Ralf Günther Die Theatergräfin

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Inhaltsangabe zu „Die Theatergräfin“ von Ralf Günther

Mitte des 19. Jahrhunderts. Auf einer Orientreise entdeckt Ida Gräfin von Hahn-Hahn eine bislang ungekannte Sinnlichkeit. Daheim ist ihre Familie in einer prekären Lage: Schloß Altenhoff, der Landsitz der Hahn-Hahns, befindet sich in einem desolaten Zustand. Denn statt sich um die Geschäfte zu kümmern, frönt Idas Sohn dort an der Seite der mittellosen Schauspielerin Marie Beeseratz seiner Theaterleidenschaft. Alarmiert kehrt Ida aus der Ferne zurück und trifft in Marie auf eine Frau, die ebenso entschlossen scheint wie sie selbst, ihre Ziele durchzusetzen...

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  • »Denn nie gab es ein so herbes Los...«

    Die Theatergräfin
    ewigewelten

    ewigewelten

    30. January 2014 um 11:44

    »Konnte es sein, dass unter orientalischem Tuch Freiheit und Unbekümmertheit wohnten und nicht die Scham, wie in Europa?« Nicht nur im Deutschland des 19. Jahrhunderts war dieser Gedanke für eine Frau revolutionär, auch heute fühlen die Leserinnen mit Ralf Günthers Protagonistin. Ida Gräfin von Hahn will völlig frei und unabhängig sein und lässt sich dabei von der orientalischen Lebensweise inspirieren. Durch den Tod ihres Gatten glaubt sich die Gräfin ungebunden, lässt Hof und Sohn zurück und flieht vor der Langeweile, der Häuslichkeit, der Verantwortung. Sie stürzt sich ins Abenteuer, bereist den Orient; über Istanbul durch das Osmanische Reich bis nach Ägypten geht es im Boot oder auf dem schaukelnden Kamel. Ihre Reise ist dabei mehr als die Suche nach Stoffen für neue Werke der Salon-Schriftstellerin, sie ist wie eine Reise zu ihr selbst, auf der sie sich von allem befreit, was ihre Entfaltung hemmt, auch von ihrem mittlerweile nur noch leidenschaftslos Geliebten. Ihr Bruder, der Graf, ist auf Brautschau, das heimische Schloss steht fast leer, nur Idas Sohn Wolf wandelt durch die Hallen, ganz verloren an seine Theaterleidenschaft. Eines Tages taucht die Straßenschauspielerin Marie mit ihrem Kumpan auf; schnell ist der Entschluss gefasst, den naiven Grafensohn auszunehmen. Doch auf Schloss Altenhoff gibt es nichts mehr zu holen und Marie ändert ihren Plan. In einer Hoffnung auf ein besseres Leben klammert sie sich an den Grafensohn, wird seine Muse, seine »Julia«. Nächtelang rezitieren sie Shakespeares Verse, planen eine Aufführung im hofeigenen Theater, doch dann kommt alles anders. Die beiden Handlungsstränge – Idas Reise und Maries Schicksal auf Altenhoff – laufen lange nebeneinander her, ohne dass direkte Verbindungen erkennbar sind. Man wartet auf das große Finale, die Begegnung der beiden Frauen und die Eskalation der Probleme der verarmten Grafenfamilie. Doch zum Schluss hin wird es immer melancholischer, die Protagonisten stehen nicht mehr vor neuen Problemen, die Entwicklung der Charaktere stagniert. Die Auflösung des Höhepunkts wirkt unbefriedigend, das Schicksal aller Figuren ist tragisch. Theatralik wird hier niemand vermissen, obwohl doch alle Charaktere ganz menschlich sind, jeder hat mit seinen eigenen kleinen Problemen zu kämpfen. Der Stil des Autors ist deskriptiv, vor dem Inneren Auge entstehen Bilder der Reise, der exotischen Orte und Figuren. Vielleicht könnte die Sprache noch dynamischer und emotionaler sein, um so mehr Nähe zum Leser aufzubauen – denn an Gefühlen mangelt es nicht! Optisch ist das Buchs recht ansprechend, aber kaum aussagekräftig. Ein Bezug zum Theater oder zum Orient hätte die Präsentation des Werks sicher besser abgerundet. Leider gibt die Geschichte wenig Einblick in Idas literarische Welt, die Begegnungen mit dem Dichter Ringelnatz beispielsweise erscheinen amüsant und machen neugierig auf ihre Werke. Bleibt nur, eine vertiefte Recherche zu unternehmen, vielleicht mit dem dazugehörigen Bildband... und diesen kleinen Einblick in ihr Leben, Schaffen (und Reisen) zu genießen. Etwas für Entdecker und Dramatiker: »Denn niemals gab es ein so herbes Los als Julias und ihres Romeos!«

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  • Rezension zu "Die Theatergräfin" von Ralf Günther

    Die Theatergräfin
    beowulf

    beowulf

    20. October 2009 um 23:46

    Von diesem Autor habe ich schon besseres gelesen, Idie Geschichte der Hahn- Hahns und die Flucht vor sich selbst auf der einen Seite und die Geschichte der Möchtegernschauspielerin Marie und der Ganoven Konrad und Matthes auf der anderen Seite hat mich gerade so interessiert, dass ich das Buch zu ende gelesen habe, mehr aber auch nicht.