbeitet, und dessen Beziehung zu Benjamins Mutter wohl auch durch die langen Abwesenheiten in der Fremde zerrüttet ist, da muss er erschüttert feststellen, dass sein Vater nicht da ist, um ihn in Monrovia abzuholen.

     

    Zu allem Überfluss hat er im Flugzeug eine Tüte verloren, in der sich sein Geld und sein Pass befanden. Die alte, etwas skurrile Sitznachbarin, die später im Roman wieder auftaucht, hat er sich nicht zu fragen getraut. In ihrer Tasche ist seine Tüte möglicherweise gelandet.

     

    Auf dem Flughafen trifft er auf ein etwa gleichaltriges Mädchen namens Brilliant. Sie kommt gerade aus den USA, um ihren schwerreichen Onkel zu besuchen, dem, wie sich später herausstellt, das halbe Land Liberia gehört. Mit Brilliants Hilfe schafft Benjamin es durch die Kontrollen, und dann beginnt ein atemloses Abenteuer, bei dem Merkel Benjamin begleitet und bei dem ihm die folgenden drei Tage (über diesen Zeitraum erstrecken sich die fast 700 Seiten des Romans) sehr unterschiedlichen Menschen begegnen. Unter anderem die Ärzte der Medicins Sans Frontieres, die in Monrovia eine Art psychiatrischer Klinik betreiben, in der aber die Patienten die Kontrolle über alles zu haben scheinen. Mit ihrer Hilfe kann Benjamin sogar mit seiner Mutter telefonieren, doch er erzählt ihr nichts von seinen Schwierigkeiten, in denen er steckt. Wahrscheinlich um sie zu schonen, denn ihre kurze Charakterisierung lässt den Schluss zu, dass sie in Berlin selbst dringender psychiatrischer Hilfe bedarf.

     

    Über eine lange Strecke findet der Roman keinen wirklichen Faden, die Handlung springt vor und zurück, macht das Lesen zu einer ziemlich anstrengenden Angelegenheit. Oder wollte Rainer Merkel mit diesem Stil das Chaos eines Landes abbilden, im dem er selbst mehrere Jahre gearbeitet hat?

     

    Als Benjamin auf den blinden Bo trifft, einen Jungen mit erstaunlichen Fähigkeiten und Einsichten, nimmt der Roman wieder Fahrt auf, zumal der Leser sich immer noch durch die Frage bei der Stange gehalten sieht, wo denn nun Benjamins Vater abgeblieben ist. Mit Bo, dem er selbst begegnet ist, wie er einem Interview erzählt, ist es Rainer Merkel gelungen, dem Leser etwas von dem geheimnisvollen Land und Kontinent nahezubringen, das er selbst liebt, und das er im letzten Herbst in seinem Reportageband „Das Unglück der anderen: Kosovo, Liberia, Afghanistan“ teilweise beschrieben hat.

     

    Bo, Brilliant und Benjamin machen sich auf eine abenteuerliche Suche nach einem Mädchen namens Flowers. Sie war Patientin des Mental Homes, jener seltsamen psychiatrischen Klinik, ist von dort geflohen und wird von den drei Freunden in großer Gefahr gewähnt.

     

    Und so lässt Rainer Merkel drei Pubertierende mit verschiedenen Herkünften sich in Afrika durchschlagen. Ein blinder Liberianer, ein nur äußerlich noch schwarzes Mädchen, das lange in den USA gelebt hat und ein deutscher Junge, der sein geringes, von seinem Vater vermitteltes Wissen über Liberia überhaupt nicht mit der erlebten Realität verbinden kann.

     

    Und indem der Leser diese drei bei ihrem Abenteuer begleitet, erfährt er einen ungefähren Eindruck von den Widersprüchen und den Problemen eines Landes, das pars pro toto für Afrika steht, ein nach wie vor fremder Kontinent.

     

    Was man an diesem sprachlich gelungenen Buch allerdings kritisieren kann, ist seine Länge. An so manchen Stellen war ich als Leser versucht, entweder weiterzublättern oder gar aufzugeben. Das letzte Kapitel, in dem Bo über die Welt philosophiert und sich so manches Rätsel löst, versöhnt dann wieder.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    A
    Albert_Magellanvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eigentlich ganz interessantes Thema, aber ziemlich langweilig erzählt. Schade...
    Kommentieren0
    lovelylibrarians avatar
    lovelylibrarianvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: das Buch könnte man ein wenig mit dem Roman Tschick vergleichen, da es um ein Einzelschicksal eines Jungen geht.
    Tree_Trunkss avatar
    Tree_Trunksvor 5 Jahren
    Thailas avatar
    Thailavor 5 Jahren
    sanba88s avatar
    sanba88vor 5 Jahren
    S
    schiedel_ddvor 5 Jahren
    buchfressers avatar
    buchfresservor 5 Jahren
    inseltigers avatar
    inseltigervor 5 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    lässt einen so atemlos zurück, dass man erst […] verschnaufen muss, bis man Luft genug hat zu sagen, was für ein toller, irrer Leselauf das war.

    ein rasanter Trip durch ein fernes Land, ein Abenteuer- und Coming-of-Age-Roman, packend, unterhaltsam und klug.

    Rainer Merkel hat mit ›Bo‹ einen fulminanten Jugend- und Liberia-Roman geschrieben, dem man die Kenntnis dieses kriegszerrrütteten Landes auf jeder Seite anmerkt.

    Rainer Merkels unaufdringliche und unsentimentale Großerzählung lässt durch genaue Beobachtung der Alltagswelt ein atmosphärisch dichtes Bild von Liberia erstehen.

    Dieser Roman hat skurrile Szenen und subtile Momente, er hat ebenso merkwürdige wie einprägsame Charaktere wie den alten Beschwerde-Schreiber Okogo.

    Unterhaltsam, voller Tempo, ein Buch, das dem Erzählen an sich vertraut und das wie nebenbei den Spagat zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur schafft.

    Rainer Merkel […] ist auf elektrisierende Weise gegenwärtig, schonungslos, genau. […] so überzeugend, kraftvoll leuchtend und umwerfend neu hat schon lange niemand mehr die Welt verfälscht.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks