Der Gartenkünstler

von Ralf Günther 
3,4 Sterne bei23 Bewertungen
Der Gartenkünstler
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Inhaltsangabe zu "Der Gartenkünstler"

Im Jahr 1826 steht der geniale Gartenarchitekt Hermann Fürst Pückler finanziell am Abgrund. Gemeinsam mit seiner geliebten Frau Lucie beschließt er, sich scheiden zu lassen und sich in England eine Gattin mit üppiger Mitgift zu suchen. Als mehrere junge Damen gewaltsam ums Leben kommen, gerät der Fürst in einen bösen Verdacht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548610306
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:11.03.2011

Rezensionen und Bewertungen

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    Giselle74s avatar
    Giselle74vor einem Jahr
    Verschenkt

    Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Die ersten Seiten hinterließen einen so guten Eindruck, daß ich auf die Buchüberraschung des Jahres hoffte. Ein Roman über Fürst Pückler auf Freiersfüssen in London, dazu noch der skurile Diener Holmes, der an den Namensvetter Sherlock denken ließ, Dickens, der leibhaftig durch das Buch geisterte und weitere Zeit- und Weggenossen des Fürsten, ebenso gut karikiert. Das Buch ist liebevoll gestaltet, grüner Einband mit Gartenstichen auf den Innenseiten, sehr stimmungsvoll und schmuck.

    Doch leider entwickelt sich die Geschichte nicht. Pückler irrt von Liebe zu Liebe und von Leiche zu Leiche, immer leicht quengelig, durchaus liebenswürdig trottelig und aber niemals mit Tiefgang. Es findet sich kaum eine sympathische Person im ganzen Buch, man leidet nicht mit, man liebt nicht mit und das Ende ist in dem Maße blass, wie der Anfang farbig.

    Das ist ungemein schade, wenn man überlegt, wie interessant London damals gewesen sein muß, was es heißt, so gartennärrisch zu sein, daß man über eine Geldheirat nachdenkt und sich dafür von der langjährigen Gattin scheiden läßt, wie man sich fühlen muß, wenn man kurz vor dem Galgen steht und nicht weiß, wer oder was einen dahin geführt hat, wenn um einen herum die Damen sterben wie die Fliegen, die geliebte Lucie dazu aber nichts zu sagen hat...

    Es sollte wohl eine leichte, flirrende, amüsante Geschichte werden, aber um es hart auszudrücken: sie wurde seicht, nicht leicht. Und so werde ich nun ein ungemein hübsches Buch im Regal stehen haben und bedauern, daß der Inhalt nicht zur Gestaltung passt.

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    P
    Pixibuchvor 5 Jahren
    Der Gartenkünstler

    Dieses Buch hat mich ganz in seinen Bann gezogen, Ich habe es in 3 Tagen gelesen, ich konnte mich davon fast nicht losreißen. Schon der Einband war toll und die ersten beiden und die letzten Seiten mit den schönen Bildern haben mich sofort in eine andere Welt verführt. Das Buch war eine Mischung zwischen Krimi und Histsorienromane. Die Briefform des Buches hat es mir besonders angetan. Man liest leicht und flüssig, weil ja mit jedem neuen Brief ein neues Kapitel beginnt.

    Die vielen geschichtlichen Namen, die da vorkommen, haben das Buch  fast zu  einer Biographie gemacht, wenn auch sehr vieles dazugedichtet war. Pückler zieht aus nach England, um reich zu heiraten. Dort, wo er himkommt, zieht er eine Blutspur hinter sich her. Er wird von der Kapuzenfrau überall hin verfolgt. Ohne Geld hilft ihm Baron Rothschild immer. Alle Frauen sind verrückt nach ihm. Zuhause auf Muskau vergnügt sich indessen seine Frau Lucie mit dem jungen Gärtergehilfen.

    Was auch sehr gut geschrieben war, das der Schatz zur heutigen Zeit gefunden wurde und der Geist Fürst Pücklers den Finder begleitet.

    Was ich bei dem Buch ein wenig vermisst habe, waren die Beschreibungen zu den schönen Gärten, sowohl auf Muskau wie auch in England. Trotz alle dem ein sehr sehr gutes Buch. Ìch kann mir vorstellen, dieses Buch zu kaufen und bei nächster Gelegenheit als Geburtsgescheschenk zu machen.

    Dieses Buch hat mich ganz in seinen Bann gezogen, Ich habe es in 3 Tagen gelesen, ich konnte mich davon fast nicht losreißen. Schon der Einband war toll und die ersten beiden und die letzten Seiten mit den schönen Bildern haben mich sofort in eine andere Welt verführt. Das Buch war eine Mischung zwischen Krimi und Histsorienromane. Die Briefform des Buches hat es mir besonders angetan. Man liest leicht und flüssig, weil ja mit jedem neuen Brief ein neues Kapitel beginnt.

    Die vielen geschichtlichen Namen, die da vorkommen, haben das Buch  fast zu  einer Biographie gemacht, wenn auch sehr vieles dazugedichtet war. Pückler zieht aus nach England, um reich zu heiraten. Dort, wo er himkommt, zieht er eine Blutspur hinter sich her. Er wird von der Kapuzenfrau überall hin verfolgt. Ohne Geld hilft ihm Baron Rothschild immer. Alle Frauen sind verrückt nach ihm. Zuhause auf Muskau vergnügt sich indessen seine Frau Lucie mit dem jungen Gärtergehilfen.

    Was auch sehr gut geschrieben war, das der Schatz zur heutigen Zeit gefunden wurde und der Geist Fürst Pücklers den Finder begleitet.

    Was ich bei dem Buch ein wenig vermisst habe, waren die Beschreibungen zu den schönen Gärten, sowohl auf Muskau wie auch in England. Trotz alle dem ein sehr sehr gutes Buch. Ìch kann mir vorstellen, dieses Buch zu kaufen und bei nächster Gelegenheit als Geburtsgescheschenk zu machen.

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    Cibo95s avatar
    Cibo95vor 6 Jahren
    Rezension zu "Der Gartenkünstler" von Ralf Günther

    dieses Buch muss ich erst mal sacken lassen, bevor ich eine richtige Rezie schreibe. Ich habe mich die ganze Zeit tierisch über dieses eingebildeten, versnobten, arroganten Pückler und seine dämliche Frau aufgeregt. Also wirklich, die ganze Geschichte ist eine skurrile Aneinanderreihung von bescheuerten Briefen, die Fürst Pickel, äh Pückler an seine daheimgebliebene, geschiedene (!) Frau schreibt. Er ist auf Mitgiftjagd in England und sie vergnügt sich mit dem 15jährigen Sohn des Pfarrers. Ich habe das Buch nur gelesen, weil wir es in unserem Lesekreis hatten. Wenn nicht, hätte ich es sicherlich zwischendurch abgebrochen.
    So ein Idiot, dieser Pickler, äh Puckel, äh Pückler .. die Engländer haben es etwas schwer mit der Aussprache seines Namens und darüber regt er sich andauernd auf. Er regt sich sowieso ständig auf, über das Weibsvolk und alle, die "unter" ihm stehen.
    Später vielleicht noch mehr zu dem Buch, also auch inhaltlich ;-)
    Ich vergebe 2 Sterne, weil ich das Buch nicht abgebrochen habe. Man "konnte es lesen" B-)

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    Mika2003s avatar
    Mika2003vor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Gartenkünstler" von Ralf Günther

    Mal wieder ein Buch von Ralf Günther und wieder eines, an dem ich mich versuche. Ralf Günther ist für mich ein Schriftsteller, der viele Facetten hat. Entweder liebe ich seine Bücher von der ersten Seite an (so zum Beispiel "Der Dieb von Dresden") oder ich komm überhaupt nicht klar und leg es gleich wieder aus der Hand "Zum Beispiel "Die Pestburg". Ein Zwischending gab es bisher noch nicht.Nun also ein historischer Roman über Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau, einen Schriftsteller und Weltreisenden und bekanntes Mitglied der gehobenen Gesellschaft. Von Fürst Pückler kannte ich bisher nur das bekannte Eis (das gar nichts mit ihm zu tun hat) und vom hörensagen her den Park. Also war ich sehr gespannt, was mich erwartet.

    Das Buch erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte von Fürst Pückler. Einen kleinen, aber interessanten Teil und man sieht, wozu im Jahr 1826 die Leute schon fähig waren, wenn es um den Erhalt eines Lebenstraumes geht. Für diesen Lebenstraum lies er sich 1826 von seiner Frau Lucie, mit der er dennoch weiterhin freundschaftlich verbunden blieb, scheiden und suchte in England eine reicht Frau, die er heiraten kann. Natürlich geht dort alles schief - man weiß von seinen Plänen und versteckt zuerst die Frauen vor ihm .

    Sprachlich sehr überzeugend, witzig, charmant und mit detaillierten Beschreibungen des englischen Lebens und der englischen Gepflogenheiten gespickt, macht es sehr viel Spaß, dieses Buch zu Lesen. Hier hat es mir besonders gut gefallen, dass das Buch eine Art Briefroman war. Denn die Geschichte wird zu einem großen Teil in Briefen erzählt, die Fürst Pückler an seine nunmehr Ex-Frau Lucie, liebevoll "Schnucke" genannt, schreibt. Ein kleiner Teil erzählt von Lucie, die zu Hause gelieben ist, sich um das Anwesen kümmert und sich mit Valentin, dem Pfarrerssohn tröstet.Durch die Briefform wird das ganze in Kapitel eingeteilt und lässt sich daher gut lesen.

    Ob und wie historisch genau das alles ist - wer weiß es schon. Die historischen Persönlichkeiten, die Ralf Günther in das Buch mit einfließen lässt - wir erleben unter anderem einen (Sherlock) Holmes als Diener, wir treffen Charles Dickens und Baron Rothschild.

    Ein riesengroßer Pluspunkt ist für mich hier die Aufmachung des Buches - besonders die beiden Bilder auf den Innenseiten haben es mir angetan und mich immer wieder dazu verleitet, zurückzugehen und die Bilder zu betrachten. Es ist eine gekonnte Mischung zwischen historischen Roman und Krimi und es ist durchaus überlegenswert, weitere Ausgaben dieses Buches zu verschenken

    (bei vorablesen unter Nickname Sternchen28 verfasst)

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    Buchinas avatar
    Buchinavor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Gartenkünstler" von Ralf Günther

    Wirklich ein sehr ungewöhnlicher historischer Roman, ganz anders als die sonstigen Romane aus diesem Genre. Die Person Fürst Pückler war mir besonders durch die wunderschönen Gartenanlagen in Bad Muskau bekannt. Aber über sein Leben wusst ich kaum etwas, umso mehr war ich auf den Roman gespannt. Und wurde überrascht.
    Der Gartenkünstler erzählt nicht die Biographie von Fürst Pückler, sondern einen Krimi: Wegen seiner schlechten finanziellen Lage lässt sich Pückler von seiner geliebten Frau Lucie scheiden, um in England reich einzuheiraten. Gerüchte über diese Schein-Scheidung gelangen auch nach England und so gestaltet sich die Frauensuche schwierig. Außerdem werden in des Pücklers Nähe immer wieder Frauen getötet, so dass er nicht nur als Heiratsschwindler gilt, sondern auch als Hauptverdächtiger der Morde. Abstruser wird es noch, als sein Hausdiener als Sherlock Holmes beschrieben wird, ohne ihn explizit so zu benennen. Aber er ist nicht die einzige bekannte Person, die ihren Platz in diesem Roman findet.
    Überraschend ist auch der Aufbau des Buches. Es spielt in der heutigen Zeit, wo der Forscher mit Hilfe des Geistes Pücklers verschollene Briefe findet, die die Geschichte erzählen. Ich bin keine großer Freund von dieser Briefform, aber die Geschichte hat dadurch keine Brüche. Parallel dazu erfährt der Leser einiges von seiner Ex-Frau Lucie, die jetzt den Besitz und die Gärten allein führen muss. Dennoch steht trotz des Titels die Gartenkunst nicht im Mittelpunkt, sondern die Aufklärung der Morde.
    Die Geschichte wirkt aber insgesamt stark konstruiert und unglaubwürdig. Die historische Person Pückler wirkt zum Teil sehr naiv und ohne Tiefe. Es ist ein unterhaltsamer Roman mit überraschendem Ende, aber nicht mehr. Weder Krimifans noch Fans historischer Roman werden auf ihre Kosten kommen.

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    Sonna1902vor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Gartenkünstler" von Ralf Günther

    Fürst Pückler und die Frauen

    Herman Fürst Pückler-Muskau und seine Frau Lucie fassen im Jahr 1826 einen abenteuerlichen Plan. In Anbetracht finanzieller Not lassen sich die beiden trotz inniger Liebe scheiden. Er geht nach London, um dort eine Frau mit üppiger Mitgift zu finden und zu heiraten, während sie auf dem Anwesen im sächsischen Muskau die Stellung hält. Er schreibt fast täglich Briefe und lässt seine „Schnucke“ so an seinem Abenteuer im fernen London teilhaben. Schon kurz nach seiner Ankunft überschlagen sich die Ereignisse: im Hafen wird die erste Tote aus dem Hafenbecken gefischt, kurz darauf tritt ein Diener in seinen Dienst – Holmes –, der über bemerkenswerten Scharfsinn und eine wahre Spürnase verfügt und eine „Kapuzenfrau“ scheint ihm wie ein Schatten zu folgen. Im Laufe seiner Reise sterben immer mehr Mädchen, mit denen Pückler in Kontakt stand und ein „unbekannter, junger Schreiberling“ namens Dickens schreibt Verrissberichte über Pückler. Währenddessen holt sich Lucie den jungen Pfarrerssohn Valentin ins Haus, den sie auf besondere Art und Weise anziehend findet.

    Diese Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen. Zum Einen erlebt der Leser Pücklers Abenteuer in London durch Briefe des Fürsten an Lucie. Zum Anderen erzählt Ralf Günther Lucies Geschichte in Muskau. Während des Lesens der ersten Seiten musste ich mich erst an den gewählten Sprach- und Schreibstil gewöhnen, aber danach war das Buch sehr gut und angenehm zu lesen. Auch die naive Art des Fürsten trägt sehr zum Unterhaltungswert bei.
    An Spannung mangelt es diesem Buch nicht. Schon alleine der Plan, sich von der großen Liebe scheiden zu lassen, um in einem anderen Land eine Frau mit üppiger Mitgift zu finden und zu heiraten, macht neugierig darauf, wie das Unterfangen wohl verlaufen und enden wird. Die ganze Sache wird nicht einfacher, als viele seiner weiblichen Bekanntschaften auf die gleiche, brutale Art und Weise zu Tode kommen und der Fürst unter Mordverdacht gerät.

    Das Buch „Der Gartenkünstler“ ist ein unterhaltsamer und spannender Roman, den ich gerne weiterempfehle. Er ist nicht absolut anspruchsvoll, aber bestens dazu geeignet, sich ein paar gemütliche Stunden auf der Couch zu machen.

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    Mina - Das Irrlichts avatar
    Mina - Das Irrlichtvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Gartenkünstler" von Ralf Günther

    Inhalt:

    Der Gartenkünstler von Ralf Günther erzählt einen historischen Krimi über die London-Reise des Fürst Pückler. Dort reist der Lebemann hin, um - geschieden von seiner geliebten Frau - eine neue Frau mit großer Mitgift zu finden. Seine eigentliche Frau - Lucie - ist in die Machenschaften eingeweiht und verwaltet derweil das Anwesen des Fürsten. Schnell zeigt sich für den Fürsten, dass alle Frauen, denen er in London näher kommt, kurz darauf eines grausamen Mordes sterben. Natürlich gerät der Fürst selbst mit der Zeit unter Verdacht.

    Hintergrund:

    Hermann von Pückler-Muskau wurde 1785 geboren. Er war Landschaftskünstler, Reisender und Schrifsteller. "Der Verstorbene", wie er auch im Buch genannt wird, war eines seiner schrifstellerischen Pseudonyme. Er heiratete Lucie von Hardenberg (*1776) im Jahr 1817, ließ sich jedoch später wieder von ihr scheiden. Dennoch blieben sie eng befreundet. Seine Schulden versuchte er tatsächlich in den Griff zu bekommen, indem er mehrere Monate nach London ging, um dort eine reiche Dame zu finden. Seine Erlebnisse schilderte er in Briefen an Lucie. Der Versuch, eine neue Braut zu finden, mißlang und er kehrte heim. Doch sein Reisebericht wurde ein Erfolg. Danach reiste er in den Orient.

    Autor:

    Ralf Günther wurde 1967 in Köln geboren. Er schrieb mehrere Historische Romane und Kinderbücher. Seinen Durchbruch feierte er mit dem Werk "Der Leibarzt".

    Stil:

    Das Buch beginnt mit einigen Worten des Autors über seinen "Kontakt" mit Fürst Pückler und endet auch mit diesen. Eine nette Idee, um die Nähe des Autors zum Thema darzustellen. Witzig und "mal was anderes".

    Das Buch ist zum Teil in Briefform verfasst. Pückler schreibt seine Erlebnisse seiner Schnucke Lucie.

    Sprachlich über aus gelungen! Der Stil passt ganz herrvorragend in die Zeit, in der das Buch spielt.

    Eigene Meinung:

    Insgesamt fand ich das Buch gut. Es war ein netter Zeitvertreib für einen langen "Winterabend". Sprachlich fand ich es, wie erwähnt sehr gelungen und die Charakteren hatten ihre Eigenheiten, die deutlich zum Vorschein kamen. Weniger gelungen fand ich allerdings die Atmosphäre. Dem Autor gelang es meiner Meinung nach nicht, das London der damaligen Zeit lebendig werden zu lassen. Und durch die frivole Art des Fürsten in seinen Briefen verlor der Roman jede Spannung. Ein Krimi, der keiner ist. Ich mochte auch den Fürsten nicht so wirklich. Er ist arrogant und überheblich und mutete allen viel zu. Manchmal konnte ich über ihn schmunzeln, an anderen Stellen schüttelte ich ärgerlich den Kopf.

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    elschummis avatar
    elschummivor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Gartenkünstler" von Ralf Günther

    Exzentrisch, eitel, untadelig, ein Kavallier der vornehmen Gesellschaft im Jahre 1826, in dem sich Fürst Pückler am finanziellen Abgrund sieht und sich von seiner Lucy-Schnucke trennen möchte. Trotz aller Widrigkeiten aber seine Lucy als treue Freundin betrachtet und ihre Wertschätzung genießt.

    Die Überfahrt nach England, seine Anstrengungen, aus seiner finanziellen Situation etwas Neues zu erleben, die Morde, die in seiner Umgebung für Unruhe sorgen.

    Ein Roman, sehr ausdruckslos und leicht zu lesen. Etwas historisch angehaucht aber auch – wenn nicht der trockene Humor aufkäme – ernst und mit krimimäßigen Flair verpackt.

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    Ancareens avatar
    Ancareenvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der Gartenkünstler" von Ralf Günther

    Der Roman beginnt mit einer Einleitung, in der der Autor immer wieder von dem Fürsten begleitet wird, denn Pückler hat ein Anliegen an ihn. Er führt ihn nach Schloss Branitz, lässt ihn dort im Park graben. Dabei findet er Briefe, die eine Reise nach England, die in ein völlig neues Licht rücken.

    Ziel seiner Reise ist es, eine Braut zu finden, mit deren Mitgift er seinen Park in Muskau weiter gestalten möchte. Die Idee stammte von seiner Ehefrau Lucie, die sich pro forma deshalb von ihm scheiden ließ. An sie verfasst er die Briefe. Schon beim Betreten des Bootes fällt ihm eine elegante Dame mit einer Kapuze tief im Gesicht auf. Doch auf der Überfahrt spielt ihm die Seekrankheit übel mit. Im Hafen überwacht er das Ausladen seines Gepäcks und sieht mit eigenen Augen die Leiche eines leichten Mädchens im Wasser treiben. Ab da ist der Tod sein Begleiter.

    Die Kunde von seinen scheinheiligen Absichten war ihm vorausgeeilt. Zu seiner Enttäuschung sind auf dem ersten Ball, den er besucht nur verheiratete Frauen oder alte Jungfern. Auch die erste Dame der Gesellschaft, die ihm den Zugang zu den Bällen der Saison verschafft hätte, ignoriert ihn. Otto, sein Diener, der ihn begleitet erweist sich als unbrauchbar und er wird ihn mit den ersten Briefen an Lucie zurückschicken. Der neue Diener trägt den Namen Holmes und legt im weiteren Verlauf des Romans auch das Gespür der Romanfigur Sir Sherlock Holmes an den Tag.

    Das braucht der Fürst auch, denn die Mordfälle und Mordversuche in seiner direkten Umgebung häufen sich bedrohlich - im Theater, auf der Rennbahn überall dort, wo er sich aufhielt. Er gerät in den Verdacht ein Mörder zu sein. Doch diese Popularität öffnet ihm auch andererseits die Türen in die Salons.

    Charles Dickens, ein dreister Journalist rückt ihn mit seinen Spekulationen und falschen Tatsachen wieder ins Licht der Öffentlichkeit.

    Eine sehr junge Dame verliebt sich unsterblich in ihn. Doch ihr Vater ist gegen die Verbindung. Eine Unbekannte schreibt ihm verliebte Briefchen in deutscher Sprache. Pückler seinerseits verliebt sich in eine deutsche Sängerin, die ihm auch zugetan scheint. Allerdings stellt sich dann heraus, dass sie v erlobt ist. als Pückler ihrem zukünftigen ehegatten im Theater begegnet, entgeht die Sängerin auf d em Weg von der Bühne in ihre Loge nur knapp dem Anschlag des Mörders durch das Auftauschen der beiden Männer.

    Die Dame mit dem Kapuzenmantel begegnet ihm immer wieder. Es ist sich bald sicher, dass sie ihn verfolgt, auch wenn er sie nicht sieht und sie die Schreiberin des Liebesbriefchen ohne Unterschrift ist.

    Und Lucie vermisst ihren Hermann sehr in Muskau. Otto stirbt noch bevor er Muskau erreicht und Valentin, der Sohn des Pfarrers bringt ihr die Briefe. Lucie ist begeistert von Valentin und nimmt ihn in ihre Dienste auf. Ihr Brief an Pückler fällt zunächst kühl aus. Rehder folgt Pückler nach England. Er soll sich statt Pückler, der London nicht verlassen darf, die Parks ansehen, um sich Inspirationen zu holen. Später wird Lucies Sehnsucht nach Pückler immer größer. Sie wird von ihrer Freundin Rahel Varnhagen und ihrem Ehegatten August in Muskau besucht.

    Doch der Fürst gerät nach dem Tod einer weiteren Dame noch stärker in den Verdacht. Nach der Beehrdigung des unglücklich in i hn verliebten Mädchens erwartet ih n ein reicher Reeder in seiner Kutsche, der Pückler mit seiner wenig ansehnlichen Tochter verheiraten möcht. auf der Hochzeit soll der preußische Adel erscheinen und der Reeder erhofft sich so ein großes Geschäft mit der ersstarkenden Macht der Preußen, für die er Schiffe bauen möchte. Seine Tocher Harriet entpuppt sich als schlank u nd keineswegs hässlich. doch als gefährlich für Pückler mit ihren spitz gefeilten Zähnen und Fingernägeln erscheint sie ihm unberechenbar und gefährlich. Doch jetzt löst sich das Rätsel. Der Mörder scheitert an dieser Frau und wird entlarvt. Doch die Kapuzenmantelfrau vereitelt die Heiratspläne als sie auf dem Grundstück des Reeders auftaucht.

    Pückler kehrt zurück. Ohne Mitgift, aber ohne Schuld.

    Kurzweilig und unterhaltsam, witzig und spannend, eine schöne lockere Lektüre. Spannend bis zum Schluss.

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    Vanes avatar
    Vanevor 9 Jahren
    Rezension zu "Der Gartenkünstler" von Ralf Günther

    Nun, Herr Pückler, sie haben ja allerhand erlebt auf ihrer Englandreise. Sind sie unglücklich darüber, dass ihr Plan gescheitert ist? Sie wiegen unentschieden den Kopf und heben ratlos die Hände? Ist ihr Ziel nicht dennoch erreicht? Zwar wollten sie eine junge reiche Braut nach Hause führen, was ihnen nicht gelungen ist. Warum hat ihr kluger und hübsch anzusehender Kopf eigentlich so lange gebraucht, bis ihnen klar war, dass ausschliesslich eine typisch englische Sitte ihnen Widerstand und Unglück in den Weg legte? Sie verweisen auf ihre naive Gutherzigkeit? Na , na, ihre Heiratsabsichten waren nicht nur lauterer Natur. Zwar wurde schon immer des Geldes wegen geheiratet. Aber im 19. Jahrhundert verbietet es der Anstand mit einer geschiedenen Frau und neuem Eheweib zusammenzuleben. Und war ihnen nicht klar, dass, selbst in Zeiten ohne Twittern, ihnen ihr Ruf nach England vorauseilen würde? Sie kommen mir schon wieder mit ihrer sympathischen Einfältigkeit? Wieviele Menschen haben sie eigentlich auf dem Gewissen - oder moderner - wieviele Leichen pflastern ihren Weg? Habe ich mich mit 7 verzählt? Sie springen auf und drohen mir mit einem Duell? Sind sie nicht selbst knapp einem Duell in England entgangen? Lassen sie uns Freunde bleiben! Wie schon erwähnt, sie haben ihr finanzielles Ziel ja doch noch erreicht. Ihre Briefe aus England an ihre geliebte Ex-Frau sind nach ihrer Veröffentlichung zu einem Kassenschlager geworden. Auch mich dürfen sie zu einem Bewunderer ihrer ausführlichen und unterhaltsamen Erzählung dazuzählen. Ah, jetzt nicken sie befriedigt. Eine kleine Anmerkung noch. Entsprechen die Beschreibungen der historischen Perönlichkeiten wirklich der Wahrheit? Sie rollen mit den Augen - was ist schon die Wahrheit! Sind die Varnhagens, Charles Dickens und Bettine von Arnim wirklich so schräge und unsympathische Zeitgenossen? Sie weisen darauf hin, dass das bekanntermaßen bei Künstlern und Schriftstellern der Fall sei? Sind sie nicht selbst ein Künstler, ein Gartenkünstler, und jetzt gar ein bekannter Schriftsteller? Ich sehe ein leises Lächeln auf ihren Lippen. Noch etwas Tee?

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