Ralf Becker Ungeboren

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Inhaltsangabe zu „Ungeboren“ von Ralf Becker

Den ehemaligen und leicht heruntergekommenen Erfolgsjournalisten Norbert Jaeger verschlägt eine Auftragsarbeit ins beschauliche Eifelstädtchen Nauenheim. Doch dort ist die ländliche Idylle zutiefst gestört. Eine junge Frau wird vermisst. Einen Tag später geschieht ein brutaler Mord. Eine neue Freundschaft holt Jaeger langsam aus seinem Trübsinn und weckt sein investigatives Talent. Er kommt einer ungeheuren Verschwörung auf die Spur, die schon seit vielen Jahren im Gange ist, und deren Ausmaße noch viel abscheulicher und größer sind, als es zunächst den Anschein hat.

Der auffallend gute Schreibstil von "Ungeboren" macht Lust auf mehr von Ralf Becker

— mermeoth
mermeoth

Spannender Krimi über zwielichten Menschenhandel mit Babys - lesenswert!

— jutscha
jutscha

Eine super Grundidee. An der Umsetzung mangelt es jedoch.

— cn8sc
cn8sc

Die Story war interessant, aber mir war es zuviel drumrum. Alles wurde haarklein und ausschweifend über etliche Seiten erzählt.

— Luzisky
Luzisky

Roman, Krimi und Thriller in einem - Ein Buch das durch seinen genialen Schreibstil besticht

— Staubwolkex
Staubwolkex

Kein Krimi im herkömmlichen Sinn, aber bestechend durch seinen umwerfenden, sehr bildhaften Erzählstil

— mrs-lucky
mrs-lucky

Potenzial nicht ganz ausgeschöpft. Thema und Scheibstil gut.

— Marisa
Marisa

Das ist ein richtig guter, Gänsehaut fabrizierenden Thriller mit einer stimmigen Story und großem Unterhaltungswert.

— Goch9
Goch9

Überraschend gut!

— BoeseTante
BoeseTante

Abgebrochen auf Seite 260 - konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen!

— Der-Lesefuchs
Der-Lesefuchs

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  • Leserunde zu "Ungeboren" von Ralf Becker

    Ungeboren
    RalfBecker

    RalfBecker

    Hallo allerseits! Mein neuer Roman UNGEBOREN ist erschienen - jetzt auch als Hörbuch - weswegen ich euch ganz herzlich zu einer neuen Leserunde einladen möchte. Besten Dank an den SIEBEN VERLAG, der freundlicherweise 25 Bücher zur Verfügung stellt - 13 Druckexemplare und 12 Ebooks (EPUB, PDF, MOBI [Kindle]), die ich gern auslosen würde. Klappentext UNGEBOREN: Den ehemaligen und leicht heruntergekommenen Erfolgsjournalisten Norbert Jaeger verschlägt eine Auftragsarbeit ins beschauliche Eifelstädtchen Nauenheim. Doch dort ist die ländliche Idylle zutiefst gestört. Eine junge Frau wird vermisst. Einen Tag später geschieht ein brutaler Mord. Eine neue Freundschaft holt Jaeger langsam aus seinem Trübsinn und weckt sein investigatives Talent. Er kommt einer ungeheuren Verschwörung auf die Spur, die schon seit vielen Jahren im Gange ist, und deren Ausmaße noch viel abscheulicher und größer sind, als es zunächst den Anschein hat. Link zur Leseprobe: http://www.sieben-verlag.de/buecher/Ungeboren/ Wie hoffentlich aus dem Klapppentext hervorgeht, handelt es sich bei UNGEBOREN in erster Linie um einen Kriminalroman oder Thriller, je nach Definition. Aber genauso hoffentlich ist er das nicht nur, denn es spielen auch die oben erwähnte neue Freundschaft und die Entwicklung eines Menschen, der vom Paulus zum Saulus wurde und wieder zum Paulus zurückfindet, tragende Rollen. Falls ihr eine der zur Verfügung stehenden Buchausgaben gewinnen möchtet, bewerbt euch bitte bis zum 22. Dezember 2014 hier im Thread und beantwortet diese kleine Preisfrage: Welche Sorte Getränk ist Els? (Dem Els fällt im Roman einige [lustige] Bedeutung zu.) Die Leserunde soll dann nach den Feiertagen, wenn voraussichtlich auch der Versand der Druckexemplare - selbstverständlich von mir signiert - erfolgt ist, beginnen. Natürlich werde ich auch selbst so regelmäßig wie mir möglich teilnehmen und gerne auch zwischendurch Fragen beantworten.

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    • 374
  • Ungeboren

    Ungeboren
    ManuelaBe

    ManuelaBe

    29. April 2015 um 10:45

    Der Autor Ralf Becker lässt uns im Roman Ungeboren teilhaben an der Aufdeckung einer ungeheuren Verschwörung. Diese wird durch einen ehemals erfolgreichen Journalisten namens Norbert Jaeger entdeckt und aufgelöst Dieser hat seine besten Zeiten hinter sich gelassen und versucht nur noch auf Kosten von anderen sich durchs Leben zu saufen. Ein kleiner Auftrag führt ihn nach Nauenheim und dort wird er auf einen anderen Fall aufmerksam und möchte ihn weiterverfolgen. Dabei heftet sich ihm Jeremias, ein Waisenkind an die Fersen, Jeremias möchte gerne selber schreiben und hofft durch Jaeger was darüber zu lernen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich eine Beziehung zwischen beiden und alles gipfelt in einen für mich sehr guten Abschluss. Die Protagonisten haben bei Ralf Becker Ecken und Kanten und wirken nicht immer sofort sympathisch oder unsympathisch, man sollte sich aber darauf einlassen, zu sehen wie sich die Personen entwickeln. Ich wurde schnell in den Bann der Geschichte gezogen und fand den Schreibstil gut lesbar und flüssig und das Buch hat mir einige Stunden Lesefreude geschenkt.

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  • Wo du und ich sind, ist unten

    Ungeboren
    mermeoth

    mermeoth

    Wo du und ich sind, ist unten.... Auch, wenn dieser Satz in einem anderen Zusammenhang fällt, könnte das Leben der beiden Protagonisten in diesem Roman nicht treffender zusammengefasst werden. Hier ist einerseits der völlig abgewrackte, alkoholkranke Journalist Norbert Jaeger, der sich wie eine Zecke von der Gutmütigkeit seiner Mitmenschen ernährt, und sich mehr schlecht als recht durch die Tage schleppt, und andererseits der kleine Waisenjunge Jeremias Ludger, mehrmals von potenziellen Adoptiveltern abgelehnt und mit mittlerweile zwölf Jahren wohl zu alt für einen neuerlichen Versuch, seine „Familienkompatibilität“ unter Beweis zu stellen. Die Beiden treffen durch Zufall in Jeremias' Heimatort Nauenheim aufeinander, als Jaeger von einem alten Freund den Auftrag für einen Artikel über eine dort ansässige Firma zugeschanzt bekommt, und sich zu Recherchezwecken für ein paar Tage dort aufhält. Der kleine Junge, der noch nie einem „echten Schriftsteller“ begegnet ist, sieht seine Chance darin, sich vom Profi Tipps für die eigene Karriere als erfolgreicher Autor zu holen und lässt sich auch durch noch so unverhohlene Bösartigkeiten von Jaegers Seite nicht abwimmeln, denn im Gegensatz zu dem heruntergekommenen Erwachsenen weiß der Junge, was er sich vom Leben erwartet und verfolgt sein anvisiertes Ziel mit größter Ernsthaftigkeit. So bleibt Jeremias dem Journalisten ständig auf den Fersen und schafft es mit seiner Hartnäckigkeit tatsächlich, den sonst sehr egoistischen und misanthrop angehauchten Jaeger für sich zu gewinnen. Als zeitgleich im sonst so beschaulichen Nauenheim... äh, pardon, „Inzestheim, wo Tante, Cousine und Lieblingskuh dieselbe Person sind“ (O-Ton Jaeger ), eine Hebamme ermordet und eine ihrer Patientinnen vermisst wird, machen sich die beiden gemeinsam mit einem weiteren Freund auf eigene Faust daran, der nach ihren Vermutungen in diese und weitere unerklärliche Geschehnisse involvierten Geburtsklinik des Ortes auf die Schliche zu kommen, was beinahe fatale Folgen hat.... Ein absoluter Pluspunkt dieses Romans ist der auffallend originelle und intelligente Schreibstil des Autors, der wirklich etwas Besonderes ist. Ich habe zahlreiche Stellen markiert, die es wert sind, dass man sie im Gedächtnis behält („...wie willst du nach vorn sehen, wenn du nicht weißt, wo du herkommst?“), von daher, und weil mir das Grundgerüst der Geschichte sehr gut gefallen hat, war das Lesen dieses Romans ein großes Vergnügen. Einen Punkt muss ich dennoch abziehen, denn Jaegers Alkoholkonsum ging mir entschieden zu weit, und auch, wenn man im Laufe des Buches erfährt, wie es zu seinem katastrophalen Ist-Zustand gekommen ist, waren mir seine ständigen „Milieustudien“ bis zum totalen Absturz eindeutig zuviel des Guten. Dennoch gibt es mit vier von fünf Sternen eine klare Leseempfehlung von mir, „Ungeboren“ wird sicher nicht mein letztes Buch von Ralf Becker gewesen sein, es hat eindeutig Lust auf mehr gemacht.

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  • Ein Regionalkrimi der besonderen Art

    Ungeboren
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    12. February 2015 um 16:22

    Norbert Jaeger schnorrt sich durch und säuft sich um seinen Verstand. Dann wird ihm ein Auftrag aus alter Freundschaft in Nauenheim zugeschoben. Den erledigt Jaeger mit links, denn er ist trotzdem immer noch Journalist. Sein journalistischer Riecher bringt ihn dann auch auf die richtige Spur, als eine junge hochschwangere Frau verschwindet und eine Hebamme erschossen wird. Kaum ist er in Nauenheim angekommen heftet sich ihm der Waise Jeremias an die Fersen. Er lässt sich auch nicht abschrecken, als Jaeger ihn wirklich mies behandelt. Doch mit der Zeit entwickelt sich ein freundschaftliches Verhältnis. Nach einem heftigen Prolog lernen wir Norbert Jaeger kennen, und zwar von seiner unangenehmsten Seite. Es nur darauf aus, sich zu besaufen und einen Dummen zu finden, der das finanziert. Das ging mir auf die Nerven, so dass ich fast versucht war, das Buch zur Seite zu legen. Glücklicherweise habe ich es nicht getan. Denn die Hintermänner in diesem Kriminalfall haben eine ganz spezielle Methode entwickelt, um an Geld zu kommen. Die Informationen die Jaeger dann miteinander verknüpft, zeigen ein schreckliches Bild von dem, was da im beschauliche Eifelstädtchen Nauenheim abgeht. Doch die Polizei will von seinen Hinweisen nichts wissen. Im Laufe der Geschichte erfahren wir, was Jaeger dazu gebracht hat, vom gefragten Journalisten zum Wrack zu werden und man kann sogar nachvollziehen. Jeremias hat die Hoffnung aufgegeben, dass er jemals in einer Familie aufwachsen wird. Er nimmt das Leben wie es kommt, möchte Schriftsteller werden und ist nicht auf den Mund gefallen. Obwohl Jaeger ihn anfangs sehr gemein behandelt, lässt er sich nicht abschütteln, denn er hofft auf Tipps für seine Schriftstellerei. Aber auch Franz gefällt mir gut, der sich plötzlich in Gesellschaft von Jaeger und Jeremias wieder recht jung fühlt. Kommissar Fröhlich, der eigentlich bald in den Vorruhestand gehen möchte, hat noch mal eine harte Nuss zu knacken. Sein Mitarbeiter Qualmbach hält sich für ein Genie, ist aber eher ein Vollpfosten. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Charaktere, die auch unterhaltsam und gut beschrieben sind. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig und durchaus anspruchsvoll. Aber die Situationskomik und die wundervollen Wortspielereien sind einfach toll. Nachdem die Ermittlungen in dem Fall zunächst nicht richtig in die Gänge kommen, wird es mit der Zeit immer spannender und für Jaeger und seine Helfer auch gefährlich. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten.

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  • Spannender Krimi über zwielichten Menschenhandel mit Babys

    Ungeboren
    jutscha

    jutscha

    11. February 2015 um 17:49

    Die schwangere Petra Bock fährt stinksauer zu ihrer Hebamme. Erst hochschwanger hat sie bei einer anderen Gynäkologin erfahren, dass sie Zwillinge bekommt. Als sie droht, sich an die Presse zu wenden, betäubt die Hebamme sie und informiert einen Dritten über die Situation. Kurz darauf wird die Hebamme, die eine schwerkranke Tochter hat, erschossen. Jaeger ist Journalist, notorisch pleite und ein Säufer. Ein kleiner Auftrag in der Eifel bringt Hoffnung auf ein paar hundert Euro. Dort trifft er den Waisen Jeremias, den er um die Provision für seine Hotelvermittlung bringt. Dennoch hofft der Junge, von ihm ein paar Tipps für den Roman zu bekommen, den er schreibt. Jaeger trifft in der Kneipe zwei erwachsene Zwillingspaare, die ihm vom Mord an der Hebamme erzählen. Er erfährt, dass es früher im Verhältnis extrem viele Zwillingsgeburten im Ort gab und dass dies ganz plötzlich aufhörte. Einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden Petra Bocks und der Ermordung der Hebamme witternd, beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren, wobei er Jeremias, mit dem er sich angefreundet hat, einbindet. In einem weiteren Handlungsstrang ermittelt Kommissar Fröhlich im Fall Petra Bock in alle Richtungen. Die Fakten erscheinen unlogisch, aber er kommt nicht wirklich weiter. Ist Jaeger auf der richtigen Spur? Was hat es mit der Zwillingsschwemme auf sich, die ganz plötzlich aufhörte? Kann Jeremias, den er anfangs für lästig hielt, ihm mit seiner Ortskenntnis helfen? Und wie entwickeln sich die Ermittlungen der Polizei? Fragen über Fragen, die sich erst nach und nach aufklären. Erst zum Schluss wird die ganze Tragweite der Geschichte klar. Das Buch hat mir gut gefallen, auch wenn sich die Ermittlungen teilweise etwas hinzogen. Der Schreibstil ist im gehobenen Bereich einzuordnen. Teilweise längere Schachtelsätze, Fremdwörter und eine ausgesuchte Sprache machen den Roman anspruchsvoll und interessant. Aber auch die eingeflochtenen Sätze im Eifler Dialekt fand ich klasse, denn ich komme aus der Nähe und fühlte mich so in der Geschichte sehr heimisch. Es war mir gut möglich, mich in die Protagonisten hinein zu versetzen, die sehr authentisch beschrieben sind. Aufgrund der hohen Spannung und des gehobenen Schreibstiles kann ich den Roman wirklich weiterempfehlen. Für mich ist er 4 von 5 Sternen wert.

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  • Ungeboren

    Ungeboren
    Siko71

    Siko71

    10. February 2015 um 19:13

    Jaeger, ein heruntergekommener Reporter und Schriftsteller, wird wegen einer Reportage nach Nauenhaim in der Eifel geschickt. Auf der Suche nach einem Hotel lernt er Jeremias, einen fast 13jährigen Waisen, kennen. Nach einigem Hin und Her freunden sich die beiden an. In dem kleinen Städtchen Nauenheim verschwindet die Schwangere Petra Bock. Gleichzeitig wird die Leich der Hebamme Mohren entdeckt. Stehen die beiden Sachverhalte im Zusammenhang? Die Polizei tappt im Dunkeln. Jeager allerdings findet Hinweise zum Verschwinden der schwangeren Petra Bock. Kann sie noch gerettet werden? Steht ihr Verschwinden mit den vielen Zwillingsgeburten vor Jahren im Zusammenhang? Ich gebe diesem Thriller 4 Sterne, da mir bei manchen Stellen die Spannung gefehlt hat. Zudem wurde Nebebsächliches erzählt, was mich nicht so unteressiert hat. Gut fand ich das Ende mit Jeremias und Jaeger.

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  • Krimi trifft intelligente Schreibweise, gepaart mit Komik und tollen Charakteren.

    Ungeboren
    tryevery

    tryevery

    09. February 2015 um 21:37

    Norbert Jaeger ist ein leicht heruntergekommener Journalist, dessen Erfolge schon ein paar Tage zurück liegen. Eine Auftragsarbeit verschlägt ihn ins idyllische Nauenheim.  Doch die Harmonie trügt. Eine schwangere Frau erfährt, dass sie anstatt einem Kind, Zwillinge bekommt und konfrontiert mit dieser Tatsache ihre Hebamme. Kurz darauf verschwindet die Schwangere und die Hebamme wird tot aufgefunden. Norbert Jaeger erfährt durch Zufall von diesen tragischen Ereignissen und wittert eine große Verschwörung. Ralf Becker ist es gelungen aus diesem Krimi etwas ganz Besonderes zu machen.  Wer hier einen Krimi zum „Runterlesen“ sucht, ist bei diesem Buch falsch. Ralf Becker nutzt eine sehr gewandte Ausdrucksweise mit vielen bildlichen Darstellungen, gepaart mit einer einmaligen Situationskomik. Der Schreibstil  ist dadurch nicht leicht, aber wenn man einmal angekommen ist, versteht man ihn zu schätzen. Einen solchen Stil habe ich bisher bei keinem Buch gelesen und muss sagen, dass dieser mich positiv überrascht hat. An einigen Stellen mag es etwas zu ausführlich sein, aber schaden tut es der Geschichte nicht. Den Charakteren wurde viel Leben eingehaucht. Jeder ist auf seine Art und Weise besonders und könnte der Nachbar von nebenan sein. Wir erhalten hier nicht nur oberflächliche Details, sondern erfahren auch von den Sorgen und lernen die Personen näher kennen. Jaeger lernt als etwas abgeschrullte Person mit alkoholischem Problem, das Waisenkind Jeremias kennen. Zunächst mag er ihm als Klette erscheinen, doch nach und nach baut sich hier eine wunderbare Freundschaft auf. Auch wenn die Charaktere und deren einzelnen Geschichten einen Großteil des Buches ausmachen, haben wir natürlich noch eine echt gute Story. Das Grundgerüst ist einfach klasse. Schon nach dem Prolog musste ich dringend mehr erfahren. Leider finde ich, dass man diese Story hätte mehr ausbauen sollen. Teils fehlte mir in der Mitte des Buches einfach etwas die Spannung. Die zum Ende aber wieder da war. Hier erwartet einen ein Krimi-Thriller-Roman der definitiv von der Schreibweise her nicht einfach zu lesen ist, durch die vielen verschachtelten Sätze, aber dafür vom Intellekt sehr viel zu bieten hat. Die gewisse Komik verleiht dem Buch eine ganz spezielle, tolle Note. Im Großen und Ganzen ein gelungener Krimi, den ich gerne weiter empfehle.

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  • Ein Buch das viel will, aber wenig schafft

    Ungeboren
    cn8sc

    cn8sc

    02. February 2015 um 10:37

    Wünscht sich nicht jeder manchmal einen Zwilling zu haben? Einer der genauso tickt, wie man selbst. Der einen blind versteht.  In "Ungeboren" von Ralf Becker gibt es einen Ort an dem es proportional viele Zwillingsgeschwister gibt: Nauenheim. Doch in diesem beschaulichen Ort kommt es zum Verschwinden einer Schwangen und zum Mord an einer Hebamme. Was hat das alle mit einander zu tun? Der Prolog ist ein super Einstieg und weckte ihn mir die Hoffnung auf ein großartiges Buch. Er war ein wenig geheimnisvoll aber fesselnd.  Der Großteil, der auf den  Prolog folgt, kann da leider nicht mithalten. Über jedes kleine Detail wird geschrieben und das Buch zieht sich quälend in die Länge.  Die Charaktere sind eher weniger sympathisch. Es gibt eigentlich keinen der mich richtig überzeugt hat.  Das einzige was mir wirklich gefallen hat, war das Grundgerüst der Geschichte. Die Idee. An sich wird wirklich eine schöne, nicht 0815 Geschichte erzählt, die im Erzählstil aber leider untergeht. 

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  • Zuviel Drumrum

    Ungeboren
    Luzisky

    Luzisky

    31. January 2015 um 12:21

    In einem Dorf in der Eifel verschwindet eine schwangere Frau spurlos und eine Hebamme wird ermordet. Zur gleichen Zeit hält sich dort zufällig auch ein etwas herunter gekommener Journalist auf, der an diesen Ereignissen kein Interesse zeigt. Erst der Waisenjunge Jeremias bringt ihn mit seiner Hartnäckigkeit auf den Fall und in die richtige Spur in seinem Leben.   Die Geschichte beginnt spannend und birgt sehr viel Potenzial. Die Sätze sind lang und manchmal nicht einfach zu lesen, da könnte man jedoch reinfinden, aber leider verliert sich die Story dann aber in ewig langen Beschreibungen. Auch sind die Alkoholexzesse des Journalisten Jaegers nach den ersten Seiten ausführlich und detailliert geschildert worden, so dass man dieses nicht in jedem Kapitel mehrfach wiederholen müsste. Dadurch kam bei mir einfach keine Spannung auf. Auch fand ich die Charaktere allesamt unsympathisch. Nur der Waise Jeremias wurde positiv beschrieben und wirkte dann auch einen guten Einfluss auf Jaeger aus, so dass es wenigstens dort ein gutes Ende nahm. 

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  • Roman, Krimi und Thriller in einem !

    Ungeboren
    Staubwolkex

    Staubwolkex

    28. January 2015 um 00:41

    Ich bin wirklich froh darüber, dass ich das Buch 'Ungeboren' von Ralf Becker gelesen habe. Allein schon auf Grund der Tatsache, dass mir sonst der wirklich unverwechselbare und eigene Schreibstil des Autors entgangen wäre.  Er benutzt eine wirklich intelligente Sprache und beschreibt alles sehr detailreich. Dies ist zwischenzeitlich zwar etwas langatmig, aber im nachhinein wohl auch erforderlich und gut durchdacht. So lernt man die Charaktere von Grund auf Kennen. Denn dies spielt in diesem Buch eine große Rolle, jede Person ist wirklich äußerst gut ausgearbeitet, sodass man schon fast denkt man kennt diesen jemand persönlich. Ab und an gab es Charaktere bei denen man allerdings meiner Meinung nach nicht so sehr in die Tiefe hätte gehen müssen, da dies nicht sehr relevant für den Fortlauf der Geschichte war. Dennoch arbeitet dieses Buch sehr stark mit Charakterentwicklungen und besticht auch dadurch.  Aber erst einmal ein wenig zum Inhalt : Jaeger, ein ziemlich sarkastischer Kerl, der gern mal einen über den Durst trinkt und der sich seit der Trennung von seiner Frau etwas vernachlässigt hat, hat nach langer Zeit endlich mal wieder ein Jobangebot.  Er soll für die Wochenzeitung in ein sehr kleines, überschaubares und wohl wenig actionreiches Dörfchen fahren, um dort für einen Bericht zu recherchieren. Diese Chance nimmt er natürlich dankend an, nicht nur auf Grund dessen, dass er momentan pleite ist und das Geld eine willkommene Abwechslung wäre seine Schulden zu begleichen. Nein, es wäre auch die perfekte Möglichkeit sein Schlodderleben nochmal intensiv auszukosten und auf Kosten des Jobbeauftragten ein wenig Urlaub auf dem Lande zu machen, denkt er sich. Doch es kommt ganz anders als geplant. Auf seiner Reise nach Nauenheim lernt er viele neue Leute kennen. Beispielsweise den frechen Heimjungen Jeremias, der es Faustdick hinter den Ohren hat. Anfangs noch in totaler Party und Trinklaune, entwickelt sich Norbert Jaeger immer mehr zu einem Hobbydetektiv. Er recherchiert und geht plötzlich einem sehr brutalen und spannendem Mord nach. Auch die scheinbar hohe Zwillingsrate in dem Ort macht ihn stutzig. Ob da wohl ein Zusammenhang besteht ?  Er versucht der Sache auf den Grund zu gehen und verstrickt sich immer weiter in eine gefährliche, und wohl schon seit Jahren bestehende Verschwörung. Das Buch unter einem richtige Genre einzustufen fällt mir wirklich schwer. Nach einem perfekt inszenierten Prolog, der wirklich spannend und grausam zugleich ist,beginnt die Geschichte danach anfangs als ein etwas dahinplätschernder Roman. Im Laufe des Buches kommen dann immer mehr Krimi-Elemente hinzu, auch wohl auf Grund dessen, dass man einen kleinen Einblick in die Arbeit zweier Kriminalpolizisten bekommt. Zum Ende hin wird es dann immer rasanter, und der Thriller kommt zum Vorschein. Daraufhin konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Fazit : Ein wirklich tolles Buch, das allein auf Grund seines Schreibstils aus der Menge heraus sticht. Trotz einiger kleiner Schwierigkeiten und Voraussehbaren Elementen, war dies eine wirkliche tolle Geschichte ! Absolut empfehlenswert ! 

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  • Roman und Krimi in einem

    Ungeboren
    nodi

    nodi

    26. January 2015 um 12:58

    Norbert Jaeger war früher ein erfolgreicher Journalist, aber nach einem persönlichen Schicksalsschlag hat er sich verändert. Er beginnt zu trinken und kann schon lange nicht mehr an seine alten Erfolge anknüpfen. Mehr aus Mitleid bekommt er einen neuen Auftrag, er soll über eine Firma schreiben, die ihren Sitz in einem kleinen Eifeldorf hat. Während seines Aufenthaltes in dem kleinen Ort  wird dort eine Frau als vermisst gemeldet, aber Jaeger ist zunächst nicht an der Sache interessiert. Als es dann aber noch eine Tote gibt und er den Waisenjungen Jeremias kennenlernt, ist seine Neugierde geweckt.    Hier haben wir es mit einem Protagonisten zu tun, der mir zuerst überhaupt nicht sympathisch war, zu viel Alkohol, zu viel Desinteresse an seiner Umwelt. Die eigentliche Spannung des Kriminalfalles wurde am Anfang oft durch Beschreibungen um die Person Jaegers und seines Befindens unterbrochen. Hier hätte ich mir manchmal etwas weniger detaillierte Beschreibungen seines Alkoholkonsums und seiner Folgen gewünscht. Als Jaeger aber den Waisenjungen Jermias kennenlernt, bekommt dieser Handlungsstrang auch seine Wichtigkeit. Nicht nur der Kriminalfall hat mich fortan gefesselt, sondern auch die Nebenhandlungen bekamen ihren ganz besonderen Charme. Richtig spannend wird es zum Ende des Buches, als Jaeger und Jeremias in die Hände der Verbrecher fallen. Der Autor hat hier eine Mischung aus Roman und Krimi geschaffen, der mich sehr gut unterhalten und gefesselt hat.

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  • Ein Krimi mit einem umwerfenden Erzählstil

    Ungeboren
    mrs-lucky

    mrs-lucky

    Bei „Ungeboren“ handelt es sich um ein sehr besonderes Buch, das schwer einzuordnen ist. Einerseits dreht es sich um eine schockierende Verschwörungsgeschichte, andererseits wird das Buch dominiert von der persönlichen Geschichte zweier Hauptfiguren. Es ist nicht die Spannung, die bei diesem Buch fasziniert, sondern die bildhafte, oft satirisch anmutende Sprache. Jedes Wort wirkt bewusst gesetzt, es entsteht oft eine ganz besondere Atmosphäre, die zumindest bei mir das „Kopfkino“ zum Laufen und mich so manches Mal zum Lachen gebracht haben. Zum Inhalt: Petra Bock ist bereits im 8.Monat schwanger als sie heraus findet, dass sie Zwillinge erwartet, und ihre Hebamme deswegen zur Rede stellt. Diese verabreicht der Schwangeren daraufhin ein Betäubungsmittel und lässt sie von Komplizen weg schaffen. Wenige Tage nach dem Verschwinden Petra Bocks wird die Hebamme selber Oper eines Mordanschlags. Was ist da los in dem beschaulichen Städtchen Nauenheim in der Eifel? Wer nach diesem mysteriösen und spannenden Auftakt einen rasanten Krimi erwartet, wird von dem Buch enttäuscht sein. Dieser Entführungs- und Mordfall bildet nur die Rahmenhandlung für eine ganz andere Geschichte, die aber wiederum ihren ganz eigenen Reiz besitzt. Hauptperson des Buchs ist der Journalist Norbert Jaeger, im Allgemeinen nur „Jaeger“ genannt, der nach einem schweren Schicksalsschlag aus der Bahn geraten und dem Alkohol verfallen ist. Mit dem Schreiben von Groschenromanen hält er sich halbwegs über Wasser, sein ehemaliger Chef bei der Wochenchronik versucht ihn mit gelegentlichen Jobs aus der Klemme zu helfen. So landet Jaeger für die Reportage bei einer Hightech-Firma ausgerechnet dann ich Nauenheim, als die Kriminalfälle Unruhe in das Örtchen bringen. Jaeger ist an dieser Sache zunächst nicht interessiert, als er durch Zufall ein paar Informationen über Nauenheim erfährt, wird seine Neugierde geweckt. Und dann gibt es da auch noch Jeremias, einen 12-jährigen Waisenjungen aus Nauenheim und angehenden Autoren, der in Jaeger ein Vorbild entdeckt und ihn dazu anstachelt, über die Hintergründe und Zusammenhänge der Vorfälle zu ermitteln. Der Autor charakterisiert seine Hauptfiguren mit viel Liebe zum Detail, ihre Schicksale und inneren Konflikte gehen zu Herzen. Sie wirken authentisch, ihre Handlungen erscheinen schlüssig. Es gibt viele Nebenhandlungen, die sich mit den Hauptfiguren beschäftigen und einige Anekdoten, die die Handlung auflockern und von den schockierenden Ausmaßen der Kriminalfälle ablenken. Der Spannungsbogen ist nicht besondern hoch, wie eingangs schon erwähnt, ist es der ganz besondere Erzählstil, der den Reiz des Buches ausmacht. Insgesamt wirkt das Buch abgerundet und findet nach einem fulminanten Showdown gegen Ende einen in sich runden Abschluss.

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    • 2
  • Dieser Autor setzt sich ein Markenzeichen: ein unbeschreiblich neuartiger Schreibstil im Krimi!

    Ungeboren
    Floh

    Floh

    Ich habe schon viel gelesen, und auch schon viele Themenbereiche des Krimi oder Thriller beschritten, aber das was mich in "Ungeboren" des Autors Ralf Becker erwartete, dass hat mich definitiv sprachlos gemacht, spachlos in der Form der Umsetzung, und fasziniert in der Form der Artikulation und der vielen Sinnbilder, Alltagssituationen, Gesellschaftpsychogramme und einer unglaublich spontanen Situationskomik in diesem perfiden und schockierenden Kriminalfall mit dem Hauch eines unmenschlichen Thrillers. Der Autor Ralf Becker hat sich mit seiner Art der Schriftstellerei eine Marke gesetzt und besitzt absoluten Wiedererkennungswert und bewegt sich fernab vom marktüberflüteten Mainstream.  Erschienen im Sieben Verlag (http://www.sieben-verlag.de/) Inhalt: "Den ehemaligen und leicht heruntergekommenen Erfolgsjournalisten Norbert Jaeger verschlägt eine Auftragsarbeit ins beschauliche Eifelstädtchen Nauenheim. Doch dort ist die ländliche Idylle zutiefst gestört. Eine junge Frau wird vermisst. Einen Tag später geschieht ein brutaler Mord. Eine neue Freundschaft holt Jaeger langsam aus seinem Trübsinn und weckt sein investigatives Talent. Er kommt einer ungeheuren Verschwörung auf die Spur, die schon seit vielen Jahren im Gange ist, und deren Ausmaße noch viel abscheulicher und größer sind, als es zunächst den Anschein hat." "So tief, wie du schon gesunken bist, dürfte es meines Erachtens tiefer nicht mehr gehen. Trotzdem belehrst du mich immer eines Besseren." (Seite 279) Handlung: Das einzige was an diesem Buch nach Schema F oder Standard erscheinen könnte ist der Prolog, der erste Rätsel aufgibt und den Leser zunächst schockiert und entsetzt und spekulativ zurück lässt. Dieser Einstieg ist sehr gelungen. Nun beginnt die Story ihren Lauf, und dieser ist gewiss kein Standard. Wir lernen zunächst das Leben des gescheiterten Journalisten Norbert Jaeger kennen, aber nicht nur sein chaotisches, versoffenes, wüstes und hochverschuldetes Leben wird und schonungslos gezeigt, sondern auch gleich die ganze gescheiterte Persönlichkeit von Jaeger, als Sinnbild eines Häufchen Elends. Jaeger ist ein Vollblutschmarotzer und Lebenskünstler, auch ein neuer Auftrag eines langen Kumpels soll ihn in letzter Stunde wieder zu etwas Lohn und Brot führen. Doch auch hier scheint alles zum Scheitern verurteilt, bis Jaeger im scheinbar idyllischen Örtchen Nauenheim auf einen ganz besonders kleinen und nervigen Jungen trifft und Jaeger durch Jeremias Plappermaul von einer höchst brisanten, aber auch äußerst erbärmlichen Story erfährt und eine Undercoverermittlung seinen Lauf nimmt. Eine hochschwangere Frau wird vermisst, ihre alte Hebamme kurzerhand kaltblütig in ihrem Häuschen erschossen. Alles Zufall? Oder steckt hier ein regelrechtes Geflecht mafiöser Geschäfte dahinter? Auf Norbert Jaegers Weg aus der privaten und mentalen Misere und auf dem Weg der facettenreichen Ermittlungen begenet er weiteren vielen skurrilen, sonderbaren und ganz spezifischen wichtigen und überaus unwichtigen Personen und der Leser fühlt sich mitgenommen, all diese genauestens zu inspizieren und zu beurteilen. "Dat weeß isch net, Karl., antwortete der etatmäßige Partner im Schweigen mit dem Temperament eines narkotisierten amazonischen Faultiers." (Seite 200) Schreibstil: Der Schreibstil ist unter anderem dass, was das Buch zu dieser Besonderheit macht. Der Autor Ralf Becker hat hier einen Stil geschaffen, den ich so noch nie gelesen habe. Zunächst musste ich mich sehr daran gewöhnen, zugegeben, es war erschwerlich einen Lesefluß herzustellen. Hat man diese Bürde gemeistert, so beschert der Autor seinen Lesern höchsten Lesegenuß und absolut wahrhafte Sinnbilder, Situationen und grandiosen Sarkasmus, Zynismus und Selbstironie. Das Lesen gestaltete sich so zu einer ganz neuen und anderen Art des Lesens. Ralf Becker berichtet aus Sicht des gescheiterten Journalisten Jaeger. Mit Jaeger muss sich der Leser erst anfreunden können, sein Charakter ist das Sinnbild eines gescheiterten, gewissenlosen Schmarotzers, der jeden Strohhalm nutzt sich gratis durchs Leben zu schnorren. Doch im Laufe der Story und im Laufe der hochtrabenden Ermittlungen gelingt es dem Autor eine Tür zum Leser zu öffnen, und Jaeger dort, samt Jeremias, zu platzieren. Eine weitere Besonderheit ist das weitreichende Spektrum an Wissen, was uns hier nahegebracht wird. Zu jedem Alltägllichen hat der Autor eine sagenhafte eine Anekdote, ein Nähkästchenplausch oder eine Weisheit, eine These oder einen Fakt, eine Alltagssituation, ein Geistesplitz oder einen frechen Dialog auf Lager. Sagenhaft! Die Spannung und der Nervenkitzel sind eher flach und fließend. Hier dominieren in Sachen Krimi oder Thriller nicht ausschließlich atemberaubende Hochspannung, sondern eher groteske Genialität und Vorgehensweise. Durch sein Knowhow schreibt der Autor Ralf Becker klar, intelligent, überzeugt, selbstbewusst und lässt durch Vielseitigkeit und Unglaublichkeit diesen Roman, diesen Kriminalfall, so einzigartig werden. Trotz seiner langen Marathon-Schachtelsätze, ist es ein wahres Erlebnis diesen Gedankegängen zu folgen und all diese vielen Details und Entdeckungen im Verlaufe der Story zu entdecken. Alles andere als Mainstream. "Aber sollte dem KD der Mastdarm detonieren, würde das auch unserem Kollegen Qualmbach schlecht bekommen." (Seite 135) Charaktere: Was wäre dieses Buch bloß ohne seine genialen und einzigartigen Protagonisten? Mit Gold nicht aufzuwiegen sind die besonders gestalteten Charaktere hier in dieser Story. Hier schöpft der Autor aus den Vollen und hat eine Welt aus unbeschreiblichen Darstellern geschaffen, so filmreif, so detailgetreu, so authentisch, so unglaublich abwechslungsreich und vielseitig. Hier habe ich den Eindruck, dass der Autor sich Alltagsmenschen auf einem belebten Platz, im Cafe, im Biergarten oder aus dem Alltag gegriffen, studiert, analysiert und in diesem Buch wiedergegeben hat.  5 Sterne Psychogramme und höchster Unterhaltungswert. Charaktere und Blickwinkel aus tiefsten Abgründen, kranken Seelen, gescheiterten Existenzen, helfenden Händen und der Moral der Gerechtigkeit. Wenn ich ehrlich bin, so möchte ich so manchen aus dem Buch gerne mal real kennenlernen, andere wiederum möchte ich niemals nie im Leben begegnen müssen. Eine raffinierte Auswahl an Protagonisten und Charakteren begegnen wir durch diese grausamme Geschichte in diesem so unscheinbaren Örtchen Nauenheim in der Eifel. Autor Ralf Becker hat so viele Charaktere erschaffen, die so sonderbar sind, wie keine anderen. Hier gibt es nicht nur ein Spiel mit der Sprache, hier gibt es auch ein perfides Spiel mit kranken Psychen und deren Opfer, und einer Auswahl an großartigen Hauptakteuren. "Da täuscht du dich, mein Freund. Wo du und ich sind, ist unten." (Seite 68) Schauplätze: Neben dem einzigartigen Schreibstil mit Wiedererkennungswert, den sonderbaren Charakteren, spielen die Schauplätze in diesem Buch ebenso eine große Rolle wie der Fall selbst. Die Schauplätze sind ebenso detailliert, real, authentisch und getreu wiedergegeben und spiegeln das jeweilige Bild der Protagonisten, die dort agieren, wieder. Eine sensationelles Rundumpaket. Irgendwo im Nirgendwo im kleinen Örtchen Nauenheim. Der Autor lässt dem Leser viel Raum für Spekulationen und Fantasie, zeichnet jedoch genaueste Bilder der Umgebung, gepaart mit Atmosphäre, Emotion, Gefühl, Idyll, Schrecken, Witterung, Vegetation und Alltag. Er beschreibt Orte, die jeder meint zu kennen und schafft somit Nähe und das Gefühl, selbst einmal dort gewesen zu sein. Hier nutzt er gut und gern Details und kleine Alltäglichkeiten. Bizarre Orte, tiefe Abgründe, neue Welten, entsetzliche Kulissen, aber auch die gute biedere Gemütlichkeit und Geborgenheit einer fast heilen Dorfgemeinde mit fragwürdiger Vergangenheit und aktuellem schrecklichen Ereignissen. Der Autor R. Becker bietet dem Leser einen Blick in die Welt der häuslichen Not, Alkoholismus, frühes Erwachsenwerden, wechselnde Bekanntschaften, Aktionismus, Spürsinn, Gerechtigkeit, Skrupellosigkeit, die verflossene junge Liebe, das verkorkste Dasein , die labilen Phasen eines manischen Journalisten....und und und. Das ist das Leben des Norbert Jaeger. Meinung: Dieser Kriminalroman ist wahrlich keine leichte Kost, liest sich anspruchsvoll und ist geballt mit Alltagswissen und enormen Besonderheiten. Ich war von Beginn an gefesselt, war entsetzt und fasziniert sogleich. Diese Neuartigkeit, diese Andersartigkeit, diese Erkennungsmarke, diese Novität, all diese vielen Details, das Leben des Norbert Jaeger und der Kriminalfall hat mich gleich auf seine Seite geholt und mich ans Buch gefesselt. Ich bewundere und lobe diese Einzigartigkeit des Autors. Ein geniales Spiel mit dem Wort und ein genialer Dialog mit den Lesern. Ganz besonders großartig. Die Handlung gefällt mir gut, auch wenn mir etwas an Hochspannung und Nervenkitzel bis zum einzigartigen Showdown fehlte. Ich würde und werde ungehindert 5 Sterne vergeben. Dieses Buch hat es verdient gelesen, erlebt und bewundert zu werden! Verdiente 5 Sterne, da sich das Buch von der Masse abhebt, neuartig und mutig ist! Zudem hat es mich gut unterhalten und mit Wissen gefüttert. Ich kann in diesem Buch auch Schwächen finden, und möchte diese kurz nennen, ohne das diese für mich eine Minderung in der Wertung erzielen: * auch unscheinbare, für den Fall unwichtige Charaktere werden mit so viel Energie und Facette beschrieben, dass man sich am Ende fragt wazu war das jetzt nötig? * der Satzbau ist zunächst sehr ungewöhnlich, da der Autor oft ausschweift, vom Kern abwandert und dann nur verschachtelt und in Marathon.Manier zur eigentlichen Aussage zurück findet. * Jaeger wirkt zunächst als Unsympath, da er dem Alkohol fröhnt, und sein Umgang mit dem Suchtmittel verharmlost und fast gutgeheißen wirkt. Das finde ich etwas erschreckend und schade. * an wenigen Passagen sind die Sachverhalte etwas undurchsichtig, oder werden erst später klar. So die geografische und kartografische Lage der Orte und die Historie der Nauentalklinik Cover / Buch: Das Buch ist hochwertig und ansprechend verarbeitet. Das Schriftbild ist nach Eingewöhnung angenehm, die Kapitel jedoch etwas lang. Das Cover gefällt mir mehr als gut. Wunderbar. Der Autor über sich: "Geboren wurde ich leider schon 1958, im schönen Aachen. Das mag sich für den einen oder anderen alt anhören, aber ich versichere, dass ich noch ganz gut in Schuss bin. Neben dem (mehrfachen) Lesen von Peter Pan (Sie verstehen die Anspielung?), hielt das Jahr 1969 das nächste einschneidende Ereignis in meinem jungen Leben bereit: die erste bemannte Mondlandung. Ich verfolgte sie atemlos und gebannt und beschloss, spätestens bei der ersten Marsmission mitzufliegen. Die Zeit bis dahin vertrieb ich mir als Verkaufsleiter im Automobilsektor, als Vater zweier Töchter mit Aufwachsen und Pubertät und auch allem sonstigen drum und dran und als Mitglied des Autoren-Teams der Jerry Cotton-Romanreihe, der ich über einen sehr langen Zeitraum hinweg die Treue gehalten habe (meiner Frau und meinen Töchtern natürlich auch). Als es dann aber noch immer nichts war mit der Marsexpedition, schrieb ich meinen ersten in der Heimat spielenden Roman "Ungeboren", der dann auch gleich zum Hörbuch vertont wurde. Nun habe ich die Hoffnung auf den Mars zwar nicht ganz, aber weitestgehend aufgegeben. Wer schon schickt noch einen Zausel wie mich auf eine solche Reise? Also bin ich gezwungen - damit noch irgendwas von mir abhebt - meine Fantasie fliegen zu lassen. Physisch freilich lebe ich heute zufrieden und noch immer höchst irdisch mit meiner Frau und unserem Labrador-Hund in unserem schönen Voreifeldorf. Und auch meine Töchter mit ihrer Jugend sind nicht fern, sodass meine Psyche und ich mehr oder weniger tagtäglich auf Trab gehalten werden und nicht der Versuchung anheimfallen, zu verknöchern." Fazit: Kein Mainstream, ein ganz besonderer Krimi-Thriller-Roman der überzeugt und gerne 5 Sterne verdient hat!

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    • 14
    joleta

    joleta

    25. January 2015 um 16:04
  • kriminelle Machenschaften mit Zwillingsgeburten

    Ungeboren
    irismaria

    irismaria

    24. January 2015 um 16:11

    "Ungeboren" von Ralf Becker beginnt mit einem superspannenden Prolog, in dem eine junge schwangere Frau ihre Hebamme in einem Eifelstädtchen besucht, nachdem sie bei einem Arztbesuch erfahren hat, dass sie Zwillinge bekommt. Wie können das die Hebamme und die Frauenärztin übersehen haben? Oder haben sie es nicht und es steckt etwas ganz anderes hinter dem verschwiegenen Zwilling? Kurz darauf ist die junge Frau verschwunden. Nach dem Prolog habe ich einen fesselnden Thriller erwartet, aber dann ging es um den Journalisten Norbert Jaeger, der alkoholkrank ist und weder als Schriftsteller erfolgreich ist noch an seine Journalistenkarriere anknüpfen kann. Mehr aus Mitleid schickt ihn sein ehemaliger Chef in das Eifelstädtchen zu einer Reportage. Jaeger erfährt dort vom Verschwinden der jungen Frau und stellt eigene Ermittlungen an. Der Teil um Jaeger war sprachlich ganz anders gestaltet als der Prolog, was zwar zum Handlungswechsel passte, mir aber viel zu ausführlich war (vor allem die seitenlangen Beschreibungen diverser Besäufnisse).  Die Krimihandlung kam erst gegen Ende wieder in Fahrt und die Auflösung war für mich nicht besonders überraschend.

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  • Abgebrochen - war für mich eine Qual

    Ungeboren
    Der-Lesefuchs

    Der-Lesefuchs

    Ungeboren von Ralf Becker ist ein Thriller, dem ich mit viel Spannung und einer hohen Erwartungshaltung begegnet bin. Ein einigermaßen spannender Plot am Anfang, bei dem eine schwangere Frau zu Ihrer Hebamme kommt und diese mit der Tatsache konfrontiert, dass Sie Zwillinge bekommt. Bei allen anderen Untersuchungen (bei einem anderen Arzt) war ihr gegenüber aber immer nur die Rede von einem Kind. Kurz nach dieser Konfrontation verschwindet die schwangere Frau und die Hebamme wird tot aufgefunden. Danach teilt sich die Story in zwei Handlungsstränge, die sich im Laufe des Buches immer mehr miteinander verzahnen. Zum einen ist da die Suche nach der Schwangeren, sowie der Ermittlung der Hintergründe des Todes der Hebamme. Die Polizei scheint hier aber nicht in der Lage zu sein, etwas zu ermittleln.  Der zweite Handlungsstrang erzählt von dem Journalisten und Schriftsteller Norbert Jaeger. Er ist süchtig nach Alkohol und hoffnungslos überschuldet. In dem Städtchen Nauenheim hat er einen Bericht über eine ansässige Firma schreiben. Dabei kommt er in Kontakt mit dem jugen Waisenkind Jeremias, der selbst einmal Schriftsteller werden möchte. Von Jeremias ist Jaeger zunächst nur angenervt, bevor er anfängt, freundschaftliche Gefühle für ihn zu entwickeln. Dieser erzählt ihm auch von den blutigen Vorfällen in Nauenheim, jedoch hat Jaeger dafür vorerst keinen Kopf. Er hat selbst einen Bericht zu liefern und ein Buch zu schreiben. Erst später im Buch beginnt er sich für die auffällig vielen Zwillinge in der Region rund um Nauenheim zu interessieren und recherchiert ein wenig.  Nach einem einigermaßen spannenden Plot verliert die Geschichte deutlich an Tempo. Die Vorstellung des Protagonisten Jaeger zieht sich sehr in die Länge und auch die Vorstellung des Waisenjungen Jeremias ist mir deutlich zu lang. Der Autor beschreibt hier über mehrere Seiten Details zwischen Jeremias und einem anderen Jungen, die keinerlei wichtige Rolle für den weitern Handlungsstrang enthalten. Gleiches gab es dann später auch, als Norbert Jaeger sich an einem Abend (mal wieder) „abfüllen“ möchte. Auch hier wird ausführlich über ein peinliches Dreiradfahren von besoffenen erwachsenen Personen gesprochen. Diese Passagen, die es häufiger gibt, waren mir einfach zu lang. Überhaupt scheint Jaeger entweder total besoffen zu sein, oder aber er ist hochkreativ und schreibt Artikel, Bücher etc. in kürzester Zeit und mit dem notwendigen Ernst – das passt aus meiner Sicht nicht so ganz zusammen (und dann hat er es zwischendrin auch noch geschafft, den 1. Romanentwurf von Jeremias zu lesen und ihm hilfreiche Tipps zu gebe)..  Bereits am Ende des Plots hatte ich schon eine Ahnung, um was es in dem Buch gehen wird – allerdings wurde dies erst sehr viel später auch sichtbar.  Den Schreibstil von Herrn Becker fand ich einigermaßen anstrengend zu lesen. Dies lag zum einen an sehr langen und in sich verschachtelten Sätzen, zum anderen aber auch an der Art und Weise, wie die Protagonisten miteinander sprechen. Dies fand ich sehr hochgestochen für einen 12järigen und einen Säufer. Auch die sehr eng beieinander stehenden Zeilen im Buch (Stichwort Zeilenabstand) war auf Dauer etwas schwer zu lesen. Fazit: Alles in allem muss ich sagen, dass ich das Buch auf Seite 260 abgebrochen habe. Es war für mich einfach eine Qual es zu lesen. Dies ist aber meine Meinung und mag für andere wieder komplett anders wirken.

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    • 4
    Tigerbaer

    Tigerbaer

    23. January 2015 um 09:12
    Der-Lesefuchs schreibt Nur weil man anderer Meinung ist, ist dies keine Grund gleich persönlich werden. Es geht doch darum seine persönliche Meinung zu einem Titel zu sagen und dieser konnte mich nun einmal überhaupt ...

    Da hast du absolut recht und ich finde deine Rezi nachvollziehbar und auch fair. Manchmal passt ein Buch einfach nicht und das darf man auch sagen.

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