Ralf Georg Reuth

 4.2 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Goebbels: Eine Biographie, Rommel und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Kurze Geschichte des Zweiten Weltkriegs
Erscheint am 23.10.2018 als Hardcover bei Rowohlt Berlin.

Alle Bücher von Ralf Georg Reuth

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Ralf Georg ReuthGoebbels: Eine Biographie
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Goebbels: Eine Biographie
Goebbels: Eine Biographie
 (10)
Erschienen am 11.06.2013
Ralf Georg ReuthHitler
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Hitler
Hitler
 (3)
Erschienen am 01.01.2005
Ralf Georg ReuthDas erste Leben der Angela M.
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Das erste Leben der Angela M.
Das erste Leben der Angela M.
 (3)
Erschienen am 14.05.2013
Ralf Georg ReuthDeutsche auf der Flucht
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Deutsche auf der Flucht
Ralf Georg ReuthIm großen Krieg
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Im großen Krieg
Im großen Krieg
 (1)
Erschienen am 14.07.2014
Ralf Georg ReuthHitlers Judenhass
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Hitlers Judenhass
Hitlers Judenhass
 (1)
Erschienen am 01.02.2009
Ralf Georg ReuthKurze Geschichte des Zweiten Weltkriegs
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Kurze Geschichte des Zweiten Weltkriegs
Kurze Geschichte des Zweiten Weltkriegs
 (0)
Erschienen am 23.10.2018
Ralf Georg ReuthDie Stasi
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Die Stasi

Neue Rezensionen zu Ralf Georg Reuth

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Im großen Krieg" von Ralf Georg Reuth

"Ein Leutnant steht für eine ganze Generation"
R_Mantheyvor 3 Jahren

Ob das tatsächlich stimmt, mag ich nicht beurteilen. Wir können uns heute kaum noch in die Lage der damaligen Jugend versetzen. Aber an Hand dieses Buches kann man immerhin die ganze tragische Entwicklung an einem Einzelfall verfolgen. Dieses Buch schildert die Erlebnis des Holzhändlersohnes Fritz Rümmelein aus Zwiesel, der sich freiwillig und siegessicher bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges zur Truppe meldet. Da er ein Elite-Gymnasium besucht hatte, auf dem er allerdings nicht glücklich wurde, wird er schnell zum Leutnant der Reserve ernannt.

Rümmelein fotografierte neben seinem Dienst im Feld extrem viel, was für die damaligen Verhältnisse sicher ziemlich selten war. Neben diesen Fotografien sind seine Feldpostbriefe erhalten geblieben. Und diese Dokumente machen das Buch einzigartig, wenngleich ich mir vor dem Lesen eine noch stärkere persönliche Note erhofft hatte. Rümmeleins Schicksal endet tragisch. Nur wenige Tage vor Kriegsende erwischt ihn eine Granate bei einer Erkundung. Fritz Rümmelein stirbt als "Ritter des Ordens Pour le merite" hochdekoriert.

Das Buch lebt von den verwendeten persönlichen Dokumenten, aus denen der Autor Rümmeleins Weg in diesem Krieg in Wort und Bild nacherzählt. Dabei zitiert er aus der Feldpost des Leutnants und zeichnet die Frontverläufe und das von Rümmelein erlebte Kriegsgeschehen nach. Dieser Text wird allerdings sehr oft von allgemeinen Ausführungen zu bestimmten Themen unterbrochen, die den Krieg und die historischen Abläufe betreffen.

Natürlich durchlebte Rümmelein als Offizier den Krieg ganz anders als ein einfacher Soldat. Das wird zwar im Text nicht besonders thematisiert, man sieht es jedoch allein schon an den Bildern und merkt es erst recht an seinen Schilderungen. Vielleicht überrascht es auch manchen Leser, dass Krieg nicht immer bedeutet, dass man ständig im Graben hockt. Leider muss man schon etwas genauer hinsehen, um solche Dinge zu bemerken, weil doch immer wieder das große Geschehen und die politisch-militärischen Entwicklungen im Mittelpunkt des Buches stehen.

Immerhin aber kann man nachvollziehen, wie sich Rümmeleins Stimmungslage veränderte. Anfangs hatte er noch 1871 und den großen Sieg vor Augen. Doch ohne dass diese Generation das in ihren Auswirkungen anfangs wirklich verstand, hatte sich inzwischen die Technik der Kriegsführung dramatisch geändert. Zwar war noch das Pferd die Haupthilfe beim Transport von Menschen und Material, aber besonders in den beiden letzten Jahren wurde die neue Waffentechnik kriegsentscheidend. Flugzeuge und gepanzerte Fahrzeuge griffen in die Kriegshandlungen ein. Giftgas kam zum Einsatz. Dieser Krieg sprengte jede vorher gekannte Dimension. Und am Ende war Rümmeleins anfängliche Euphorie einem Fatalismus gewichen, der in der jahrelangen Dauerzermürbung geboren wurde.

Dieses Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es den Weg eines Menschen in diesem für Deutschland und Europa katastrophalen Krieg nachvollzieht. Das macht es sehr ungewöhnlich. Schließlich zeigt es nämlich auch, dass man zwar hinterher immer sehr schlau über solche Ereignisse reden kann, dass man als Zeitgenosse kaum eine wirkliche Chance hat, dem Drama zu entgehen, selbst wenn man es, anders als Rümmelein, richtig begreifen würde.

Man darf allerdings auch von den Dokumenten Rümmeleins nicht übermäßig viel wirklichkeitsnahe Schilderungen erwarten. Es war nicht die Sache eines Offiziers, solche Beschreibungen in Feldpostbriefen abzuliefern. Und schon gar nicht wollte er seine Zurückgebliebenen verängstigen. Der Krieg und sein Verlauf im Westen erhält jedoch mit Rümmelein ein Gesicht. Und dadurch kann vieles vielleicht besser verstehen als durch einen das große Ganze beschreibenden Bericht.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Das erste Leben der Angela M." von Ralf Georg Reuth

"Zeitgeist als oberste Maxime von Politik, weil dies Macht sichert?"
R_Mantheyvor 3 Jahren

"... Angela Merkel war in ihrem ersten Leben nicht fern von Politik. Sie war vielmehr von Jugend an durch ihren sozialistischen Vater politisch geprägt und von Schulzeiten an in die politischen Organisationen des SED-Staates eingebunden - und dies nicht als Mitläuferin, sondern als Funktionärin, ob in der Freien Deutschen Jugend oder in der Betriebsgewerkschaft." So fassen die Autoren dieses überaus lehrreichen Buches einen ihrer Hauptvorwürfe am Ende des Textes zusammen.

Leider haben sie das System der DDR nicht wirklich verstanden und leiten aus diesem Missverständnis einen nahezu lächerlichen Irrtum ab, indem sie sich nämlich zu der Behauptung versteigen, dass die heutige Bundeskanzlerin eine Reformkommunistin gewesen sei. Natürlich war sie das nie. Angela Merkel hat sich in der DDR nicht anders verhalten als heute: Sie passte sich auch damals aktiv dem vermeintlichen Zeitgeist an.

Die Stärke dieses sehr gut lesbaren Buches besteht ungeachtet dieser Fehlinterpretation in der sehr detaillierten und gut fundierten Schilderung von Merkels Verhalten bis zu ihrem Aufstieg zur Bundesministerin unter Kohl sowie der ungeschminkten Beschreibung und Analyse der chaotischen und von der Bevölkerung letztlich einfach überrannten sozialistischen Reformbewegung während der Agonie der DDR. In Wirklichkeit basierten diese Versuche, die Eigenständigkeit des zweiten deutschen Staates unter sozialistischen Vorzeichen zu erhalten, nur auf Teilen christlich-sozialistischer DDR-Eliten und dem Reformflügel in der SED.

Der Vorwurf, Merkel wäre in ihrer Jugend systemnah gewesen, kann Menschen, die dieses System erlebt haben, nur ein müdes Lächeln abringen. Das Unverständnis der Autoren macht sich bereits daran fest, dass sie die FDJ ständig als Parteijugend bezeichnen. In dieser Organisation waren bis auf einen Promillebereich alle Jugendlichen der DDR. Nur wer sich mit dem System freiwillig in einen Dauerkonflikt begeben wollte, verweigerte die Mitgliedschaft.

Da Merkel zuerst eine hervorragende Schülerin und später eine sehr gute Studentin war, wurde sie mit Sicherheit gefragt, ob sie nicht irgendeinen Posten im Rahmen ihrer Klasse oder ihrer Seminargruppe und später in ihrem Arbeitsbereich übernehmen würde. Das war üblich und diente der angestrebten Einbeziehung des talentierten Nachwuchses ins System. Und deshalb galt auch hier: Ablehnung führte zu Stress und war einer weiteren Karriere nicht dienlich. Daraus auf Systemnähe oder Aktivismus im Sinne der DDR-Oberen zu schließen, ist eher kurios als wirklichkeitsnah, denn ein solches Verhalten war keine Ausnahme, sondern die Regel.

Aber selbst wenn man dieses System nicht kennt oder begreift und in normale menschliche Reaktionen aus welchen Gründen auch immer zu viel hineininterpretiert, hätte man dennoch sehr wohl das Verhalten der heutigen Kanzlerin bei einigem Nachdenken durchschauen können. Dass die Autoren dazu offenbar nicht in der Lage waren, verwirrt, denn die ganz normale Erfahrung sollte einem doch sagen, dass eine im Alter sich offenbarende Eigenschaft eines Menschen doch wenigstens in Ansätzen bereits in der Jugend vorhanden gewesen sein muss. Diese einfache Logik hätte auch zu dem naheliegenden Schluss geführt, dass die junge Angela Kasner keineswegs im DDR-System verwurzelt war, sondern einfach nur das aus ihrer Sicht Beste aus ihrer Lage gemacht hatte.

Dass sie im Nachhinein ihre Interpretation ihres damaligen Verhaltens ihrer heutigen Erkenntnissituation anpasst, ist auch nachvollziehbar. Außerdem entgeht sie so mancher nun peinlichen Frage. Die Autoren stellen an verschiedenen Stellen solche Neuinterpretationen der Kanzlerin früheren Aussagen oder Schilderungen anderer gegenüber. Und sie ersparen es ihr auch nicht, andere Verhaltensweisen aus ihrem ehemaligen Umfeld ihrer eigenen entgegenzusetzen.

Abgesehen von den merkwürdigen grundsätzlichen Missverständnissen der Autoren kann dieses Buch ein echter Erkenntnisgewinn sein. Es zeigt beispielsweise nicht nur die krassen Fehleinschätzungen der Moskauer Führung unter Gorbatschow, sondern auch, dass die angeblichen Bürgerrechtler und sonstigen Gruppierungen, denen man heute oft den Hauptanteil am Zusammenbruch der DDR andichtet, das System der Bundesrepublik immer ablehnten und dabei wohl auch konsequent geblieben sind. In diesem Zusammenhang kann man aus diesem Buch auch viel über die sogenannte "Kirche im Sozialismus" lernen, zu deren geistigen Geburtshelfern Merkels Vater gehört, der einst in Kirchenkreisen als der "rote Kasner" bezeichnet wurde.

Angela Merkel verfügt nicht einmal über Ansätze irgendwelcher konservativen Wurzeln. Eher im Gegenteil. Deshalb verwundert es auch nicht, dass sie das konservative Fundament der CDU erfolgreich geschliffen hat. Beliebigkeit, Austauschbarkeit und Unberechenbarkeit stehen nun an dieser Stelle. Aus diesem Buch kann man auch lernen, warum das kein Zufall ist.

Obwohl die Autoren bei ihrer Interpretation des Merkelschen Verhaltens danebengegriffen haben, muss man ihnen unbedingt dafür danken, dass sie ein so detailliertes, faktenreiches, sachliches und gut lesbares Buch geschrieben haben, das wenigstens mir nun so einiges viel klarer erscheinen lässt.

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M

Rezension zu "Goebbels" von Ralf Georg Reuth

Umfassende und fundierte Biographie
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

 

 

„Von der Zeitgeschichte wurde er als eine „Schlüsselfigur“ des Dritten Reiches bezeichnet“.

 

Einer, der vom „Start des Lebens an“ fast einen „vorprogrammierten“ Weg einerseits der Aggression (gehbehindert, „Hinkebein“, Ziel zahllosen Spottes in Kindheit und Jugend und auf „normalem Wege“ kaum einer, der „dabei sein“ konnte oder durfte) und andererseits der „Anlehnung“ an einen „starken Helfer und Beschützer“ (den er stark vermisste beim Aufwachsen und woher er auch späterhin Stützen für sein minderes Selbstbewusstsein zu erhalten suchte) mit in die Kindheit und Jugend gelegt bekommen hat. Sicherlich wichtige Momente der Entwicklung, verbunden mit einer beruflichen Aussichtslosigkeit nach seinem Studium, doch immer auch nur erste Anhaltspunkte für eine Persönlichkeit, die selbst innerhalb der fanatischen und verblendeten Nazi-Führung noch eine Sonderrolle einnahm.

 

Der, ohne den das „Führerbild“ und die gesamte, wie geschmiert laufende Manipulation so vieler anderer im In- und (zunächst) auch im Ausland nicht jene Fahrt aufgenommen hätte. Besonders abgehoben von den anderen nicht in seinem auch maßlosen Hedonismus (vor allem in der „Frauenfrage“ ist ein lebenslanges, unstillbares „Nachholbedürfnis“ zu erkennen), auch nicht in seiner menschenverachtenden inneren Haltung wohl aber in seiner uneingeschränkten Abhängigkeit und Gebundenheit an Hitler. Der Selbstmord zum Schluss, der seine ganze Familie mitsamt der Kinder betraf und noch heute für Schaudern sorgt ob des „mit in den Abgrund nehmen“ unschuldigen Lebens, zu einem Zeitpunkt, in dem auch die engsten Getreuen sich um ihre „eigene Haut“ nur noch scherten, dass ist schon selbst in dieser verblendeten Welt eine ganz besondere Erwähnung wert („Führer befiehl, wir folgen“).

 

Immer „ganz nahe“ sein Wollen, auch dies ist eine Triebfeder dieser Person. Auch erkennbar in den häufigen „Konkurrenzen“, die ihn stark beschäftigten.

 

Von einem der sich verzweifelt fragte: „Warum hatte Gott ihn so gemacht, dass die Menschen ihn verlachen und verspotten“ zu einem, der sich „Zweit-Gott-gleich“ über all jene auch mit Lust an der Herabwürdigung erhob und mit einem Fingerzeig Karrieren machen oder Leben auslöschen konnte? Ohne dabei eine gewisse Anfälligkeit für Schmeicheleien oder einer rasanten Hingabe an Verliebtheit bis zur Blindheit an sich selbst beherrschen zu können?

 

Intensiv zeichnet Reuth das Lebensbild dieses (äußerlich mickrigen) Mannes nach, führt den Leser auf die Spuren der Wurzeln dieser Persönlichkeit und die Phasen der inneren Entscheidungen („Fort mit dem Zweifel, ich will stark sei und glauben“) und bietet so ein dichtes, differenziertes Bild dieser „Schaltstelle der Macht“, des Erfinders der „Maschine der Propaganda“, der unverrückt und unverbrüchlich seinem Wahn bis zum Ende folgte.

 

„Wir wollen die Menschen solange bearbeiten, bis sie uns verfallen“. Die gesamte damalige Zeit in ihren Grundzügen und den politischen Verbindungen stellt Reuth zudem noch einmal eindringlich in und um die Person Goebbels herum vor Augen. Und stellt auch klar heraus, das die „Arbeit“ des Joseph Goebbels auch deswegen so „erfolgreich“ war, weil diese Mischung aus Mystik und Pathos, blinde Verehrung und setzen des „Führers als Gott“ von Goebbels wie von wohl keinem anderen geglaubt wurde. Der in seiner inneren Mischung aus Hass, Erlösungsbedürfnis, dem Wunsch, glauben zu können und der durchaus auch vorhandenen intellektuellen Fähigkeiten eine zutiefst bedenkenswerte Figur der Geschichte darstellt.

 

Eine Figur, der Reuth nahe kommt, für deren Biographie vielfache Quellen ausgewertet hat, auch solche, die noch nicht allzu lange zugänglich sind und so, im Gesamten, eine inhaltlich und sprachlich überzeugende Darstellung liefert.

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