Wenn Du nicht mehr brennst, starte neu!

von Rainer Zitelmann 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Wenn Du nicht mehr brennst, starte neu!
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Inhaltsangabe zu "Wenn Du nicht mehr brennst, starte neu!"

Journalist und Unternehmer, Historiker und Immobilieninvestor, Bodybuilder und Reichtumsforscher, erst Maoist, später Multimillionär. Rainer Zitelmann hat in 60 Jahren kaum etwas ausgelassen. Er war erfolgreicher Verleger, meinungsstarker Journalist, international angesehener Hitler-Biograf und Bestsellerautor. Mit 59 Jahren verkaufte er sein erfolgreiches PR-Unternehmen und schrieb seine zweite Doktorarbeit, die jetzt als Buch erschien: Psychologie der Superreichen.

Rainer Zitelmanns 'Lehr- und Wanderjahre' vom Historiker zum Journalisten und Multimillionär sind nicht nur ein spannender Blick zurück auf 60 Jahre beeindruckende Leistungen, sondern auch eine Inspiration: Wenn du nicht mehr brennst, starte neu!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959720311
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:FinanzBuch Verlag
Erscheinungsdatum:08.05.2017

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor einem Jahr
    "Zitelmann, ..., der auf die Linke wirkt wie ein rotes Tuch auf den Stier"

    Diese Selbsteinschätzung findet man auf Seite 131 in Kapitel 8, das die Überschrift trägt "Ich entschließe mich, reich zu werden". Zitelmann war zum Zeitpunkt dieser später erfolgreich umgesetzten Zielsetzung noch Journalist im Springer-Verlag. Das nach seiner Einschätzung linke Klima bei der angeblich konservativen "Welt" ging ihm mit all seinen einschränkenden Folgen gehörig auf die Nerven. In einer geheimen "Bundestagswahl" unter den Journalisten hatten 60% für Rotgrün gestimmt. Das Koordinatensystem der Republik befand sich schon lange auf einem Weg immer weiter nach links, Zitelmann dagegen blieb sich treu. Damit jedoch befand er sich wieder einmal an einem Punkt ohne eine großartige weitere Perspektive. Bei einem Spaziergang mit Gauweiler bekam er einen einfachen Rat: "Querköpfe so wie Sie und ich müssen ordentlich Geld verdienen, um frei unsere Meinung vertreten zu können." Und genau das tat Zitelmanm anschließend mit der ihm eigenen Gründlichkeit.

    Beim Titel des Buches könnte man statt an eine Autobiografie auch an eines dieser unseligen Lebenshilfebücher denken. Meine anfängliche Skepsis wich aber sehr schnell einem seltenen und wohltuenden Leseerlebnis. Zitelmann beschreibt eigentlich nicht sein Leben. Dazu fehlen fast alle persönlichen Bereiche. Vielmehr kann man seine geistige Entwicklung verfolgen, die in einem deutlichen Kontrast zur Veränderung des intellektuellen Klimas dieser Republik steht. Man erlebt beim Lesen dieses Buches also nicht nur mit, wie Zitelmann sich immer wieder aus Sackgassen herausmanövrierte, sondern man lernt auch, wie sich die Dinge in Zitelmanns Umgebung politisch veränderten, denn nicht er lief in Sackgassen, sondern die Sackgassen kamen gewissermaßen auf ihn zu, weil er sich nicht anpassen wollte.

    Zitelmann besitzt wahrscheinlich einen starken und nicht verbiegbaren Charakter. Und er gehört zu den Intellektuellen, die verstehen wollen, wie die Dinge tatsächlich zusammenhängen, statt zu glauben, wie andere sie erklären. Wie so viele junge Menschen neigte auch er zum Radikalismus und zur Aufmüpfigkeit. Wenn man gegen das "System" aufbegehren will, führt im Westen offenbar kein Weg am Marxismus in irgendeiner Ausprägung vorbei. Auch der junge Zitelmann wurde Mitglied einer dieser K-Gruppen, die später in die Grünen oder die Linken aufgingen. Interessant sind in diesem Zusammenhang seine Schilderungen des sektenartigen Klimas innerhalb dieser Truppenteile, die nur ein Vorgeschmack darauf sind, was eine Gesellschaft erwartet, wenn solche Menschen Macht bekommen.

    Zitelmann studierte dann Geschichte fürs Lehramt und fiel dabei seinen Professoren als zu intelligent dafür auf. Er brach mit dem Marxismus, weil dieser aus prinzipiellen Gründen nicht erklären kann, wie es zu den 12 deutschen Schicksalsjahren kam, die bis heute nachwirken. In seiner ersten Doktorarbeit befasste er sich insbesondere auch deshalb mit der tatsächlichen Weltanschauung Hitlers und stellte sie dessen offiziellen Äußerungen gegenüber. Herausgekommen ist dabei ein Werk, das international große Anerkennung fand, weil es verschiedene Zusammenhänge etwas anders erklärt als das bis dahin der Fall war.

    Nach einem kurzen Zwischenstopp als Lehrer versuchte Zitelmann sich anschließend mit einer Hochschulkarriere, zu der erst einmal eine Habilitation gehört. Dabei verzettelte er sich jedoch und wurde auch wegen seiner publizistischen Tätigkeit vom Ullstein-Verlag als Cheflektor abgeworben, was wiederum als Sprungbrett zum Springer-Verlag und einer anschließenden Karriere als Journalist diente. Überall bekam Zitelmann wegen seiner dem Zeitgeist entgegenstehenden Grundhaltung Probleme. Und immer begann er sich rechtzeitig umzuorientieren. Ob das damit zu tun hatte, dass er nicht mehr brannte, sei einmal dahingestellt. Mein Eindruck ist vielmehr, dass er (ob nun bewusst oder unbewusst) wegen seiner außerordentlichen Intelligenz stets sehr früh wusste, dass sein Weg so nicht weitergehen würde. Zitelmanns Interesse an Immobilien wuchs bereits während seiner Zeit bei der "Welt". Wie immer nutzte er äußerst geschickt alle Möglichkeiten zum Absprung in ein anderes Universum. Mit viel Geschick und wenig Risikofreude wurde er mit Immobilien steinreich und gründete ein seinen Fähigkeiten entsprechendes Unternehmen, das sich der "Positionierung" von Immobiliengiganten in der Öffentlichkeit widmete. Eine solche bis dahin nicht gesehene Marktlücke zu finden und sich dort festzusetzen, zeugte erneut von Zitelmanns außerordentlichem Talent, Situationen und seine Stellung in ihnen präzise einschätzen zu können. Diese recht einzigartige Fähigkeit ist der wahre Treibsatz für seine sehr ungewöhnliche Karriere.

    Bis auf ein paar Seiten über Spezialfragen der Immobilienbranche liest sich dieses sehr gut geschriebene Buch mit einem hohen Ertrag, wenn man miterleben möchte, wie sich ein Mensch nicht verbiegen lässt, sondern immer wieder Wege findet, um sich seine Freiheiten zu erhalten und sich nicht einschränken zu lassen.

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