Rainer Sachse

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Lebenslauf von Rainer Sachse

Prof. Dr. Rainer Sachse ist Leiter des Instituts für Psychologische Psychotherapie (IPP) in Bochum, Therapeut und Supervisor im Zentrum für Psychotherapie der Ruhr-Universität.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Persönlichkeitsstile" von Rainer Sachse

'Wir können oft gar nicht genau sagen, warum wir so handeln, wie wir handeln.‘
sabatayn76vor 4 Monaten

‚[...] persönliche Eigenarten, die wir im Laufe unserer Biografie lernen und die unser Denken, Fühlen und Handeln stark prägen. Gerade sie bestimmen, wovor wir uns fürchten, wann wir kränkbar sind, was uns aggressiv macht und wo wir die Realität falsch interpretieren. Solche Persönlichkeitsstile sind komplexe psychische Strukturen, die uns kaum bewusst sind und die wir meist selbst nicht verstehen: Wir können oft gar nicht genau sagen, warum wir so handeln, wie wir handeln.‘ (Seite 9)

Bevor ich vor ein paar Monaten meine klinische Tätigkeit als Psychologin begonnen habe, war ich mir sicher, dass die psychotherapeutische Arbeit mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen meine größte Herausforderung wird. Mittlerweile bin ich fast so etwas wie ein Persönlichkeitsstörungsjunkie geworden, denn mir macht die Arbeit mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen (und überraschenderweise vor allem mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung) enorm viel Spaß. Verantwortlich für diese positive Wende ist sicher auch meine Begegnung mit Rainer Sachses Modell der doppelten Handlungsregulation und diverse Bücher, die ich seitdem von ihm gelesen habe. Von Sachse lernt man sehr eindrücklich und verständlich, wie man bestimmte Menschen ‚knackt‘, d.h. wie man an sie herankommt, wie man eine stabile Beziehung aufbaut, wie man psychotherapeutisch vorgeht, um den Betroffenen ihre dysfunktionalen Muster deutlich zu machen und dann schrittweise zu verändern.

‚Persönlichkeitsstile‘ richtet sich (im Gegensatz zu anderen Büchern, die ich von Sachse gelesen habe) eher an Laien als an Professionelle, und ich habe das Buch vor allem gelesen, um Betroffenen oder Angehörigen ein gut verständliches Buch zum Thema empfehlen zu können.

‚Persönlichkeitsstile‘ ist sehr verständlich geschrieben und sehr gut strukturiert. Das Buch ist sprachlich bisweilen etwas salopp, und Sachse erzählt oft im Plauderton, was ich jedoch nicht als störend, sondern als amüsant und unterhaltsam empfunden habe. Informativ ist das Buch wirklich auf jeder einzelnen Seite, und es vermittelt nicht nur Einblicke in die Gefühle, Gedanken und das Verhalten bei bestimmten Persönlichkeitsstilen, sondern gibt auch konkrete Tipps für den Umgang mit Betroffenen (bzw. mit sich selbst, wenn man selbst betroffen ist).

Das Buch macht es auch für Laien möglich, Zusammenhänge zu verstehen, Motive und Schemata zu erkennen, Manipulationen aufzudecken etc. Dabei stellt Sachse neun Persönlichkeitsstile vor (narzisstisch, histrionisch, dependent, selbstunsicher, passiv-aggressiv, schizoid, zwanghaft, paranoid, emotional-instabil/Borderline) und bietet für jeden einzelnen Stil umfassende Informationen (was den Stil charakterisiert, welche biografischen Besonderheiten oft vorliegen, Beziehungsmotive, Selbstschemata, Beziehungsschemata, Normschemata, Regelschemata, Manipulation, Ressourcen und Gewinne, Kosten, wie man selbst seine Kosten reduziert, wie man mit Personen mit dem jeweiligen Stil umgeht).

Ich empfehle das Buch für Professionelle, die sich erstmals mit Persönlichkeitsstörungen bzw. Persönlichkeitsstilen befassen und/oder für Patienten/Klienten verständliche Erklärungen parat haben möchten. Vor allem lege ich jedoch Betroffenen und Angehörigen das Buch ans Herz, um bessere Einblicke in konfliktbehaftete Situationen zu erhalten. Und selbstverständlich rate ich auch allen zur Lektüre, die sich generell für verschiedene Persönlichkeitsstile interessieren und wissen wollen, wie man mit bestimmten Stilen besser zurechtkommen kann.

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Rezension zu "Persönlichkeitsstörungen verstehen" von Rainer Sachse

‚Es gibt also keinen Grund, Personen mit diesen Problemen abzuwerten oder auszugrenzen.'
sabatayn76vor 7 Monaten

‚Es gibt also keinen Grund, Personen mit diesen Problemen abzuwerten oder auszugrenzen. Vielmehr gibt es viele Gründe zu versuchen, diese Personen zu verstehen (was im Grunde auch gar nicht so schwierig ist) und zu versuchen, Kontakt zu ihnen aufzunehmen, um sie ‚da abzuholen, wo sie sich befinden‘, und ihnen zu ermöglichen, ihr Verhalten zu verändern.‘ (Seite 17)

Rainer Sachse erklärt in ‚Persönlichkeitsstörungen verstehen‘ initial, dass Persönlichkeitsstörungen Beziehungsstörungen sind, wie sich Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung verhalten, wann eine Störung vorliegt, wann eine Diagnose hilfreich ist und wann nicht, bevor er auf das von ihm entwickelte Modell der doppelten Handlungsregulation eingeht. Im Rahmen dieses Modells erläutert Sachse, was Motiv- und was Spielebene bedeutet, welche Rolle Schemata, Images, Appelle und Tests spielen.

Im Folgenden geht Sachse näher auf die Charakteristika von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen ein, z.B. auf Ich-Syntonie, geringe Änderungsmotivation und Verwicklung in Spiele. Er erklärt, welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen, welche Strategien man als Therapeut anwenden kann und wie Alternativverhalten aufgebaut werden kann.

Im ausführlichsten Kapitel seines Buches beschreibt Sachse die Besonderheiten einzelner Persönlichkeitsstörungen und erwähnt dabei die narzisstische, die histrionische, die dependente, die selbstunsichere, die passiv-aggressive, die schizoide, die paranoide und die zwanghafte Persönlichkeitsstörung.

Ich kenne Sachses Modell der doppelten Handlungsregulation von meiner beruflichen Tätigkeit als Psychologin, weil wir dieses Modell in der Klinik, in der ich arbeite, nutzen, um Patienten eine Rückmeldung über diagnostizierte Persönlichkeitsstörungen oder -akzentuierungen zu geben. Schon bei meinem ersten Kontakt mit dem Modell hat mich der wohlwollende, respektvolle und verständnisvolle Ansatz beeindruckt, weshalb ich gerne mehr darüber lesen wollte, und durch die Lektüre von Sachses ‚Persönlichkeitsstörungen verstehen‘ habe ich mein Wissen nun deutlich vertiefen können.

Sachses Ausführungen sind entpathologisierend und wertschätzend, so dass es das Buch ermöglicht, mehr Verständnis für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen und -akzentuierungen aufzubringen. Zudem hat die Lektüre mein Interesse an der Arbeit mit diesen Patienten verstärkt, da Sachses Schilderungen die Komplexität der Thematik sehr gut abbilden und die Dynamik der Störungen sehr gelungen erklären.

Ich empfand das Buch als extrem spannend zu lesen, und durch die gute Verständlichkeit von Sachses Beschreibungen ist das Buch meiner Meinung nach nicht nur für Professionelle, sondern auch für Betroffene und Angehörige gut geeignet und wertvoll.

Für meine berufliche Tätigkeit hat mir zudem der starke Praxisbezug des Buches geholfen. So erklärt Sachse z.B. für die einzelnen Persönlichkeitsstörungen, was zentrale Beziehungsmotive und Schemata sind, was auf der Spielebene passiert, welche Tests man als Therapeut erwarten kann, wie man sich in Bezug auf Motiv- und Spielebene verhält, wie man konfrontiert und wie man Alternativen aufbaut.

Ich habe durch die Lektüre extrem viel über den Umgang mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen gelernt und hatte beim Lesen das Gefühl, dass in diesem Buch einfach alles wichtig und relevant ist. Auf jeder Seite habe ich mir Sätze oder ganze Abschnitte markiert, die ich sicherlich immer wieder nachlesen und das Buch generell zum Nachschlagen verwenden werde.

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Rezension zu "Umgang mit narzisstisch geprägten Klienten: Professionelles Fallverständnis und motivierende Therapie unter strafrechtlichen Bedingungen (Fachwissen)" von Rainer Sachse

'nicht regelhaft therapiemotiviert und noch seltener änderungsmotiviert'
sabatayn76vor 9 Monaten

‚Psychisch beeinträchtigte Straftäter, gerade auch mit Persönlichkeitsstörungen, sind zu Beginn des Vollzugs auch bei Therapieauflage nicht regelhaft therapiemotiviert und noch seltener änderungsmotiviert. Sie haben oft unrealistische Ansichten und Erwartungen, können sich selbst schlecht einschätzen und ihre Anlassdelikte und begleitenden Verhaltensauffälligkeiten ohne professionelle Unterstützung oft nur begrenzt reflektieren.‘ (Seite 17)

Rainer Sachse und Marc Walburg erklären in ihrem Buch nicht die ‚normale‘, d.h. freiwillig vereinbarte Behandlung, sondern die psychotherapeutische Behandlung narzisstischer Persönlichkeitsstörungen im strafrechtlichen Kontext.

Sie berichten von klärungsorientierter Psychotherapie (KOP), Besonderheiten bei der Behandlung persönlichkeitsgestörter Klienten im strafrechtlichen Kontext (z.B. bezüglich der Motivation der Klienten), dysfunktionalem Handeln (z.B. Gründe und Bedingungen für dysfunktionales Handeln, Handlungstendenzen, Kontrollstrategien) und Ursachen für dysfunktionales Handeln bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen (z.B. Schemata und dysfunktionale Handlungstendenzen bei erfolgreichen versus erfolglosen versus gescheiterten Narzissten). Zudem gehen die Autoren sehr detailliert auf das therapeutische Vorgehen ein (z.B. Beziehungsgestaltung, Entwicklung einer Änderungsmotivation, Bearbeitung von Schemata, Bewältigungsstrategien, Analyse von Images und Appellen).

Ich arbeite nicht im strafrechtlichen Bereich, aber ich habe ein generelles Interesse an der Thematik, da die Arbeit mit narzisstisch geprägten Personen für mich die größte Herausforderung in meiner Tätigkeit als Psychologin, aber auch als Privatperson ist.

Ich empfand das Buch durchweg als sehr verständlich und spannend geschrieben, lehrreich, gut strukturiert, gelungen zusammengefasst und sehr relevant. Die Ausführungen stellen eine Art Leitfaden dar und bilden die Komplexität der Problematik und der Behandlung gut ab. Durch die vielen (und oft sehr detailliert beschriebenen) Fallbeispiele ist das Buch zudem sehr praxisnah und ermöglicht sehr differenzierte Einblicke ins Thema.

Mir hat das Buch auch ohne eine Tätigkeit im strafrechtlichen Bereich sehr wichtige und hilfreiche Impulse für meine Arbeit geboten, so dass ich das Buch jedem empfehlen kann, der professionell mit Personen mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen zu tun hat. Dabei richtet sich ‚Umgang mit narzisstisch geprägten Klienten‘ nicht nur an Psychotherapeuten, sondern auch an andere Berufsgruppen. 

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