Rainer Schneider Chris. Immer weiter. (Lebenswege 5)

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Inhaltsangabe zu „Chris. Immer weiter. (Lebenswege 5)“ von Rainer Schneider

Ostberlin, Mitte der Achtzigerjahre. Die zwölfjährige Chris wird bei einem Talentwettbewerb entdeckt. Ihr Traum, Sängerin zu werden, scheint in Erfüllung zu gehen. Erst recht, als der bekannte Künstler Rolf Bremer sich um ihre Karriere kümmern will. Doch nach ein paar Wochen ist alles vorbei. Man „versorgt“ sie mit Lehrstelle und Jobs, um zu vertuschen, was zwischen ihr und Bremer vorgefallen ist. Chris zahlt den Preis für das Bild von der heilen Welt der DDR. Der fünfte Teil der Reihe „Lebenswege.“ erzählt beispielhaft, wie die Eliten der ehemaligen DDR „die Reihen fest geschlossen“ halten, wenn es darum geht, sich selbst reinzuwaschen. Ebenfalls erhältlich: "Anna. Sehnsucht." (Lebenswege 1); "Karin. Glück ohne Ende." (Lebenswege 2); (Paul. Das dritte Leben." (Lebenswege 3); "1989. Alles auf Anfang." (Lebenswege 4)
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    Chris. Immer weiter. (Lebenswege 5)

    MarionT

    21. June 2017 um 12:49

    ... auf jeder einzelnen Seite. Das junge Mädchen, das sich ob seines Talentes ungeschminkt gegen die aufgebrezelte Konkurrenz beim Vorsingen durchsetzt ebenso wie die junge Frau, die um ihr Überleben kämpft. Dazwischen ist eine Menge passiert. In der Hoffnung, ihren Traum wahr werden zu lassen und als Sängerin auf der Bühne zu stehen, liefert sich Chris dem Produzenten und Liedermacher Bremer aus. Weder sie noch ihre Eltern wissen, was der kunstschaffenden Elite der DDR längst bekannt ist. Bremer hat eine ganz besondere Vorliebe für kleine Mädchen. Wie sollten sie auch davon wissen. Was nicht sein darf im real existierenden Sozialismus wird totgeschwiegen.  Und so überlassen Chris‘ Eltern die Elfjährige ohne Vorbehalte dem vermeintlichen Förderer und Gönner. Innerhalb weniger Minuten ist Chris Leben zerstört. Denn plötzlich geht gar nichts mehr. Ganz vorsichtig beschreibt der Autor die Gewalt unter der Chris zerbricht. Sehr einfühlsam die Folgen für Chris Psyche und Entwicklung. Immer wieder kreuzen sich über die Jahre Chris und Bremers Wege – auch nach dem Mauerfall. Bis zum Schluss zeigt Bremer keine Reue. Auch kann er von seiner Vorliebe für Kinder nicht lassen. Noch über das Bestehen der DDR hinaus schützt das staatlich kollegiale Umfeld den Wiederholungstäter. Bis eines Tages eines der Opfer Bremers Taten zur Anzeige bringt. Doch selbst da funktioniert noch der alte Mechanismus: es gab keine sexuelle Gewalt gegen Kinder in der DDR. Nur Nestbeschmutzer können so etwas behaupten. Und Chris? Sie kämpft immer weiter um ihr Überleben. Mit erstaunlicher Kraft schafft sie es allen Rückschlägen zum Trotz doch noch ein eigenes Leben zu führen. Das Mandelbäumchen übersteht jeden Winter und erblüht im Frühling umso schöner. Nach der Lektüre des Buches weiß ich, wie entsetzlich viel Kraft es dafür braucht.

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