Rainer Wieczorek Freie Hand

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Inhaltsangabe zu „Freie Hand“ von Rainer Wieczorek

Was verbindet die ferne weite Welt der Sterne mit dem Universum der Literatur? 'Freie Hand' erzählt vom Auf- und Ableben eines Literatur- und Jazzclubs. Zwei Freunde gründen mit Geschick und Unterstützung von privater und kommunaler Seite das 'ZwölfElf'. Eine ehemalige Isolierstation des Evangelischen Krankenhauses aus dem Jahr 1915 wird als Kulturtreffpunkt hergerichtet. Musiker und Autoren treten auf, bekannte und weniger bekannte Namen, denen Rainer Wieczorek in 'Freie Hand' ein kleines literarisches Denkmal setzt. Der tägliche Blick auf die Sterne gibt Wieczoreks Protagonist die Möglichkeit, seine Beobachtungen mit einer Naturbetrachtung ganz besonderer Art zu kontrastieren. Da er hauptberuflich für die Sendung 'Sternzeit' beim Hörfunk arbeitet, werden die Geschehnisse rund um das Kulturhaus mit sichtbaren und unsichtbaren Phänomenen aus den Tiefen des Weltalls in Schwingungsverhältnisse gebracht. Die kosmologischen Betrachtungen stellen dem Literaturbetrieb manchmal eine Welt aus Staub, Gas und Leere an die Seite. Dann aber auch eine Welt, die es zu entziffern und zu entdecken gilt, ein Universum, das nie still steht, sondern sich ins Unbekannte ausdehnt und durch das wir lesend, lachend, liebend – rasen. Scharfsinnig und mit leisem Witz reflektiert der Autor die Veränderungen im freien und unabhängigen Kulturbetrieb der letzten zwei Jahrzehnte und bezieht Stellung zum derzeitigen Stand der Literatur in einer vermarktungsorientierten Gesellschaft. Flirrend und leicht ums Herz wird einem, liest man die feinsinnigen Beschreibungen jener Abende im 'ZwölfElf', wo die Aura von Literatur plötzlich greifbar scheint.

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  • Rezension zu "Freie Hand" von Rainer Wieczorek

    Freie Hand
    Pitt Nickel

    Pitt Nickel

    02. November 2012 um 20:14

    Wieczorek berichtet in seinem aktuellen Roman „Freie Hand“ von dem Aufstieg und dem Untergang eines Literaturhauses oder besser einer Kulturstation, dem „Zwölf-Elf“ (nach dem gleichnamigen Gedicht von Christian Morgenstern). Er schildert dabei die Entstehungsgeschichte dieses Hauses als es noch private Sponsoren, kunstsinnige Bürgermeister und Kulturreferenten gab und zeigt den Niedergang, als man sich aus vordergründigen Kostenerwägungen schleichend aus dem Kulturbetrieb parallel zu den sich rasch verändernden Lebenswelten des Mittelstandes, zurückzog, gepaart mit einer zunehmenden Banalisierung gesellschaftlicher Belange. Dies für sich genommen wäre eher eine beschreibende Erzählung über einen Vorgang (am Beispiel des „ZwölfElf“), den es seit Jahren in der Bundesrepublik gibt, so oder ein wenig anders, aber immer mit Verlust von kultureller Identität einer Stadt oder einer Region. Dieser Roman Wieczoreks geht aber über das biografische Erzählen hinaus. Dies liegt in seinem wunderbaren mäandernden Erzählen und in den Einschüben über die Einminuten Himmels-Körper-Sendungen beim Deutschlandfunk mit den astrophysikalischen Texten von Dirk Lorenzen. Er schafft mit diesem kompositorischen Einfall Räume in seiner Erzählung und dadurch Distanz zu dem eigentlichen Geschehen, in das er ja auch persönlich involviert war. Ich habe von so wunderbaren Begriffen für Sternbilder wie “Chemischer Ofen“, „Pendeluhr“, „Grabstichel“, „Luftpumpe“ gelesen, ach ja vom „Oktanten“ auch. Ich habe das lustige Lied vom „Wazwab“, nachgeschlagen, mir eine Jazz CD von Sauer und Bob Degen aufgelegt, habe in meinen Bücherregalen nach Peter Rosei gesucht und ge-funden, habe bei Marketplace Bruno Steigers „Erhöhter Blauanteil“ bestellt. Was will man mehr von einem Buch: Gute Unterhaltung gepaart mit Nachdenklichkeit und den Anregungen für eigenes ausuferndes Lesen. Das Buch lässt einen gescheiter und bereichert zurück. Meine Empfehlung: Kaufen und lesen!

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