Rainer Schmidt Legal High

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Inhaltsangabe zu „Legal High“ von Rainer Schmidt

Deutschland 2018. Die Kanzlerin versteht die Welt nicht mehr: Plötzlich wird sie von allen Seiten bedrängt, Cannabis endlich zu legalisieren. Die Krankenkassen wollen damit Kosten für Medikamente sparen, Bauern und Wirtschaft wittern ein Milliardengeschäft, selbst die Kirche fordert eine Freigabe. Als die Kanzlerin die Legalisierung fürs nächste Jahr andeutet, beginnt in der Republik ein grüner Goldrausch. Die Gier macht aus Drogengegnern enthusiastische Cannabis-Befürworter. Nur der Dude ist deprimiert. Er sitzt im Gefängnis, weil er einst das beste Gras der Republik hergestellt hat – leider illegal. Frustriert sieht er, wie sich vor allem der Chemiegigant Meduk und der Energy-Drink-Hersteller Black Devil mit ihren Cannabis Produkten in Stellung bringen. Und auch die Motive der Kanzlerin scheinen nicht ganz selbstlos. Schnell wird klar: Das Rennen macht, wer den besten Stoff anbietet. Plötzlich kämpfen alle um sein legendäres Gras – und der Dude wird zum Spielball im großen Cannabis-Krimi.
«Legal High» ist eine beißende Gesellschaftssatire über die Gier und Doppelmoral auf unseren Fluren der Macht – lustig, spannend und erschreckend realistisch.

Vielperspektivisch, mit viel Ironie und Witz, aber auch einigen Wahrheiten und durchaus vorstellbaren Wahrscheinlichkeiten - köstlich!

— DunklesSchaf

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  • Von Kuchen und Süppchen: Legal High - Rainer Schmidt

    Legal High

    DunklesSchaf

    04. October 2016 um 21:19

    Die Legalisierung von Cannabis – ob man nun dafür oder dagegen ist, bleibt natürlich jedem selbst überlassen, doch der Journalist und Schriftsteller Rainer Schmidt hat die derzeitigen Tendenzen aufgenommen und ein paar Schritte weitergedacht. Was ist, wenn Cannabis plötzlich (oder auch nicht so plötzlich) legalisiert wird? Wer profitiert, wer verliert? Ist die Bevölkerung dafür oder dagegen? Und wie sieht der Trend in Deutschland, Europa, weltweit aus? Satirisch verpackt in dem Nachfolger zu „Die Cannabis GmbH“ befinden wir uns im Jahre 2018 – und die Legalisierung des Cannabis steht kurz bevor. Den Vorgänger habe ich leider noch nicht gelesen, doch das tat dem Lesevergnügen hier keinen Abbruch. Der Dude sitzt im Knast. Verraten und verhaftet, muss der Dude jetzt im Gefängnis zusehen, dass er sich verbündet, um nicht tot in der Ecke zu landen. Die Besuche von Madame, seiner großen Liebe und Lebensgefährtin, werden seltener, als Freigang ansteht, macht sie sich noch rarer – das Genöhle und Gejammer ihres Gatten geht ihr gehörig auf den Keks. Doch sogar im Knast bekommt der Dude mit, dass sich die Gesellschaft ändert. Cannabis soll legalisiert werden. Wie? Echt jetzt? Und das ohne den Dude und seinen hervorragenden Stoff „Strongdude“, noch immer unerreicht und das Ideal für alle Hanfbauern? Ihm sind die Hände gebunden, doch andere sind längst im Anmarsch und jeder will sein Stück vom Kuchen. Oder den Kuchen. Den ganzen. Politiker, Wirtschaftsvorstände, Pharmaunternehmen, Bauernvorstand, die Kirche – ein jeder hat eine Meinung zur Legalisierung des Cannabis und die Weichen sind auf „JA“ gestellt. Die Interessen sind natürlich vielfältig. Derweil die Bauernvereinigung Angst hat, dass das Ausland schneller im Anbau ist, da dort zum Teil schon legalisiert wurde, haben die Pharmaunternehmen Angst um ihre Patienten – und um die Milliarden, welche sie mit ersteren verdienen. Mittendrin befindet sich die Kanzlerin, die sich wundert, warum denn plötzlich alle Cannabis legalisieren wollen, wo doch auf der Welt, in Europa aber auch in Deutschland wesentlich gewichtigere Probleme zu lösen sind, aber eben auch der Dude. Vielperspektivisch, manchmal ein wenig in die Länge gezogen und noch nicht einzuordnen, streiten sich die Geister, ohne aufeinander zu treffen und man hat schon fast das Gefühl, dass jeder aneinander vorbei zieht, bis man dann die Strippen im Hintergrund erkennt und es sich nach und nach zusammenfügt. Also der Leser fügt zusammen, der Dude hat leider immer noch nichts kapiert. Und an der Stelle hakt es im Getriebe des wirklich vielseitig geschriebenen Buches. Alle Vertreter geben ihren Einblick, jeder kocht sein eigenes Süppchen, doch die Hauptfigur trielt vor sich hin. Sollte nicht der Meister des besten Stoffes mitmischen in dem bunten Reigen um grüne Blätter und bunte Scheine? Doch der hängt ja im Gefängnis fest, bzw. im Altenheim, den Job, den er im Freigang zu erledigen hat. Der Zug ist schon fast vorbei gefahren, als er endlich aus dem Gefängnis frei kommt, ins Spiel hineingezogen wird und dann unter die Räder kommt. Also nicht buchstäblich, sondern zwischen all den Parteien, die munter an ihrem Süppchen gekocht haben, während der Dude mit sich und seinem Leben beschäftigt war. Abgesehen davon aber, dass mir die Hauptfigur zu wenig Antrieb zeigte, war das Buch ein herrlich-komischer und mit viel Wahrheiten und einigen, vermutlich bald passierenden Ereignissen gespickter Roman über Cannabis mit all seinen Vorteilen und wenigen Nachteilen. Eine witzige Kanzlerin, eine taffe Geschäftsfrau, die allen Herren in den Vorstandsetagen den Rang abläuft – auch wenn sie ein eiskaltes Miststück ist – ein paar Rumänen und Albaner, viele Drogen – nein, nicht nur Cannabis – und der nichtsahnende Dude, dem man besser mal beigebracht hätte, dass man Verträge immer lesen soll, bevor man unterzeichnet. Gutgläubig, hinterher hechelnd, aber eben doch innovativ und erfinderisch. Ach, aber damit befindet er sich, glaube ich, in guter Gesellschaft und so zeigt das Deutschland in 2018, welches der Autor mit viel Biss und Ironie würzt, wie die Welt friedlicher und friedliebender werden könnte. Auch wenn da jemand fast den ganzen Kuchen bekommt. Bevor der Dude demjenigen, dann doch noch eins auswischt. Fazit: Vielperspektivisch, mit viel Ironie und Witz, aber auch einigen Wahrheiten und durchaus vorstellbaren Wahrscheinlichkeiten wird Cannabis in 2018 legalisiert – zumindest in der Vorstellung des Autors.

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