Rainer Merkel Lichtjahre entfernt

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Inhaltsangabe zu „Lichtjahre entfernt“ von Rainer Merkel

Die Liebe: Begehren, Verhängnis, Erinnerung Rainer Merkel erzählt Szenen einer erlöschenden Liebe: Ein Mann muss zum Flughafen. Er hat es eilig, kommt aber nicht voran, seine Erinnerungen halten ihn auf. Die Stadt leuchtet für ihn noch einmal im grellen Licht der Erotik. Die Suche nach der Wahrheit wird zu einem sexuellen Geständnis, einem Geständnis ohne Zuhörer, einem Monolog ohne Publikum. ›Lichtjahre entfernt‹ ist eine Tour de Force durch die Abwege der Liebe.

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  • Rezension zu "Lichtjahre entfernt" von Rainer Merkel

    Lichtjahre entfernt
    Buecherleser

    Buecherleser

    31. December 2010 um 20:14

    Stellenweise schwer lesbare Geschichte einer Reise in die USA und einer Liebe zwischen einem deutschen Mann und einer deutschen Frau, die seltsam distanziert bleibt - mit gelegentlichen poetischen Momenten und über Sex neben dieser Liebe.

  • Rezension zu "Lichtjahre entfernt" von Rainer Merkel

    Lichtjahre entfernt
    beate

    beate

    01. April 2010 um 16:27

    Partnerschaft, Nähe, Einsamkeit

  • Rezension zu "Lichtjahre entfernt" von Rainer Merkel

    Lichtjahre entfernt
    HeikeG

    HeikeG

    27. September 2009 um 12:01

    Simultandolmetschertum von Gefühlen und Bildern . "Wir müssen den Ort wechseln. Wo hast du zum ersten Mal das Nachlassen der Liebe gespürt...", schreibt Rainer Merkels Protagonist - Thomas Kapuszinski - auf dem Weg zum John-F.-Kennedy-Flughafen New York in sein Notizbuch. Denn, so seine Meinung, zu "einer gelungenen Reise zweier Menschen, die sich lieben, gehört es, dass man darum kämpft, Orte zu finden und zu Orten zu gelangen, die in der Erinnerung später eine Rolle spielen und unvergesslich bleiben." . Der Münchener Familientherapeut war zu einem neurobiologischen Kongress angereist. Gleichzeitig wollte er seine Langzeitbeziehung Judith, die in Washington ein Praktikum absolviert, treffen, um einen neuen Ort auf ihrer beider Erinnerungslandkarte zu markieren, "auf unserer langen Wanderschaft, die unserem ständigen Bedürfnis geschuldet ist, die Schauplätze unsrer Beziehung zu verlagern und möglichst jeden Monat auf einer anderen Bühne aufzutreten" bzw. um das zu retten, was so langsam aber sicher den Bach hinunter geht. Doch die Zusammenkunft nahm alles andere als die von ihm avisierte Form einer Entspannung an. Weder sexuell noch intellektuell näherte sich Judith ihm an, sondern das Beisammensein endete in der Hitze New Yorks in einem Parcours der Belanglosigkeiten. . Jetzt, wenige Stunden vor dem Rückflug, erkennt Kapuszinski "was für ein hochkomplizierter Schuldmechanismus meine Beziehung zu Judith bestimmt und wie ich ständig Schuldgefühle produziere." In einem zirkulären Prozess voller Redundanzen und zeitlicher Sprünge lässt er in seinem Kopf die vergangenen Jahre Revue passieren. Dabei wird wieder einmal klar, dass auch Psychologen nicht das Allheilmittel für eine glückliche Lebensgestaltung besitzen. Seine nüchterne wie chaotische Lebensbilanz offenbart eher den Patienten als den Therapeuten. Obwohl er ständig analysiert und notiert, hat er sich auf der Suche nach dem Lebenssinn vielmehr von seinen Idealen entfernt als ihnen näher zu kommen. Kapuszinski befindet sich in einer tiefen Lebenskrise. "Wie leicht greift plötzlich das Schicksal in ein Leben ein und richtet Zerstörungen an. Verluste, die nicht mehr wiedergutzumachen sind." . Mit ungewöhnlicher Energie und dem Einsatz finanzieller Mittel - denen er sonst eher geizig gegenüber steht - versucht er mittels unterschiedlicher sexueller Aktivitäten bei Prostituierten eine "Erlösung seiner selbst" sowie die Farbwerdung seiner eigenen Blässe herbeizuführen. "Ich brenne darauf, etwas Unvernünftiges und Waghalsiges zu tun", sinniert Merkels Protagonist. "Man muss den Druck auf das psychische System erhöhen, wenn es im Inneren brüchig ist, schreibe ich in mein Notizbuch. Erhöhe den Druck, den Aufmerksamkeitspegel, den seelischen Spannungszustand." Doch meist erweisen sich seine Ausbruchsversuche als banal und schäbig. "Das sind zirkuläre Prozesse. Kreisläufe, die dich nach unten ziehen", stellt er selbst treffend fest. Mehr als einmal scheint dabei sein psychisches Gleichgewicht außer Balance zu geraten. "Alle Formen der Erinnerung schließen die zeitliche Dimension mit ein und verunmöglichen jeden Versuch, irgendeine Orientierung zu finden, irgendeine Ordnung herzustellen. Die Möglichkeit, eine Erinnerung wieder zu verlieren, scheint am Anfang noch undenkbar. Am Anfang ist es immer nur die Sehnsucht, die alles bestimmt. Wir trennen uns, verabschieden uns, und schon werden wir von dieser großen Sehnsucht erfasst, die alles überlagert, Und dann schlägt die Sehnsucht irgendwann um und verausgabt sich in der maßlosen und unmenschlichen Geschwindigkeit des Vergessens." . Rainer Merkels Roman offenbart mäandernde "Bewegungen durch das Labyrinth der sexuellen Versteckspiele..." und postapokalyptische Gefühle seines Helden: "Gegen die tyrannische Chronologie meiner Seele gerichtet, die an sich keine Chronologie kennt, sondern nur pure Gleichzeitigkeit, pures Simultandolmetschertum von Gefühlen und Bildern. Eine einzige Gleichzeitigkeit von Erinnerungen, die nur angedeutete Erinnerungen sind." Der Autor setzt vom Leser ein ständiges Umschalten und Hineinversetzen in unterschiedlichste Wahrnehmungs- und Zeitebenen - meist sogar mitten in einem Satz - voraus. "Die Ereignisse überlagern sich, wiederholen sich, löschen sich gegenseitig aus." In ständiger Imagination seiner selbst fördert Thomas Kapuszinski immer tiefere Erinnerungen zutage, die allerdings bei der Lektüre des Buches einiges an Konzentration und eigener Imagination erfordern und mehr verwirrt als Erkenntnis gewinnend zurücklassen. . Fazit: Rainer Merkels "Lichtjahre entfernt" erfordert vom Leser, sich auf den eigentümlichen Schwebezustand seines Protagonisten, der zwischen Träumen und Wachen changiert, einzulassen, sich im hektischen Hin und Her zurechtzufinden, um in dessen wirre Gedankenwelt einzutauchen. Ein zugegeben nicht ganz einfaches Unterfangen, zumal dieses von dem permanenten Pessimismus seines Helden eher erschwert als erleichtert wird. . "Wir tun so, als verstünden wir alles. Aber manchmal verstehen wir uns selbst nicht." (aus "Lichtjahre entfernt")

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