Ralf Bönt Das entehrte Geschlecht

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Inhaltsangabe zu „Das entehrte Geschlecht“ von Ralf Bönt

Die Krise der Männlichkeit
Ralf Bönt hat sich vorgenommen, die Rolle des modernen Mannes zu hinterfragen, zu untergraben, auseinanderzunehmen. Unser Bild vom Mann werden wir uns nach Lektüre dieses Buchs ganz neu zusammensetzen müssen. Bönts Buch ist ein längst überfälliges Plädoyer für echte Gleichberechtigung jenseits von Diffamierungen, Klischees und Schuldzuweisungen.
Der Feminismus hat als revolutionäre Bewegung unsere Gesellschaft verändert. Er forderte die Gleichberechtigung der Frauen und hat zweifelsohne viel erreicht. Aber jetzt ist er in der Sackgasse. Ohne einen Beitrag der Männer kann sein Ziel nicht erreicht werden. Es ist daher höchste Zeit, dass Männer über sich nachdenken und ihre eigenen Ansprüche an eine antisexistische Gesellschaft formulieren. Wenn sie endlich reden und wir endlich zuhören, erfahren wir, dass Männer im Alter bedauern, zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbracht zu haben. Sie haben sich zu stark über ihre Arbeitsleistung verstanden und zu wenig auf sich geachtet. Nun wollen sie sorgsamer mit sich selbst umgehen, fordern das Recht auf ein karrierefreies Leben, das Recht auf Krankheit, das Recht auf eine geehrte Sexualität jenseits von Diffamierung und Kapitalisierung. Männer sollen die Möglichkeit haben, das Leben zu wählen, das sie sich wünschen, statt sich in allen Kontexten aufs reine Funktionieren reduzieren zu lassen.
Mit einem untrüglichen Blick für Details und großem Respekt für die historische Leistung des Feminismus seziert Ralf Bönt die unbefriedigende Lage, in der sich Männer und Frauen momentan befinden. Kompromisslos verlangt er die Befreiung des Mannes aus seinem engen Selbstverständnis und immer gleichen Lebensentwurf.

sehr erweiternd

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Rezension zu "Das entehrte Geschlecht" von Ralf Bönt

    Das entehrte Geschlecht

    WinfriedStanzick

    05. March 2012 um 10:34

    Als im vergangenen Jahr die Journalistin Ursula März in einem Artikel forderte, man solle bitte einmal zwei Jahre nicht mehr von der Emanzipation der Frau reden, da fühlte sch der Schriftsteller Ralf Bönt („Die Entdeckung des Lichts“) angesprochen und reagierte mit einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem er ein solches Moratorium begrüßte, denn dann habe man mal Zeit, um von den Männern zu reden: „Es ist - mit oder ohne Moratorium- an den Männern, endlich ihre eigenen Ansprüche auf Freiheiten zu formulieren.“ Und Bönt ließ Taten folgen, nachdem er für seinen Artikel großen Zuspruch erfahren hatte. Er unterbrach die Arbeiten zu einem neuen Roman und schrieb seine wohl schon seit vielen Jahren mit sich herumgetragenen Gedanken nieder in einem Manifest. „Mich macht frei, was nicht ist wie ich, denn dann muss ich nicht sein wie es“, sagt er an einer Stelle und formuliert so die Beziehung und das Verhältnis nicht nur zwischen Frauen und Männern, sondern auch das der Männer untereinander. In einer Zeit, in der sich junge Frauen darüber zu beklagen beginnen, die Männer, denen sie begegneten , seien ihnen zu weich und schwammig, in einer Zeit, in der Hunderttausende von Männern in den vergangenen zwei Jahrzehnten andere, neue Erfahrungen mit ihren Kindern und ihren Frauen gemacht haben, indem sie sich eingelassen haben auf sie, ihre Prioritäten verändert und zu überraschenden Erkenntnissen über sich selbst gekommen sind, haben sie sich dennoch, anders als die Frauen seit den siebziger Jahren fast gar nicht vernetzt. Jeder kämpft und verändert sich allein oder eben nicht. Jetzt ist es an der Zeit, das zu ändern und das Bönt`sche Manifest will wie eine Initialzündung dafür wirken: “Jetzt werden Männer Maßnahmen ergreifen, um die emotionale und physische Ausgrenzung aus der Familie zu beenden. Männer werden aufhören, sich als reine Funktionsträger zu begreifen. Der Mann wird seinen Körper respektieren und Eigenliebe entwickeln, die sich nicht auf sekundäre Eigenschaften und seine Leistungsfähigkeit beziehen, sondern unkonditioniert auf seine bloße Existenz. Er wird sich lieben und bemerken ob er geliebt wird oder nicht.“ Und er wird, so möchte der Rezensent hinzufügen, sein für richtig und authentisch gehaltenes Verhalten, seine Gefühle nicht mehr deshalb unterdrücken, weil es irgendeinem anderen nicht gefällt, sei es nun seine eigene Partnerin oder irgendjemand sonst: „Mich macht frei, was nicht ist wie ich, denn dann muss ich nicht sein wie es.“

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